Beiträge von Scotsman

    Wow, erst einmal danke für die vielen Rückmeldungen!


    Es stimmt natürlich: Ein Blick in die Einstellungsprognosen des Landes Baden-Württemberg sollte eigentlich Klarheit geben. Tut es eben leider nicht, weil im offiziellen Dokument (Stand Juli 2020), das auf der oben genannten Webseite verlinkt ist, leider Religion fast nicht erwähnt wird, weder positiv noch negativ. Gerade wegen diesem Gegensatz habe ich den Thread erstellt ;).


    Spannend finde ich daher eure Einschätzungen von "vor Ort". Ich entnehme euren verschiedenen Posts: Reli ist zumindest ein Nischenfach, das sich momentan (noch?) gegenüber Ethik behauptet; wie es aber in einem Jahrzehnt aussehen wird, ist eine ganz andere Frage.


    Die Tatsache, dass die Anzahl an Studienanfänger*innen bisweilen einstellig ist, wundert mich wie gesagt nicht ;).

    Guten Abend zusammen! 😃


    Ich schreibe euch diesen Beitrag aus Erstaunen und Neugier. Ich habe entdeckt, dass das Land Baden-Württemberg unter lieber-lehramt.de IT-technische Kanonen aufgefahren hat und mit Hochglanz um Nachwuchs wirbt.


    Was mich dabei zwischen Werbefilmchen und Parolen verwundert hat: unter den "most wanted" Fächern befindet sich - neben den üblichen Verdächtigen wie Informatik und Technik - auch Religion.


    Eine weitere Recherche auf der Internetseite bleibt aber sehr vage. Im verlinkten PDF zu den Einstellungschancen in BaWü wird Religion überhaupt nur einmal erwähnt (Grundschule, glaube ich). Und auch auf der Webseite an sich sind die Informationen wenig klar: Religion sei gefragt, "vor allem in bestimmten Lehrämtern". Ja danke auch 😉.


    Total verwundert bin ich nicht - ein guter Freund hat vor kurzem sein Ref Berufsschullehramt mit kath. Religion beendet und berichtete, dass im Folgejahrgang für ganz BaWü kaum eine Handvoll Neu-Refis in den Startlöchern stehen ... Aber dass jetzt Reli neben Mathe und E-Technik stehen soll ... ?!


    Deswegen bin ich weiter neugierig und habe mich gefragt, ob ihr aus dem Schulalltag Genaueres erzählen könnt. Sind Religionslehrer*innen in BaWü wirklich Mangelware? Wenn ja, in welchen Lehrämtern (und in welchen nicht)? Betrifft das katholische Religion mehr als evangelische oder umgekehrt? Steigert Religion gerade die Einstellungschancen ähnlich wie eine Naturwissenschaft?


    Vielen Dank schonmal für euer Feedback, ich bin sehr gespannt!


    Viele Grüße vom Rhein

    Scotsman

    yestoerty und CDL Auch die beiden Kommentare sind sehr hilfreich für mich!


    Sehr interessant, über die Fächeraufteilung in der Realschule zu hören. Dass gerade der neue Bildungsplan greift und sich Dinge ändern, hatte ich schon dunkel rausgelesen - ich konnte bloß nicht ganz eruieren, was neu und was alt war ;). Dein Post hat das jetzt wirklich glasklar gemacht, CDL. Mit dem fachfremden Unterricht habe ich an sich kein Problem (innerhalb gewisser Grenzen, wie bei dir) - aber es ist schön zu hören, dass das eigene Studienfach dann schon noch eine mehr oder weniger gewichtige Rolle bei der Stundenzuteilung spielt!


    Ach ja, und das Bild von der GL-Lehrer-Tapete wird mich wahrscheinlich in den Schlaf verfolgen ;-)

    Zu allererst vielen, vielen Dank an alle für eure Rückmeldungen! :top:


    Ich entnehme dem grob, dass in NRW und BW die Chancen in der Sek I grundsätzlich besser sind als an BK/BS, vor allem bei meiner Fächerkombi mit Französisch. Das hilft sehr. Und ja: Jetzt ist sicherlich das Wichtigste, dass ich es in verschiedene Klassenräume schaffe und ein Gefühl dafür bekomme, wo ich mich wohl(er) fühle! Zum Glück haben sich schon einige Schulen trotz Corona positiv zurückgemeldet, vielleicht wird das zeitnah etwas!



    Grundsätzlich haben sich für mich aus euren Antworten aber nochmal zwei Fragen ergeben.


