Beiträge von Quittengelee

    Und genau deswegen ist man als Gymnasial-, BBS- und Realschullehrkraft und sonstige (die ich nicht vergessen möchte, aber evtl. nicht auf der Rechnung habe) für eine Abordnung an eine Förderschule bzw. für angemessene Inklusion nicht einfach so geeignet.

    Das war ja wohl der Ausgangspunkt in diesem Thread, wenn ich mich recht erinnere - bin schon so alt😉

    Nein, der Ausgangspunkt war, dass ein Kollege schrieb, es sei eine Zumutung, mit Behinderten zu arbeiten. Und darauf entgegnet wurde, dass dies ein gruppenbezogen menschenfeindlicher Kommentar sei.

    Dass man keine Lust hat, an einer G-Schule zu arbeiten oder sich nicht qualifiziert dafür fühlt, wurde ausdrücklich nicht kritisiert.

    Jetzt geht es gerade darum, ob man sich überhaupt eine Schule in seiner Fantasie vorstellen kann, die inklusiv arbeitet. Aber das möchten die meisten hier nicht tun.

    Ich kann es nachvollziehen, dass ihr das optimal gestalten wollt. Das Argument der eigenen Erholung finde ich allerdings seltsam. (...oder ungeschickt formuliert?) Sollten nicht die Kinder im Mittelpunkt stehen?

    Wahrscheinlich missverstanden, sie schreibt, dass sie nicht zu Hause rumhängen und sich erholen könnte, wenn ihre kleinen Kinder weg wären.

    Im übrigen ist es anstrengend, zwei kranke Kinder zu haben. Mit schwerem Asthma zum Beispiel sitzt du das ein oder andere Mal in der Notaufnahme oder hast den Rettungsdienst zu Hause, der dem zu ersticken drohenden Kind Adrenalin verabreicht. Bis du überhaupt weißt, was dein Kind hat und wie man damit umgehen muss, rennst du zu Fachärzt*innen, tappst in Unsicherheit und das meist buchstäblich im Dunklen (besonders Scheiße geht es Kindern nämlich immer nachts.)

    Und noch mal, das ist keine Mutter-Kind-Kur, dort bekäme die Mutter die Unterstützung/Behandlungen und die Kinder gingen begleitend mit.

    In einer Kinderreha musst du pünktlich diverse Anwendungen aufsuchen und daneben warten während du das andere Kind bespaßt, isst im Speisesaal mit 50 anderen Kindern und deren Eltern zu bestimmten Uhrzeiten, sitzt abends mit Babyphon in einem Wartesaal... (Ganz großer Spaß: bei uns ging noch ein Magen-Darm-Infekt um, da hat dann jeder isoliert auf dem Zimmer sein müssen.)

    Es ist eine Schande, dass Eltern von chronisch kranken Kindern zusätzlich mit Behörden und Kassen zu kämpfen haben. Toll wäre, wenn sie wenigstens von anderen Eltern keine Moralpredigten bekämen. Unterstützung oder Verständnis erwartet man eh nicht. Andere wissen einfach nicht, was das alles bedeutet, können es auch nicht wissen.

    Wie bereits gesagt, mich hat noch keiner drum gebeten, Gymnasiasten zu inkludieren.

    Damit dürfe doch alles gesagt sein.

    Was ist denn damit gesagt? Dass sich Eltern von Kindern, die das Gymnasium besuchen, noch niemals Gedanken darüber machen, was es noch für Schularten gibt? Das wissen doch nicht mal viele Kolleg*innen so genau.

    Ich habe z.B. darüber nachgedacht, ob schwache Hauptschüler*innen bei uns in der L-Schule nicht besser zu inkludieren wären, damit diese durch engmaschigere Begleitung ihren Abschluss schaffen.

    Dass 'unsere' L-Kinder ohne Frühstück kommen oder sich nicht so lange konzentrieren können, ist noch lange keine Legitimation für einen eigenen Schultyp.

