Beiträge von Quittengelee

    Ich finde es schlimm, dass Kliniken schon lange, jetzt auch Kinderkliniken heillos überlastet sind, es aber das Gesundheitsministerium nur peripher zu interessieren scheint. Ich finde es schlimm, dass eine Kollegin schreibt, Klassen würden in Größenordnungen heimgeschickt und mehrere Kollegen hier es 'verwirrend' finden, dass ich dafür kein Verständnis aufbringen kann. Ich finde es erbärmlich, dass ein Bundesland es als legitim ansieht, Unterricht flächendeckend ausfallen zu lassen, weil Lehrkräfte fehlen und das ganze als neue Coronaverordnung zu tarnen.

    Und die Kollegen nicken es ab, unterrichten stillschweigend doppelt, sagen mir, ich könnte doch nicht wissen, was für das Brandenburger Ministerium gerade das Beste sei?

    Wir wohnen in einem der reichsten Länder der Welt und sind nicht in der Lage, Fachkräftemangel und strukturelle Probleme in angemessener Zeit zu meistern. Und nein, ich meine nicht Corona, das war eine Ausnahmesituation, die Ihresgleichen sucht. Ich meine ein jetzt gerade auftretendes Problem, das wieder die Schwächen unseres Gesundheitssystems und Schulsystems zeigt, aber alle nur ratlos in die Röhre gucken. Nur dieses Mal ohne mit der Wimper zu zucken, weil ging mit Corona ja auch. Man muss nur alle Probleme aussitzen, schon haben sich alle daran gewöhnt.

    Der Lockdown hat Kindern und Jugendlichen in großer Zahl geschadet. Wenn den Verantwortlichen nichts einfällt, außer Schulkinder nach Hause zu schicken und Kinder mit Atemwegserkrankungen in andere Bundesländer auszufliegen, weil die heimischen Kliniken alle überlastet sind, dann ist das einfach nur erschreckend. Es macht hilflos und wütend.

    Kann ja sein, dass dich Arroganz nervt, aber Antimon schreibt nur das hin, von dem sie weiß, dass es nach aktuellem Wissensstand gesicherte Erkenntnise dazu gibt. Wenn sie etwas nicht weiß, behauptet sie es auch nicht.

    Im Gegensatz dazu:

    1. Woher nimmst du die Sicherheit, dass das Immunsystem "runterfährt", was meinst du damit überhaupt, weißt du, welche Komponenten das Immunsystem hat, welche Zellen welche Aufgaben übernehmen?

    2. Wie kommst du auf eine Immunität durch Schlangenbisse? Außerdem sehe ich den Zusammenhang der Wirkung von Schlangengiften und den Problemen, die Viren, Pilze oder Bakterien hervorrufen nicht, aber vielleicht kannst du mir das erklären.

    3. Was möchtest du mit der Anpassung von Ratten an ihre Lebensräume sagen?

    4. Weißt du, wie Hypersensibiliserung funktioniert, also was mit wem sensibilisiert wird und warum das bei Schimmelpilz- oder Tierhaarallergien nicht funktioniert? Und inwiefern hängt das mit Virusinfektionen zusammen?

    5.-7. Behauptungen ohne Beleg.

    Wie nennt man solche Erklärungsansätze, Phänomenologie? Es sieht ähnlich aus, also kann ich daraus eine Erklärung basteln?

    Weil eine andere Userin auch mit anderen Nebenschauplätzen anfing und da habe ich eben gesagt, wenn, dann fände ich eine gute Lernatmosphäre wichtiger.

    Es ging nicht um Nebenschauplätze, sondern um zentrale Inhalte und Aufgaben des Deutschunterrichts, die dir offenbar nicht geläufig sind.


    Ich WETTE an dieser Stelle, dass die Threaderöffnerin nicht dazu in der Lage ist, sauber die verschiedenen Ebenen voneinander abzugrenzen und da bei Lernern differenzieren zu können in richtig oder falsch - eben, weil sie keine Mutterprachlerin ist.

    Das finde ich geradezu frech. Der einzige, der Probleme mit der Abstraktion zu haben scheint, bist du, nicht die TE.

    Für mich auch - und ich behaupte mal, dass ich noch zusätzlich um eine gute Lernatmosphäre im Raum bemüht bin. Nur, wenn ich die Auswahl zwischen einer Muttersprachlerin und einer Deutschlehrerin habe, die eben nicht auf Muttersprachlerniveau agieren kann, dann wüsste ich, wen ich nehme.

