Diskussion mit einem betrieblichen Ausbilder:
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Ehrlich gesagt finde ich es auch schade, dass kaum noch jemand richtiges Handwerk beherrscht und das weitergeben kann. Denn genau so funktioniert doch Ausbildung im Betrieb, man kriegt von Alten, Erfahrenen gezeigt und macht es so lange, bis es perfekt sitzt.
Dass Maschinen bestimmte Arbeitsgänge übernehmen, bedeutet für mich nicht automatisch, dass man den zugrundeliegenden Arbeitsschritt nicht können sollte. Oder sehe ich das falsch?
Z.B. der Kfz-Mechatroniker ist auch ein völlig anderer Beruf als vor 50 Jahren. Trotzdem finde ich es sinnlos, wenn die Mechaniker in den Werkstätten nur noch Auslesen können und ansonsten aufgeschmissen sind und nichts als großspurig Rumtönen, wenn man mit einem Ausfall am Auto dasteht. Und am Ende zahlt man 900 Eur für ein Bauteil, was angeblich ausgetauscht werden musste, was auf ebay 56 Eur kostet. Da lob ich mir den alten Mann mit seiner Hinterhofwerkstatt, der unser Auto repariert, möge er noch lange arbeiten und sein Wissen hoffentlich an Junge weitergeben.
Wie der Spagat zwischen alte und neue Techniken beherrschen zusammengeht, ohne dass eine Ausbildung 5 Jahre dauern müsste, weiß ich allerdings auch nicht. Im Lehrerberuf weiß ich das schon, da geht es immer ums Wie, das Medium ist bloß Mittel zum Zweck. Ich gebe anderen keine ungefragten Tips, aber in der Ausbildung erwarte ich bestimmte Dinge von Referendar*innen, da bilde ich eben aus und will sie guten Gewissens auf Schülergenerationen loslassen können.
Und ich bin mir selbst auch nach vielen Jahren im Job nicht zu schade, um von anderen Kolleg*innen zu lernen, völlig egal, wie alt sie sind.