    1)

    In BW ist Französisch an der Sek.I Mangelfach (ist ja auch eins meiner Fächer).

    Französisch/Englisch ist für die BS nicht so die Top-Kombi ehrlich gesagt... Zwar braucht man Englisch meist in jeder Schulart... Französisch ist aber ein eher selten gewähltes Fach.

    Wir hatten in den letzten Jahren tatsächlich einen Mangel an Französischlehrenden. Dieser Mangel hat sich aber nun seit diesem Schuljahr durch den Wegfall des Pflichtjahres (bei uns zumindest) erledigt.

    ich vermute, dass die offiziellen Angaben noch nicht schnell genug sind, die Auswirkungen von G9 einzuarbeiten und würde auch denken, dass jede Realschule nur noch mit einem Französischlehrer (am liebsten in Teilzeit) auskommt.

    Zum Thema Französisch fasse ich zusammen:

    In der Sek I BW würde es zwar die Einstellungschancen erhöhen - in NW auch (noch), aber dort setzt man anscheinend die Axt ans Fach an. Und die Aussage zu den BK/BS fand ich auch sehr hilfreich: Französisch ist dort nur am berufl. Gymnasium interessant, und da kommt man wahrscheinlich mit 2 oder 3 Lehrkräften aus.


    Bis auf CDLs Kommentar klingen eure Posts also fast so ... als würde Französisch in der näheren bis mittleren Zukunft ein absolutes Nischenfach, außer an Gymnasien. Oder ist es das vielleicht schon immer gewesen?! Jedenfalls frage ich mich dann tatsächlich, ob das ein Grund ist, es doch nicht oder doch ein anderes Fach zu studieren? Nur auf Englisch zu setzen und 2 Sachfächer zu machen?



    2)

    Außerdem noch eine grundsätzliche Frage zum Thema Geschichte/Sozialwissenschaften/Politikwissenschaften und den ganzen Fächern (und Fächerverbünden), die daran hängen:

    mit SoWi bessere Chancen als mit Geschichte

    (Geschichte -)

    SEK I Englisch/Französisch + Geschichte (besser Ethik) machen

    Wenn du tatsächlich nochmal zurück an die Uni möchtest, würde ich eher zu Geschichte raten, zumindest wenn du an die BS willst.

    Geschichte dürfte allerdings deutlich überlaufener sein, als Politik, insofern eher Politik als Bonusfach ergänzen. Letztlich werden aber beide Fächer an der Sek.I im Zweifelsfall fachfremd unterrichtet.


    Ihr seid in euren Posts mal auf Geschichte, mal auf SoWi/Politik eingegangen. Mal wurde mir zu SoWi, mal zu Geschichte geraten (letzteres hat mich SEHR gewundert - ich hab die Aussage hier aus dem Forum, man werde "trotz" und nicht "wegen" Geschichte eingesellt, lebhaft vor Augen). Beim Durchlesen von Webseiten Freiburger Realschulen gestern ist mir aufgefallen, dass beide Fächer mehr oder weniger zusammen in einen Fächerverbund namens EWG (Erdkunde, Wirtschaft, Gesellschaft oder so ähnlich) geworfen werden und auch nicht prüfungsrelevant sind. Dazu kommt noch CDLs Info, dass SoWi sehr oft fachfremd unterrichtet wird ...


    Was mich zu der Frage bringt: Ist es dann eigentlich egal, welche Gesellschaftswissenschaft man studiert, weil sie nicht unbedingt förderlich ist, alles im Schulalltag in einen Topf geworfen wird und man im Zweifel einfach fachfremd die jeweils andere unterrichtet? Und gilt das gleiche dann auch für (Praktische) Philosophie?

    Bilinguale Angebote haben einige Realschulen in BW (an so einer bin ich auch), allerdings nur sehr selten mit Französisch und deutlich häufiger mit Englisch. Die Bili-Ausbildung erhöht deine Einstellungschancen, weil nach aktuellem Stand 10% der Planstellen für Bewerber mit Mangelfächern (wie Frazösisch) vorgehalten werden und weitere 10% der Stellen für Bewerber mit relevanten Zusatzqualifiktaionen (wie Bili) oder bestimmten Berufserfahrungen (da könntest du ebenfalls prüfen, ob du darunter fällst).

