Wie bereits gesagt, mich hat noch keiner drum gebeten, Gymnasiasten zu inkludieren.
Damit dürfe doch alles gesagt sein.
Was ist denn damit gesagt? Dass sich Eltern von Kindern, die das Gymnasium besuchen, noch niemals Gedanken darüber machen, was es noch für Schularten gibt? Das wissen doch nicht mal viele Kolleg*innen so genau.
Ich habe z.B. darüber nachgedacht, ob schwache Hauptschüler*innen bei uns in der L-Schule nicht besser zu inkludieren wären, damit diese durch engmaschigere Begleitung ihren Abschluss schaffen.
Dass 'unsere' L-Kinder ohne Frühstück kommen oder sich nicht so lange konzentrieren können, ist noch lange keine Legitimation für einen eigenen Schultyp.
Gibt's wirklich hieb- und stichfeste Zahlen, dass Förderschüler*innen sich weniger ausgegrenzt fühlen oder leichter einen Abschluss schaffen als SuS in der Inklusion? Wer aus deren Sicht argumentiert und sicher ist, was für "sie alle" das Beste ist, der könnte mal nach Belegen für diese Idee fahnden. Gymshark z.B., worauf fußt deine Überzeugung, was für andere das Beste ist?
Ich fände es spannend, wenn wir in der Diskussion mal versuchen, nicht unser Bild zu festigen, dass wir als Lehrpersonen sowieso haben. Klar ist es chillig, dass wir in der Förderschule Zeit für Frühstück und Morgenkreis haben. Aber warum sollte das ein Gymnasiast nicht? Mein jüngstes Kind (Gym) lernt den Kram mit links, hat einen IQ von knapp 130, geht aber ungern in die Schule. Mehr Zeit und Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse, die pubertierende Kinder in Krisen haben, würden seinen Lernerfolg nicht schmälern, im Gegenteil. Würde das Kind, statt sich 7 Stunden am Stück frontal durch irgendwas durchzugähnen, gemütlich frühstücken und könnte dann individuell an einem Thema intensiv arbeiten, wäre es kein Problem, den Stoff zu schaffen und ne nette Zeit zu haben und trotzdem neben Jugendlichen mit Behinderung den Vormittag zu gestalten. Lasst uns doch mal mehr zumindest probehalber mehr Ideen wagen als "geht nicht, will ich nicht, kann ich nicht, kann ich mir nicht vorstellen"
Und aus Lehrersicht: der Stress, den Gymnasialkolleg*innen offenbar empfinden, ist der nicht systembedingt, weil 45min-Takt, weil große Klassen, weil Korrekturfächer, weil Stoffülle statt Intensität der Auseinandersetzung mit spannenden Themen?
Dass Inklusion so nicht funktioniert, wissen wir doch alle, wirklich alle. Legitimation für Segregation ist das allein aber nicht. Ob es Förderschüler*innen in der Förderschule besser geht, ob sie dort eher Abschlüsse schaffen, ob sie weniger Ausgrenzung erfahren etc.pp., das wurde hier noch keinmal ernsthaft angesprochen.