Vom Anzugträger …
AHA! Aber trägt der nun Krawatte oder ist er oben ohne?
Vom Anzugträger …
AHA! Aber trägt der nun Krawatte oder ist er oben ohne?
Habe mit meinem Chef gesprochen. Schulkonto kann nicht genutzt werden, für die administration haben die Sekretärinnen keine Zeit.
Ich habe daher nun ein extra Konto privat auf meinen Namen eröffnet. Nicht immer können Veranstalter/Jugendherbergen Rechnungen für die einzelnen Eltern ausstellen. Die Alternative wäre nicht zu fahren.
Ich hätte schon vor 40 Jahren bei einem Lehrer mit Krawatte grinsen müssen.
Oh, zu meiner Schulzeit vor 20 Jahren war das am Gymnasium außer bei den jungen Lehrern noch Gang und Gäbe.
Man wird nicht mehr oder weniger ernst genommen, je nachdem was man trägt. Das wichtigste ist das zu tragen was man mag und dabei authentisch zu sein.
Ja, ich würde zustimmen, ernst genommen wird man auch im T-Shirt. Aber ich frage mich, ob es im alltäglichen Unterricht nicht doch einen Effekt auf den Gegenüber hätte, ein Gefühl der Wertschätzung im besten Falle?
Wer dich mit Krawatte nicht ernst nimmt, hat dich auch vorher schon nicht für voll genommen.
Also dass die Kleidung gar keinen Einfluss hat, würde ich in Abrede stellen. In wie weit es hier gediehen ist, vermag ich selbst nicht zu beantworten.
Warum fragst Du eigentlich sowas?
Aus demselben Grund, aus dem du antwortest. Das Thema elektrisiert.
Ich weiß, es gibt mittlerweise an jeder Schule die traditionelle "Kurze-Hosen-T-Shirt-Fraktion" und die "Hemd"-Fraktion.
Ist von euch jemand an Schulen, in denen alle schick rumlaufen?
Ist ein Lehrer mit Krawatte heute eigentlich noch ernst zu nehmen?
Hat jemand von euch schonmal als Nicht-SL eine Krawatte getragen und wie waren die Reaktionen?
Bei uns läuft alles über ein offizielles Konto der Schule (wir haben also ein "vernünftiges Schulkonto"). Die Eltern zahlen Beträge darauf ein bzw. lassen abbuchen. Die Rechnungen für einen Ausflug / eine Exkursion gebe ich dann im Sekretariat ab und das wird dann überwiesen.
Der Weg dahin war allerdings lang und die Akzeptanz (bei den Eltern) entstand erst, als die Bezahlung für die Mensa auf bargeldlos (und damit Konto) umgestellt wurde (vom Betreiber).
Und wer kontrolliert, ob alle Elternzahlungen für jede Klassenfahrt eingegangen sind? Sekretärin? SL?
Gibt es denn alternativ dazu auch Banken, die ein Klassenkonto, welche die Lehrkraft verwaltet, anbieten bzw. hat da jemand eine Empfehlung?
Es wird doch niemand verarscht? Als Lehrämtler hast du halt nen wesentlich leichteren Zugang zum System. Als Quereinsteiger wirst du nur genommen, wenn es gerade Mangel gibt. Muss sich jeder selber überlegen was ihm wichtiger ist
Doch klar. Den Lehramtsstudis wird gesagt es sei sinnvoll und wichtig, die Inhalte (Didaktik und Päda) bereits im Studium zu lernen. Wozu sich aber spezialisieren aufs Lehramt, wenn man mit grundlegenden, fachlichen Studiengängen breiter auch für andere Jobs aufgestellt ist.
Als Quereinsteiger bist du im Mangelfach zumindest dem Lehrämtler doch überlegen: Du bekommst eine Stellenzusage und hast bist beruflich breiter aufgestellt, falls dir der Job doch nicht gefällt.
Wie der Studiengang dann heißt ist doch völlig egal, Hauptsache man lernt das, was man braucht.
Ich hatte ca. ein Drittel Didaktik/Pädagogik im Studium.
Wenn das wirklich so überflüssig ist, sollten wir endlich aufhören, die Lehramtsstudis zu verarschen und diesen Studiengang abschaffen, um ihnen mehr Flexibilität nach dem Abschluss zu ermöglichen.
Wenn du Chemie studierst und nachher Bio unterrichten darfst, obwohl es nur Nebenfach war, wieso teilen wir bei den Lehrämtern das Fachliche dann 50/50?
Das Staatsexamen für Lehrpersonen halte ich für einen vollkommen überholten Bildungsgang, der dringend durch eine modulare Ausbildung bestehend aus Fachstudium + pädagogischer Zusatzqualifikation ersetzt werden muss.