    Gibt's wirklich hieb- und stichfeste Zahlen, dass Förderschüler*innen sich weniger ausgegrenzt fühlen oder leichter einen Abschluss schaffen als SuS in der Inklusion? Wer aus deren Sicht argumentiert und sicher ist, was für "sie alle" das Beste ist, der könnte mal nach Belegen für diese Idee fahnden. Gymshark z.B., worauf fußt deine Überzeugung, was für andere das Beste ist?

    Ich fände es spannend, wenn wir in der Diskussion mal versuchen, nicht unser Bild zu festigen, dass wir als Lehrpersonen sowieso haben. Klar ist es chillig, dass wir in der Förderschule Zeit für Frühstück und Morgenkreis haben. Aber warum sollte das ein Gymnasiast nicht? Mein jüngstes Kind (Gym) lernt den Kram mit links, hat einen IQ von knapp 130, geht aber ungern in die Schule. Mehr Zeit und Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse, die pubertierende Kinder in Krisen haben, würden seinen Lernerfolg nicht schmälern, im Gegenteil. Würde das Kind, statt sich 7 Stunden am Stück frontal durch irgendwas durchzugähnen, gemütlich frühstücken und könnte dann individuell an einem Thema intensiv arbeiten, wäre es kein Problem, den Stoff zu schaffen und ne nette Zeit zu haben und trotzdem neben Jugendlichen mit Behinderung den Vormittag zu gestalten. Lasst uns doch mal mehr zumindest probehalber mehr Ideen wagen als "geht nicht, will ich nicht, kann ich nicht, kann ich mir nicht vorstellen"

    Und aus Lehrersicht: der Stress, den Gymnasialkolleg*innen offenbar empfinden, ist der nicht systembedingt, weil 45min-Takt, weil große Klassen, weil Korrekturfächer, weil Stoffülle statt Intensität der Auseinandersetzung mit spannenden Themen?

    Dass Inklusion so nicht funktioniert, wissen wir doch alle, wirklich alle. Legitimation für Segregation ist das allein aber nicht. Ob es Förderschüler*innen in der Förderschule besser geht, ob sie dort eher Abschlüsse schaffen, ob sie weniger Ausgrenzung erfahren etc.pp., das wurde hier noch keinmal ernsthaft angesprochen.

    Wirklich inklusiv wäre nur eine Gemeinschaftsschule mit entsprechenden Bedingungen. Hamwer nich, also hamwer auch keine Inklusion.

    Woher die irrige Annahme kommt, dass eine Realschule besser geeignet wäre als ein Gymnasium, zeigt m.E. einfach nur, dass jeder in seinem eigenen Saft schwimmt und die Bedingungen anderer Schularten überhaupt nicht kennt. Weil nein, Realschulen sind tatsächlich nicht ein kleines bisschen geeigneter, Kinder mit Behinderung zu beschulen. Dort herrscht weder Klassenleiterunterricht noch ist der Stoff so, dass jeder leichter Frontalunterricht und Lehrplan folgen könnte. Im Gegenteil, diese Schulart hat mit mehr Verhaltensproblemen, anderen Muttersprachen und Lernschwierigkeiten zu tun, sie hat dadurch also eher weniger Kapazitäten.

    Die Frage, die Seph stellt, sollte man natürlich stellen dürfen: wie ist die grundsätzliche Sichtweise auf Gesellschaft? Und wieso sind die Bedingungen in einem der reichsten Länder der Welt nicht so, dass kleine Lerngruppen und ausreichend Personal zur Verfügung stehen? Aber solange Schulen unsaniert sind und nicht mal für das jeweilige Lehramt genug Lehrkräfte da sind, braucht man nicht weiter überlegen. Das ist aber nicht die Schuld der hier Anwesenden, die in ihren Klassen alles tun, um die dort Lernenden gut zu unterrichten. Es ist eine gesellschaftliche Frage.

    Rein theoretisch haben manche Kinder Förderbedarf und andere nicht. Also können Schulen jemanden mit Förderbedarf bewusst integrieren, jemand mit Haupt-/Realschulempfehlung nicht.

