Beiträge von Ichbindannmalweg

    A12 Stufe 4 sind in NRW mit zwei Kindern in Steuerklasse III rund 4.200 Euro netto (minus KV), ohne Kinder rund 3.700 Euro netto (minus KV). Das ist sicher weit von reich entfernt, aber auch kein Grund über Armut zu jammern und auf Bürgergeldempfänger neidisch zu sein.

    Dann rechnen wir doch mal beispielhaft, bitte bedenken dass es massive Unterschiede gibt, je nach Situation. Ich habe versucht eher mit durchschnittlichen Kosten zu rechnen, weiß aber dass jeder Posten diskutiert werden kann.

    4200+500 Euro Kindergeld

    Minus 2x 350 Und 2x 50 Euro Krankenversicherung (alle müssen privat versichert werden, es kann auch noch teurer sein)

    Bleiben 4000 Euro.

    Minus Leistungen im Bürgergeldbezug:

    Wohnen und Strom 1000 Euro

    Kindergartenbeitrag: 500 Euro

    Sonstige Vergünstigungen Schule/ Kita: 50

    Weitere Vergünstigungen: 50 (Tafel, GEZ etc.)

    Minus berufsbedingte Ausgaben:

    Gute Kleidung: 100

    Auto: 500

    Arbeitsmittel: 100 (Arbeitszimmer, Bücher, Rotstift etc.)

    Rückzahlung Bafög: 100 Euro

    Macht netto: 1600 Euro zur freien Verfügung.

    Was bekommt die vierköpfige Bürgergeldfamilie? Oder: wie groß ist da noch der Abstand?

    Völlig klar: 2x A14 ohne Kinder steht auf einem anderen Blatt.

    Alter, ich raste aus, wenn jemand irgendwas von Steuerklasse 3 erzählt. Du hast da nicht weniger Geld, eure verheiratete Steuerlast bleibt gleich.

    Wirklich miteinander vergleichen kann man eigentlich nur Steuerklasse 1 netto Gehälter und selbst die nicht wirklich, wegen unterschieden bei der Krankenkasse.

    Deine Argumentation wäre nur stimmig, wenn ich Steuerklasse 5 gerechnet hätte. Bei 3 bekommt der Erwerbstätige den Freibetrag des Partners. Bewusst so gewählt, um den Alleinvetfiener mit einer Familie im Bürgergeldbezug zu vergleichen.

    Hm.

    Wenn ich mir die Zahlen auf der letzten Seite anschaue, dürfte das weder beim Lehrer noch bei der Sekretärin der Fall sein.

    Würde mich freuen, wenn es so wäre. Mal den Rechner für E6 Stufe 3, Steuerklasse 3 angeschmissen: Gut 2200 netto. Hier auf den Land würde man mindestens 800 Euro warm für eine Wohnung ansetzen müssen, in der Stadt wird das nicht reichen. Plus Strom. Sagen wir mal 1000 Euro die vom Amt übernommen würden. Bleiben noch 1200 und 500 Euro Kindergeld. Also 1700 zur freien Verfügung. Davon müssen Kindergartenbeiträge und einiges mehr bezahlt werden, was bei Bürgergeld übernommen würde. Siehe oben. Und auch Fahrtkosten zur Arbeit, was oft auch ein Auto bedeutet. Das alleine schlägt bei beruflicher Notwendigkeit locker mit 500 Euro im Monat zu Buche (egal wie alt! Neue können sogar Geld sparen, aber das rechne ich jetzt nicht vor). Da muss genau so hart gerechnet werden wie bei Bezug von Bürgergeld. Eventuell ist man sogar berechtigt Wohngeld oder so zu beziehen. Sollte man zumindest prüfen…

    Laut Duden ist eine Neiddebatte eine Debatte über „die als unangemessen, ungerecht empfundene Verteilung von Einkommen, Vermögen und Besitz [innerhalb einer Gesellschaft].

    Ich gebe es zu, ich finde es ungerecht, wenn die arbeitende Familie weniger Geld zur Verfügung hat als eine, die vom Bürgergeld lebt. Egal, ob Lehrer oder Sekretärin. Eine Debatte darüber sollte nicht negativ konnotiert sein.

    Es kommt zum Bürgergeld ja noch mehr dazu als Miete und co: kostenlose Nachhilfe, Zuschüsse zu Klassenfahrten, Berechtigung zur Tafel zu gehen usw. Und man spart auch jede Menge Geld, wenn man nicht vernünftig angezogen zur Arbeit kommen muss. Und der Lehrer in E13 gibt noch Geld für Arbeitsmaterial aus. Dem Lehrer / der Lehrerin in E13 wird man sicherlich fragen, warum der Partner/ die Partnerin nicht arbeitet, zwei Gehälter müssen es heute schon sein, wenn man nicht äußerst sparsam leben möchte. Der Unterschied zum Bürgergeld ist mit einem guten Gehalt eben nicht mehr hoch. Das ist halt ein überkommenes Familienmodell.

