Beiträge von Quittengelee

    Im SGB IX steht Folgendes:

    "Sind Beschäftigte innerhalb eines Jahres länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig, klärt der Arbeitgeber mit der zuständigen Interessenvertretung im Sinne des § 176, bei schwerbehinderten Menschen außerdem mit der Schwerbehindertenvertretung, mit Zustimmung und Beteiligung der betroffenen Person die Möglichkeiten, wie die Arbeitsunfähigkeit möglichst überwunden werden und mit welchen Leistungen oder Hilfen erneuter Arbeitsunfähigkeit vorgebeugt und der Arbeitsplatz erhalten werden kann (betriebliches Eingliederungsmanagement). Beschäftigte können zusätzlich eine Vertrauensperson eigener Wahl hinzuziehen. Soweit erforderlich, wird der Werks- oder Betriebsarzt hinzugezogen. Die betroffene Person oder ihr gesetzlicher Vertreter ist zuvor auf die Ziele des betrieblichen Eingliederungsmanagements sowie auf Art und Umfang der hierfür erhobenen und verwendeten Daten hinzuweisen. Kommen Leistungen zur Teilhabe oder begleitende Hilfen im Arbeitsleben in Betracht, werden vom Arbeitgeber die Rehabilitationsträger oder bei schwerbehinderten Beschäftigten das Integrationsamt hinzugezogen. Diese wirken darauf hin, dass die erforderlichen Leistungen oder Hilfen unverzüglich beantragt und innerhalb der Frist des § 14 Absatz 2 Satz 2 erbracht werden. Die zuständige Interessenvertretung im Sinne des § 176, bei schwerbehinderten Menschen außerdem die Schwerbehindertenvertretung, können die Klärung verlangen. Sie wachen darüber, dass der Arbeitgeber die ihm nach dieser Vorschrift obliegenden Verpflichtungen erfüllt."

    Spekulationen also mitnichten vonnöten.

    ...
    Überprüfen, ob SuS Wein oder Bier oder Schnaps trinken und wie viel, kann ich nicht. Wenn mir im Hostel jemand mit Weinflasche in der Hand begegnet, muss ich das dann dulden, die Schnapsflasche aber nicht? Hat die Person etwas getrunken oder trägt sie das nur für andere?

    Genau das. Wenn man etwas erlaubt, muss doch klar sein, was erlaubt ist, zum Beispiel die Menge. Oder nur unter Aufsicht der Lehrkraft? Dann haben wir betreutes Saufen, ganz toll.

    Wir hatten einen Lehrer, der Alkoholiker war. Auf Klassenfahrt hat er selbst so viel Bier getrunken, dass er immer gut druff war und sich nicht darum geschert hat, wie viel Whiskey-Cola wir uns angemixt haben. Für SuS aus Familien mit Suchtproblematik stammend wurde wieder mal ganz offiziell vermittelt: Yay, Trinken ist voll normal und okay! Nee, isses nicht. Ganz losgelöst vom örtlich geltenden Gesetz.

    Man kann auch der weltfremde Lehrer sein und alles heimlich geschehen lassen. 👌

    Woher kommt denn diese irrige Idee, dass Jugendliche weniger trinken, wenn man den Konsum gestattet? Und woher die zweite und offenbar konträre Idee, dass sie eher Hilfe holen, wenn man ihnen geringen Konsum erlaubt hat, aber dann doch mehr gesoffen wurde und einer von der Klippe stürzt... Das ist einfach Bullshit, was hier geschrieben wird. Die Hoffnung, man sei bei Unfällen aus dem Schneider schlicht naiv.

    Erlaubt euren Klassen doch einfach was immer ihr wollt, aber lebt mit dem Risiko, mit dem auch der Schwimmlehrer lebt, der sich an alle Vorschriften hält und bei Tod eines Kindes trotzdem haftet.

    Mir wäre es auch lieber ich müsste mir keine Gedanken machen und es wird einfach eine Woche nichts getrunken und fertig.

    Aber so sieht die Realität eines 16/17 Jähringen auf einer Klassenfahrt nun mal nicht aus…und etwas zu verbieten, was laut Gesetz legal ist, ist an der Realität eines Jugendlichen vorbei regiert; und das funktioniert nicht…

    Dieser Job hat für mich viel mit Vertrauen zu tun, und wenn ich ihnen was zutraue, dann schenken sie mir allermeistens auch Vertrauen zurück!

