Beiträge von Quittengelee

    Warum bezahlt die Allgemeinheit nicht auch gleich den Turnbeutel?

    Sie zahlt zumindest in einigen Bundesländern Lehrbücher und Arbeitshefte. Kleidung gehört bislang nicht dazu, weil das doch individuelle Wünsche sind, bei einer Schuluniform sähe es wohl wieder anders aus.

    Müßige Diskussion.

    Na dann, musst dich ja nicht daran beteiligen.

    ...Mein Beitrag war auch mehr meine Außensicht als Kollege. Ich bin da auch nicht neutral: Ich durfte schon sehr viele Karren aus dem Dreck ziehen, ...

    Das fühle ich auch, wenn ich sowas lese.

    Wenn einer zu spät kommt, muss sich jemand anders um die Klasse kümmern. Wenn einer alles larifari sieht, müssen immer die anderen den Mist ausbaden, die verlegten Wörterbücher suchen und Erziehungsmaßnahmen aussprechen.

    Das nervt einfach nur alle anderen, das hat auch nichts mit "Korrektsein" zu tun, sondern damit, dass alle anderen mit ihren eignen Aufgaben genug zu tun haben.

    Warum sollte das passieren? Eine verbeamtete Lehrkraft zu entfernen dürfte wohl mehr nötig machen als etwas „Du, du“ weil sie hin und wieder einige Minuten nach dem Gong morgens in die Schule kam.

    Weil die Aufsichtspflicht verletzt wird.

    Und dir geht es ja gerade nicht ums "Dudu" wegen eines Ausnahmefehlers sondern was passiert, wenn das so weiterläuft.

    Ich möchte nochmal nachfragen:

    Welche Möglichkeiten hat die Schulleitung konkret? Sie könnte eine Meldung an die Schulaufsichtsbehörde (Landesschulbehörde, Senatsverwaltung, Bezirksregierung etc.) machen... und dann?

    Im Zweifel würde sich doch ein so gegängelt und überwachter Kollege einfach krank melden, ggf. auch lange, denn die Kohle kommt erstmal lange, lange weiter.. dann ggf. Wiedereingliederung, dann wieder krank etc.

    Kann das im Sinne der Schulleitung sein?

    Es ist eigentlich unfassbar, dass du denkst, jemand, der auf seine Dienstpflichten hingewiesen wird, könnte sich zur Strafe krankschreiben lassen.

    Es ist dann eine weitere Dienstpflichtverletzung und was noch? Straftat?

    Zuspätkommen ist ein massives Problem: unter anderem auch wegen der nicht erfüllten Aufsichtspflicht. Die Person sollte froh sein, wenn sie keine Anzeige an den Hals bekommt und ihren Job nicht verliert.

    Also laut Stundenplan wäre sie 2 Mal die Woche da.

    In der Realität sehe ich die Person Wochenlang nicht.

    Bekomme aber dafür „tolle“ Mails in denen mir gesagt wird was ich angeblich alles an zusätzlicher Förderung zu machen habe etc

    Ohne dich, deine Kollegin und die schulrechtliche Lage zu kennen: im Zweifel bitte für die Angeklagte. Die Fördervorschläge sind wahrscheinlich gut gemeinte Hinweise und Ideen, keine Gängelung...

    Auch wenn es sich für den ungefragt "Beratenen" meist blöd anfühlt, Ratschläge sind Schläge und so. Aber die Inklusionsleute machen auch nur ihren Job und betreuen zu viele Schulen etc.

    ...Wenn Eltern einen Antrag stellen für eine Befreiung wegen Impftermin Hausarzt oder Kontrolltermin Zahnarzt, würde ich mit diesem Antrag natürlich anders umgehen als wegen eines Termins beim Kardiologen, Onkologen oder was auch immer. (Auch habe ich kein Problem damit, Kolleginnen und Kollegen zu vertreten, die einen Facharzttermin wahrnehmen müssen, der in der Unterrichtszeit liegt, um einmal ein neues Fass aufzumachen. :aufgepasst:)

    Ich unterscheide nicht zwischen der Art der Arzttermine. Ich bin froh, wenn die Kinder geimpft sind und die Eltern Vorsorge betreiben.

    Bei Lehrkräften sind schwer zu erlangende Facharzttemine sowieso geregelt, ob andere gerne vertreten oder nicht. Impfungen legt man sich aber natürlich nicht in den Vormittag.

