In der Wirtschaft werden die Stellen dann oft unbesetzt gelassen. Dort werden extrem selten völlig fachfremde Menschen eingestellt und ausgebildet, zumindest bei den Stellen, wo ein akademischer Abschluss vorausgesetzt wird.
Wie kommst du denn darauf? So spezifische Ausbildungen wie die Lehrerausbildung haben doch in der Wirtschaft meist gar kein Äquivalent. Niemand macht in einer Firma sein Leben lang denselben Job und niemand weiß, welche Anforderungen sein Job in ein paar Jahren stellen wird. Jeder ist hochspezialisiert und muss sein Wissen ständig auf dem laufenden halten. Erworbenes Branchenwissen macht sich bezahlt und man kann es nur durch Praxis erwerben.
Ich war im Bankenbereich bei Einstellungsgesprächen dabei und habe in der Energiewirtschaft selber Leute eingestellt.
Dass Stellen, die da sind und wo Arbeit gemacht werden muss, nicht besetzt werden, habe ich nie erlebt. Wenn man nicht bekommt, was man sich vorstellt, schraubt man seine Ansprüche herunter und zahlt zähneknirschend etwas mehr. Im IT-Bereich und im Bereich Unternehmensberatung habe ich Gehälter für dieselbe Arbeit in wenigen Jahren mindestens 50% steigen und dann auch wieder fallen sehen. Billig eingestellte Mitarbeiter waren noch da, wenn neu eingestellte Mitarbeiter viel mehr bekamen.
Vorgegebene Ausbildungen für einen speziellen Beruf gibt es in der Wirtschaft wenig und in der Regel nicht für Akademiker, denen man zutraut, vieles zu lernen. Neben dem Lehrerberuf fällt mir da eigentlich nur der Arzt und der Rechtsanwalt ein, die ebenfalls den Beruf nur nach einer sehr speziellen, staatlich vorgegebenen Ausbildung ausüben dürfen - aber das ist ja keine Wirtschaft...
Bei Mitarbeitern und Führungskräften von mittelständischen und Großunternehmen findet man bei jeder Aufgabe immer alle möglichen Studienabschlüsse und Lebensläufe.