Beiträge von Antimon

    Daher werden wir wahrscheinlich der Facharbeit eine Präsentation und ein Kolloquium anschließen müssen.

    Das machen wir sowieso. Erste Stimmen werden aber schon laut, die die mündliche Präsentation höher gewichten wollen. Ich denke aber, da wird man zwischen experimentellen Arbeiten im MINT-Bereich, gestalterischen Arbeiten und reinen Literaturarbeiten differenzieren müssen. Ganz so einfach wird das alles nicht zu entscheiden sein. Aber ja, wer als Lehrperson meint, das ginge ihn alles nicht an, der liegt halt kreuzfalsch.

    Aber es bleibt ein Indizienbeweis, kein Nachweis.

    Jupp, das ist eben wirklich ein Punkt, der vermutlich auch juristisch geklärt werden muss wenn's um einen Plagiatsnachweis geht. Wir haben gerade jetzt in einem Jahrgang unserer FMS-Klassen selbständige Schülerarbeiten zur Korrektur bekommen denen in einigen Fällen wohl ganz klar anzusehen war, dass einzelne Textpassagen mit Hilfe von KI verfasst wurden. Ich weiss ehrlich gesagt nicht, wie die betroffenen KuK schlussendlich damit umgegangen sind. Ich habe das Thema mit meinen beiden Schülerinnen einfach während des Arbeitsprozesses schon besprochen und einer der beiden sogar vorgeschlagen, sie soll das Tool doch für sich nutzen, sie ist Legasthenikerin. Hat sie schlussendlich nicht gemacht. Aber für die Bewertung wäre es kein Problem gewesen, da die Sprache nur eines von 14 Bewertungskriterien ist und dass man inhaltlich nicht viel auf ChatGTP geben kann, sieht man ja an meinen Beispielen oben.

    Das ist tatsächlich eine Frage, die ich häufig im Anfangsunterricht in einer Prüfung stelle. Ich habe da durchaus schon beliebig falsche Antworten gelesen, einen solchen rant hat mir aber wahrhaftig noch niemand aufs Blatt geschrieben. Also ja, wäre eindeutig als von ChatGPT produziert erkennbar weil ein noch viel unglaublicheres Geschwafel als ich von meinen SuS erwarten würde. Und "es ist wichtig zu beachten ..." ja, ja ... ganz wichtig! :P

    Ich gebe mal ein simples Beispiel aus der Chemie, gerade eben angefragt:

    "Nimm Stellung zu dieser Aussage: "In 1 mol Kohlendioxid sind mehr Teilchen enthalten als in 1 mol Wasser."

    "Die Aussage ist korrekt. Ein Mol einer Substanz entspricht der Stoffmenge, die gleich der Avogadro-Konstante (ca. 6,022 x 10^23) Teilchen dieser Substanz enthält. Da Kohlendioxid (CO2) aus einem Kohlenstoffatom und zwei Sauerstoffatomen besteht, enthält ein Mol Kohlendioxid 1 Kohlenstoffatom und 2 Sauerstoffatome, insgesamt also 3 Teilchen. Im Vergleich dazu besteht Wasser (H2O) aus 2 Wasserstoffatomen und 1 Sauerstoffatom, also insgesamt aus 3 Teilchen. Daher enthält ein Mol Kohlendioxid mehr Teilchen als ein Mol Wasser."

    Ich muss das hoffentlich nicht weiter kommentieren. Er widerspricht sich sogar noch selbst weil er einfach die Klappe nicht halten kann. Er gibt mir übrigens gerade zum 4. mal hintereinander eine kreuzfalsche Antwort und sie wird immer falscher.

    Edit: Versuch Nr. 5 ...

    [blablabla alles falsch]

    "Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Anzahl der Teilchen in einem Mol jeder Substanz immer gleich ist und der Vergleich der Anzahl der Teilchen zwischen verschiedenen Stoffen nur aufgrund ihrer molaren Massen gemacht werden kann."

    Jupp, ganz wichtig zu beachten! :top:

    Wer Zeit und Lust hat:

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    Ich fand's recht unterhaltsam mit einem interessanten Fazit.

    An meiner Traumschule gibt's nur Klassen wie meinen aktuellen FMS BF Gesundheit Kurs. Mit denen könnte ich bis zur Pensionierung Tee trinken und "versehentlich" nebenbei Chemie lernen. Das ist meine Idealvorstellung von Unterricht: Die kommen auch nachmittags um 3 Uhr noch mit guter Laune bei mir an, dann tratschen wir 5 min und dann reden wir einfach miteinander über Chemie. Ich habe noch nie erlebt, dass da eins keine Lust hatte, was zu tun und nicht wenigstens probiert, die Aufgaben zu lösen. Sie haben alle was zu sagen, helfen sich gegenseitig, lernen aus Fehlern. Musste ich mal loswerden, ich habe überwiegend wirklich sehr tolle Schülerinnen und Schüler :rose:

    Das hat nichts mit digitaler Affinität zu tun, sondern mit Arroganz.

