Beiträge von wieder_da

    Thamiel,

    du hast natürlich recht: Eine Waffe tötet keinen Menschen, wenn sie ungenutzt rumliegt oder mit ihr auf Scheiben und Tiere geschossen wird. Aber, um bei deinem Bild mit der Straßenlaterne zu bleiben: Natürlich muss der Schlüssel auch im Dunkeln gesucht werden, aber du würdest doch beim Suchen keinen Bogen um die Laterne machen und den erleuchteten Bereich aussparen.

    Mir fehlt das Fachwissen für eine inhaltliche Diskussion. Ihr kennt vielleicht das Video des Basketballcoachs Steve Kerr, der sich sehr emotional für background checks ausspricht. Gleichzeitig lese ich, dass mit der Anzahl der Waffenkäufe auch die Anzahl der background checks bereits angestiegen sei … sollen es mehr werden? Oder gründlichere? Keine Ahnung.

    Ist aber auch egal: Es gibt in den USA eine neunstellige Anzahl an Menschen, die ein strengeres Waffenrecht fordern. Das reicht mir eigentlich.

    Warum du dich verteidigen musst, wenn es einen Amoklauf o. ä. gegeben hat, verstehe ich nicht und es tut mir auch leid. Ich wollte keinem Sportschützen, Jäger, Polizisten oder Soldaten seine Waffen wegnehmen. Damit könnte die Liste der Schusswaffenbesitzer für mich aber auch abgeschlossen sein.

    (…) Schusswaffen lassen sich auch neben den offiziellen Wegen beschaffen, zusammenbasteln, mittlerweile sogar aus dem 3D Drucker zusammendengeln. In Winnenden lagen sie auch "so herum". Darüberhinaus sind Schusswaffen nicht immer das Mittel der Wahl, viele Menschen in kurzer Zeit schwer zu verletzen, insbesondere, wenn ihr Zugang reglementiert ist. Man nehme LKWs, Armbrüste, Klingen, Benzin in alten Bierflaschen etc. Ich glaube kaum, dass man weniger von "Amoklauf" reden würde, wenn jemand einer Prise Rizinpulver ihren Weg in den Suppentopf der Schulmensa weisen würde, oder?

    An einer Sache komme ich leider nicht vorbei: es sind nicht die Werkzeuge, es sind die Menschen, die sie einsetzen. (…)

    (…) Ich frage mich nur, ob es nicht doch zu einfach gedacht ist, den Zugang zu Werkzeugen zu beschränken, nur weil es das vergleichsweise leichteste Mittel ist, wolhlwissend, dass die Ursachen woanders liegen müssen.

    In den amerikanischen Statistiken wird meines Wissens nicht von Amoklauf, sondern von School Shooting gesprochen. Teilweise fließen in die Statistiken nur Fälle ein, wo in Tötungsabsicht auf Menschen geschossen wurde. Teilweise auch Fälle, bei denen andere, potentiell tödliche Waffen benutzt wurden. (Wikipedia Amoklauf an einer Schule)

    Mehrere hundert Schüsse hat der Täter in den USA jetzt abgegeben. Beim deutschen Waffenrecht hätte er kaum auch nur diese Mengen an Munition kaufen können geschweige denn die Waffen, mit denen er das in einigen Minuten verschießen konnte. Diese hohen Opferzahlen, 10 Menschen hier, 20 Menschen da, „erreicht“ man mit einem Küchenmesser nicht.

    Klar bekommt, wer will, auch eine illegale Waffe. Aber das geht nicht von heute auf morgen. Spontane Taten sind auf diesem Weg nicht möglich.

    In deiner Welt ist das vielleicht viel Geld, aber ich kann dir garantieren, es reicht damit maximal für ein Durschnittsleben. Keine großen Sprünge möglich.