    Super, vielen Dank, CDL! Das ermutigt mich wirklich, die bilinguale Option zu wählen - endlich mal jemand, der sagt, dass sie auch etwas nützt :)

    Dennoch wird es sicherlich auch noch in ein paar Jahren Schulen im ländlichen Raum geben, die dankbar wären endlich auch mal eine tatsächlich grundständig ausgebildete Lehrkraft in in Politik zu erhalten (das wird echt von so ziemlich allen Fachbereichen unterrichtet), die dazu noch gleich zwei Hauptfächer mitbringt, ein Bili-Angebot aufbauen kann und als neue Allzweckwaffe taugt. ;-)

    Haha, dann habe ich ja meinen Auftrag erhalten 8)!

    Guten Abend zusammen!


    In den letzten Wochen habe ich den Weg in dieses schmucke Forum gefunden – und bevor ich meine Fragen stelle und Gedanken hierhin ergieße, wollte ich einfach mal sagen: Ich habe selten ein so nützliches, gut geführtes, detailreiches Forum erlebt wie dieses. Wenn ich überlege, wie viel Zeit und virtuelle Tinte ihr alle in dieses Forum investiert, helft und Fragen aus der Welt schafft, kann ich nur sagen: Hut ab und vielen Dank!

    Man könnte fast meinen, hier seien nur Pädagogen unterwegs ;-)


    Nun zum eigentlichen Thema. Es geht um einen möglichen Karrierewechsel ins Lehramt. Ich bin 32 und arbeite seit 4 Jahren als Dolmetscher und Übersetzer für Englisch und Französisch in einer öffentlichen Behörde, eigentlich auch mit viel Freude. Ich mag es, als „Rampensau“ vor vielen und für viele Menschen zu arbeiten, öfters auch mal wirklich zu „helfen“. Leider aber bisher ohne unbefristeten Vertrag (der gegenwärtige läuft noch bis Juli 2021). Ein unbefristeter Vertrag ist nur über eine Umschulung auf einen büro- und verwaltungslastigen Job im Backend, also ohne viel menschlichen Kontakt, in Sicht. Seit sich diese Situation vor ein paar Monaten herauskristallisiert hat, bin ich zunehmend auf Alternativen- und Sinnsuche.


    Und beim Lehramt gelandet. Nicht völlig zufällig, nicht ohne Peilung. Unterrichtet und mit Kindern & Jugendlichen gearbeitet habe ich schon seit meiner Jugend: Nachhilfelehrer, Jugendgruppenleiter, Tennistrainer, zertifizierte Lehrkraft für Deutsch und Englisch als Fremdsprachen mit Berufserfahrung an Sprachschulen. Aber klar: Regelschulen sind ein ganz eigenes Universum, deswegen habe ich mich schon um die ersten freiwilligen Hospitationen gekümmert, was aber wegen Corona noch schleppend verläuft.


    Die BL, die für mich in Frage kommen, sind aus privaten Gründen BW und NRW, da meine bessere Hälfte ab Mitte September eine Stelle an einer Berufsschule in Offenburg antritt und ich meine Wurzeln in NRW habe.


    Mich überrascht selbst, wie offen ich bei der Wahl der Schulart bin. Nicht zuletzt nach dem Studium eures Forums und der Befragung des NRW-Chancenrechner-Orakels habe ich den Gedanken an das Gym-Lehramt ad acta gelegt. Ich kann mich aber mit dem Gedanken, Sek I oder BK/BS zu unterrichten, sehr gut anfreunden, und bin gespannt auf die Hospitationen. Natürlich stelle ich mir U-Einheiten zu Shakespeare, Weimarer Republik, demographischer Entwicklung und Camus in der Oberstufe herausfordernd und spannend vor. Aber ich bin auch relativ sicher, dass es mich erfüllen kann, Jugendliche zur mittleren Reife zu führen und zwischendrin kleinere Brötchen zu backen oder am beruflichen Gymnasium Erwachsene mit unterschiedlichstem Werdegang auf dem Weg zum (Fach-)Abitur zu begleiten.


    Zur Fächerkombi: Englisch und Französisch liegen beruflich nahe, kombinieren würde ich das gern mit einem Sachfach, wo sich aufgrund meines ersten Studiums Geschichte oder SoWi/Politik anbieten, da ich dort bereits ECTS-Punkte gesammelt habe. Einen Seiteneistieg habe ich nämlich nicht vor (sowieso nur in NRW möglich bei meinen Fächern), ich würde nochmal den Weg an die Uni gehen. Ich habe einen schottischen "Magister" in European Studies und einen MA Konferenzdolmetschen, auf die ich aufbauen kann. Zwei Unis haben mir schon signalisiert, dass ich mir fachlich 2-5 BA-Semester anrechnen lassen könnte, je nach Fächerkombi. Idealerweise würde ich dazu Französisch (die meisten ECTS-Punkte) und eins der Sachfächer belegen und Englisch als Drittfach wählen. Und ich weiß, es liegt euch schon auf den Lippen, aber: ein MINT-Lehrer werde ich leider wirklich erst im nächsten Leben … 😉


    Zusammengefasst stehe ich vor folgenden Optionen (glaube ich):


    1) BW oder NRW: Lehramt Sek I mit Französisch, Ge/SoWi + Englisch studieren.


