Beiträge von Quittengelee

    Eigentlich müßte man bei dem aktuellen Lehrermangel die Kinderzuschläge doch ersatzlos streichen oder gar noch Besoldungskürzungen einführen, weil KuK mit Kindern in Erziehungsurlaub und Teilzeit gehen und damit deren Deputatsstunden für den Unterricht nicht mehr zur Verfügung stehen.

    Nur mal so als Denkanstoß, weil praktisch alle Schulministerien in Deutschland ja aktuell die Daumenschrauben anziehen, um aus dem Pool der bestehenden KuK mehr Unterrichtsstunden herauszupressen.

    Dass das unlogisch ist, wurde doch nun in zahlreichen Threads erklärt. Wenn dir dein Sold nicht hoch genug ist, bleibt dir immer noch die Entlassung aus dem Dienst, es gibt bestimmt Stellen, auf denen du nach Leistung bezahlt wirst und dann besser verdienst.

    ...Bei denen, die in der Schule blieben (also Mittelschule) war der Tenor - endlich werden die Klassen kleiner und endlich das Tempo geringer. Davon sind eigentlich alle gut durchgekommen - etliche mit dem erweiterten Abschluss nach der 10. Klasse
    Von denen, die auf die Realschule gingen, sind ca. 20 % entweder noch nach der 5. Klasse auf das Gym gewechselt, oder haben (für sie entspannt) die mittlere Reife gemacht und sind dann über die Einführungsklasse ins Gymnasium gekommen. Haben also zu dem Zeitpunkt schon G9 wieder gemacht.

    Klingt so, als ob sowohl die Realschule als auch die Mittelschule ein Ort des Lernens und der Förderung in kleinen Klassen sei. Das ist schon mal ein Pluspunkt.

    Da du von deinem Umfeld sprichst: Gibt es denn in selbigem Menschen aus sozial schwachen Verhältnissen?

    Was kann ich hier tun? Was kann ich raten?

    Zunächst würde ich fragen, was die Mutter bereits versucht hat. Dann um fachärztliche Gutachten bitten, ggf. den Amtsarzt einschalten durch Schulleitung (guck in die Schulbesuchsregelungen deines Bundeslandes, es gibt so ein paar Vorgaben zur Schulpflicht und auch Verfahren bei Absenz, chronischen Erkrankungen usw. allerdings sehr wenige).

    Edit: Ggf. möchte sich die Mutter ans Jugendamt wenden, bzgl. externer Beschulung. Zum Beispiel bei Schulangst geht sowas.

    ...Muss ja ab und an stehen bleiben und an der Wiese kauen.

    Ohje, du musst ja Schuhe und Einlagen gleich vierfach bezahlen! :grimmig:

    Danke an alle, ich sehe, die Meinungen und Erfahrungen gehen auch hier auseinander. Wahrscheinlich tut man gut daran, verschiedene Optionen auszutesten und beizubehalten, was gut tut:)

    Was ich seltsam finde: Wenn man barfuß rennt, kommt man mit den Zehen zuerst auf. Sobald man Schuhe anhat nicht mehr. Es erscheint natürlich logisch, dass ein Marathon auf Teer barfuß nix wird. Ich wundere mich trotzdem.

    Quittengelee wird eher an die Studien "glauben", die zeigen, dass ein stark differenziertes System schlecht im Sinne der Bildungsgerechtigkeit ist, ich werde eher an die Studien "glauben", die das Gegenteil zeigen. Weil es in meiner anekdotischen Welt Sinn macht.

    Wenn es mehrere Studien gibt, die klar darauf hinweisen, dass das dreigliedrige Schulsystem gerechter ist, kann ich das schon glauben. Die Idee ist aber recht neu m.E. und letztlich bislang auch nur eine Schlussfolgerung, weil man Bundesländer miteinander verglichen hat, deren Bildungsempfehlung noch (ziemlich) bindend ist. Diese Bundesländer haben aber auch andere Faktoren gemeinsam.

