Schmidt wir sind m.E. an demselben Punkt, wie mit der Debatte um strukturelle Diskriminierung von Frauen, die du einfach leugnest und daraus ein individuelles Empfindlichkeitsproblem machst.
Ich sehe nicht, dass du irgendwen beleidigt hättest, um das mal voranzustellen. Aber das Problem ist, dass es diese negativen Erfahrungen eben offenbar viel zu häufig gibt, egal, wie gut es andere meinen mögen. Zumal eben viele andere negative Erfahrungen dazu kommen. Nicht zu Wohnungsbesichtigungen eingeladen werden, weil man einen "ausländisch klingenden Namen" hat beispielsweise.
Woanders aber ähnlich interessant:
Ich las kürzlich einen Artikel über die deutlich erhöhte Anzahl von Risikogeburten, wie etwa 'geringes Geburtsgewicht', bei schwarzen Frauen in den USA. Weder bei asiatischstämmigen Frauen, noch bei Hispanics ist eine Geburt so risikobehaftet und nicht mal bei gleichem sozioökonomischem Status. Also selbst reiche Schwarze haben auf 100.000 gesehen häufiger schwierige Geburten als arme Weiße, um es mal verkürzt zusammen zu fassen.
Die Ursachen sind vielfältig und reichen wohl von (mangelnden) Präventionsangeboten im Wohnviertel über (mangelnde) Bildung in der Adoleszenz bis hin zu den direkten Diskriminierungen im Krankenhaus durch Fachkräfte, die schwarzen Familien seltener Wünsche zu ihrer eigenen Geburtserfahrung gewähren. Das ist unfassbar! Ich stelle mir gerade vor, jemand sagt einer Mutter mit Frühchen auf dem Arm "na, dass du von deinem Arzt unfreundlich behandelt und mit deinen Vorstellungen von Geburt absichtlich ignoriert wurdest, hast du dir doch eingebildet. Ich wurde auch schonmal unfreundlich von einem Arzt behandelt, daher kann ich das beurteilen. Und überhaupt, Frühchen gibt es immer wieder, das kann viele Gründe haben..."
Gesellschaften sind komplex, Vorurteile vielfältig und Menschen sensible Wesen. Irgendwie so.