    Und genau das ist das Problem, an Gymnasien mag es Präzedenzfälle geben, bei denen ein Kind mit Förderbedarf (zum Beispiel das Kind mit Downsyndrom) inklusiv beschult wird. Was Oberschulen aber leisten müssen, ist, neben dem ganz normalen Unterricht, 5 Verhaltensauffällige und 5 Lernschwache je Klasse plus die SuS, die offiziell einen anerkannten Förderbedarf haben zu beschulen. Das bringt zu viele Probleme, die Schulen haben überhaupt keine Lobby. An Gymnasien sitzen ganz andere Elternverbände.

    Also wenn irgendwo das passiert, was man landläufig unter Inklusion versteht, dann ist es am Gymnasium, das medienwirksam ein Kind mit Förderbedarf inkludiert. Die eigentlichen Probleme in diesem Bereich gibt's wirklich an anderen Schularten.

    Wieder mal tolle Kommunikationskultur, erst irgendwas behaupten und dann den User blockieren, natürlich nicht ohne das vorher lautstark zu verkünden. Super Gesprächsgrundlage, aber wie du magst.

    Kris24, was Plattenspieler schreibt und warum, musst du ihn fragen. Vielleicht geht es darum, dass sich alle Schularten die 'zu inkludierenden' Kinder aufteilen sollen und sich nur das Gymnasium raushält. Es ist tatsächlich für Realschullehrkräfte und Grundschullehrerinnen ebenso viel Arbeit, etwas Passendes bereit zu stellen. Und ich sage ausdrücklich nicht, dass ich finde, dass LB-Kinder in Oberschulen gut aufgehoben sind, sie sind dort aber nicht besser aufgehoben als an einem Gymnasium.

    Nein, ihr habt 100 x geschrieben, dass Förderschüler am Gymnasium zu inkludieren seien, dass wir jedem alles erklären können müssen und dass es kein Problem sei, wenn Sek II Lehrpersonen an eine Förderschule abgeordnet werden,

    Das ist nicht wahr. Das habe ich nicht geschrieben. Wieso behauptest du das? Das ärgert mich. Dass du irgendwas behauptest, was irgendwer woanders angeblich geschrieben hätte.

    Ich äußere mich selten zu Inklusion, weil das, was Inklusion genannt wird, keine ist. Braucht man nicht immer und immer wieder durchkauen, finde ich. Außerdem will ich an einer Förderschule arbeiten, hab ich mir so ausgesucht.

    Es ging um den Ausdruck, den Kollege state of trance verwendet hat und auch nicht geneigt war, ihn zu revidieren.

    Was ist denn das Problem, du WILLST offenbar irgendwas razslesen, was keiner geschrieben hat?

    Edit: außerdem ging es im Ausgangspost auch um den Begriff des Rassismus in einem anderen Thread. Ich fand den Begriff dort nicht passend, andere schon. Dann wurde dort darüber gesprochen und gut wars.

    Wo ist der Sinn, in einem anderen Thread zu behaupten, alle anderen User würden immer alle anderen User als Rassisten beschimpfen? Bleibt doch einfach bei dem Kommentar, auf den ihr euch bezieht.

    Quittengelee Hör mal auf mit deinem "man" und "die". Kack die Personen, die dir auf den Keks gehen, direkt an oder blockier sie.

    Ich werde es mir merken. Andere User möchten nicht zitiert werden, weil sie es für eine Lüge halten, wenn man sich auf eine konkrete Aussage bezieht.

    Dann also dasselbe an dich:

    Zuletzt durfte sich jemand als Hosenscheisser beleidigen lassen. Der Beitrag wurde nicht mal entfernt, keine Konsequenz für die Userin. Es ging ja gegen den "Richtigen". Wer keine Förderschüler unterrichten will ist neuerdings mit Zustimmung der Moderation ein Menschenfeind. "Neutral" geht offensichtlich anders.

    Behaupte bitte nicht etwas über andere, schreibe sie direkt an.