    Das ist zum einen inhaltlich nicht richtig. Ein durchschnittliches Bruttogehalt (rund 4.100 €) hat man bereits im zweiten Dienstjahr mit E(!)12. Mit A12 erreicht man das Entsprechende netto schon mit 70/80/90 % der Arbeitszeit, je nach Erfahrungsstufe und PKV-Beitrag.

    Zum anderen: Warst du das evtl., der in einem anderen Beitrag schrieb, unter 45.000 € gäbe es kein brauchbares Auto?

    Zwei Autos in der Familie, ein freistehendes Einfamilienhaus mit Garten, zweimal im Jahr Urlaub außerhalb Europas … das sind halt alles Dinge, die gab es während der späten 50er bis in die 90er Jahre hinein ja tatsächlich auch in der Breite. Während eines zeitlich sehr kleinen Ausschnitts. Und ja auch in einem räumlich sehr kleinen Bereich. Im globalen Maßstab und auf Dauer ist das nicht möglich. Vielleicht ist man für ein überdurchschnittlich gutes Leben auch gar nicht darauf angewiesen.

    Ich habe jetzt nicht teilgenommen, ich weiß aber, dass Studien untersucht haben, wie Klassengröße und Lernerfolg zusammenhängen. Die Ergebnisse stimmten nicht überein, aber vor rund 5 Jahren gab es eine große und wohl methodisch sehr gut angelegte Metastudie. Ergebnis: Ab dem 21 Kind geht der Lernerfolg zurück. Ich weiß jetzt aber nicht, ob das nur für den Grundschulbereich gilt oder allgemein.

    So wie ich es verstehe, geht es um Lehrkräfte, die vor der Bachelor-Master-Umstellung studiert haben. Was war denn damals (also zuletzt vor der Umstellung) die Regelstudienzeit von Grundschullehrkräften?

    Jein. Es gab das Staatsexamen meines Wissens in sechs oder acht Semestern, je nachdem, wann und in welchem Bundesland erworben. Es gab aber auch, am häufigsten wohl so in den Jahren 2006 bis 2011, das Modell sechs Bachelor-Semester plus zwei Master-Semester.

    Das Problem sehe ich hier darin, dass man ja schlecht neben einer Arbeitswoche von ~ 45 Stunden bei Vollzeit noch die Uni besuchen kann. Aber sonst … Nach vier Jahren Studium plus zwei Jahren Referendariat, das ja immerhin ein bezahlter Ausbildungsabschnitt ist, sollte A13 m. E. keine Selbstverständlichkeit sein. Besser fände ich es allerdings, wenn die Höhergruppierung von der Arbeitsleistung abhängig gemacht würde und nicht von den zwei fehlenden Semestern Studium.

    Ich denke, das hat mit eurem frühen Beginn (zum 1.5.) zu tun, der ja auch kurz vor den Sommerferien liegt. Ich habe am 1.8. angefangen (oder vielleicht war es auch der Tag nach den Sommerferien) und hatte zumindest ein Halbjahr lang denselben Stundenplan, bloß dass ich zu Beginn fünf Tage an der Schule war und ab Oktober (?) vier Tage an der Schule und einen Tag am Seminar.

    Ich denke, dass ihr in den verbleibenden sechs Wochen viel hospitieren und eher wenig selbst unterrichten werdet. Die Schule macht ja für die sechs Wochen keine völlig neuen Stundenpläne. Das wäre dann eigentlich eine gute Sache. Außer, es herrscht an euren Schulen nochmal größerer Lehrermangel als woanders auch, dann würde man euch vielleicht zum Lücken stopfen einsetzen. Das wäre … nicht so gut.

    Also nun bin ich endgültig baff. Habe gerade bei der Beratungsstelle angerufen und mir wurde mitgeteilt, dass ich als Diplom Übersetzerin auch die PE nicht machen könne. Ich müsste Sprach- und Literaturwissenschaften studiert haben. Ich habe dann gegoogelt und noch mal angerufen.

