Beiträge von Quittengelee

    Dem Coronavirus sind wir ja nun ausführlich besprochen entgegengegangen, bzw. mittendurch oder drumherum, je nachdem.

    Was an gesundheitlichen Langzeitfolgen des Lockdown vor allem für Jugendliche zurückbleibt, wird derzeit erforscht. Offenbar haben sich durch die Isolation bei Jugendlichen in nennenswertem Ausmaß Gehirnstrukturen verändert, wie Psycholog*innen herausfanden, die eigentlich aufgrund einer anderen Studie eine Gruppe Jugendlicher vor und nach der Pandemie im MRT liegen hatten.

    https://www.bpsgos.org/article/S2667-…0142-2/fulltext

    Ja, ganz ehrlich, ich könnte das nicht. Hab auch keine Ahnung vom LP der Gymnasien. Abitur kann ich vorweisen, das reicht ja dann wohl, um Gymnasiasten zu unterrichten?

    Nein, aber dein Lehramtsstudium würde reichen. Man müsste halt ggf. fachfremd unterrichten, was nicht ideal ist, aber das funktioniert ja auch innerhalb des Kollegium. Ich wette, du oder ich würden das nicht schlechter machen als eine Gymnasiallehrkraft sich auf unsere SuS einstellen würde.

    Wir haben auch immer mal Quereinstieger*innen an der Schule und klar müssen diese sich an das Niveau und die Sprache unserer Klientel anpassen. Aber wer gelernt hat, Unterrichtsziele zu formulieren und bereit ist, sich in den jeweiligen Lehrplan einzuarbeiten, ist natürlich auch in der Lage, SuS einer anderen Schulart zu unterrichten.

    Das sieht man z.B. auch daran, dass wir hier Quereinsteigerinnen ins Berufsschullehramt Unterstützung bieten und Hinweise geben können, die universell gültig sind. Man muss nicht schon mal 18-jährige angehende Glasaugenbläser unterrichtet haben, um zu wissen, wie das prinzipiell geht.

    Also, wenn GS-Lehrkräfte Schüler mit unterschiedlichen Behinderungen inkludieren können und Gymnasiallehrer das auch, umgekehrt Förderschullehrkräfte aber keine Gymnasiasten inkludieren dürfen und können (von diesem Modell habe ich noch nie was gehört), dann zeigt das ja wohl klar auf, was von der Arbeit der Sonderschullehrer gehalten wird: nix.

    Ach, über das Sonderschullehramt wissen doch die wenigsten Bescheid. Und in der Gesellschaft wird ja generell davon ausgegangen, dass Lehrersein jeder kann. Es wollen halt trotzdem zu wenige machen. Müssen sich die Länder was einfallen lassen, um den Arbeitsplatz Schule attraktiv zu gestalten und ich vermute, das Thema Inklusion hat damit am allerwenigsten zu tun.

    Ich mag mich erinnern, was das für eine Empörung gab, als ich selbst als Moderation mal einen Thread geschlossen hatte als plötzlich Leute als Nazis beschimpft wurden, die absolut nichts geäussert hatten, was das gerechtfertigt hätte. Weder habe ich was gelöscht noch jemanden gesperrt, lediglich die Hysterie abgewürgt. Das war vor 7 Jahren schon zu viel und ich die Böse.

    Das Seltsame war damals, dass du zur Moderatorin erkoren wurdest, weil man dich offenbar für objektiv und 'moderat' hielt und kaum 5 min nachdem du im Amt warst, hast du erstmal im Kahlschlag durchgegriffen. So hat sichs offenbar nicht nur für mich angefühlt, aber lange ist's her.

    Und zur Präzisierung von Begriffen: es geht bei einer Äußerung, die ein anderer für menschenfeindlich oder rassistisch hält nicht darum, eine Person für menschenfeindlich oder rassistisch zu erklären. Da muss man klar unterscheiden.

    Und wo wurde deiner Meinung nach jemand beleidigt? Als ich deinen Hinweis bestätigte, dass du dich nicht mit der Ausbildung von Realschullehrkräften in Deutschland auskennst um die es aber ganz klar ging?

    Am Gymnasium scheitern so viele kognitiv abiturbefähigte Schülerinnen und Schüler an nichtfachlichen Kriterien. Hier kann eine Kompetenzerweiterung der Lehrkräfte dazu führen, dass alle das Abitur erreichen, die das verdienen.

    Welche Kriterien wären das?

    Die Frage ist doch, ob jeder das Abitur schaffen muss und wer es "verdient". Ich bin dagegen, immer mehr Kinder aufs Gymnasium zu lotsen und dann die Anforderungen zu senken, damit alle okaye Noten haben.

    Im Gegenteil, ich wäre froh, wenn die Realschule wieder den Stellenwert erhielte, der ihr gebührt und die Hauptschule einen bekäme, den sie leider nie hatte. Von mir aus könnte es daher ausschließlich Gemeinschaftsschulen bis Klasse 8 oder 10 geben und nur diejenigen, die lockerflockig die Oberstufe schaffen und diese auch schaffen wollen, weil sie alt genug sind, das für sich zu entscheiden, sollten diese auch besuchen, dann strömten in der Folge auch nicht mehr zu viele an die Uni, die spätestens nach dem Bachelor nicht mehr weiterwissen.

    Der Fachkräftemangel hat m.E. eine Ursache darin, dass wir als Gesellschaft Kindern und Jugendlichen vermitteln, sie seien nur etwas wert, wenn sie das Gymnasium besuchten, und das Erlernen eines Ausbildungsberufes unter ihrer Würde sei. Was wiederum damit zusammenhängt, dass wir nur Billigkram aus China kaufen und keine Handwerker*innen und Angestellte in heimischen Fabriken anständig entlohnen wollen. Paracetamol für 5ct je Tablette, Ikeamöbel und Kleidung von H&M müssen es natürlich sein, für die Besserverdienenden vielleicht eine teurere Marke, die ebenso in Asien produziert. So wird die Auswahl an attraktiven, gut entlohnten Berufen für Jugendliche ohne Abi immer kleiner.

