Beiträge von Quittengelee

    In welchem Beruf ist es üblich, nur halb zu arbeiten? Wenn ich ein paar Stunden arbeite, signalisiere ich doch, dass es nicht so schlimm ist. Und dann das Gerede: "Ach, die geht schon wieder nach Hause. Ganz plötzlich ist sie krank."

    Genau deswegen bin ich gegen zu viel Einzellösungen und für selbstverständliche Gesamtlösungen. Geredet wird nicht mehr, wenn etwas normal ist.

    Zum Beispiel sowas:

    https://www.zeit.de/arbeit/2023-06…gesetz-in-kraft

    https://www.mdr.de/nachrichten/de…destag-100.html

    https://www.br.de/nachrichten/de…en-kann,UGntIo0

    Letztlich geht es am Arbeitsplatz viel um Aufklärung. Im Gesundheitssystem auch um Vergütung von Leistungen und Forschung.

    Ein Viertel der 9 Millionen derzeit Betroffenen reduziert Arbeitszeit, schlägt Beförderungen aus oder wechselt z.T. den Arbeitsplatz.

    Für Schule könnte z.B. eine Lösung sein, das man Teilzeit beantragen kann, auch ohne Kinder unter 18 zu haben oder vielleicht eine veränderte Aufsichtenregelung, dass man nicht 8-13 Uhr pausenlos durch die Gegend rennen muss.

    Wieso sollte das denn ein Tabu sein?

    Also mal ganz allgemein. Krankheit bzw. Kranksein im Sinne von nicht arbeitsfähig, ist immer Privatsache und geht den Dienstherren nichts an.

    ...

    Das stimmt natürlich, man muss nicht sagen, was man hat. In einem kleinen Kollegium wird es doch irgendwie erwartet. Und wenn man jeden Monat einen Tag zu Hause bleibt, fragt die Schulleitung vielleicht doch mal nach?

    Aber klar, solange es kein Gesetz gibt, bleibt nur individuelle Absprache.

    Aber du kannst doch auch anrufen und dich krank melden? Deine FÄ wird dich sicher krankschreiben....

    Stimmt, das könnte ich. Ich will aber gar nicht über einzelne Beschwerden reden und dann Tips erhalten, ob das nun Krankheitswert hat und ob ich in deinen Augen wehleidig bin oder nicht, sondern wollte erfahren, ob es in anderen Schulen mal Thema gewesen ist, so wie es in anderen Ländern bereits Thema ist und auch nach und nach in deutschen Betrieben zum Thema gemacht wird. In anderen Branchen bedeuten Leistungseinbußen der Mitarbeitenden ja was, bei uns geht man halt im Zweifel nur anderen auf die Nerven. Hysterische Weiber halt.

    Ich erwarte insbesondere von 15 - 19jährigen Jugendlichen, dass sie respektieren, dass eine Lehrperson auch mal nen schlechten Tag hat. Mit denen habe ich den Tag lang doch viel mehr zu tun als mit Kolleginnen und Kollegen bzw. der Schulleitung. Tatsächlich hat erst kürzlich eine meiner Klassen eine entsprechende Ansage von mir kassiert. Es geht sie einen Scheissdreck an aus welchen Gründen ich müde oder schlecht gelaunt bin und wenn ich klar und deutlich sage, ich habe heute keine Nerven für irgendeine Quengel-Diskussion dann gilt das absolut und unverhandelbar.

    Dann machst du es dir m.E. zu leicht. Auf der einen Seite gehst du zur Arbeit, egal wie es dir geht, auf der anderen Seite sollen die, die nichts für deinen Zustand können und dir ausgeliefert sind, stillschweigend deine Laune ertragen.

    Wenn wir als Lehrpersonen einen schlechten Tag haben, z.B. nach drei schlaflosen Nächten, dann bedeutet das für die SuS zum Beispiel ungerechtfertigtes Angeschnauztwerden, eine undisziplinierte Klasse oder weniger Geduld und Verständnis für ihre Bedürfnisse, die speziell an Grund- und Förderschulen einen größeren Anteil einnehmen.

    Vielleicht geißele ich mich da auch zu sehr und sollte öfter *scheiß drauf* denken, aber irgendwie hat man doch den Anspruch an sich, ordentliche Arbeit abzuliefern und dazu gehört im derart sozialen Beruf auch der Umgang miteinander.

    In Betrieben wäre es der Kundenkontakt, bei dem man niemanden anpflaumen kann, die Präsentation, bei der man nicht jede halbe Stunde aufs Klo rennen kann usw.

    Das kommt ja noch hinzu, es gibt Schülerklientel, das kann man kaum allein lassen. Bei Hypermenorrhoe muss man aber ständig rausrennen, um nicht auszulaufen. Das ist halt trotzdem nicht krank aber belastend und ein Thema, mit dem man stillschweigend leben muss. Wenn mein Kollege Halsweh hat, ruft er an, leider Halsweh, bis Freitag dann.

    Ich habe mal "spaßeshalber" gerechnet. Mit Kommanoten, die gerade noch so eine 2+, 3+, 1 ergeben würden. Im Durchschnitt kommt man dann auf eine fast glatte 2 (keine "gute" 2).

    Ist die Mitarbeit im Unterricht mit glatt 5 bewertet und zählt beides 50%, kommt man rechnerisch zu vielleicht 3,475. Das ist ein Bereich, in dem man sich für die schlechtere Note entscheiden dürfte. Auf dem Zeugnis stehen nur ganze Noten. Das ist vielleicht eine 4+ – aber es steht nur die 4 dort.