    Es erscheint mir bislang deswegen kaum glaubhaft, weil ich verschiedene Schularten von innen kenne, sowohl als Lehrkraft als auch als Elternteil. Und ich sehe ja mit eigenen Augen, welche soziale Schicht sich wo sammelt. Ist ja nicht so, dass man nicht nach 5 min Gespräch oder bereits an der Arbeitskleidung und den Frisuren erkennen würde, aus welchem Stadtviertel und welcher 'Schicht' jemand kommt.

    Die Zahlen müssten schon eindeutig sein, die darlegen, dass sozialer Aufstieg im dreigliedrigen Schulsystem einfacher ist als in einem heterogenen, um zu überzeugen. Wenn sie das sind, lass ich mich trotz meiner alten Tage gern überzeugen.

    Was jedoch m.E. die Ungleichheit im 3-gliedrigen System zementiert, ist der Zustand der Mittel- bzw. Oberschulen. (Also nicht Realschule, Kleinstadt, sondern Haupt- und Realschule, Großstadt.) Große Klassen, mehr Verhaltensauffälligkeiten/Unterrichtsstörungen, mehr ungelernte Quereinstieger, mehr Unterrichtsausfall, mehr Daz-SuS usw. sorgen für schlechtere Lernbedingungen. Würde im Lockdown noch mal sehr deutlich.

    Homogenität und endlich-sind-alle-auf-ihrem-Lernniveau-daher-kann-man-viel-besser-fördern etc. ist m.E. ein Wunschtraum, der seit der Erfindung der Hauptschule besteht aber nicht aufgeht.

    Aber wie gesagt, wenn es noch mehr Studien gibt, die obige These belegen, gerne hier teilen.

    Ich würde auch auf jeden Fall einen Fachanwalt (Arbeitsrecht? Beamtenrecht?) bemühen. Allein für die emotionale Unterstützung, weil jemand für deine Rechte eintritt. Aber auch sonst, es steht einiges auf dem Spiel und am Ende verpasst du irgendwas, Fristen o.ä. und dann wird es komplizierter und du brauchst doch einen Anwalt.

    Ansonsten natürlich vor allem alles Gute dir :troest:

    Ichbindannmalweg, der weitere verlinkte Artikel schreibt dazu:

    Kinder aus bildungsfernen Familien erhalten bei gleichen Fähigkeiten seltener eine Gymnasialempfehlung von den Lehrkräften als Kinder aus bildungsnahen Elternhäusern. Verstärkt das die Bildungsungerechtigkeit beim Übergang?

    Hartmut Esser: Diese Tendenz gibt es in der Tat. Deshalb wäre es ratsam, für die Übergangsempfehlung stärker Kriterien heranzuziehen, die die tatsächlichen kognitiven Potenziale abbilden. Diese sind über den gesamten Lebenslauf relativ stabil und weniger abhängig von einer vorübergehenden Verfassung, wie etwa bei den Klausuren oder Noten. Diese zusätzliche Information könnte die Unsicherheit der Lehrkräfte bei den Empfehlungen verringern.

    Es ist also möglich, dass eine Lehrperson nicht weiß, ob der Vater studiert hat, aber aufgrund der Kriterien ihrer Leistungsbewertung diejenigen besser bewertet, die bessere Unterstützung erfahren (Bsp: Hefter-Noten als Leistungskontrolle werten)

    Edit: wir reden hier ja aller Nas' lang über Leistungsbewertung, daher sind wir sehr sensibilisiert dafür, denke ich. Also jedenfalls denke ich auch nach einigen Jährchen im Dienst immer wieder darüber nach, was genau ich da eigentlich bewerte. Komplexes Thema...

    Ich versuche immer wieder, mit dem Laufen zu beginnen und gebe es recht schnell wegen Fußgelenkproblemen wieder auf. Ich weiß, dass man langsam anfangen muss, im Wechsel mit Gehen und dass es Stabilisierungsübungen diverser Muskelgruppen bedarf. Ich habe nun einen ordentlichen Betrag für einen Laufkurs ausgegeben, weil mir jemand dazu riet, um nichts falsch zu machen. Mein Gefühl nun dabei: der Anbieter möchte vor allem Schuhe, Einlagen und Laufuhren verticken und hat mehr Eigeninteresse als Überzeugung seiner Empfehlungen.

