Naja, diejenigen, die in Werkstätten arbeiten, haben keine Lobby und sind nicht in der Lage, für ihre Arbeitnehmerrechte zu kämpfen.
Diesen Zusammenhang kann ich daher nur bedingt nachvollziehen:
Mich stört auch massiv, dass beim Thema Inklusion wieder ausschließlich Körperbehinderte vorkamen. Die Darstellerin, die selbst auf den Rollstuhl angewiesen ist, ist bestimmt nicht das Musterbeispiel für jemanden, der in einer Behindertenwerkstätte arbeitet und keinerlei Chancen auf einen normalen Schulabschluss hatte (sie hat nebenbei selbst ein Studium absolviert). Es wurde aber so präsentiert.
Erwartest du Dankbarkeit von ihr oder wie genau meinst du das? Welche Hürden für die Person zu meistern waren, um dorthin zu gelangen, wo sie jetzt ist, die jeder ohne Behinderung nicht hatte, wissen wir nicht. Ich denke, es waren viele, die weit über die Stufe auf der Bühne hinausgehen.
Sie setzt sich offenbar für Menschen mit diversen Behinderungen ein und nutzt ihren Verstand dafür. Man kann ja schlecht verlangen, dass sie sich nur über fehlende Rollstuhlrampen zu beschweren hat.
Das Schulthema fand ich auch verkürzt. Zum Beispiel der Hinweis darauf, wie viele Förderschüler keinen Schulabschluss hätten. Gemeint war aber der Hauptschulabschluss und zwar unter allen FöS-Absolventen. Den erlangt ein Absolvent der GB-Schule natürlich nicht und ein LB-Schüler seltener als ein inklusiv beschulter LB-Schüler, auch weil diese tendenziell "fitter" sind. Wie viele ohne Abschluss von der Hauptschule gehen, wurde aber nicht genannt und das ist einigen Bundesländern eine erschreckend hohe Zahl.
Allerdings muss man fairerweise sagen, dass nicht mal in einem Forenkollegium fachliches Interesse am Thema Inklusion besteht. Da sind die meisten einfach froh, an ihrer Schulart zu unterrichten und möglichst nichts mit der Thematik zu tun zu haben. Und zwar über alle Schularten hinweg. Mich nicht ausgenommen, ich drücke mich auch vor den lächerlichen 'Inklusionsstunden', die einmal im Monat stattfinden, während die Kolleginnen an den Grund- und Oberschulen den ganzen Tag mit ihren Klassen klarkommen sollen, in denen natürlich nicht nur das eine Inklusionskind mit besonderen Bedürfnissen sitzt.
Der Hinweis auf die Politik, Wahlthemen der FDP und dass es am Ende doch wieder mangelndes Interesse der Mehrheit ist oder gar Angst, das eigene Kind könnte ausgebremst werden, das war jedoch ein harter und leider nicht ganz von der Hand zu weisender Schlusspunkt.
Also insgesamt überspitzt, zu wenig detailliert. Aber so ist halt Satire und doch wichtig, immer wieder mit der Nase darauf gestoßen zu werden, finde ich. Desinteresse und Berührungsängste sind einfach immer noch in weiten Teilen der Bevölkerung enorm.
