Der Vergleich der allgemeinen Hochschulreife mit diesem kompetitiven indischen Aufnahmeverfahren für Plätze an Spitzenuniversitäten ist völlig fehl am Platz.
Legitim wäre möglicherweise ein Vergleich dieser indische Prüfung mit dem Concours zur Aufnahme auf die französischen ecoles normales (Eliteuniversitäten), bei dem die verfügbaren Plätze an die Bestabschneidenden vergeben werden, wobei sich die Anwärter dafür ein Jahr in den classes preparatoire vorbereiten.
Die Anforderungen im Fach Mathematik für die allgemeine Hochschulreife hingegen müssen so sein, dass auch der künftige Spitzenjurist sie bewältigt. Und ich kenne Juristen, die sehr intelligent und sehr erfolgreich sind, aber deren Sache das nicht war.
Im Übrigen waren die indischen Aufgaben an hingedrechselter Künstlichkeit nicht zu überbieten. Man kann sie in der Zeit nur lösen, wenn man sich auf genau solche Aufgabenstellungen intensiv vorbereitet hat. Ob sie als Concours-Aufgabe sinnvoll sind, kann man somit auch geteilter Meinung sein. Wenn man motiviert ist, könnte man sich die französischen Aufgaben zum Vergleich ansehen.