Beiträge von Gymshark

    Gymshark

    Ernsthaft?! Dem Gedankengang kann ich leider nicht folgen.

    Ganz einfach: Auch ein Pflegebedürftiger hat einen Anspruch darauf, dass er nicht nur medizinisch versorgt wird. Es geht auch um Alltagsbetreuung, und da reicht es nicht, einfach irgendeinen Pfleger von irgendwo auf der Welt aufzusammeln und zu sagen "Mach mal!". Das wäre nicht nur dem jeweiligen Pfleger, sondern auch dem Pflegebedürftigen unfair gegenüber. Meine ich damit, dass Deutsche nur von deutschen Pflegekräften gepflegt werden dürfen? Natürlich nicht. Rashid Hamit macht zum Beispiel einen richtig tollen Job - ich kann seine Videos mit Oma Lotti wärmstens empfehlen.

    Neben einer großen Portion Empathie und den Sprachkenntnissen, mit seinen Patienten adressatengerecht kommunizieren zu können, merkt man in Herrn Hamits Videos, dass auch ein gemeinsamer Wertekanon vorhanden ist. Dieser Wertekanon basiert auf soziokulturellen Erfahrungen und diese orientieren sich an nationalen oder sogar regionalen Begebenheiten.

    Davon abgesehen, finde ich die Erwartungshaltung, Menschen, die klimabedingt migrieren, haben unsere heutigen Verfehlungen in Zukunft gerade zu rücken, mehr als schwierig. Darum haben wir uns bitte schön selbst zu kümmern und das geht schlichtweg nur, wenn es genug junge Leute gibt und von diesen jungen Leuten genug sich auch für den Pflegeberuf entscheiden.

    Wir werden allein schon klimawandelbedingt zukünftig große Migrationsbewegungen sehen. Ich mache mir jedenfalls null Sorgen drum, in einigen Jahrzehnten irgendwo auf diesem Planeten noch eine Pflegekraft zu finden.

    Hast du schon einmal darüber nachgedacht, dass es Pflegebedürftigen vielleicht nicht ganz unwichtig ist, von wem sie betreut werden? Das klingt gerade so nach dem Motto "Hauptsache die Person hat blaue Arbeitskleidung mit einem Namensschildchen an.". Neben der formalen Qualifikation und den tatsächlich vorhandenen Fertigkeiten (auch im Bereich der Soft Skills) sind auch Sprachkompetenzen sowie gemeinsame soziokulturelle Werte und Erfahrungen wichtig. Dass das natürlich auch Migranten mit der Zeit erwerben können, ist klar, aber deine Nachricht oben klang so ein bisschen nach "Irgendeine Pflegekraft kann schon irgendwie irgendeinen Pflegebedürftigen pflegen." - und das ist gelinde gesagt respektlos gegenüber den Pflegebedürftigen.

    Die Europäische Rechtsprechung sieht es jedenfalls anders und Ukrainer dürften wohl auch abgeschoben werden, wenn diese Schutz allein aufgrund des Wehrdienstes erbeten würden. Russen sind da deutlich besser geschützt, denn die wären mit einer hohen Wahrscheinlichkeit gezwungen, auch Kriegsverbrechen zu begehen. Da zieht die europäische Justiz eine Grenze.

    Abschiebung heißt ja nicht immer auch "Rückführung ins Herkunftsland". Es kann auch heißen "Rückführung ins erste Land, bei dem man in der EU registriert wurde" bzw. "Rückführung ins erste Land, das man betrat und einen Status analog zu einem sicheren Herkunftsland hat" (um auch Länder wie die Schweiz zu inkludieren". Sonst könnte ja wirklich jeder Bürger, egal woher er kommt auf der Welt, in Deutschland Asyl beantragen und auf deutsches Asylrecht pochen.

    Es entspricht keiner demokratischen Grundhaltung, diejenigen, die anderer Meinung sind als man selbst mundtot machen zu wollen.

    Hier muss ich fairerweise mal zustimmen. Ich kann deine Reaktion, Antimon, nachvollziehen, aber der Teil schoss deutlich über's Ziel hinaus.

    Der eine Punkt ist dennoch eine legitime Frage: Würden diejenigen, die europäischen Frieden wünschen und Verhandlungen zum derzeitigen Zeitpunkt ablehnen, auch im Zweifelsfall dies an der Waffe verteidigen?

    Die Frage wurde so nicht vollends beantwortet.

    Es können nicht alle türkischstämmigen Kinder in Deutschland auf alltags- oder gar bildungssprachlichem Niveau Deutsch.

    Auch interessant an der Stelle: Nach gängigen Definitionen sollte es inzwischen die ersten Nachfahren der damaligen Gastarbeitergeneration geben, die als Deutsche ohne Migrationshintergrund gelten, da der eigentliche Migrationsprozess innerfamiliär schon derart weit zurückliegt.

    Englisch begegnet mir in Form von Kunst/Unterhaltung und natürlich ist es eine Handelssprache für diejenigen, die im internationalen Kontext (Kunden, Lieferanten, Niederlassungen in anderen Ländern) arbeiten. Im Alltag bekomme ich außer von eingestreuten Anglizismen keine zusammenhängenden Gespräche auf Englisch mit - das ist zumindest in meinem Umfeld im Gegensatz zu anderen Sprachen unüblich.