    1. Der von mir so Beleidigte hatte mich vorher mehrfach in anderen Threads beleidigt, das weißt du vielleicht nicht. Meine Bitten an die Moderation gingen vorher ins Leere, der Beitrag war also eine Retourkutsche. Von mir aus kann der entsprechende Fred komplett gelöscht werden, ist mir aber egal, ich moderiere nicht.

    2. Das hat nie einer geschrieben, ich hoffe, es ist inzwischen durchgerungen. Wenn nicht, kann ichs auch nicht ändern, ich mag jetzt nicht mehr vermitteln.

    Guten Rutsch

    In jenem Thread ging es um die Aussage, dass es eine Zumutung sei, mit Kindern mit Behinderung zu arbeiten. Und ja, wenn eine Pflegekraft sagen würde, es sei eine Zumutung, in der Onkogie eingesetzt zu werden (und NICHT sich nicht ausreichend qualifiziert zu fühlen, Angst davor zu haben oder whatever) dann fände ich den Kommentar menschenverachtend.

    Bepöbelt wurde übrigens niemand, es wäre hilfreich, im Thread selbst auf einen Kommentar einzugehen und nicht alle Nas lang etwas woanders aufzuwärmen, wo es kontraproduktiv ist und nur dazu dient, seine eigene angeblich so tolle Kommunikationskultur zu lobhudeln.

    Inwiefern dieser Thread zur gelingenden Kommunikation beiträgt, könnte der TE mal bitte noch ergänzen.

    Ich schlage unterdessen vor, dass weniger Verwirrtsmileys und Lachsmileys verteilt werden, die sind nämlich durchaus nicht besser, als darauf irgendwann mit einem wütenden, dahingetippten Begriff zu reagieren.

    Interessant finde ich, wer sich selbst für total deeskalierend oder stets objektiv hält. Das sind natürlich nie die, die es wirklich sind, die starten nämlich nicht solche Fäden und wärmen auch nicht Sachen auf, die 7 Jahre her sind. Es sei denn, sie sind davon so verletzt, dass es eben für sie noch nicht geklärt ist. Dann erhebe man sich aber bitte auch nicht über andere, die sich angegriffen oder verletzt gefühlt haben. Fasse sich gerne jeder an seine eigene Nase.

    "Zumindest ein Teil dieser Unterschiede im Russland-Bild scheint kulturell begründet zu sein. Danach gefragt, ob man sich mit Blick auf Kultur, Mentalität und Geschichte eher zu den USA oder zu Russland hingezogen fühlt, gibt in West- wie in Ostdeutschland zwar knapp jeder Zweite an, weder dem einen noch dem anderen Land besonders nahe zu stehen. Allerdings fühlen sich in Ostdeutschland mit 25 Prozent dreieinhalb Mal mehr Wahlberechtigte kulturell zu Russland hingezogen als in Westdeutschland (7 Prozent). In den alten Bundesländern wiederum stehen mit 42 Prozent beinahe zwei Mal so viele den USA nahe wie im Osten der Republik (23 Prozent)."

    Das sind nicht alle, das stimmt. Inzwischen wachsen ja auch neue Generationen heran. Aber es ist doch erstaunlich, wie sehr Kindheit und Erziehung auch in dieser Frage prägt. Wäre dem nicht so, müsste man sich keine Sorgen um die russische Jugend machen, die können auch alle selbst denken.

    Ist das so?

    Ich denke es ist eher ein Reflex der USA zu misstrauen.

    Ja klar, Reflex, davon rede ich ja. Guck z.B. in die verlinkte Umfrage, es ist nicht nur meine Wahrnehmung. Es macht halt einen Unterschied, ob du von Kindesbeinen an hörst, dass die Sowjetunion dein Brudervolk ist und der Westen ein imperialistisches Arschloch oder ob die Erzählungen sind, dass russische Kriegsgefangenschaft die schrecklichste ist, es in Russland flächendeckend nicht mal WC und Wasserhähne gibt und die USA der Befreier mit den Rosinenbombern ist.


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