    Und mich jetzt nur auf die Fehlerkorrektur zu reduzieren finde ich auch bescheuert - indes macht die sprachliche Richtigkeit immerhin 30 % einer Note aus.

    Ich würde die Entscheidung von der Qualifikation abhängig machen, nicht von der Muttersprache. Und das Land Berlin sieht es offenbar genauso.

    Und zum anderen Aspekt, ich reduziere dich überhaupt nicht, ich kenne dich nicht. Aber deine Aussagen bezogen sich mehrfach auf das Auffinden von Fehlern im Schriftlichen und wie gut das möglicherweise gelingen mag. Aber Deutschunterricht ist eben wesentlich mehr als das, das hat auch nichts mit der Lernatmosphäre zu tun. Literatur zum Beispiel, Umgang mit Texten, Interpretieren, Freies Schreiben, Texte planen und überarbeiten, verschiedene Textsorten kennen und erstellen können, mündliche Kommunikationsstrategien, berufliche Vorbereitung, kulturelle Bildung, Quellen beurteilen, Mediennutzung... Muss man das einer Deutschlehrerin echt erzählen?

    Für mich ist Deutschunterricht wesentlich mehr, als nur Fehlerkorrektur in Aufsätzen und ich wünsche mir für meine Kinder, dass ihre Lehrkräfte das auch so sehen. Die Herkunftssprache ist mir persönlich egal, das ist aber auch nur eine Einschätzung, am Ende ist unsere Meinung sowieso nicht relevant für die Zulassung von Lehrkräften.

    Witzig finde ich folgenden Hinweis des oben verlinkten Verlags:

    "Wenn Sie Fragen rund um die Tätigkeit in der Autorenschaft beim Ernst Klett Verlag haben oder Ideen bei uns einreichen möchten, dann schreiben Sie uns gerne an..."

    Ich kann nicht mit Erfahrung dienen, würde beim Verlag nach den Konditionen fragen. Im Interesse der Kolleg*innen kann ich nur darum bitten, mit eigener Berufserfahrung einzusteigen, da auch viel Gutgemeintes aber Schlechtgemachtes in Schulbüchern landet. Das kommt automatisch, wenn man noch nie selbst Kindern etwas erklärt hat.

    Wenn ich es richtig verstehe, geht es vor allem um die Frage, ob du Kinder der Primarstufe oder Jugendliche in der Sekundarstufe unterrichten möchtest, die Umstände der Ausbildung und Bezahlung ändern sich nicht wesentlich. Es ist natürlich schwer, dazu etwas zu raten, weil Berliner Oberschulen sicher kein Zuckerschlecken sind. Aber natürlich haben auch Grundschulen genug verhaltensauffällige Kinder, insofern bleibt nur das Bauchgefühl: stolze Zahnlückenpräsentation und Adventskalender basteln? Oder eher Liebeskummer und richtigen Humor, jenseits von Pupswitzen?

    Ich arbeite an einer Schulform, in der Kinder und Jugendliche von Klasse 1-9 unterrichtet werden. Manche Kolleg*innen haben den Schwerpunkt für die Primarstufe studiert, manche für die Sekundarstufe. Von den Primarleuten gibt es einige, die lieben die Arbeit in der Unterstufe. Einige wollen aber inzwischen nur noch bei "den Großen" unterrichten. Bei den Sekundarleuten sind eigentlich alle froh, wenn sie nicht in Klasse 1-4/5 müssen, die wussten schon im Studium, dass jüngere Kinder nicht ihr Ding sind. Man muss sich überlegen, ob man das genießen kann, was jüngere Kinder so im Alltag brauchen. Die Aufmerksamkeit, auch mitunter körperliche Nähe, Gemütlichkeit, 'Kinderzauber'. Und genauso, ob man gut Pampigkeit von 14-Jährigen aushalten kann, nicht alles persönlich nimmt und dafür schon Menschen im Umbruch zum Erwachsenwerden, zu interessanten Gesprächspartner*innen als Gegenüber hat.

    Am Ende begleitet man alle beim Großwerden :)

    ...sind bei Sonderpädagogik typischerweise in folgenden Bereichen zu finden:

    -...

    Das klingt sehr sicher, hast du schon mal versucht, dich mit 1. Stex Lehramt auf einen der oben genannten Jobs zu bewerben?

    Bei einer Erziehungsberatungsstelle wird zum Beispiel ein abgeschlossenes Sozialpädagogikstudium und inzwischen immer eine zusätzliche Weiterbildung Systemische Beratung verlangt, wenn sich genug bewerben auch Berufserfahrung. Ferienfreizeiten als fest bezahlten Job habe ich noch nie gesehen. Lerntherapie ist kein geschützter Begriff, das könnte theoretisch jeder anbieten, man muss aber jemanden finden, der dafür bezahlen möchte und neben größeren Instituten bestehen. In einer WG kann man sich eher noch mit der Erzieherausbildung bewerben.