    Fragen: hat jemand von euch einen 3D-Scan von seinem Füßen anfertigen und daran Einlagen anpassen lassen? War es erfolgreich?

    Läuft jemand von euch mit klassischen orthopädischen Einlagen?

    Joggt ihr barfuß, auf dem Vorfuß, mit Hufen, sonst irgendwas ausgefallenem Hilfreichen?

    Muss man Fußgymnastik erlernen? Das Laufen ganz lassen und Radfahren? :sterne:

    Hier ein paar Links zum Thema "soziale Ungleichheit manifestiert sich an deutschen Schulen überdurchschnittlich im internationalen Vergleich". Sind zwar schon ein paar Jahre alt, aber offenbar immer noch aktuell und der Aufmerksamkeit würdig.

    https://www.boeckler.de/de/boeckler-im…fe%20zu%20Stufe.

    Die Laufbahn-Entscheidungen am Ende der Grundschulzeit fallen ins Gewicht, weil das dreigliedrige Schulsystem es nur selten ermöglicht, die einmal gefällte zu niedrige Zuweisung zu korrigieren. Zwar wechseln 14 Prozent der Schüler in der Sekundarstufe noch einmal die Schulform. Ein Aufstieg ist jedoch äußerst selten, er gelingt nur 3 Prozent der Schüler. Die Aufteilung in drei Schultypen erweist sich als wichtiger Verstärker der gesellschaftlichen Ungleichheit.

    Bei der Studie LAU 5 wurde zudem deutlich: Ein Kind, dessen Vater keinen Schulabschluss hat, muss erheblich besser sein als die anderen, um eine Empfehlung für ein Gymnasium zu bekommen. Es muss ein genauso hohes Leistungsniveau aufweisen wie ein Schüler, der eine Klasse überspringen darf. Hat der Vater Abitur, genügt schon eine Leistung unter dem Durchschnitt.

    Oder:

    https://www.bpb.de/themen/bildung…ungleichheiten/

    Zusammenfassend kann die aktuelle Forschungslage so resümiert werden, dass Kinder aus sozial weniger begünstigten Familien im Vergleich zu Kindern aus sozial privilegierten Elternhäusern

    1. über niedrigere schulische Kompetenzen verfügen,
    2. bei gleichen Leistungen von den Lehrkräften schlechter bewertet werden,
    3. auch bei gleichen Schulleistungen und Noten geringere Chancen auf den Erhalt einer Gymnasialempfehlung haben und
    4. bei gleichen Leistungen seltener auf ein Gymnasium wechseln (Dumont, Maaz, Neumann & Becker, 2014; Maaz & Nagy, 2009).

    Ansätze, dies bereits in der Lehrkräfte-Ausbildung zu berücksichtigen z.B. hier:

    https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-proj…und-fortbildung

    Um sozial benachteiligten Schüler:innen lernförderlich zu begegnen, ihre Potenziale zu heben, ihnen Selbstwirksamkeit und soziale Eingebundenheit zu vermitteln, bedarf es der Gestaltung habitussensibler Beziehungen.

    Du könntest mich mal zitieren, anstatt meine Worte zu verfälschen.

    Immer, Abend für Abend, Facharbeit schreiben?

    Ich habe das nirgendwo so geschrieben, auch nicht sinngemäß.

    Aber ich. Und du fragst, "darf man nicht auch einem Zehntklässler mal helfen?" Ja mein Gott, mach doch was du für richtig hältst. Ich hoffe einfach, dass irgendwas von der Diskussion hier beim einen oder anderen irgendwie verfängt und Notenwürfeln und Lesekisten in Heimarbeit mit Mutti bald Geschichte sind.

    OT aber in unserem Chemieunterricht gab es kein einziges Schülerexperiment. Nie. Der Lehrer hat irgendwas in irgendwas anderes geworfen und dann hat's gezischt, ansonsten hat er sexistische Bemerkungen gemacht. Schade, ich fand Chemie eigentlich interessant.

    Zum Thema Arbeitszeit wundere ich mich, dass nie die Kolleg*innen am meisten klagen, die Korrekturfächer haben, die sind nämlich die eigentlich gearschten, die wirklich ständig arbeiten. Auch in den Ferien.

