Beiträge von wieder_da

    Wie immer auch der Vergleich mit anderen Berufen: Wir haben Ärztemangel. Bitte auch Bachelorabsolventen in verwandten Fächern als Assistenzärzte. Die Justiz hat auch Personalmangel: Warum keine Bachelorabsolventen als Richter?

    Wie immer sind diese Vergleich ungeeignet, vor allem der mit dem Richter. Das sind hoch spezialisierte Berufe. Lehrer dagegen sind Generalisten. Sie haben Fachwissen in zwei, drei vier Fächern, didaktisches Wissen und Kompetenzen, pädagogisches Wissen und Kompetenzen, ein Grundwissen in Psychologie, Schulrecht und und und. Es ist viel wahrscheinlicher, dass jemand mit seinem Studienhintergrund eine große Schnittmenge mit solchem Lehrerwissen hat, die dann in zwei, drei, vier Jahren berufsbegleitender Ausbildung und Learning by doing ausgebaut werden kann, als das bei einem Richter der Fall ist, der mit den aktuellen Rechtsnormen und der Rechtsprechung in seinem Staat bis in Details vertraut ist. Oder bei Neurochirurgen. Oder bei Luft-und-Raumfahrtingenieuren.

    Damit ist keine Abwertung des Lehrerseins verbunden. Genausogut könnte man einen Richter, Neurochirurgen oder Luft- und Raumfahrtingenieur einen Fachidioten nennen, weil er eben nur eine Sache kann/kennt, die aber bis ins Detail.

    Und mit den Mikätzchen hat all das wirklich gar nichts zu tun. Die haben in den 60er (?) Jahren nach einer „Ausbildung“ unterrichtet, die einige Monate umfasste. Voraussetzung war - Achtung - das Abitur.

    Unsere Schulrätin (ebenfalls NRW) ist für rund 30 Grundschulen zuständig. Sie leitet eine Behörde. Unsere Schulleitung kontaktiert sie bei besonderen Einzelfallentscheidungen und in wichtigen, grundlegenden Fragen. Ich denke nicht, dass es überhaupt möglich ist, Sie als Lehrkraft persönlich zu sprechen. Ich wüsste auch nicht, welche Fragen man mit ihr als Lehrer:in persönlich klären könnte/sollte/müsste.

    Diese Pulte habe ich nur herausgesucht, weil ihr gerne aus dem Pult heraus digital aufnehmen möchtet. Sonst könnte ich dazu nichts sagen:

    https://www.thomann.de/de/zoom_livetrak_l_12.htm

    https://www.thomann.de/de/presonus_studiolive_ar12c.htm

    Ansonsten ein Mischpult in dieser Art und Größe:

    https://www.thomann.de/de/soundcraft_signature_12mtk.htm

    https://www.thomann.de/de/allen_heath_zed18.htm

    Ich wollte eigentlich ein Mischpult von Mackie verlinken, Thomann bietet aber gerade keins an. Ein Mackie Pult mit ausreichend vielen Kanälen könnt ihr mit gutem Gefühl kaufen, auch ein älteres Modell.

    Entscheiden müsst ihr, ob ein Effektgerät im Pult verbaut sein soll oder ob ihr für Effekte ein externes Gerät einschleift. Bzw. für den Effekt, ihr braucht wahrscheinlich nur etwas Hall/Reverb.

    Für die Verstärkung sind solche aktiven Säulensysteme sehr angesagt. Wiegen nicht viel und brauchen nicht viel Platz. Bei „akustischer“ Musik ist sowas eine sehr gute Lösung:

    https://www.thomann.de/de/bose_l1_compact.htm

    Ihr bräuchtet natürlich zwei davon ;)

    Für den Einstieg in Scratch gibt es auch einen Kurs, der sich an Lehrer richtet: https://ocw.tudelft.nl/courses/scratc…mming-teachers/ Kann man machen, ist aber eher etwas für Primarstufe und Sek I.

