Das ist weniger auf ethnische Faktoren und mehr auf die umgebende Gesellschaft zurückzuführen
Das halte ich für falsch. Man muss sich hier bewusst dafür entscheiden, mit dem Rest der Bevölkerung nichts zu tun haben zu wollen. Das Land ist klein, es gibt kein Berlin-Neukölln oder sowas.
Es ist erst mal völlig normal, dass es schwierig ist, sich zurecht zu finden, je weiter man kulturell entfernt ist. Integration ist nicht Assimilation, das sehe ich schon auch so. Nur gilt es einen grundsätzlichen Wertekanon unbedingt zu akzeptieren. Das ist nun definitiv so, dass das in machen Kombinationen schwerer fällt als in anderen. Das betrifft nun aber weder die von mir exemplarisch genannten Italiener noch die Kosovaren. Letztere sind zwar überwiegend Moslems, aber in diesem speziellen Fall ist der kulturelle Unterschied sehr viel kleiner als man vielleicht denkt. Und über Italiener brauchen wir in dem Kontext eh nicht diskutieren. Die Schnittmenge wäre da an sich sehr gross, es hat offensichtlich andere Gründe, dass es oft nicht klappt.
Eingewanderte Italiener haben eben leider oft auch über mehrere Generationen keine guten Bildungsbiographien. Wie ich bereits schrieb, ja, da ist man hier im Land mit der ersten Generation Gastarbeiter*innen sehr schlecht umgegangen. Ich habe Kollegen an der Schule, die als Kind noch hören mussten "du dummes Italiener-Plag". Die Eltern geben ihre Erfahrungen an ihre Kinder weiter, so ist es eben.
Bei alledem stehen diese Leute vor allem sich selbst im Weg. "Ärger" machen die hier alle keinen. Es ist komplex. Man kann nicht sagen, es hat nur die aufnehmende Bevölkerung Schuld, genauso wenig anders rum. Und ich denke schon, man kann von den Leuten erwarten, auch einfach mal in der Gegenwart anzukommen.