Beiträge von CluelessLabDog

    Was Erfolg ist, ist vermutlich von Schulart zu Schulart verschieden. Für mich am Gymnasium ist das schwierig zu messen. Wenn alle eine verdiente 1 kriegen, zählt das Erfolg unserer Schüler und Schülerinnen? Einerseits ja. Andererseits: Erfolgreich sind sie für mich dann, wenn, sie ihr zukünftiges Leben und das der Gesellschaft mündig gestalten können - das sollte das Ziel der Schule sein, und da ist die Fachnote oft relativ unwichtig.

    Mein Ziel ist jedenfalls nicht allein, und vielleicht nicht einmal hauptsächlich, mein Fachwissen möglichst effizient weiterzugeben, sondern auch: Haltungen.

    Und zu meiner Haltung gehört ein gewisser fachlicher Anspruch. So simpel sind die fachlichen Ansprüche in meinen Fächern auch gar nicht - wenn ich mich auf das Minimum beschränke, wohl schon; nicht aber, wenn ich verschiedene Grammatikmodelle präsentieren will (um zu zeigen, dass es nicht *die* Grammatik einer Sprache gibt, ein sinnvolles Lernziel) oder das Halteproblem der Informatik veranschaulichen will. Richtig hoch ist auch da der wissenschaftliche Anspruch nicht, zugegeben, aber höher, als er mir mitunter im Kollegium begegnet.

    Ich möchte jetzt keine theoretische Debatte um die Aufgaben der Schule anfangen. Vor allem da ich nicht in der Position bin etwas zu entscheiden. Wir alle wissen dass die Schule mehrere Aufgaben hat und wir als Lehrer relativ frei sind, solange wir uns an den Anweisungen der KM entlanghangeln. Den Rest kann ich leider nicht beurteilen, da mir für Sprachen und Informatik absolut die Kompetenz fehlt.

    Also ich finde nicht, dass ich da etwas "hineinlese", was nicht drin steht; ich denke eher, du "liest etwas heraus", was nicht der Kern des Artikels ist. In dem steht nämlich, dass rund 40% zu wenig Lehrer ausgebildet werden im Allgemeinen (Einzelheiten siehe Artikel). Das bedeutet nicht, dass es nicht im Besonderen in einzelnen Fächern nicht auch einen Bewerbermangel geben kann (ist mir z.B. für Musik und Kunst bekannt). Diese Lücken ließen sich jedoch durch fachfremden Unterricht decken (an Grundschulen gang und gäbe), auch wenn das nicht ideal ist, wenn es denn genug Lehrer gäbe. Gibt es aber nicht, da ja 40% zu wenig ausgebildet werden.

    Insofern sehe ich die Aussage des Artikels (es ist ja nicht meine), dass der Lehrermangel durch zu wenig Ausbildung entstanden ist, nicht widerlegt, nur weil es in einigen Fächern zusätzlich auch an Bewerbern mangelt. Das kommt dann noch dazu sozusagen und ist nicht "der eigentliche und wirkliche Grund". ;)

    Tja nur leider generalisierst du damit die Aussage des Textes bzw. ignorierst fachliche Schwächen des Artikel. Zur Klärung: Hast du eine eigene Position oder zitierst du nur den Artikel?

    Das mit dem fachfremden Unterricht ignoriere ich jetzt mal weil es eine neue Position ist die durch nichts belegt ist und deren Nutzen umstritten ist.

    Die Studie, so wie sie wiedergegeben wird, hat alle Fächer über einen Haufen geworfen und ist damit nicht geeignet eine valide Aussage zu treffen. Ich erkläre es einfach. Sagen wir pro Jahr wollen 100 junge Leute Physik auf Lehramt studieren. Aktuell gibt es 150 Plätze da es nirgends einen NC darauf gibt. Jetzt kommt die Studie und behauptet es wird nicht genug ausgebildet und deshalb erhöht man die Anzahl der Studienplätze auf 300. Jetzt meine Frage an dich. Was genau bringt die Erhöhung der Anzahl der Studienplätze und wo liegt der Wert der Studie.

    Um auf die Aussage des Textes zurückzukommen. Der Text hätte für eine sinnvolle Aussage getaugt, wenn die Studie sich angesehen hätte wie groß die Reserve in den einzelnen Fächern ist und warum es in manchen Fächern keine Reserve gibt. Das wäre dann aber Arbeit gewesen. Richtig viel Arbeit.

    Grins, ne aktuell forsche ich nicht, allerhöchstens Feldforschung was das Benehmen von Lehrerkollegen und den Umgang miteinander umgeht ;)
    Tatsächlich habe ich den Nick recht spontan gewählt und nicht mit dem Anspruch, als Wissenschaftler gehandelt zu werden, Asche auf mein Haupt, ich war mir der Tragweite dieser Entscheidung nicht bewusst ;)

    Meine Antwort war doch gar nicht an dich gerichtet. Mir ist es relativ egal wie du dich nennst :D Meine Antwort war eher an @Firelilly gerichtet. Du magst es vielleicht kaum glauben aber ich bin auch kein ahnungsloser Hund im Labor (Falls dir das Meme etwas sagt)

    Kleiner Tipp: zu fast niemandem in diesem passt der Name Scientist. Wir sind Lehrer. Manche waren mal Wissenschaftler. Und ganz ganz wenige forschen aktuell noch. Also wenn du nicht aktuell forscht dann bist auch du kein Wissenschaftler. Vllt bist du ein ehemaliger Wissenschaftler oder ein möchtegern Wissenschaftler wer weiß.
    Ich weiß nicht genau wo diese Einstellung von manchen Lehrern herkommt den fachlichen Anspruch so überhöhen zu müssen. Lehrer sein ist nunmal ein extrem simpler Job was die theoretischen Anforderungen angeht. Das ist überhaupt nicht schlimm. Unser Ziel ist auch nicht, dass wir möglichst viel wissen, sondern dass wir das Wissen möglichst effizient an unsere SuS weitergeben. Der Erfolg unserer SuS ist unser Erfolg! Wir müssen kein Spezialwissen haben, sondern können in der Zeit, in der wir dieses erwerben würden, besser für den Erfolg unserer SuS arbeiten!
    Und aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass kein reiner Fachstudent auf das geringere Fachwissen der Lehrer herabblickt. Ihr habt nunmal 3 Fächer zu studieren und wir haben eines.