    Also klar, irgend eine Arbeitsstelle findet man zur Zeit, Bäckereien und Supermärkte zahlen auch gut. Aber ich wäre vorsichtig damit, allzuviel Optimismus zu verbreiten, was man mit oben genanntem Abschluss so alles machen kann, auch ganz unabhängig von der Bezahlung.

    Also ich weiß das ausnahmslos bei allen Kolleginnen und Kollegen. Du nicht? Mir tun die Tarifbeschäftigten einfach nur Leid und ich kann nicht verstehen, wie sie die Motivation aufbringen können, überhaupt zur Schule zu kommen.

    In Sachsen waren alle bis vor etwa 3 Jahren tarifbeschäftigt. Da nur bis 43 verbeamtet wird, sind immer noch alle ü 46 Angestellte. Es gibt darüber viel Frust, was ich sehr gut nachvollziehen kann. Sollen deiner Ansicht nach hier alle über 46 ihren Job kündigen und nach was besser Bezahltem Ausschau halten?

    Zu deiner Frage, ich weiß es nicht genau, da nicht alle darüber reden. Mancher hat sich gegen das Beamtentum entschieden, obwohl er/sie gekonnt hätte. Außerdem gibt es noch diverse DDR-Überbleibsel-Regelungen, z.B. von Leuten, die jede (!) Woche 5 Stunden mehr unterrichten müssen usw. Da kenne ich mich nicht aus.

    Und außerdem hat sie ja nicht die Alternative, sich einen besser bezahlten Job zu suchen. Mit Sonderpädagogiklehramt ist sie bestens bedient, auch von den Arbeitsbedingungen. Ihre Alternative ist die Erzieherstelle, dazu muss man wohl nichts weiter sagen.

    Edit: state_of_Trance, wie viel verdienst du denn mehr mit A13 statt E13, dass es den Unterschied macht zwischen 'so gehe ich arbeiten' und 'dafür würde ich nicht mal aufstehen'. 300 Eur, 400? Und was würdest du mit deiner Ausbildung sonst machen können und warum wählst du davon nichts, hat der Beruf nicht auch noch ein paar andere Vorteile, dass du dich dafür entschieden hast?

    ...Dann arbeite ich lieber auf Augenhöhe für insgesamt weniger Geld? Könnt ihr das nachvollziehen?

    Nein, aber wenn dir das Gefühl, so viel zu verdienen wie ein bestimmter Kollege wichtiger ist, als das, was du monatlich und bei der Rente auf dem Konto hast, dann ist das Arbeiten als Erzieherin wohl eine Alternative.

    Die Betonung liegt auf dem Begriff "Gefühl", da du weder von allen weißt, welches Beschäftigungsverhältnis sie haben, noch sich irgendwas für dich ändern würde, selbst wenn du es wüsstest.

    Vielleicht hat hier jemand Ideen oder Erfahrungen was ich mit meinem abgeschlossenen Studium noch machen kann.

    Nein, mit diesem Studium gibt es nichts, wo man dich sonst einstellen würde. Mir würde auch keine Branche einfallen, in der man für das 1. Staatsexamen im Lehramt Sonderpädagogik mehr zahlen würde, als der Staat das nach dem Ref tut. Also selbst wenn dich jemand in einer Wohngruppe o.ä. einstellen würde, würdest du natürlich nicht besser verdienen. Generell sind Lehrkräfte in sozialen Berufen sowieso nicht gern gesehen. Sozialpädagogenstellen werden an Sozpäds vergeben, weil deren Studium entsprechend darauf besser vorbereitet, Lehramt ist leider sehr spezifisch.

    Ich meine, die sind nicht mehr schulfplichtig, die sitzen freiwillig da.

    Mit 17?

    ...ich würde ihn samt Aufgaben rausschicken und die Abgabe der bearbeiteten Aufgaben zum Stundenende einfordern. Du möchtest ihm ja nicht die Chance zur Arbeit am Unterrichtsstoff verwehren, sondern findest ihn lediglich aufgrund seines Sozialverhaltens gerade im gleichen Raum nicht tragbar.

    Sich solche und ähnliche Verhaltensalternativen zu überlegen, kann auch die eigene Berufszufriedenheit erhöhen.

