Antimon spricht doch gar nicht von der Grundschule. Sie schreibt von 13-jährigen und Bruchrechnen, also von Sek I.
Primarstufe geht teilweise bis Klasse 6 und Bruchrechnung ist in Klasse 5 schon dran. Außerdem hatten wir das Thema schon öfter, z.B. zu schriftlichen Rechenverfahren.
Bruchrechnung ist in 5/6 und selbstverständlich ist es ein ganz wesentlicher Teil einfach erst mal die Regeln zu trainieren.
Regeln trainieren natürlich, aber erst nachdem die Kinder verstanden haben, was Zähler und Nenner überhaupt bedeuten. Dazu muss man nicht am Ende eine Aufgabe an den Haaren herbeiziehen, in der Fritzchen einen 138cm langen Holzpflock zu 3/5 in die Erde rammt, weil Fritzchen so ein Problem nie haben wird. Aber irgendwie muss man halt rausfinden, ob ein Kind 3/5 von was bestimmen und im Idealfall hinterher noch überprüfen kann, ob das Ergebnis überhaupt realistisch ist. Es gibt ja einen Unterschied, ob man mit den SuS gerade was erarbeitet oder ob man was überprüft und wie man das jeweils tut.
Also ja, künstlicher Anwendungsbezug ist albern, aber den erwartet die Mathedidaktik m.E. auch gar nicht, das sind eher die Schulbuchverlage. Auf der anderen Seite würde mich interessieren, wie man Schulleistung bei tausenden Jugendlichen sonst messen soll, wenn man sich nicht Aufgaben ausdenkt, die innerhalb von 20 min mit Papier und Bleistift oder per Drag and Drop zu lösen sind. Fehlerfreie Aufgabenstellungen natürlich vorausgesetzt...
Aber wahrscheinlich kann man diese Überprüferei und Vergleicherei genauso gut auch ganz lassen, wenn man sowieso nicht weiß, was man eigentlich rausfinden will. Mir fällt jedenfalls keine handfeste Erkenntnis ein, die irgendwer aus PISA der letzten Jahre mitgenommen hätte.