    Mit Scratch geht schon einiges, als Naturwissenschaftlerin in der Sek II wäre Calliope vielleicht interessanter … führt aber m. E. beides etwas weg von der Frage nach einem eigenen Einstieg ins Programmieren. Ich würde mir schon mal eine Programmiersprache ansehen, und wenn es in der Summe nur für 20 Stunden ist, damit man dann hinterher in den bunten Blöcken von Scratch und Calliope die Konzepte wiederentdeckt, die man z. B. bei der Arbeit mit Python kennengelernt hat.

    Ich habe diese beiden Kurse einmal gemacht: https://www.coursera.org/learn/python und https://www.coursera.org/learn/python-data. So präsent ist mir das nach drei, vier Jahren nicht mehr, aber ich denke, dass man das schon empfehlen kann. Es gibt natürlich mittlerweile sehr viele MOOCs gerade in diesem Bereich.

    Was in so einem Grundlagenkurs natürlich etwas fehlt, ist die praktische Anwendung. Man schreibt Programme, die die Primzahlen bis 1000 auflisten, die Wörter nach der Länge ordnen und dergleichen. Mir wurde einmal dieser Kurs empfohlen, wenn man wirklich gelegentlich Routineaufgaben am Computer durch selbst geschriebene Programme erleichtern will: https://www.udemy.com/course/automate/

    So ist es ja oft im Leben: Wenn die Arbeit einen richtig erfüllt, wenn es in der Beziehung und im Freundeskreis gut läuft, wenn die Hobbies Spaß machen und dann auch noch das Wetter gut ist, dann gräbt man 18 Monate alte Threads in Internetforen aus.

    Fahren wir die Ansprüche doch noch ein wenig runter. Ist ja nicht so, dass NRW im Ländervergleich in der Leistungen seiner Schülerinnen und Schüler eh schon unten zu suchen ist. Also bitte, weniger Klassenarbeiten und den Lehrplan noch mal runterschrauben. Super Idee.

    https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/bildungsmonito…bildung-254889/

    Ansprüche runterfahren ist aber ≠ weniger Klassenarbeiten. Man kann mit demselben Anspruch unterrichten, egal ob fünf oder elf oder gar keine Klassenarbeiten geschrieben werden.

    NRW-Lehrerin hat oben geschrieben, dass viele Eltern regelmäßig mit ihren Kindern das Lesen üben, WEIL sie wissen, dass dort dazu Arbeiten geschrieben werden und sie möchten, dass die Kinder gute Noten schreiben. Diese Elten würde ich bitten, mit ihren Kindern das Lesen zu üben, damit sie Lesen lernen. Ich weise auch die Kinder darauf hin, dass sie in die Schule gehen, um jeden Tag irgendetwas ein bisschen besser zu können oder etwas mehr zu wissen als am Tag davor. Wenn sie das umsetzen, klappt es auch mit den Klassenarbeiten. Diese sind aber kein Zweck an sich, nicht das, worum es in der Schule eigentlich gehen sollte.

    Noch eine Sache zum Schluss: Es fällt echt auf, wie du hier immer wieder zwei Sachen vermischt. Das eine ist die Leistungskontrolle. Die macht ihr vor allem durch Klassenarbeiten. OK. Aber du schreibst, als würden die Kinder durch oder beim Schreiben der Klassenarbeiten lernen. Bei mir lernen die Kinder im Unterricht und ich denke, dass das bei dir genauso ist. An allen Schulen werden Texte gelesen und bearbeitet. Bei dir ist das die Leseschatztruhe, wir haben zuletzt eine 60-seitige Ganzschrift gelesen. Dabei lernen die Kinder. Ob ich das Gelernte dann in 5 oder in 11 Klassenarbeiten überprüfe, macht da m. E. keinen Unterschied. Die Kinder haben ja in zwei Jahren Schuleingangsphase ohne Klassenarbeiten auch viel gelernt und sie werden in der weiterführenden Schule mit drei bis fünf Klassenarbeiten je Fach auch weiter lernen.

    Also schreiben wir auch in jedem " genügend" Arbeiten.

    Die Kinder kennen es so von Klasse 1.

    Wir kommen sehr gut damit klar.

    Wir schneiden herausragend in allen Tests ab..kann also nicht soo verkehrt sein .

    Ich wunder mich, dass sonst keiner Lesearbeiten schreibt.