    Und jede*r, der Kinder hat, kann mal kurz überlegen, ob er es nicht ganz genauso macht. Ich behaupte: Wenn die Gymnasialempfehlung auf der Kippe steht, hängt der Seelenfrieden der studierten Eltern ebenfalls ganz gehörig schief. Und vom Anmeckern der Kinder über Nachhilfeinstitute in Klasse 3 bis hin zu Beschwerden bei den Grundschullehrerinnen, die natürlich falsch bewerten, falsch unterrichten, Kinder falsch einschätzen und falsch fördern ist alles dabei.

    Und ich verstehe es durchaus sehr gut, eben weil das eigene Kind natürlich den höchstmöglichen Bildungsweg erhalten soll und weil nur noch das Gymnasium zählt und weil Mittel-/ Oberschulen zu viele verhaltensauffällige und lernunlustige Jugendliche SuS unterrichten, was mit 'Inklusion' nicht besser wird.

    Ein Teufelskreis also, aus dem es leider keinen einfachen Ausweg gibt. Weder den, dass Gymnasien jeden nervigen Schüler, der irgendwie Mehraufwand bedeutet, nach unten durchreichen, das verschärft nämlich jedes Mal die Situation der aufnehmenden Schulen und ihr Image. Noch den, dass einzelne Eltern durchkämpfen, ihr Kind mit Downsyndrom in eine Gymnasialklasse zu setzen.

    Manche Menschen sind von bestimmten Themen stärker betroffen als andere. Wenn jemand ein behindertes Kind hat, Benachteiligung statt Hilfe erfährt, transgender ist und auf offener Straße beschimpft wird oder die beste Freundin Kopftuch trägt und Ausgrenzung erfährt, reagiert man womöglich empfindlicher als andere, die in bilderbuchmäßigen Situationen leben, nichts auszustehen haben und dann hier rumtönen, dass Behinderte eine Zumutung seien oder Kopftuch verboten gehört. Da stecken nämlich mitunter sehr, sehr schmerzhafte, langjährige Erfahrungen dahinter.

    Wenn eine Aussage also menschenfeindlich oder rassistisch zu bezeichnen ist, dann ist das einfach so.

    Wenn du das im entsprechenden Kontext aber falsch oder überzogen findest, könntest du auch einfach nachfragen, oder dagegen argumentieren. Sonst ist dein Post nicht anders, eine weitere Keule des Rundumschlags.

    Über eine solche würde ich die SL auch informieren, i.d.R. wird sie das sonst ohnehin zeitnah über Dritte. Hier bietet es sich durchaus an, mit offenen Karten zu spielen.

    Nichts anderes schrieb ich.

    Der Wunsch, weniger zu arbeiten, deutet hier überhaupt nicht auf eine Minderleistung hin, sondern auf die Erkenntnis, dass eine dauerhafte Überschreitung der Wochenarbeitszeiten nicht haltbar ist und im gemeinsamen Gespräch nach einer sinnvollen Lösung gesucht werden soll.

    Weißt du nicht, darum ging es auch nicht. Es war ein Hinweis meinerseits, wie es möglicherweise bei der Schulleitung ankommen kann, wenn man eine Stelle aufgrund Überlastungserleben ablehnt, gleichzeitig aber ein anderes Amt mit wahrscheinlich höherer Funktion annehmen möchte. Es ist also ein Hinweis, sich ein paar Argumente zu überlegen, warum man die Stelle gerne hätte und denkt, dafür geeignet zu sein. Zu vermitteln, dass man der Schule und Arbeit dort entfliehen möchte, halte ich für keinen guten Bewerbungsgrund. Dass man das nicht im Amt sagt, ist klar, aber ich vermute, dass das Bild, das man bei der eigenen Schulleitung hinterlässt, nicht unwichtig ist.

    Reininterpretiert habe ich gar nichts, der von dir zitierte Satz, dass ich es traurig finde, wenn Menschen unsere Geschicke leiten, die "deutlich weniger zu tun haben als im Schulalltag", so der Kollege, der es wissen muss, ist auf solche bezogen, die das wissen und ausnutzen und ist natürlich getrennt von der/dem TE zu sehen, den ich nicht kenne. Deswegen schrieb ich deutlich und mehrfach von meinen persönlichen Erfahrungen.

    Edit: ich hätte meine Einlassungen freundlicher formulieren sollen, tut mir Leid. In der Sache sehe ich es aber so.

    Apfeltasche15 , du hast deiner SL gesagt, dass du ein Beförderungsamt nicht schaffst, da es dir zu viel Arbeit ist. Gleichzeitig möchtest du dich auf eine Stelle im Ministerium bewerben. Wie würde das für dich klingen, wenn du Schulleitung wärst?

    Und meiner ganz persönlichen Meinung nach, geht es bei Pöstchen nicht um Bestenauslese, sondern darum, sich mit den richtigen Nasen gutzustellen. Das ist natürlich auch mein ganz persönlicher Frust mit Vollpfosten in meiner zuständigen Behörde, die ihren Aufgaben nicht gewachsen sind oder keinen Bock darauf haben und die Stechuhr bemühen, was leider ganz konkrete Auswirkungen auf viele Menschen hat. Dafür kannst du natürlich nichts.

    Menschen machen halt unterschiedliche Erfahrungen und geben daher unterschiedliche Tips.

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