    Und ja: Wir stehen bei Klassenfahrten immer mit halbem Fuß im Grab, aber ich finde, das ist es wert, weil es für Schüler*innen meistens eine sehr coole Zeit ist, an die sie sich gerne zurückerinnern…und dafür bin ich bereit auch ein bisschen Risiko einzugehen

    Du redest dummes Zeug.

    Seph , warum hältst du ein Verbot von Alkohol nicht für durchsetzbar, das Verbot von "zu doll Betrunkensein" oder "Wodka" aber schon? Du kannst nicht kontrollieren, was heimlich passiert aber selbstverständlich das, was in deiner Anwesenheit passiert.

    Das gelingt dir in der Schule doch auch, oder muss in der Caféteria auch Wein ausgeschenkt werden, um Schlimmeres zu verhindern?

    Du legst die Regeln für deine Fahrt fest. Ob da Bier dazugehört oder nicht ist deine Entscheidung und nicht die der SuS.

    Das hat überhaupt nichts mit "cool" zu tun, sondern mit der Erkenntnis, dass die Durchsetzung eines strikten Alkoholverbots während einer Klassenfahrt mit Sek II Schülern ohnehin scheitern muss....schlicht schon deshalb, weil diese nicht mehr rund um die Uhr unter permanenter Beobachtung stehen müssen und sich selbst legal Alkohol kaufen können. Und andersherum ist es vollkommen weltfremd anzunehmen, ein Alkoholverbot halte die Schüler vom trinken ab.

    Wer hat behauptet, ein Alkoholverbot hielte irgendwen von irgendwas ab? Es geht um die Idee, Bier/Wein zu erlauben, um Schlimmeres zu verhindern. Weltfremd ist zu denken, dass Jugendliche a) Lust auf Bier hätten und sich dann b) so ernstgenommen fühlten, dass sie aus lauter Erwachsenenpflichtgefühl keinen harten Alk dabei hätten.

    Ich wollte nicht, dass der Lehrer meines Kindes gönnerhaft Alkohol erlaubt. Natürlich probieren Jugendliche alles Mögliche aus und fragen vorher nicht. Trotzdem ist die Haltung der Bezugspersonen relevant und die sollte nicht lauten "ich finde Alkohol so wichtig, dass er auf dem Abendbrottisch einer Gruppe 16-Jähriger stehen muss".

    ... und immer weniger getrunken, geschweige denn gesoffen wird. Schon gar nicht Bier und Wein.

    Zum Glück, mich freut diese Tendenz.

    Ich finde auch die Vorstellung niedlich, dass man der coole Lehrer sein will, der "ein Glas Wein" erlaubt, und zwar aus reinem Bauchgefühl heraus genau 0,2l, nur damit man etwas nicht verboten hat. Und dann erwartet, dass Jugendliche deswegen keinen harten Alkohol mitbringen.

    Ich kenne mich rechtlich nicht aus, dazu steht ja schon einiges.

    Aber ich weiß, wie wir als Jugendliche waren. Bei uns war Alkohol komplett verboten und der Physik-LK so besoffen, dass einer der Jungs morgens in meinem Bett aufgewacht ist, weil er total betrunken das Zimmer verwechselt und sich einfach ins Bett gelegt hat. Zu mir. Ich hab es nicht mitbekommen, obwohl lange nicht so voll mit Alkohol wie der Kumpel. Hätte uns mehrfach erwischen können. Trunkenheit UND zusammen im Bett. Kam nie raus (Der Lehrer lebt heute nicht mehr, somit bin ich wohl jetzt safe).

    Ich halte daher die Idee, die Eltern ins Boot zu holen und schriftlich abklären zu lassen, dass ein normaler Konsum von Bier und Wein am Abend ok ist und sich klar an die Regeln gehalten werden muss, nicht über den Durst zu trinken. Mancher kann dann zwei Bier trinken, mancher nur ein halbes, das muss dann jeder selbst wissen. Oder gibt es einen Klassenfahrt-Elternabend? Da könnte man es zum Thema machen.