    Das machen wir ab Klasse 2.

    Da kann man deutlich erkennen wie gut die Kinder verstehen was sie lesen und sie werden echte Profis darin die Antworten dem Text zu entnehmen.

    Kann ich nur empfehlen

    Am Anfang Klasse 2 sind unsere Lesearbeiten die Hölle..sowohl Eltern, als auch Kinder sind am Anfang ganz schön gefordert..aber die Mühe lohnt. Sie werden stetig besser.

    Ich habe in Klasse 2 regelmäßig und häufig Sachen aus dem Unterricht und den Hausaufgaben mitgenommen und durchgesehen. Jetzt, wo Klassenarbeiten geschrieben werden, mache ich das nur noch selten. Bei 14 Klassenarbeiten im Halbjahr würde ich es gar nicht mehr machen. Und: Zurzeit habe ich nur 23 Kinder und da kann ich tatsächlich auch während des Unterrichts Eindrücke gewinnen.


    In den Beiträgen hier klingt ja an, dass eure Schule mit den vielen Klassenarbeiten etwas heraussticht. Mich würde noch interessieren, wie sich da die Zeugnisnote aus Klassenarbeiten und sonstiger Mitarbeit zusammensetzt. Bei uns ist das - auf dem Papier - 40 zu 60. Da die Kinder im Halbjahr rund 95 Stunden Mathe und 95 Stunden Deutsch haben, finde ich es auch naheliegend, dass die sonstige Mitarbeit stärker gewichtet wird als drei Klassenarbeiten in Mathe bzw. fünf Klassenarbeiten in Deutsch. Wie ist das bei euch?

    Also ich sehe uns dahingehend völlig im Rahmen.

    Mit der Ausbildungsordnung Grundschule sind Noten in Klasse 2 nicht vereinbar:

    (2) In der Schuleingangsphase werden die Leistungen der Schülerinnen und Schüler ohne Noten bewertet, in den Klassen 3 und 4 mit Noten. Im Übrigen soll die Lehrerin oder der Lehrer eine Schülerin oder einen Schüler vor der Versetzung in die Klasse 3 an die Leistungsbewertung mit Noten heranführen; dies gilt nicht, wenn die Schulkonferenz einen Beschluss nach § 6 Absatz 3 Satz 2 gefasst hat.

    Wirklich interessant, weil die AO-GS das so nicht vorsieht: https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes…N&det_id=595464 Ich hätte gedacht, dass das dann auch verbindlich ist und eine Schule nicht einfach auf eigenen Beschluss davon abweichen kann.

    Bei uns werden im 2. Schuljahr Tests von 10 bis 15 Minuten Dauer geschrieben, u. a. wegen der Heranführung an die Noten, die ab Klasse 3 vergeben werden. Wir machen das auch mit Smilies. Im 1. Schuljahr … hatte ich noch nie. Ich glaube nicht, dass da irgendeine schriftliche Lernzielkontrolle erfolgt.

    Interessant, weil ja z. B. die AO-GS vor Klasse 3 gar keine schriftlichen Arbeiten vorsieht und weil ihr doppelt so viele Arbeiten schreiben lasst, wie für die Sek 1 (!) vorgeschrieben sind.

    Doch, wir schreiben jedes Halbjahr eine Lesearbeit! Wobei unser Jahrgang jetzt stattdessen eine Leserolle angefertigt und zwei Tests geschrieben hat.

    Klassenarbeiten sehen bei uns in Klasse 3 so aus, dass die Bearbeitungszeit bei etwa 20 bis 50 Minuten liegt (das hängt ja stark vom Kind ab). Die Korrektur dauert bei einer Mathearbeit auch mal nur jeweils 5 Minuten, bei Aufsätzen mit Vorschrift, Überarbeitung und Reinschrift aber auch mal insgesamt 20 bis 30 Minuten je Kind. Meinst du sowas mit „Arbeiten“?

    Wie viele Mathearbeiten kommen noch zu den 11 Deutscharbeiten? Ich stelle mir jetzt 28 bis 32 Klassenarbeiten pro Schuljahr vor, das wäre bei den 37 bis 39 Wochen Schule, nachdem Feiertage, bewegliche Ferientage und ggf. Projektwoche abgezogen sind, schon sehr viel. Jedenfalls mehr als jemals während meiner 13 Schuljahre bis zum Abitur.