    Hallo zusammen,

    mich würde es interessieren, ob man als Lehrer wirklich viel mehr Freizeit hat, als in Berufen, in denen die gesetzlichen 30 Tage gelten. Ich bin mir bewusst, dass es auch sehr unterschiedlich sein kann und Faktoren wie Korrekturaufwand (je nach Fächerwahl) und Unterrichtsvor- und nachbereitungen (je nach dem wie perfektionistisch man hier ist) einen viel größeren Zeitraum einnehmen als es auf den ersten Blick scheint.

    Aber vor allem als Sek1 Lehrer (teilweise weniger Korrekturaufwand) müsste man doch, wenn man seine Materialien beisammen hat und viel mit Schulbüchern arbeitet, die Zeit in den Herbst,-Winter- und Osterferien als freie Zeit nutzen können oder sehe ich das falsch ?

    Die Präsenszeit an Schulen für Sek1 Lehrer beträgt ca. 28 Stunden (je nach Bundesland unterschiedlich). Vollzeit sind eigentlich 40 Stunden. Man hat wöchentlich eine Differenz von 12 Stunden, in denen man auch vieles erledigen kann und somit doch Freizeit haben müsste.

    Auch wenn das ein kontroverses Thema ist, da es auch verständlich ist, dass die wenigsten Lehrer ihre Arbeit als „entspannt mit viel Freizeit“ einstufen wollen, wäre ich froh, ehrliche Einblicke bekommen zu können.

    Überlegst du denn immer noch, ob du Lehramt studieren sollst? Vielleicht erzählst du mal was über deine Beweggründe, hier derlei Fragen zu stellen, damit wir deine Beiträge einordnen können.

    Zur Ausgangsfrage: wie du bereits schriebst, es kommt auf 101 Parameter an.

    Mathematiker usw. schreiben keine Hausarbeiten, dafür haben sie eine Menge Hausaufgaben und wenn Sohn mal alle paar Wochen hier ist, kann es sein, dass er beim Bearbeiten der Aufgaben mal ein Problem hat und dann fragt er. Mein Mann strahlt, zückt seine Uraltschinken und freut sich, wenn er das noch kann. Zu 98% studiert unser Sohn aber allein.

    Er könnte das mit Sicherheit auch selbst lösen, aber er mag es, sich mit dem Papa auszutauschen.

    Also, ganz normal halt. Im Beitrag, auf den du dich beziehst, ging es um die Mutter, die mit ihrem Zehntklässler Abend für Abend sitzt und lernt und Facharbeit schreibt.

    Komm, cool me down please.

    Du wolltest doch schon weiter oben meditieren gehen. Und solange du hier verteidigst, wenn Eltern ihren Kindern den Arsch hinterhertragen, um gute Noten zu erschleichen, solange werde ich antworten, dass das falsch ist und soziale Ungleichheit zementiert.

    Lass es, man will dich missverstehen.

    Nein, ich verstehe sie recht gut, denke ich. Erstaunlicherweise war nur hinterher alles gar nicht so gemeint. Also ja, natürlich darf man mit einer 16 Jährigen mal lernen und es gibt bestimmt auch Lehrer, die 1en verschenken, um den Schnitt eines armen Kindes anzuheben. Problem existiert also einfach nicht. Case closed:aufgepasst:

    ...Was wäre denn die Alternative?

    Sag es uns. Was wäre denn z. B. die Alternative für jemanden, der nicht schwanger ist/werden kann/werden möchte, also der Großteil eines Kollegiums?

    Hätte ja sein können, das es hier Lehrerinnen gibt, die damit Erfahrungen haben

    Womit Erfahrung, Schwangere werden in Sachsen nicht mehr wegen Corona generell ins BV geschickt, das schrieb ich schon.

    Niemand wird dir zu einer Schwangerschaft raten, um eine Auszeit von der stressigen Klasse zu nehmen. Mütter schon gar nicht, die lesen nämlich, dass du jetzt schon am Anschlag bist und dich eigentlich krankschreiben lassen würdest, aber keine Lust hast, den Beamtenstatus zu gefährden. Was du am Ende gefährdest, ist eure Gesundheit. Sorry, wenn du das nicht hören willst.

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