    Warum sollen meine Kinder Türkisch lernen? Warum soll dies im deutschen Bildungswesen finanziert und durchgeführt werden?

    Je höher der Anteil an Menschen mit Türkischsprachkenntnissen in der Bevölkerung, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass du im Alltag dieser Sprache auch ausgesetzt bist. Im privaten Bereich begegne ich den an Schulen unterrichteten Fremdsprache vergleichsweise selten, dafür sprechen in meinem direkten Umfeld deutlich mehr Menschen im Alltag Türkisch, Bulgarisch oder Ukrainisch. Da ist es für deine Kinder sicher von Vorteil, wenn sie zumindest elementare Kenntnisse einer oder mehrerer Sprachen besitzen, um leichter mit Gleichaltrigen in Kontakt zu kommen.

    Denkt bitte auch daran, dass Sprachauswahl im mehrsprachigen Kontext sich auch nach verschiedenen Kategorien richtet:

    - Konvention (Welche Sprache ist in diesem Rahmen üblich?)

    - Können (Welche Sprache kann ich besser?)

    - Emotion (Zu welcher Sprache fühle ich mich emotional stärker verbunden?)

    Besonders der Teil der Emotion wird bereits in den ersten Lebensjahren ausgebildet und prägt dann meist den Sprachgebrauch des restlichen Lebens.

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    Wegen des zuvor genannten Punktes des Wiederaufbaus muss auch bedacht werden, Anreize zu schaffen, dass sich Menschen in diesem Zusammenhang auch tatsächlich engagieren wollen.

    B1-Niveau bei der Arbeit mit Kindern ist viel zu wenig. Es hat schon seinen Grund, warum für die Fremdsprachenlehre oft mindestens B2+, eher noch C1 benötigt wird. Und für Deutsch sollten die Anforderungen eher noch höher sein - gerade beim Umgang mit den Kleinsten, wo es weniger um Sprachreflexion, sondern insbesondere um Spracherwerb geht.

    Ich wäre sofort dafür, dass alle Kinder von Zugewanderten in vom Staat finanzierten Sprachkursen Deutsch lernen. Es besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass diese Kinder in Deutschland bleiben werden, weil eine Rückkehr ins Heimatland unmöglich ist oder weil die Eltern eben Arbeit finden und sich auch ökonomisch erfolgreich integrieren können.

    Wenn wir das Thema aus globaler Sicht statt der ewigen "Was nützen uns die Migranten."-Perspektive aus betrachten, sollten wir uns selbst nicht an Migranten bereichern, sondern uns zum Ziel setzen, dass es den Menschen in ihren Herkunftsländern gut geht. Da haben diese Menschen tatsächlich mehr davon, wenn sie mit den notwendigen Skills in ihre Länder zurückkehren, um sich schöne Häuser nach schweizer Bauart, um sich sinngemäß zu zitieren, zu bauen, statt dass sie, um dich auch hier wieder sinngemäß zu zitieren, hier alten Menschen den Arsch abwischen.

    Aha.

    https://www.20min.ch/story/berner-o…erden-103033838

    «Schlimm, wie Saisonarbeiter in der Schweiz ausgenutzt werden»

    Auf Tiktok spricht die Südafrikanerin Nila (27) über ihre Erfahrungen als Saisonarbeiterin in den Schweizer Alpen. Sie erzählt von extremen Arbeitszeiten und Kündigungen nach Stresswochen. Die Unia bestätigt: «Viele haben sehr prekäre Arbeitsbedingungen.»

    Das ist beim Saisongeschäft oft der Fall, unabhängig vom Hintergrund der Beschäftigten. Ich habe selbst mal in einer Saisonbranche gearbeitet. Man denke z B. auch an das Oktoberfest, was in der Form nur realisierbar ist, weil eine hohe Anzahl Beschäftiger für kurze Zeit mit hohem Stundenbedarf eingesetzt wird. Nennt sich kurzfristige Beschäftigung und wird steuerlich vergleichbar zu einem Minijob betrachtet.

    Was Geflüchtete betrifft, gibt es aber einige Beispiele von Menschen, die z.B. erfolgreich im Handwerk ausgebildet wurden und auch große Freude an der Arbeit haben, jetzt allerdings abgeschoben werden sollen, was auch die Betriebe nicht verstehe.

    Unterscheidung Flucht und Wirtschaftsmigration. Man kann in Lohn und Brot stehen und dennoch können die Gründe, die einst für Asyl sprachen, mit der Zeit entfallen. Die handwerklichen Fertigkeiten werden dem Betroffenen in jedem Fall, unabhängig seines späteren Wohnsitzes, von Nutzen sein.

    Beispiel: Der Schüler soll eine Strafarbeit machen, weil er sich mehrfach daneben benommen hat und ihm dies vorher als Konsequenz aufgezeigt wurde, aber bei der Durchführung scheitert es daran, dass Kollegen oder die Schulleitung (ggf. in Anwesenheit des Schülers) sagen, dass besagte Strafarbeit doch nicht zu verrichten sei (da unverhältnismäßig o.ä.).

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