    Für gemachte Hausaufgaben gibt es keine "Pluspunkte". In die Mitarbeit können Tests mit einfließen. Waren die allesamt mit 5 oder 6 bewertet, entscheidet man sich vielleicht eher für die 4.

    Themen in Mathematik können leichter oder schwieriger sein (oder auch wichtiger als Grundlage für späteres Weiterarbeiten). Entsprechend wird in einer Abwägung zwischen 3 und 4 vielleicht auch eher die schlechtere Note gegeben.

    Naja, eine 4 ist eine ausreichende Leistung und jemand, der schriftliche Leistungskontrollen mit sehr gut, gut und befriedigend bewältigt hat eine lediglich ausreichende Leistung zu bescheinigen finde ich dürftig. Es wäre m.E. auch eine unfaire Rückmeldung ans Kind zu sagen "da, wo du gute Noten hast, war es leicht, das Schwere habe ich nur mündlich bewertet, aber leider hast du dich nicht gemeldet."

    Zudem man auch das Kind befragt haben und keine Antwort erhalten haben müsste, sonst ist es einfach nur die Bewertung der Mitarbeit.

    ...ich sehe nicht so recht, wieso man Periodenschmerzen anders als jede andere Krankheit behandeln sollte. Nämlich als "normalen" Krankentag.

    Weil man eben doch zur Arbeit geht, egal wie es einem geht? Ist ja keine Krankheit.

    Was würdet ihr denn konkret an realistischen Maßnahmen erwarten/euch wünschen?

    Das weiß ich ehrlich gesagt selbst nicht, daher hab ich gefragt, ob es in irgend einem Kollegium mal Thema war.

    Ich denke, Offenheit und Verständnis wären schon mal hilfreich. Da die meisten nicht offen reden werden, wäre es vielleicht eine gute Idee, wenn eine Person das stellvertretend macht.

    ...

    Einen Herzinfarkt, chronische Rückenschmerzen oder Heuschnupfen und Migräne kann ich trotzdem bekommen.

    Genau das.

    Und ich rufe natürlich nicht 1x im Monat morgens an und sage "aufgrund menstrueller Beschwerden muss ich heute zu Hause bleiben". Wobei, vielleicht kann man das bei einer männlichen Schulleitung vielleicht sogar eher, in diesem Thread zeigt sich die Tendenz, dass Frauen weniger Rücksicht nehmen. Entweder, weil sie keine Probleme haben oder finden, jede müsse sich zusammenreißen so wie sie.

    Es soll ja auch Frauen geben, die lieber zu Gynäkologen statt Gynäkologinnen gehen, weil man von denen nie "stellen Sie sich nicht so an" hört.

    Wenn wir alle in Teilzeit schicken, die "was haben", machen wir den Laden morgen zu. Ein Kollegium mit 110 Lehrpersonen bildet halt den Durchschnitt der Bevölkerung ab. Ich glaube, wir sind einigermassen gut darin, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Es gibt immer mal den ein oder anderen Idioten, der meint "aber der xy, der geht ja NIE mit ins Klassenlager ...". Ja halt einfach 's Maul, der xy hat einen guten Grund dafür, der dich überhaupt nichts angeht, du bist ja nicht Schulleitung, ne. Das muss man untereinander ausmachen. Ich wüsste nicht, was irgendwelche offiziellen Regelungen bringen sollen, wenn man sich im Kollegium da nicht einig ist.

    Du sollst überhaupt niemanden in Teilzeit schicken. Es gibt aber offenbar viele Frauen, die das tun, sich aufgrund der Beschwerden krankschreiben lassen oder früher in Rente gehen. Ich sehe gerade keinen Grund, warum das in Lehrerkollegien so viel anders sein sollte, darum frage ich nach Erfahrungen.

    Nur kommen ALLE Frauen in die Wechseljahre, aber nicht ALLE Männer/Menschen/Frauen einen Herzinfarkt. Insofern ist es schon was andres. Vielleicht sollte man sich als SL einfach der Tatsache bewusst sein. Dieses Bewusstsein hat bisher ziemlich sicher gefehlt.

    Genauso halten andre Lebensalter andre Herausforderungen bereit, die nicht weniger fordernd sein können (Kinderwunsch, Kleinkinderphase, Midlife-Krise ganz ohne Kinder, Eltern werden alt/sterben...).

    Ich find's gut, wenn die SL das alles auf dem Schirm hat.

    Ansonsten ist es meine persönliche Sache, genauso wie Periode, Liebeskummer oder Plattfüße.

    Du widerspricht dir gerade. Es geht ja genau darum, dass die halbe Menschheit die Menopause durchläuft aber bislang kaum darüber gesprochen wurde (Teil 1 deiner Aussage) und die Frage besteht darin, ob das so bleiben soll (wie der Liebeskummer als Privatproblem).

    Periodenprobleme gehören wiederum zum ersten Teil, es gibt Länder, die Kranktage dafür eingeführt haben.

    Wie war das mit der Lesekompetenz?

    Wieso musst du eigentlich ständig alle anranzen, dass sie nicht lesen könnten etc.? Es sind nicht alle doof und gegen dich, nur weil sie etwas anders sehen. Du musst dich nicht gegen jeden durch Angriff schon in Verteidigungshaltung bringen.

    Das "D" in CDU steht übrigens für demokratisch und nicht für deutsch. Nur weil du dich selbst damit nochmal zitiert hattest. Es ist eine sachliche Information, ganz ohne Ironie und Angriff.

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