Niemand erhält gerne schlechtes Feedback. Es ist verständlich, dass man dadurch ein ungutes Gefühl bekommt.
Vllt. hilft es, die typische "Studisicht" einzunehmen:
Der durchschnittliche Student geht nicht hochmotiviert zu Vorlesungen und Seminaren. Das hängt von der jeweiligen Reife ab (jemand, der mit 30 oder 40 nochmal an die Uni geht, hat mehr Lebenserfahrung, weiß genau, was er erreichen will und ist deshalb meistens motivierter als ein 19-Jähriger) und sicherlich auch vom Studiengang (je selektiver die "Auslese" und je exklusiver der Studiengang, desto motivierter und fleißiger sind i.d.R. die Studenten).
Das Hauptziel des Studenten ist der Abschluss und das Bestehen von Prüfungen bzw. der Erhalt der Scheine. Wenn er dabei etwas lernt: super! Aber wie viel Aufwand ist er bereit, aufzubringen? Bei keinem Dozenten der Welt werden die meisten Studenten einer "normalen" deutschen Universität 100 Seiten die Woche für eine Veranstaltung lesen, wenn sie wissen, dass sie "auch so" durchkommen.
Wie viele sind im Seminar?
Bei dem Feedback würde ich die Studenten stärker einbinden und fordern, um zu vermeiden, dass sie einfach nur die Zeit absitzen und dir zuhören, bsw. durch das Halten von Präsentationen mit anschließendem Feedback.
Man könnte vllt. auch zusätzliche Arbeitsaufträge geben zu den Texten: Die Studenten erhalten konkrete Fragestellungen und müssen sich auf eine Diskussion vorbereiten (z. B. mit vorgegebener Rollenaufteilung). Die Diskussion könnte im Plenum oder in Gruppen erfolgen. Wer dann vollkommen unvorbereitet ist, fliegt sofort auf... und kann dann eigentlich auch gehen. Die sind ja alle freiwillig da.