Beiträge von Quittengelee

    Die Vorschläge mit "Lehrer:Innen" oder ähnliches gehen doch am Ziel vorbei. Man kann doch jetzt immer noch nicht z.B. die männlich fühlenden Personen mit weiblichen Geschlechtsmerkmalen ansprechen. Sie sind doch im Grunde genau so Namenlos wie vorher.

    Nein, dafür gibt es das Sternchen oder den Doppelpunkt in der Mitte.

    Ansonsten sind auch alle anderen Vorschläge von dir schon irgendwo genannt worden, inklusive einer neuen Endung wie Schüly oder Schülx und einheitlichen Pronomen wie hen im Schwedischen.

    Das ist alles interessant, aber es gibt am Ende nur zwei Möglichkeiten: entweder, irgendwas davon setzt sich alleine durch, oder der Rechtschreibrat setzt etwas verpflichtend durch. Letzteres wird wohl kaum passieren, die haben sich auch bislang bedeckt gehalten, daher kann man nur abwarten und für sich den Weg wählen, den man selbst angemessen findet.

    Also das allerschönste, was Füße tun können, ist: tanzen.

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    Frösche

    Ach nee. Warum glaubst du wohl, gibt es Versuche mit Sternchen, Doppelpunkt und der noch längeren Schreibweise "Schüler und Schülerin"? Denkst du darüber echt zum ersten Mal nach? Darüber wird überall, inklusive diesem Forum und ganz speziell diesem Post schon lange gesprochen. Selbst der Filmbeitrag wurde schon mehrfach verlinkt.

    filmee24 schrieb zum Thema Artikel bei neuen Fremdwörtern vor 10 Jahren auf gutefrage.net:

    "ka. aufjeden fall ist deutsch eig. ziemlisch logisch außer z.b. die katzenstreu

    das kann eig. garnicht sein weil es bessererweise das katzenstreu sein müsste und es den regeln nicht entsprechen, defakto setzt das wohl jemand fest"

    :S

    In diesem Sinne...

    Und das kriegt man jetzt durchs Gendern geändert?

    Wahrscheinlich nicht, aber es ist eben ein Aspekt in der Debatte.

    Von den Gender-Verfechtern wird m.E. behaupted, dass das grammtikalische, das biologische und das soziale Geschlecht unabhängig voneinander sind. D.h. es wird ein dreidimensionaler Raum mit den Achsen Genus, Sexus und Gender eröffnet. Wenn ich jetzt also wie bisher das generische Maskulinum nutze, lege ich die Position auf der Achse Genus fest, aber eben nicht auf den anderen Achsen.

    Inwieweit führt also die Verwendung des generischen Maskulinums zu einer Zuschreibung/Diskriminierung etc. bei den beiden anderen unabhängigen Größen?

    Interessante These, habe ich noch nie gehört. Ich persönlich denke aber nicht, dass die genannten drei komplett unabhängig voneinander sind.

    Die Zuschreibung kommt durch Erfahrung in der Vergangenheit. Männer hatten (vor allem in Westdeutschland nach '45) andere Aufgaben, Pflichten und Rechte als Frauen. Das ist tief verwurzelt und sind sicher nicht zuletzt auch Reste aus dem mittelalterlichen Weltbild der katholischen Kirche. Heute setzt man sich halt in immer größeren Bevölkerungsschichten bewusster damit auseinander.

    Während in der BRD Ehefrauen noch "Frauengold" empfohlen wurde, um hübsch, entspannt und sexy zu sein, wenn ihr Mann heimkommt, brauchte man in der DDR Arbeitskräfte, da waren plötzlich auch die Frauen stark und konnten ganz ungegendert "Kranführer" werden. Allerdings haben sie sich nach Feierabend offenbar trotzdem noch zusätzlich um den Haushalt gekümmert...

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    Naja, die Artikel stimmen doch im Deutschen oft nicht und es geht irgendwie nach Gehör.

    "Der Mond" ist ja auch komisch. Müsste deiner Meinung nach "Das Mond" lauten? Wizigerweise lautet es in anderen Sprachen (Spanisch?) "Die Mond".