    Ich wollte wissen, ob Sie sich sicher ist, da nach meinem Verständnis Sprach- und Literaturwissenschaften der "Oberbegriff" ist und Übersetzen ein darunterfallender Studiengang. Sie hat gesagt ja, wäre sie. Ich könne keine PE machen :staun:

    Weiß hier jemand mehr?

    Wie calmac schreibt: Bewirb dich einfach. Der Seiteneinstieg in die Sek I/Sek II gemäß der OBAS (bzw. seltener der PE) ist seit Jahren etabliert. PE Grundschule gibt es erst seit fünf Jahren. Zudem sind die MA in solchen Beratungsstellen/Telefonhotlines leider oft auch nur soweit geschult, dass sie einem das mitteilen können, was man übers Internet auch selbst herausfindet.

    Ich würde mich direkt an höhere Stellen wenden, d. h. direkt an Schulrätin/Schulrat oder direkt an jemanden in Abteilung 2 des Schulministeriums oder direkt an eins der Dezernate 41, 46 oder 47 deiner Bezirksregierung. Ich habe schon mehrfach erst auf diesen, höheren Ebenen verwertbare Antworten bekommen und man war mir auch keinesfalls böse, weil ich Ansprechpartner ausgelassen habe. Das System ist leider so ausgelegt, dass du bei seltenen, individuellen Fragestellungen teils keine, teils falsche, teils widersprüchliche Aussagen bekommst, wenn du dich nur an die Ebene der Beratungsstellen oder Sachbearbeiter wendest.

    À propos PE und nur ein Fach: Wenn du dich an der Grundschule bewährst, dann wirst/würdest du langfristig nicht nur Englisch unterrichten. Du würdest mit Sicherheit schon von Beginn an öfter Vertretungsstunden, Hausaufgabenbetreuung etc. machen oder als Doppelbesetzung eingesetzt werden, denn erstens wird kaum ein Bedarf an ganz genau 28 Stunden Englisch bestehen und zweitens machen 28 Stunden Unterricht im selben Fach dich auch verrückt. Langfristig wäre also auch Unterricht in Deutsch, Mathe, Sachunterricht denkbar oder evtl. Kunst oder Musik, wenn du da Fähigkeiten hast. Auch eine Klassenleitung ist grundsätzlich möglich.

    Ich möchte nicht, dass mir der Teppich ausgerollt wird.

    Ich habe 10 Semester studiert. 9 ist Regelstudienzeit. Ich habe 2 Auslandssemester gemacht. Wegen eines Semesters wird mir der Zugang zu der besseren Einstiegsmöglichkeit und besseren Qualifizierung verwehrt. Das ist aus meiner Sicht einfach nur Schade. Es kann ja nicht besser für die Schüler und meine Qualifizierung sein nur die PE zu machen. Ich hätte mich gefreut die Kinder in mehr als nur einem Fach zu begleiten. Aber gut oder nicht gut...

    Na ja, du hast aber keinerlei pädagogische oder didaktische Ausbildung, sondern hast eine rein fachliche Ausbildung, von der zumindest die kaufmännischen Inhalte (kann man das gendern? ;-)) für den Lehrerjob nicht förderlich sein werden. Da ist es ja nicht selbstverständlich, dass dir überhaupt ein Einstieg ermöglicht wird, der von Beginn an voll bezahlt wird.

    Ich schreibe das als jemand, der nach einem Magister-Abschluss und einem Lehramtsstudium mit Bachelor-Abschluss, auch nur (nach absolvierter PE) E10 bekommt.

    Wende dich doch bei dir an das Schulamt und/oder an den Schulträger (der Kreis? die Stadt) und/oder an die Bezirksregierung und frage dort, wo Stellen für Schulsozialarbeiter ausgeschrieben werden und was die Voraussetzungen für eine Bewerbung sind.

    Weißt du denn, wer die Ansprechpartner sind? An wen hast du dich gewandt?

