Andererseits will ich bei den Schülern auch nicht wie eine Gouvernante wirken.
Meiner Einschätzung nach spielt für die heutigen Schüler Gerechtigkeit und Plausibilität bei (Klassen-)Regeln eine deutlich größere Rolle als noch vor 2 Jahrzehnten und noch früher. Damals wurde etwas noch eher hingenommen, da es sich nicht schickte, einer Autoritätsperson zu widersprechen, selbst wenn es subjektiv als unfair empfunden wurde. Heute hinterfragen Schüler viel und wenn eine Anweisung nicht als "plausibel" interpretiert wird, wird sie entweder gar nicht erst umgesetzt oder von heftigen Diskussionen begleitet. Du glaubst gar nicht, wie oft ich schon "Aber Schüler X machte auch nicht..." oder "Als Schüler X das-und-das machte, sagten Sie auch nichts." hören durfte
Man kann es nie allen Recht machen, aber die Wahrscheinlichkeit ist am größten, wenn bestimmte Regeln von Anfang an transparent kommuniziert werden und deren Einhaltung auch jedes Mal auf's Neue eingefordert wird. Selbst dann wird der Eine oder Andere mit den Augen rollen, weil es manchmal mit Abstrengung verbunden ist und man nicht immer so kann wie man es gerne würde, aber da müssen sie einfach durch - ohne Regeln geht nicht. Wenn die Schüler eines Tages in einer Autoritätsposition sind (Vorgesetzter, Elternteil, etc.), dürfen sie ihre eigenen Regeln definieren. Solange sie in deinem Unterricht sitzen, gelten deine Regeln - und zwar in jeder Unterrichtsstunde. Überraschungen gibt es auch keine, sie wurden alle in der ersten Woche besprochen und sind daher jedem bekannt.