    Ja, die Arroganz derer die finden, muss man alles nicht wissen, muss man nicht können. Die dann immer erwarten, man müsse ihnen alles zum x.ten mal erklären, weil sie nicht Willens sind und sich selbst lieber noch ne Runde bemitleiden gehen. Die überhaupt nicht mitbekommen, wie unsäglich viel Arbeit sie anderen Leuten mit ihrer Einstellung verursachen. Ja, wie arrogant muss man eigentlich sein, wofür hält man sich eigentlich dass man meint, das ginge so.

    Soll sie explizit Realität abbilden und konkret auf das "Danach" vorbereiten?

    Wie Quittengelee bereits schrieb: Steht im Bildungsgesetz. Für mich relevant im Bildungsgesetz des Kantons Baselland:

    § 2
    Ziel

    1

    Die Bildung ist ein umfassender und lebenslanger Prozess, der die Menschen in ihren geistigen, körperlichen, seelischen, kulturellen und sozialen Fähigkeiten altersgemäss fördert und von ihnen Leistungsbereitschaft fordert. Das Bildungswesen weiss sich der christlichen, humanistischen und demokratischen Tradition verpflichtet.

    2

    Die angebotenen Bildungswege sind gleichwertig. Die Schulen, Lehrbetriebe und anderen Bildungsstätten vermitteln ihren Schülerinnen, Schülern oder Berufslernenden das für ihr Leben nötige Wissen und stärken ihr Selbstvertrauen. Sie achten dabei ihre geschlechtliche und kulturelle Identität und geben ihnen Werte weiter, die sie zu einem verantwortungsvollen Verhalten gegenüber den Menschen und der Umwelt befähigen. *

    3

    Schülerinnen, Schüler und Berufslernende tragen ihrem Alter entsprechend zum Erfolg ihrer Ausbildung bei. Sie respektieren die Regeln der Schule. *

    4

    Die Erziehungsberechtigten tragen die Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder. Sie fördern deren Leistungsbereitschaft und unterstützen die Arbeit der Schulen sowie der Lehrerinnen und Lehrer und anderen Ausbildenden.

    5

    Die Behörden fördern die interkommunale und interkantonale Zusammenarbeit im Bildungswesen und tragen zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung der in ihrer Obhut stehenden Schulen bei.

    6

    Die Schulen und ihre Behörden sowie die Dienststellen der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion beachten bei ihrer Tätigkeit die Grundsätze der geschlechterdifferenzierten Pädagogik.

    [...]

    § 37 *
    Ziel

    1

    Die Fachmittelschule vermittelt ihren Schülerinnen und Schülern eine vertiefte Allgemeinbildung und bereitet sie mit berufsfeldorientiertem Unterricht für Ausbildungen an Höheren Fachschulen und für Studien an Fachhochschulen vor. Sie fördert durch besonders geeignete Unterrichtsformen die Kreativität sowie die Sozial- und Methodenkompetenz ihrer Schülerinnen und Schüler.

    [...]

    § 40
    Ziel

    1

    Das Gymnasium führt die Schülerinnen und Schüler auf wissenschaftlicher Grundlage zur Hochschulreife. Es entwickelt ihre Fähigkeit zu selbständigem und vernetztem Denken und ihre Sozialkompetenz.

    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Ich bilde meine Schülerinnen und Schüler sehr konkret zur Fachhoschulreife und Allgemeinen Hochschulreife aus. Das ist mein Arbeitsauftrag, für den der Kanton Baselland mich bezahlt, und zwar nicht zu knapp. Ich erzähle denen nichts übers Chemische Gleichgewicht, damit sie zum Spass mal drüber gehört haben und weil's grade so lauschig ist an der Schule sondern für den ganz konkreten Fall, dass jemand eine Naturwissenschaft studieren möchte. Die Uni bzw. Fachhochschule darf dann wiederum erwarten, dass die Schülerinnen und Schüler mit entsprechenden Vorkenntnissen ins Studium einsteigen. Die Uni bzw. Fachhochschule erwartet übrigens auch ganz konkret, dass unsere Schülerinnen und Schüler mit anwendungsorientierten Digitalkompetenzen ins Studium einsteigen. Digitale Messwerterfassung und Datenauswertung sowie die Erschliessung elektronischer Informationsquellen stehen als explizite Lernziele in den Lehrplänen für meine Unterrichtsfächer an beiden Schulformen an denen ich unterrichte. Ich würde dir dringend empfehlen, mal einen Blick in das für dich relevante Bildungsgesetz und die relevanten Lehrpläne zu werfen, da steht drin, was deine Aufgaben sind.