    ...Kostenlose Fahrkarten für Schüler sind noch schlimmer. Warum soll das die Allgemeinheit zahlen?

    Warum denn nicht? "Die Allgemeinheit" will Schulpflicht, alle Kinder sollen vernünftig ausgebildet werden, bevor sie mündige Bürger*innen werden. Spricht nichts dagegen, auch gleich den Schulweg zu ermöglichen.

    Warum sollten das nur Eltern zahlen? War bislang ja so, muss aber nicht so bleiben.

    Hessen:

    "Schülerinnen und Schüler können in besonders begründeten Ausnahmefällen auf Antrag ihrer Eltern, volljährige Schülerinnen und Schüler auf ihren Antrag vom Unterricht beurlaubt werden. Die Entscheidung trifft die Klassenleitung, bei einer Beurlaubung für einen Zeitraum von mehr als zwei Tagen und in Verbindung mit Ferien die Schulleiterin oder der Schulleiter; bei Auszubildenden in der Berufsschule im Einvernehmen mit dem Ausbildungsbetrieb. Bei einer Beurlaubung in Verbindung mit Ferien ist der Antrag spätestens vier Wochen vor dem Beginn der Beurlaubung schriftlich zu stellen, wenn sie vor einem Ferienabschnitt liegt; liegt die Beurlaubung nach einem Ferienabschnitt, ist die Beurlaubung spätestens vier Wochen vor dem Beginn des jeweiligen Ferienabschnitts zu beantragen."

    ... Mir gefällt die verbohrten Ansichten einiger hier dazu auch überhaupt nicht.

    Vielleicht akzeptierst du stattdessen einfach die Rechtslage?

    Natürlich wird im Normalfall keine Lehrkraft für den Arztbesuch nicht freistellen. Und natürlich würde jeder bei Bedarf trotzdem zum Arzt gehen, auch wenn eine Lehrperson keine Freistellung gäbe. Ebenso natürlich wissen wir aber auch alle, dass es SoS gibt, die schwänzen. Hat ein Schüler ab dem 18. Geburtstag nach jeder Klausur einen Arzttermin, darf man sich wundern und theoretisch auch sagen "nee. Geh mit Gott aber entschuldigen tu ich das nicht."

    Ob es was bringt, ist eher die Frage, da Fehltage nicht auf Abschlusszeugnissen stehen wie bekannt. Insofern kann man nur abwarten, ob sich das Problem über die Noten reguliert.

    Nein, natürlich ist das kein Ding. Davon habe ich noch nie gehört und dafür gibt es auch keine rechtliche Grundlage. Wir können als Schule ein Attest fordern, aber ganz bestimmt müssen wir keinem Arztbesuch zustimmen oder können diesen ablehnen, man muss diesen auch nicht "anfragen".

    Doch, der/die Klassenlehrerin kann bis zu drei Tage freistellen. Ergo kann sie/er eine Freistellung auch ablehnen.

    Öffentliche Dienstleistungen sind doch nie kostenlos, sondern werden über Steuern finanziert, wodurch "mancher autofahrende Mensch" indirekt doch hierfür zahlt.

    Nicht nur indirekt sondern ganz direkt. Öffentlicher Nahverkehr sollte wie Straßen zur Infrastruktur aller gehören und auch von allen bezahlt werden.

    Es ist auch nicht einzusehen, dass Deutschland kein vollständiges Schienennetz und funktionierende Zugverbindungen (mehr) gebacken kriegt,

    ÖPNV sollte m.E. für alle kostenlos sein, dann würde mancher autofahrende Mensch selbiges mal stehen lassen.

    In jedem Falle wäre es total sinnvoll, kostenlose Schülerbeförderung anzubieten. Warum gibt's das nicht überall? Kinder müssen nunmal täglich in die Schule gelangen.

    Auch wenn ich dein Beispiel verstehe, finde ich es schwierig, dass implizit mitschwingt, dass ein sonderpädagogisches Förderzentrum Teilhabe verhindere. Meine Position wäre, dass besagte Förderzentren, und seien es in dem von dir genannten Beispiel Zentren mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung, Teilhabe überhaupt erst ermöglichen.