    Wie viele Korrekturen habt ihr denn jeweils, also wie viele Kinder in einer Klasse?

    Übrigens bin ich auch in NRW und hier setzt sich die Note zu 40% aus Klassenarbeiten und zu 60% aus der sonstigen Mitarbeit zusammen. Wenn das bei euch auch so ist, dann schreibt ihr ja die 11 Klassenarbeiten nur für 40% der Gesamtnote. Da erschiene mit der Aufwand auch etwas unverhältnismäßig.

    Zum Austausch von chilipaprika und calmac passt, wie sich das Verständnis von „Regelstudienzeit“ von, grob besagt, vor 2005 zu nach 2005 gewandelt hat. Meines Wissens war der Grund für deren Einführung überhaupt, Studierenden zu garantieren, dass ihr Studiengang bei Einschreibung noch mindestens xy Semester lang angeboten wird. Kaum jemand hätte in den 90er Jahren gesagt, dass man dann bitte auch in 9 Semestern fertig sein muss.

    So habe ich das auch in meinem ersten Studium (Beginn 2002) noch erlebt. In meinem Zweitstudium (Beginn 2008) war es dann so, dass die Regelstudienzeit von den Studierenden regelrecht als Deadline aufgefasst wurde. Die hatten das zu dem Zeitpunkt längst internalisiert, es brauchte gar keine Eltern etc., die darauf hingewiesen haben, dass man jetzt schon im siebten Semester sei und noch an der Bachelor-Arbeit schreibt. Ich bin da voll bei chilipaprika kann daran ebenfalls nichts Gutes finden. Ich habe in mindestens drei Fächern Veranstaltungen besucht, die ich nicht studiert habe. Geschadet hat mir das nicht und eigentlich entspricht dieses Umfassende, Ganzheitliche auch meinem Bildungsideal.

    Fürs Ref ist es egal, ob du 25 oder 29 bist. Ich selbst würde mich allerdings auch im nächsten Leben dagegen entscheiden, aus der Schule direkt an die Uni und von dort direkt wieder an die Schule zu gehen. Sprich, ich möchte selbst nicht auf die Erfahrung verzichten, mehrfach studiert und beruflich etwas anderes gemacht zu haben. Ich merke auch den Kolleginnen, die später in den Lehrberuf eingestiegen sind, das Mehr an Lebenserfahrung an.

    Klar, die eine oder andere Kollegin hat auch viel Lebenserfahrung gesammelt und sich einen weiten, offenen Blick auf die Welt erhalten, obwohl sie mit 26 ihre erste Stelle hatte und vorläufig verbeamtet war. Das ist in meinen Augen aber die Ausnahme. Einfacher ist es, einfach mal fünf Jahre lang was anderes zu machen. 2030 wird auch noch Lehrermangel sein.

    In Nebenfächern ist das in der Sek I mit Sicherheit möglich.

    Genauer weiß ich es leider nur für die Grundschule. Dort ist das Unterrichten in allen Fächern möglich und ebenso das Übernehmen einer Klassenleitung. Darüber entscheidet alleine die Schulleitung.

    Ihr habt in eurem Bundesland aber auch einen starken Schwerpunkt auf dem Fach Deutsch, wenn ich das richtig verstehe. Ihr habt tatsächlich (bei gleichmäßiger Verteilung von 1 bis 4) jede Woche sieben Stunden Deutsch? Also zum Beispiel Montag und Dienstag zwei Stunden Deutsch und Mittwoch, Donnerstag, Freitag eine Stunde Deutsch?

    Die nächste Frage wäre für mich, ob euer Lehrplan so viel mehr vorsieht als zum Beispiel in NRW. Wo bei euch 28 Stunden für Deutsch vorgesehen sind, sind es bei uns rund 54 Stunden. Das ist aber für die Fächer Deutsch, Mathe, Sachunterricht und ggf. Förderunterricht zusammen. Die genaue Verteilung macht jede Schule für sich.

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