    Ansprechpartner wofür denn? Wo willst du denn arbeiten? Bei mir lief das eher ungewöhnlich, ich habe ehrenamtlich angefangen und dann wurde eine Stelle geschaffen, die über eine Stiftung finanziert wurde.

    Was mir noch eingefallen ist, die Leitung einer OGS an einer Grundschule könnte längerfristig ein möglicher Arbeitsplatz für dich sein. Etwas Berufserfahrung wäre da natürlich nicht schlecht, direkt aus dem Studium heraus kommt man selten in eine Stelle mit Führungsaufgaben.

    Ich habe drei Jahre lang im sozialen Bereich gearbeitet, ohne Soziale Arbeit studiert zu haben. Meine direkte Kollegin hatte auch etwas ganz anderes studiert. Wir waren angebunden an ein größeres Team der Caritas. Die Mitarbeiter*innen dort hatten Soziale Arbeit, Psychologie, Pädagogik etc. studiert. Kurz: Wenn Bedarf besteht, dann wirst du mit deinem Studium bei einem Träger wie Caritas oder Diakonie die Einstellungsvoraussetzung erfüllen. Ich weiß allerdings nicht, wie es ist, wenn du als Schulsozialarbeiterin arbeiten möchtest.

    Außerhalb der Schule sollte dir aber klar sein, dass es häufig nur Jahresverträge und projektgebundene Verträge gibt und dass die Bezahlung sich im Bereich von E9 bis E11 bewegt (Letzteres müsste aber auch in der Schule der Fall sein).

    Das ist alles so individuell … die wahrgenommene Belastung variiert zum Beispiel von Lehrer*in zu Lehrer*in selbst dann, wenn da objektiv gar keine Unterschiede sind. Die Klassengröße variiert in Deutschland ungefähr von 16 bis 32 Kinder, manche sind in ihrer Klasse eigentlich immer alleine, andere arbeiten in ihrer Ganztagsklasse im Team mit zwei Erzieher*innen, die meisten Kinder sprechen Deutsch, aber nicht alle …

    Was man ganz allgemein sagen kann: Grundschullehrerin ist kein Job für jahrelange Teilzeitarbeit. Einschränkung: Wenn du Kunst, Musik, Englisch, Sport oder Religion unterrichtest, dann wird eine Schule dich gerne mit 8, 10 oder 12 Stunden als Fachlehrerin einsetzen. Wenn du aber 14 oder 16 Wochenstunden unterrichten möchtest, dann wirst du in aller Regel als Klassenlehrerin eingesetzt. Das bedeutet entweder 70% Arbeit bei 50% Gehalt oder du nimmst es ganz genau und deine Klasse macht eben keine Ausflüge (nur als Beispiel) … Das stelle ich mir wiederum sehr unbefriedigend vor und für Kinder, Eltern und Kolleg*innen macht es das auch nicht einfach.

    Dem Link von Bolzbold würde ich unbedingt mal folgen!

    Ansonsten kann ich dir, weil du vor allem nach Grundschule fragst, für meine Schule folgendes sagen: Fünf Kolleginnen und ich arbeiten Vollzeit. Wir sind morgens zwischen 6.45 und 7.30 Uhr an der Schule, nachmittags fahren wir in aller Regel zwischen 14.30 und 15.30 Uhr nach Hause. Freitags ist es auch mal früher, dafür sitzt man seltener auch schonmal bis 17 Uhr über irgendwas und ebenfalls selten sind abends Elternabende oder Schulkonferenz. Was abends oder am Wochenende zuhause dazukommt, ist individuell: Mit Erfahrung, vorhandenem Material aus früheren Durchgängen und in Klasse 2 kommt man mit drei, vier, fünf Stunden in der Woche aus. Als Einsteiger und in Klasse 1, 3 oder 4 - die mehr Arbeit bedeuten - sind es eher acht, zehn oder zwölf Stunden.

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