    ChatGPT ist gar nicht so grossartig, wie es gerade gehyped wird aber natürlich wird es für die Schulen eine Rolle spielen. Es wird sehr schnell sehr viel besser werden und es werden weitere frei zugängliche Plattformen hinzukommen. Ein absolut ernstzunehmendes Tool für den Fremdsprachenunterricht ist schon seit geraumer Zeit DeepL, welches ebenfalls neuronale Netzwerke (also KI!) nutzt. DALL-E hat übrigens genauso wenig Ahnung von Chemie wie ChatGPT, habe ich gerade festgestellt ;) Wer sich als Lehrperson mit sowas nicht auseinandersetzt, ist wirklich dumm. Aber viel Spass dabei euch dann halt einfach über den Tisch ziehen zu lassen. Vielleicht hat man ja ein sorgenfreieres Leben, wenn man gar nicht so genau weiss, was gerade läuft. Ja doch, das hat doch was.

    Hm, diese Antwort ist meiner Ansicht nach ein gutes Beispiel, wie die digital affinen Kollegen auf die anderen herabschauen.

    Nee sorry, das ist eine vollkommen angemessene Reaktion auf offensichtliche Ignoranz. Über ChatGPT im Speziellen und KI im Allgemeinen wird aktuell so viel in den Medien geschrieben, dass man fast davon erschlagen wird. Lies doch einfach. Das hat mit "Affinität" genau Null zu tun, es geht nur um ein absolutes Mindestmass an Interesse am aktuellen Tagesgeschehen.

    Also unsere Lehrpläne führen sowohl fachliche als auch überfachliche Kompetenzen auf, eure denn nicht?! Das eine ist vom anderen doch gar nicht zu trennen, ich verstehe das Problem nicht. Ich habe gerade noch mal den Lehrplan fürs Grundlagenfach Chemie am Gymnasium im Baselland überflogen, der ist völlig in Ordnung. Ich unterrichte schon ziemlich genau das, was da drin steht.

    Warum "unsere" Kinder nicht (mehr) lernen können? Weil es ihnen niemand beibringt. Zusammenfassungen schreiben und diese mehrfach lesen ist nicht lernen. Diese "Lerntechnik" ist einer der Gründe, aus denen sich der Unterricht nach den Sommerferien nach Tabula Rasa anfühlt.

    Wer oder was hält dich denn davon ab, ihnen die "richtigen" Lerntechniken beizubringen? Ich bin eigentlich immer recht zufrieden mit meinem "Werk" nach den 4 Jahren.

    Bestimmte (Teil-)Aufgabenformate kann man bei Zugang zum Internet natürlich nicht mehr stellen

    Bei einer Abschlussprüfung kann man das doch problemlos regulieren, wenn man es für notwendig hält. Einen Teil mit freiem Zugang zu allem, einen Teil ohne Hilfsmittel. Das machen wir wie erwähnt in der Mathe immer schon so. Abgesehen davon zwingt uns der Lauf der Dinge ohnehin unsere Prüfungskultur zu überdenken. Wird Thema unserer nächsten schulinternen Weiterbildung sein. Digitale Medien und Hilfsmittel erweitern das Portfolio an Möglichkeiten, kein Mensch sagt, dass dem alles andere weichen muss. Die pädagogische Freiheit der einzelnen Lehrperson ist an meiner Schule ein hohes Gut. Die einzige Vorgabe, die wir in Bezug auf digitale Medien haben, ist, dass wir den Schülern das Unterrichtsmaterial digital zugänglich machen müssen. Das kann dann auch ein pdf auf der Dateiablage sein und im Unterricht kannst du mit dem Meissel auf Steinplatten schreiben, wenn du Freude dran hast

    Das ich so lange noch nicht im Beruf bin, kann ich an dieser Stelle nicht beurteilen, ob da "früher" irgendwas besser war. Ich sehe bei meinen Jugendlichen einfach, die einen können ein Blatt einteilen, die anderen können es nicht. Die einen schreiben leserlich, die anderen nicht. Geschrieben und getippt haben die näherungsweise alle gleich viel. Ich hätte gerne, dass in der Mittelstufe Zehnfingerschreiben auf der Tastatur gelernt wird. Also 8. Klasse etwa, das fände ich auch OK. Wie "schön" man auf dem Display schreibt, hängt übrigens enorm vom Stift ab. Ich schreibe seit kurzem mit einem Surface Pen 2, mit dem ist meine Handschrift auf dem Display nicht mehr von der Tafel zu unterscheiden. Denn tatsächlich ... bis anhin fand ich meine Schrift an der Tafel immer besser lesbar

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