    Wenn ich z.B. mich besonders mal auf den zweiten Teil der Förderschwerpunktbezeichnung beziehe: Wie soll eine Lehrkraft in einer Klasse mit 25 Schülern (m/w/d) ein Kind besonders fördern, wenn dieses wirklich große Probleme in der Motorik hätte? Da sind einfach die Möglichkeiten, selbst bei genug Fachwissen und Engagement der Lehrkraft, begrenzt. In einem Setting, wo Fachkräfte arbeiten, die darauf spezialisiert sind, Kinder und Jugendliche mit körperlich-motorischem Förderbedarf zu unterrichten und sonderpädagogisch zu fördern, ist doch die Wahrscheinlichkeit höher, dass das motorisch eingeschränkte Kind die Unterstützung erhält, die es benötigt, um später möglichst selbstständig am gesellschaftlichen Leben Teilhabe erfahren zu können, als in einem Setting, in dem vielleicht alle paar Jahre mal ein Kind diese Einschränkungen aufweist.

    Das ist immer deine Begründung. Man kann umgekehrt argumentieren, dass in der Körperbehindertenschule alles darauf ausgerichtet ist, die Nachteile auszugleichen, was am Ende aber nicht der realen Gesellschaft entspricht.

    Ich halte es auch nicht für sinnvoll, einen Schüler den ganzen Tag die Treppen hoch und runter zu tragen, wenn es nebenan eine Schule mit Aufzug gibt. Es ist aber naiv zu glauben, dass der Aufzug in der Schule später Teilhabe ermöglicht in einer Stadt, in der jeder zweite Laden nur über 3 Stufen erreichbar ist.

    Sei doch wenigstens so ehrlich und begründe deinen Förderschulfetisch damit, dass DU keine Lust hast, dich zusätzlich um SuS mit Förderbedarf zu kümmern, weil es einfach anstrengend ist.

    Wenn Kinder nach 3 oder 4 Jahren Grundschule zu uns kommen, sind sie zwar oft erleichtert, dass es so viel einfacher ist, sie bauen aber auch im gleichen Maße ab. Der Zug der fitteren Kinder fehlt.

    Ich halte bestimmte Förderschulen für bestimmte Kinder für den pragmatischeren Weg. Für alle gleichermaßen zu sprechen und zu meinen man wisse, was für alle Kinder das Beste ist, egal welche Art von Behinderung sie haben und welche konkreten Schulen zur Verfügung stehen, halte ich für arrogant und selbstgerecht und letztlich für eine Form der Abgrenzung. "Die sollen mal... Für sie ist das doch das Beste."

    Ich finde, es geht um die dahinterstehende Haltung. Sind die Eltern wie eine Klasse, die sich gegen den Lehrer verbündet? Oder wie die Schäfchen des guten Hirten? Derlei Metaphern hatten wir ja schon.

    Menschenbildannahmen und Subjektive Theorien... Alles interessant.

    Alle Nas lang? so oft sind doch gar keine Tarifverhandlungen. Wenn die Hälfte eh fehlt, weil sie noch weiter weg wohnt, wo ist dann der Mehrwert wenn einige dann doch in der Schule sind? Besonders, wenn du sagst dass man dann eh keinen vernünftigen Unterricht machen kann?

    In keinem Wort habe ich gesagt, dass Schule egal ist. Keine Ahnung wo das auf einmal herkommt.

    Mich ärgert die Selbstverständlichkeit, mit der Eltern ihre Kinder abmelden: "Sie wissen ja, es ist Streik, daher kommt mein Kind morgen nicht." Aha. Auf die Idee wäre ich nie gekommen, meine Kinder kommen zur Schule, wenn sie nicht krank sind. Was hat der Busfahrer damit zu tun?

    Und warum ist Erwachsenen, die du offenbar unterrichtest, nicht zuzumuten, sich aufs Rad zu setzen, wenn sie keine 3 km laufen können?

    Ich verstehe wirklich nicht, woraus du hier "man muss den armen Kindern nicht so was Schreckliches wie Laufen zumuten, das macht euch zu schlechten Lehrkräften, die Disziplinprobleme haben." konstruierst.

    Komm bitte mal selbst vom Übertreiben runter.

    Der ÖPNV streikt alle Nas lang, bei uns fehlt jeweils mindestens die Hälfte der SuS, der Rest kann auch nie vernünftig Unterricht machen.

    Wenn Schule so egal ist, können wir sie doch einfach abschaffen.

    Und wenn ich finde, dass es verbale Tiefschläge sind, ein Kollegium mit einer Schulklasse zu vergleichen? Das ist kein objektiv beschriebener Mechanismus, sondern eine Wertung eines von dir mal erlebten Problems. Beschreibe es doch bitte als solches und erhebe dich nicht zum Lehrer über dein Klassenkollegium.

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