    Der Artikel von Mond hat keine geschlechtsspezifische Bedeutung, Monde haben keine Geschlechtsmerkmale. Wobei das Wort einsilbig ist, was die Chance auf das grammatikalisch maskuline Geschlecht im Deutschen erhöht. Ebenso sind meist alkoholische Getränke, Berge, Monatsnamen maskulin, Metalle neutral und Motorräder feminin. So ein paar Merkhilfen haben Deutschlernende, auch wenn es vor allem für Menschen mit einer Herkunftssprache, die ohne Artikel auskommt, schwierig ist, das zu verinnerlichen. Sie müssen halt Artikel mit jedem Substantiv mitlernen, was Leute mit Erstsprache Deutsch mit der Muttermilch aufsaugen. (Edit: betrifft natürlich auch Nichtgestillte, die beim Vater aufwachsen. Mütter sind aber nach wie vor weiblich, weswegen auch ihr grammatikalisches Geschlecht weiblich ist...).

    Anders ist es bei Ingenieurinnen und Floristen. Da existieren mehrere Geschlechter, nicht nur im grammatikalischen Sinn. Deswegen schreibt man bei Stellenanzeigen schlauerweise auch (mwd) dahinter, damit sich alle gleichermaßen angesprochen fühlen.

    Apropos Stellenanzeigen, wusstet ihr das Folgende? Es gibt Eigenschaften, die mehr oder weniger unbewusst Männern und oder oder Frauen zugeschrieben werden. Männer bewerben sich dabei auf Stellenangebote, in denen Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit und Selbstständigkeit gefragt ist ebenso häufig wie Frauen. Sie fühlen sich gleichermaßen geeignet. Frauen bewerben sich aber weniger oft auf solche, in denen nach analytisch denkenden, durchsetzungsstarken Personen gesucht wird.

    "Der Gast bringt ..." müsste dann "Der/Die Gäst:in bringt ..." lauten?

    Mir ist schon klar, dass man es nicht machen muss. Aber wenn es jemand nutzt, dann sollte es, meiner Meinung nach, wenigstens Konsequent immer benutzt werden und nicht nach Lust und Laune. (Und die zwei Fälle verdreben dann auch nicht mehr den Lesefluß. Der ist eh hinüber, da das in dem Text in fast jedem Satz vorkommt. Daher war mir das auch so aufgefallen. Das ist ein Einladungstext (Etwa 1 DIN A4 Seite) in dem das zig mal vorkommt. Da werden unter anderem viele Punkte aufgezählt. z.B. "

    • Aufwand für eine/n Lehrer:in: Auswahl von zwei oder drei Schüler:innen für die Schüler:innen-Moderation ...

    Ja, das mit den Artikeln ist schwierig. Dafür kann aber doch keiner was. Warum jedes Mal so ironisch oder pikiert? Du bist nicht die erste Person, der sich Gedanken darüber macht.

    Fluss schreibt man seit Jahrzehnten nicht mehr mit "ß" und es fällt dir nicht auf. Sprache verändert sich eben und beim Gendern gibt es noch keine befriedigende Lösung. Ganz unironisch.

    Datenschutz scheint mir hier nicht das Problem zu sein. Erstens gibst du die Daten selbst raus, der Arzt hat sie nicht bei deiner Schulleitung angefordert. Und zweitens ist man dem Amtsarzt gegenüber verpflichtet, wahre Angaben zu machen. Du musst ihm auch sonst die komplette Krankheitsgeschichte darlegen.

    Allerdings gibt es m.W. keine Richtlinie, ab welcher Anzahl an Kranktagen eine Verbeamtung infrage gestellt würde. Wenn der Amtsarzt Zweifel bzgl. deiner künftigen Dienstfähigkeit hat, sollte er eher Facharztgutachten zu deiner chronischen Erkrankung erbitten. Was wäre, wenn du ihn selbst fragst, auf welcher Grundlage er das wissen und was daraus schlussfolgern will?

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