    SimpleClub hat wohl über 100 Mitarbeiter*innen, irgendwas machen sie (zumindest marktwirtschaftlich gesehen) richtig. Und Sex sells möglicherweise auch ein bisschen...

    Edit: aber um nicht die schlechten nur nochmal zu nennen, kennt ihr für andere Fächer Mittel-und Oberstufe noch gute Erklärformate?

    Abgesehen davon: Zwei meiner Physik-Kollegen bieten während der nächsten Wahlfachwoche vor den Sommerferien wieder Astronomie an, da sind die auch je nach Wetter sogar mehrfach über Nacht im Schulhaus.

    Das ist halt echt mal cool, ich hab die Projektwochen auch noch in Erinnerung, in der die Lehrpersonen ihre Steckenpferde mit uns teilten. Aber es darf freiwillig sein und allen Spaß machen, finde ich.

    Hey ihr, ich habe gerade schön ordentlichen online-Unterricht gefunden. Mag sich das mal jemand ansehen und sagen, wie sie das so fluffig hingekriegt hat? (Nicht die Rechnung, sondern das "digitale Vorgehen" mit Rumschieben von Textbausteinen, Farbänderung in Sekundenbruchteilen, dass man sie unten im Bild gut sieht und so):

    Kannst DU die Fläche berechnen? – Mathe RÄTSEL Ge…:

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    Ah okay, na wenn die Fehltage automatisch zum Ausschluss führen, dann kannst du ja diesbezüglich entspannt sein.

    Dass das beschriebene Verhalten im Unterricht stört und sanktioniert wird, das hat hier niemand bestritten. Wenn deine Kollegen nicht mitziehen, kannst du sie aber trotzdem nicht in deine Sanktionen mit einberechnen, nur das wollte ich sagen. Schade zwar, aber es gibt solche Kollegien.

    Hier aus einem sicher sauber recherchierten Artikel aus der "Freundin", warum abends/nachts lesen sehr gut ist:...

    Ich hatte vielleicht 3 Stunden geschlafen, danach 4 Stunden Schule und dann Abschlusskonferenz, great.

    Finde den Fehler.

    Und zum Vergleich mit den Klassenfahrten: diese sind Dienstpflicht, von Lesenächten habe ich das noch nicht gehört.

    Ich schließe gar nicht aus, dass man eine coole Klasse hat, mit der sows Spaß machen kann. Aber wenn ich mich damit überfordert fühle und offensichtlich keinen Spaß daran habe, dann brauche ich nicht mal Paragraphen suchen, um nee zu sagen.

    Was ich ganz unangenehm finde, ist das Aufopfern und sich dann beklagen, gerne verbunden mit einer Beschwerde über die faulen Kollegen, die sich nicht aufopfern wollen. Muss hier auf niemanden zutreffen, gibt es im Lehrerzimmer allerdings durchaus.

    ...Was haltet ihr denn von den Beurteilungsbögen?

    Würde ich in diesem Kontext eher nicht machen. Erstens signalisieren dir deine Kollegen ständig, dass du sie damit nicht behelligen sollst und zum Zweiten machst du daraus m.E. eine große Sache mit ganz viel Rechtfertigung, weil eigentlich der Vater um das Gespräch gebeten hat.

    Wenn es wirklich um Schulausschluss gehen sollte, dann gehört sicher mehr dazu und solche Einschätzungen können hilfreich sein. So wie du allerdings die Situation beschreibst, würde ich nicht damit rechnen, dass dein Schulleiter einen Schulausschluss veranlasst, weil von dir drei Mahnungen ausgesprochen wurden.

    Und was mir irgendwo oben gefiehl, als Zielformulierung ganz an den Anfang des Gesprächs stellen. Dass ich grundsätlich dem Lerner nicht den Abschluss verwehren möchte, gerade im Hinblick darauf, dass er wohl eine Lehrstelle hat.

    Wieso solltest du ihm den Abschluss verwehren wollen? Es sollte umgekehrt dein oberstes Ziel sein, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass jeder seinen Abschluss machen kann. Wenn jemand diesen Rahmen aber nicht annimmt und sich nicht an die Regeln hält, muss er mit den Konsequenzen leben. Ich würde versuchen, wieder sachlicher zu werden, auch wenn es schwerfällt, wenn ein Schüler irgendwas triggert. Der Abschluss ist das Ziel, was will der Schüler ab sofort tun, um dieses zu erreichen, das muss die Frage bleiben. Wenn die Noten brauchbar sind, liegt es offenbar am Verhalten. Was erwartest du da? Süffisantes Grinsen kannst du ihm nicht verbieten. Dem Unterricht fernzubleiben aber durchaus.

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