    Das Verbot ist meines Erachtens nach völlig utopisch - alles, was verboten ist, ist immer reizvoll und es finden sich immer Türen, die man dann halt unerlaubt betritt und Grenzen überschreitet. Also lieber erlauben und vor allem von den Eltern das klare Go kriegen, dass du sowieso als Einzelperson niemals in der Lage wärst, deine ganze Klasse auf Alkohol-frei zu kontrollieren. Ich gehe davon aus, dass du nicht nur mit 10 Leuten fährst. Klare Ansagen, klare Absprachen, klare Strafen, wenn. Hätten wir damals eine Erlaubnis bekommen und zB abends mit dem Lehrer eine Runde zusammen getrunken, wäre es nicht so angespannt-verboten gewesen, sondern entspannter.

    Das ist nur meine Meinung als "Schülerin" quasi. Als Lehrkraft komme ich nicht in solch eine problematische Situation, weil sich Viertklässer glücklicherweise noch ohne Alkohol amüsieren.

    Und als Schülerin hättest du im Restaurant ein Bier oder gar Wein getrunken und später auf dem Zimmer kein Cola-Rum?


    Die Schüler waren danach total von den Erlebnis beseelt und fanden dolce Vita auf einmal so viel entspannter als die deutsche Esskultur 😅

    Drogenkonsum als "Dolce Vita", ist das nicht endlich mal veraltet? 16-Jährigen regelrecht beizubringen, dass ein Leben ohne Alkohol genusslos ist? Cooler fände ich es, man würde es schaffen, sein eigenes Defizit in diesem Bereich wenigstens für 5 Tage Klassenfahrt in den Griff zu kriegen.

    Dass Alkohol auf Schulfahrten in BW laut Schulgesetz rechtlich verboten ist, stimmt nicht!

    Es gibt Schulen, die ein solches Verbot in ihrer Schulordnung haben, unsere hat das nicht. Auf Schulfesten wird bei uns auch Alkohol verkauft und von Lehrern, Eltern und Schülern konsumiert (natürlich im Rahmen des Jugendschutzgesetzes)

    Mein Kollege hat es letztes Jahr auch so gemacht und es war 100 Mal besser als das Jahr davor, wo es verboten war und dann erst recht eskalierte.

    Na denn, offenbar bist du dir deiner Sache ja sicher.

    Hier gibt es übrigens schon massig Threads zum Thema, wenn du die Suchfunktion bemühen möchtest.

    ...

    Die von dir genannte kritische Auseinandersetzung mit den Inhalten findet im Religionsunterricht statt, aber nur eingeschränkt, zumindest wenn man sich an die Bildungspläne hält.

    Es scheint mir auch ein Unterschied zu sein, ob man als Christ auch mal eher folkloristisch die Feiertage und Grundregeln anderer Religionen anschaut oder ob man Religionen aus wissenschaftlicher Sicht grundsätzlich betrachtet und vergleicht. Nicht dass eine Ethik-Lehrkraft keiner Religion angehören dürfte, aber das Grundverständnis ist doch ein anderes als bei einer Religionslehrkraft oder nicht?

    Ich bin jedenfalls schon überfordert, wenn ich versuche, mich ernsthaft mit dem Buddhismus auseinanderzusetzen. Die Weltsicht ist eine ganz andere. Ich bin definitiv krass christlich geprägt, wenn ich auch noch tiefgläubig wäre, ich wüsste nicht, ob ich einen neutralen Ethikunterricht halten könnte, auch bei bestem Willen.

    Wie soll eine Schulung d.E. aussehen, wenn für dich mit viel Erfahrung diese Erkenntnis geblieben ist?

    ...bin bis heute der Meinung: wenn Messer im Spiel ist dann all in ODER run. ...


    Edit: Salman Rushdies Ärzte haben ihm mal gesagt, er könne von Glück reden, dass der Attentäter keine Ahnung von Messern gehabt habe, sonst wäre er nicht mehr am Leben.

    Das bedeutet, selbst wenn man keine Ahnung von Messern hat und zusticht, bringt man der Person in Sekundenschnelle die schlimmsten Verletzungen bei (quer durch den Darm, Auge weg etc.). Ich frage mich, wie man sich da noch groß verteidigen soll.

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