    2) BW oder NRW: Lehramt BK/BS mit Französisch, Ge/SoWi + Englisch studieren (und optional in BW die Zusatzlehrprobe für GyGe draufsetzen)


    3) BW oder NRW: Drauf pfeifen, dass ich in Französisch mehr ECTS-Punkte hab, und die Sprachen umdrehen, um sicherzugehen, dass es auch tatsächlich 3 Fächer werden: Englisch, Ge/SoWi + Französisch (dann aber wohl 2 mehr Semester an der Uni verbringen)


    4) NRW: Nochmal was völlig Verrücktes tun und für BK eine berufliche Fachrichtung von Grund auf studieren – in meinem Fall wohl Sozialpädagogik an der TU Dortmund (Tübingen in BW liegt leider zu sehr JWD). Kombiniert mit Englisch dann wahrscheinlich.


    5) An der Fächerkombi herumschrauben, damit ich evtl. bessere Chancen habe: Philo als Sachfach z. B. (?!?!). Auch Spanisch hätte ich noch in der Hinterhand. Aber da bräuchte ich euren Input (nein, wirklich kein MINT 😉).


    und natürlich 6) Den Karrierewechsel abblasen.



    So, nach der epischen Ausbreitung habe ich ganz viele kleine Fragen zu den Optionen und auch im Allgemeinen. Ich freue mich über jede Antwort, Bemerkung, Überlegung dazu (und bin sowieso begeistert, falls ihr bis hierhin noch nicht ausgestiegen seid!)!


    a) Scheint euch irgendeine der Optionen oben besonders sinnvoll und überzeugend oder sinnlos und verrückt? Zu welcher würdet ihr spontan raten? (und ich weiß, entscheiden kann nur ich 😉)


    b) Wie gefragt ist Französisch an Realschulen (+), Gesamtschulen etc. und an BK/BS wirklich? Kommt man damit überhaupt auf viele Stunden? Wird man wegen oder trotz Französisch eingestellt? Speziell an BK/BS: wird außerhalb von beruflichen Gymnasien und speziellen Fachschulen für Fremdsprachenkorrespondenten/Kaufleute etc. überhaupt Französisch unterrichtet? Das erscheint mir trotz Recherche noch nebulös.


    c) Würde sich irgend ein BK/eine BS auch nur einen Deut um meine Berufserfahrung scheren? Macht mich das für irgendjemanden bei der Einstellung interessanter, kommt das irgendwie zum Tragen?


    d) Für BK NRW: Werden SoWi und Ge zusammen unterrichtet? Kann ich am beruflichen Gymnasium Prüfungen in beiden Fächern bzw. dem Mischfach abnehmen, auch wenn ich nur eins von beidem studiert habe? In BW scheint das ja der Fall zu sein, zumindest laut Aussage der Studienberatung Uni Freiburg.


    e) Wie viel attraktiver ist SoWi im Vergleich zu Geschichte?


    f) Bringen Ausbildungen im bilingualen Unterricht, wie etwa der MA (bilingual) an der Uni Wuppertal oder das Europalehramt Sek I an den PHs in BW (jeweils eine Sprache + ein Sachfach), einen echten Vorteil bei der Einstellung? Wird bilinguales Unterrichten überhaupt gebraucht, gibt es da eine realistische Möglichkeit, das im Berufsleben auch zu verwenden? Bringt im bilingualen Profil Französisch etwas oder sollte es doch Englisch sein?


    g) Wäre es doch eine sinnvolle Idee, auf GyGe zu studieren, um hinterher alle Optionen (Sek I und BK/BS) zumindest relativ offen zu haben?


    h) Wie könnte ich meine Fächerkombi pimpen?


    Mein Gott, ist das lang geworden. Wie gesagt, schon jetzt Tausend dank für jeglichen Kommentar! Ich bin sehr gespannt.


    Gute Nacht und viele Grüße

    Scotsman

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