Beiträge von Quittengelee

    Ich musste eben mal bei Unser Lehrer Dr. Specht reingucken (1992). Hatte ich fast vergessen. Folge 1, Herr Specht erteilt einem chronisch kranken Schüler entgegen des Vaterwillens Flugstunden und Mitte-40-Jährige unterhalten sich darüber, ob man mit einer Abiturientin etwas anfangen sollte. Sonderbar.

    Die Kids sind genau dann in der Kita, wenn man selber in der Schule ist.

    Ist man zu Hause, sind die auch zu Hause. Und hab da mal einen egomanischen Fünfjährigen, dessen Charakter durch lebenslange falsch verstandene "gewaltfreie" Erziehung seiner Eltern derart versaut wurde, dass er jetzt im Halbstundentakt wahlweise Einrichtungsgegenstände demoliert oder die Nachbarschaft zusammenbrüllt, wenn etwas nicht nach seinem Kopf läuft :tot:

    Oskar, lässt du das bitte? Oskar, die Mama würde sich ganz doll freuen, wenn du damit bitte aufhören würdest. Ooooooskaaaar, ich zähle jetzt bis 20 mein Schatz und dann ist aber wirklich Schluss, sonst ist die Mama traurig... neunzeeeehn, zwaaaaahnziiig, Oskar!

    Ich wohne inmitten von jungen Familien :tanz:

    Nicht gegen dich persönlich! Ich finde der Ruf nach dem Arbeitgeber passt hier nicht, da der Nachteil des Lärms bzw. "un"ruhigen Arbeitens eben von dir in deinem für dich insgesamt sehr befriedigenden Gesamtpaket eingepreist sein sollte.

    Das sehe ich anders. Wir haben uns das Homeoffice ja nicht ausgesucht. In jedem anderen Beruf, in dem man für seine Arbeit ein Büro braucht, bekommt man dieses gestellt.

    Ist bei Lehrkräften anders, das weiß 'man' wenn man den Beruf ergreift zwar, hat aber natürlich zunächst keine Ahnung, was das am Ende bedeutet. Insofern finde ich nicht verkehrt, dass "nachwachsende Lehrpersonen" das Thema ansprechen und immer wieder fragen: warum ist das eigentlich so?

    Im übrigen, für die, die es seltsam finden, dass jemand einen Büroraum mietet oder darüber nachdenkt: jeder, der ein Einfamilienhaus besitzt, hat mindestens einen Raum für Schulkram reserviert, Regale mit Material, Schreibtisch, natürlich privater PC, ggf Kisten im Keller. Wer in einer Mietwohnung wohnt, hat das aller Wahrscheinlichkeit nach nicht. Werden 1 oder 2 Kinder geboren, ist die Bude voll, deswegen mag aber nicht jeder umziehen. Weil, erstens Wohnung schön, zweitens Bestandsmiete (an die Eigenheimbesitzer: die hat sich verdoppelt in den letzten Jahren) und "amtsangemessen" heißt nicht, dass jede*r Beamte sich eine größere Wohnung leisten kann, weil nicht jeder Beamte alleinstehend oder "kinderhabend" (wie heißt das korrekt?) und mit einer verbeamteten Person verheiratet ist.

    Ich bin ja sonst sehr für Strategievermittlung, aber bei deinen Überlegungen fehlt mir das Kindliche, der Bezug zur Klasse. Wenn ich 8-Jährige zum Zuhören bewegen will, überlege ich erst mal, was sie gerne hören würden und wie ich das als Lehrperson darbiete. Z.B. in die Stadtbücherei gehen und in Kinderbüchern blättern oder eines auswählen, das ich selbst als Kind geliebt habe.

    Es sind Kinder, die man mit Budenzauber begeistern kann, sie spielen gerne Theaterszenen, wollen basteln, malen, unterhalten sich mit Handpuppen oder schreiben Briefe ans Klassentier...

    Außerdem hilft es und ist auch üblich, in einer Unterrichtseinheit zu denken und nicht als erstes den Fokus auf eine einzelne Stunde zu legen. Im Praktikum muss man das so machen, da hat man nur dieses Zeitfenster, im Ref ist man Lehrerin oder Lehrer und muss anfangen, das Schuljahr zu überblicken. Das hat den Vorteil, dass man von gröberen Zielen zu immer feineren kommt.

    Der nächste Aspekt sind die Lernvoraussetzungen deiner Klasse in Bezug zum Lernziel. Ich unterrichte Förderschüler, daher neige ich dazu, Kinder mit durchschnittlichem Leistungsvermögen zu unterschätzen. Menschen die von der Uni kommen neigen dazu, Kinder zu überschätzen.

    Wenn du Ziele festgelegt und Lernvoraussetzungen bestimmt hast, kannst du Mittel und Wege (aka Methoden und Material) finden, erste zu erreichen. Das kann man in Mathe sehr fein aufdröseln, in Deutsch ist das schwieriger, finde ich, daher unbedingt Didaktikbücher besorgen und Aspekte, die du diagnostizieren/beobachten/ermitteln willst, herausarbeiten.

    Was sagt dein Seminar? Deine Mentorin (mwd)?

    Mit der Einführung der dreijährigen Schuleingangsphase wurde damals die Abschaffung der Schulkindergärten begründet. Kinder solten direkt in der Grundschule gefördert werden, und das möglichst schon mit 5 Jahren.

    Wobei es theoretisch die bessere Förderung wäre, da Grundschullehrkräfte statt Erzieherinnen und Erzieher dafür zuständig wären. Nur wenn am Ende alles zusammengekürzt wird, ist es wie mit "Inklusion", tolle Idee, aber...

    Ich Depp habe an der falschen Stelle im Internet meine Daten hinterlassen und werde jetzt mit Werbung überflutet. Anrufe, SMS, Mails und es hat offenbar keinen Sinn, jeden einzelnen 'Newsletter' abzubestellen, teilweise geht auch nicht mal das.

    Jemand eine Idee, wie ich die wieder loswerde bitte, bitte?:explodier:

    Es gibt schlechte Menschen, egal welches Geschlecht und nun?

    Ach darum geht es. Ja natürlich, Männer sind nicht schlechter als Frauen. Das ändert aber nichts an strukturellen Unterschieden, die nach wie vor bestehen, das musst du nicht persönlich nehmen.

    "Laut dem Statistischen Bundesamt waren rund 2,15 Millionen Mütter und etwa 462.000 Väter im Jahr 2021 alleinerziehend in Deutschland." (Statista. de)

    Wer ist statistisch gesehen eher von Altersarmut betroffen, was vermutest du?

    ...Muss ich jetzt zum Orthopäden?

    Wenn der helfen kann? :lach:

    Interessant finde ich den etwas trotzig anmutenden Kommentar einiger Gesprächsteilnehmenden, sie sagten jetzt "Schülerinnen und Schüler" sowie "Lehrperson", aber der Glottisschlag käme ihnen nicht über die Lippen bzw. Kehle. Weil: genau das war ja intendiert, dass wir darüber nachdenken und miteinander reden und sich dann neue Wege finden.

    Wenn viele Menschen auf "Lehrkraft" ausweichen, ist aus Sicht derer, die die Diskussion angestoßen haben, viel erreicht.

    Aus Sicht derer, die sagen, das grammatische Geschlecht habe nichts mit dem biologischen zu tun und mit der Betonung "Schülerinnen und Schüler" weise man überhaupt erst daraufhin, dass bei "Schüler" nicht alle gemeint waren, haben weiterhin ein Problem. Ich denke aber, der Zug ist abgefahren, die Diskussion ist nun nicht mehr zu stoppen.

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