    Es ist so viel gemutmaßt und behauptet worden, warum es zu wenig Lehrer gibt und wie oft ist auch hier behauptet worden, weil die Gehälter nicht attraktiv seien. Oder weil nicht verbeamtet wird. Aber es ist ganz einfach: Es werden zu wenig ausgebildet. Eine Studie hat das nun bewiesen.

    Entschuldigung vllt Irre ich mich aber du ließt da Sachen in diese Studie hinein die sich laut dem Artikel gar nicht sagen lassen. Der Artikel spricht davon, dass zu wenige Plätze zum Studium bereitgestellt werden. Allerdings sagt er überhaupt nicht aus ob es für die MINT Fächer überhaupt Bewerber gibt. Klar Deutsch, Englisch etc findet man immer. Da ist die Konkurrenz durch die Wirtschaft gering. Aber das Physik Lehramt ist gar nicht Zugangsbeschränkt. Wenn da mehr Leute da wären, dann könnten sofort mehr studieren. Also fällt deine Aussage zur Begrüdnung meiner Ansicht nach flach.

    Dann schau dir definitiv NRW an. Das Seiteneinsteigerprogramm ist extrem gut und wenn du genommen wirst, dann verdienst du von Anfang an voll. Nach 2 Jahren hast du dein Staatsexamen und kannst dich neu orientieren (wenn du das denn möchtest). Es gibt kein anderes Bundesland in dem das so gut geht.
    Ansonsten kann ich das Bundesland auch dauerhaft sehr gut empfehlen was die Lebensbedingungen angeht. Stellen gibt es teilweise im Sek 2 Bereich und bestimmt häufiger im Sek 1 Bereich. Damit kenne ich mich allerdings nicht aus.

    Ich kann dir zwar nicht helfen aber ich kann dir Mut zusprechen. Du bist definitiv nicht ungeeignet, sondern leidest gerade unter einem ausbeuterischen System. Das Problem ist, dass das System sich nicht um dich schert. Wenn du abbrichst schadest du nur dir selber und dein Direktor verheizt schulterzuckend den Nächsten. Organisiere dir bitte Hilfe! Und brich wegen der Situation bitte nicht ab. Du bist nicht das Problem.

    Ich bin Absolvent der Chemie und habe bereits nach meinem Master mit dem Gedanken gespielt in die Schule zu gehen. Habe dann aber trotzdem 3 Jahre lang ausprobiert als Forscher zu arbeiten. Einmal in der Industrie und einmal an der Uni. Fand ich beides Mist und ich bin sehr froh jetzt Lehrer zu werden, aber ich würde es immer wieder zumindest ausprobieren

    Was mich mal interessieren würde ist wie die allgemeine Meinung zustande kommt, dass es bei dem Gehalt oder der Besoldung darum geht was man "verdient".
    Der Staat bezahlt ja mit Steuergeldern und hat die Aufgabe so wenig wie möglich auszugeben und gleichzeitig alle nötigen Funktionen sicher zu stellen. Wo zum Beispiel leitet sich eigentlich ab dass alle Lehrer gleich viel verdienen müssen? Oder wo steht dass Grundschullehrer A13 bekommen sollten. Man sollte so viel zahlen wie nötig ist damit alle Stellen besetzt werden können. Kann sich ja jeder selber überlegen ob er dann mehr oder weniger bekommen würde.

    Ich bin "drin" und weiß auch nicht, was mir anerkannt wird. Niemand hier weiß das vorher. Das ist eigentlich vollkommen unmöglich. Dass man es - wie in meinem Fall und viele andere auch - trotzdem macht, dafür hat wohl jeder seine eigenen Gründe.

    Gratuliere zur Sek II :) Welche Fächer?


    Das tut mir sehr leid!

    Ich unterrichte Chemie und Physik. Ich mag den Beruf und dass ich nach 2 Jahren das 2te Staatsexamen habe. Wenn es soweit ist, rekapituliere ich mal ob ich heimisch geworden bin und wenn ja dann bleibe ich da und wenn nein dann versuche ich nach BW, BY, oder Hessen zurück zu gehen. Halt so alles was 2 bis 3 Stunden von der Familie entfernt ist
    Was unterrichtest du?

    Bringst Du gar kein anrechenbares Fach mit, musst Du 10 Jahre unterrichten, um die Lehrbefähigung zu bekommen.

    Bringst Du nur 1 Fach mit, immerhin noch 7 Jahre.

    Bringst Du 2 Fächer mit, reichen 3 Jahre.

    Anmerkung: WELCHE FÄCHER für was anrechenbar sind, weiß keiner so genau. Dazu gibt es nix offizielles :sterne:

    Das erinnert mich an meine wirklich gruselige Bewerbung in MV. Ich hatte damals 2 Zusagen und musste beide absagen weil mir niemand sagen konnte was mir eigentlich anerkannt wird... zum kotzen
    Gott sei dank durfte ich nach NRW und sogar auf Sek2
    Ich komme allerdings auch aus einem südlichen Bundesland und musste alles zurücklassen
    Das war schmerzhaft

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