    Dennoch: wir werden sicherlich alle deutliche Abstriche machen und den Reallohnverlust hinnehmen müssen. Erste Corona, dann Krieg und dann noch Klimaschutz. Irgendwie muss das ja bezahlt werden.

    Ich persönlich frage mich halt öfter, ob ich etwas wirklich brauche oder ob es nur nice to have ist. Für letzteres ist halt merklich weniger Geld da. Und die Erhöhung in den nächsten zwei Jahren mildert das nur ein wenig ab. Jetzt heißt es das zur Verfügung stehende Geld klug zu verwalten …

    Wieso werden jetzt Gehälter von vor 15 Jahren rausgeholt und als Argumentation verpackt?

    Naja, wenn einer sich mit seinem Gehalt so zufrieden ist und nicht mehr möchte und das Thema Tarifverhandlungen deshalb nervig findet, dann soll er doch bei seinem Einstiegsgehalt bleiben. Dass man immer als raffgieriger Depp stehen gelassen wird, wenn man über die Verhandlungen redet, dass nervt! Ich wünsche mir dann immer, dass mir Gewerkschaftsmitglieder die Erhöhungen bekommen. Dürfte den Einfluss der Gewerkschaften enorm erhöhen.

    Ich finde das Lehrergehalt auch nicht schlecht, aber wenn man sich da jeder um nichts kümmerte, dann wäre das schnell anders.

    Dass die Besoldung bei in der Wirtschaft attraktiven Fächern nicht mithalten kann, zeigt der Mangel an Lehrkräften. Ein Kunstlehrer ist vermutlich eher froh über seinen Verdienst als Lehrer (und trotzdem sind die auch Mangelware).

    Ich bin dafür, dass diese Kollegen einmal das Gehalt von vor 15 Jahren überwiesen bekommen. Mit dem Hinweis, dass sie Tarifverhandlung ja nicht wichtig finden und gut verdienten. Das würde dann mit Sicherheit doch lange Gesichter geben. Und ja, leider sind es Frauen, die so denken. Vor allem, wenn ihr Mann „nur“ Handwerker ist. Die gut 1000 Euro BAT der Samstage wird da oft auch unterschlagen :cash:

    Was? So ein Unsinn. Man bekommt Elterngeld unabhängig ob man eine Beschäftigung hat oder nicht.

    Steht da ja auch nicht. Elterngeld und Elternzeit sind zwei voneinander unabhängige Dinge… und werden ständig in einen Topf geworfen, selbst von Leuten die sich auskennen sollten. Wie Susannea sind richtig sagte.

    Aus eigener Erfahrung kann ich nur davor warnen, Corona in der Schwangerschaft auf die leichte Schulter zu nehmen. Bei mir haben sich mit Corona in der 30. Woche die Leberwerte extrem verschlechtert, zum Glück gingen sie wieder zurück. Das kann nämlich im Ernstfall bedeuten, dass die Schwangerschaft beendet werden muss. Es scheint aber wenig allgemeines Interesse an Zusammenhängen zu bestehen, man findet wenig Informationen, nur vereinzelte Erfahrungen. Wären bei mir die Werte entgleist, wäre die Diagnose auch nicht Corona gewesen, sondern Schwangerschaftsvergiftung o.ä.

    Generell interessiert sich hier kein Mensch mehr für Corona, ich würde nicht davon ausgehen dass jemand testet, meldet und zuhause bleibt bei Symptomen…

    Je nach Schulform/ Schülerschaft kann es auch sein, dass durch den Kontakt mit Schülern eine Gefahr für den Heilungsprozess besteht. Zum Beispiel wenn man damit rechnen muss, dass man umgerannt wird oder sonstige plötzliche Kontakte hat, die zu einem unbedachten Schritt veranlassen könnten. Das wird ein Arzt sicher bedenken bei der Krankschreibung.

    CDL Ich habe es halt nicht so mit dem Gendern und so, sorry.

    Richtig, dass sich die Kolleginnen und Kollegen (!) besser um das Teilzeitkonzept kümmern müssen. Eigene Erfahrung: da es sonst keine Zustimmung des gesamten Kollegiums findet, steht da nichts Revolutionäres drin. Die Mehrheit hat Angst, selbst noch mehr arbeiten zu müssen. Das gleiche gilt für Entlastungen für zum Beispiel Korrekturen im Rahmen eines Arbeitszeitmodells.

    Ein Problem kann auch die Servicementalität der Schule sein. Wenn alle Termine/ Veranstaltungen mit Eltern erst nach 18:00 angesetzt werden dürfen, damit alle berufstätigen Eltern teilnehmen können, kommt man da auch als Teilzeitkraft nicht drum herum (wobei da auch keiner an Schichtarbeit gedacht hat).

    Ich meine tatsächlich, dass man eine Betreuungszeit von 60 Stunden bereithalten muss, diese natürlich nicht immer nutzen muss. Aber die Arbeitszeit erstreckt sich bei uns von 7:15 (Frühaufsicht) bis 21:00(Elternsprechtag, Konferenzen, Infoveranstaltungen. Für jede Tageszeit muss man also eine Betreuung organisiert haben, selbst wenn man Teilzeit macht. Wir selbst haben ein besonderes Kind, da können wir nicht einfach einen Babysitter engagieren… Das schließt Arbeit für zwei Lehrer völlig aus.

    Auch wenn ich die Arbeitsbedingungen für Lehrer, ganz besonders in Teilzeit und mit Familie, absolut unmöglich finde, muss nicht alles an der Schulleitung liegen. Ich hoffe, dass die Mehrheit der Schulleitungen alles ermöglicht, was in dieser Hinsicht geht, aber manchmal muss man auch die Perspektiven anderer Kollegen sehen. Wenn es sehr viele Lehrer mit durchaus berechtigten Sonderwünschen gibt, dann kann nicht alles auf den verbleibenden anderen Kräften hängen bleiben. Auch der Single und der ältere Kollege, dessen Kinder schon aus dem Haus sind, haben ein berechtigtes Interesse nicht immer in den Randstunden eingesetzt zu werden.

    Leider ist der Lehrerberuf durch den immer länger werdenden Arbeitstag für Familien unattraktiv geworden. Gerade Frauen, die mit Familie in Teilzeit arbeiten wollen, müssen Betreuung für locker 60 h bereit halten. Da braucht man sich doch über Lehrermangel nicht wundern. Kinderbetreuung während Konferenzen und Elternsprechtagen könnte ja durchaus auch mal der Arbeitgeber zur Verfügung stellen… dann würden vielleicht auch manche Lehrer ihre Teilzeit aufstocken. Aber so bleibt einem ja nichts anderes übrig, als so wenig wie finanziell leistbar zu arbeiten.

    Klettern geht auch mit Rollstuhl:

    https://www.spi-grenzenlos.de/freizeit

    AFAIK kann man sich dort auch als Fußgängerin einen Rollstuhl geben lassen, um mal eine Erfahrung zu machen.

    Sehr guter Tip, danke 👍🏻 Für meine Rollifahrer wäre aber selbst das nicht möglich gewesen (mehrfach behindert, nahezu bewegungsunfähig).

    Ich habe übrigens auch die Erfahrung gemacht, dass es die Klassenkameraden selbstverständlich finden, ein Ziel auszusuchen das für alle geeignet ist. Da gab es auch Kompromisse auf beiden Seiten und immer ein gutes Gespräch: was ist möglich?

    Zum Thema Programm: Ich habe schon Rollifahrer (mit Eltern) mit auf Klassenfahrt gehabt, die nie den Anspruch erhoben haben, wirklich ALLE Aktivitäten mitmachen zu können. Wenn ein Stück gewandert wurde, haben die Eltern das Kind zum Ziel gebracht (Wanderung gehört zum Schulprogramm) und dann am übrigen Programm teilgenommen. Ohne die sehr engagierten Eltern wäre eine Teilnahme generell unmöglich gewesen.

    Bei Wandertagen war das einfacher, die gingen natürlich nicht in den Kletterpark, sondern zur Bowlingbahn. Bei drei Tagen kann man aber doch nicht 30 Kinder in ihrer Bewegung begrenzen, weil eines nicht so weit laufen kann. Das dürfte auch für sehr unruhige Nächte sorgen.

    Man darf auch nicht vergessen, dass ein wesentlicher Punkt für Wandern als Aktivität ist, dass es nichts kostet. Drei Tage den Radius auf 1000m einzuschränken dürfte teurer oder langweilig sein. Vermutlich ist das Kind auch von anderen Aktivitäten schneller erschöpft und braucht sogar Ruhephasen ohne gemeinsames Programm.

    Eventuell hat das Kind ja einen Rehabuggy oder könnte im Bollerwagen mit?

    Wir können bidirektional unsere Autos laden und beheizen mit PV Überschuss im Sommer unseren Pool. Einbindung ins Hausnetz lohnt sich nicht, da müsste wieder in Umbauten investiert werden.

    Die Lösung für den Winter schafft kein Speicher, von November bis Februar haben wir selbst bei 50Kw auf dem Dach oft nicht genug um die Autos zu laden. Die beste Ergänzung wären Miniwindanlagen. Aber so richtig marktreif sind die aktuell noch nicht.

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