Das würde natürlich mehr berufliche Freiheit für die Lehrkräfte bedeuten, das würde ich ebenfalls politisch unterstützen, da dann auch die marktwirtschaftlich unterschiedlichen Stärken von Fächern bei den Einstellungsprozessen abgebildet würden.
Aha und nun? Wieso finden sich alle Quereinsteiger genauso zurecht im Vorbereitungsdienst, wie die Lehrämtler?
Really?
Ich will dir jetzt nicht zu nahe treten, aber es gibt beim Lehrer sein keine so harten rechtlichen Fallstricke. Ich meine was passiert denn schon? Ne Note wird bei nem Fehler wieder einkassiert? Und ein paar Formalia kann man als Lehrer lernen. Ein Arzt bringt im Zweifel jemanden um
Nö wieso? Ich würde das Beamtentum abschaffen und incentives für Mangelfächer schaffen.
Politisch eine verständliche Forderung. Allerdings würde ich als verbeamteter Lehrer eigennützig meine Interessen vertreten und ich vermute, dass der Lehramtsnachwuchs ohne Beamtenstatus einbrechen würde.
Klar kriegst du dann in den meisten Fächern genug Quereinsteiger (Biologie etc.) aber ich behaupte, dass es einen Nutzen hat, wenn man sich Jahre lang über ein Studium hinweg mit dem künftigen Berufsbild beschäftigt und jede Verantstaltung an der Uni durch die Brille "ich werde das mal unterrichten" betrachtet und entsprechende Seminare besucht, die auf das Ref vorbereiten.
Mal ehrlich, die meisten Quereinsteiger "entdecken" den Job nicht nach dem Studium als ihren Traum sondern sind nach der Promotion arbeitslos bzw. unglücklich im fachfremden Job oder hören die biologische Uhr ticken und suchen eine Tätigkeit, bei der sie als Schwangere nicht die Karriere abschreiben müssen.
Ich wünsche dir viel Spass dabei Anwalt zu spielen und Haftung für deine Beratung zu übernehmen oder als Arzt oder Apotheker
Genau das fände ich ja absurd, daher die gewählte Analogie.
Aus deinem nachfolgenden Abschnitt werde ich auch nicht schlau. Würdest du nun für die Abschaffung des Lehramtsstudiums plädieren?
Als Diplomchemikerin habe ich indes eines der beiden Fächer studiert, die ich heute unterrichte.
Edit: Und bevor jetzt wieder (wie üblich bei dieser Diskussion) einer daher kommt mit ... ja, aber ich habe eigentlich genau das gleiche studiert wie jemand ohne Lehramt - nein. Ich hab mir gerade die aktuelle Studienordnung für das Lehramtsstudium Chemie an der Uni Heidelberg angeschaut, im fachwissenschaftlichen Bereich ist das der halbe (!!) Bachelor + weitere 18 (!!) ECTS im Bereich Fachwissenschaften im Masterstudiengang. Das sind insgesamt 106 ECTS im Hauptfach + 94 ECTS im Nebenfach*, wobei da im Bachelorstudiengang schon ein Teil Fachdidaktik dabei ist, ich habe 270 ECTS im Hauptfach und weitere 90 ECTS im Nebenfach allein im fachwissenschaftlichen Bereich.
*Nein, es sind natürlich weniger ECTS wenn als zweites Fach typischerweise Biologie dabei ist, weil ja das Modul Mathe/Physik das gleiche ist.
Dafür, dass ich den Minderwertigkeitskomplex haben soll, sind das ganz schön viele Zeilen der Rechtfertigung, obwohl niemand dich explizit drauf angesprochen hat…
Du kannst doch als Lehrer als Quereinsteiger in die Industrie? Wenn du Mathe, Chemie, Physik oder Info studiert hast findest du sicher nen Entry level Job in dem du arbeiten kannst. Und was Jura angeht, hindert dich nichts daran, dir deine Studienleistungen anrechnen zu lassen.
In die Industrie, aber nicht in die anderen Staatsexamenslaufbahnen wie Jura, Medizin oder Pharamazie.
Was meinst du wie ein Lehrer mit Quereinstiegsabsichten in der Juristerei im Jura-Forum vom Hof gejagt und ausgelacht würde. Nur Lehrer haben so wenig Selbstbewusstsein und Vertrauen in die eigene Profession.
Nur bei Lehrern heißt es „kann jeder“. Gebt den Studis mit Mangelfächern Einstellungszusagen und einen Signing-Bonus, überbrückt wenige Jahre mit Vertretung und es gibt keine Mangelfächer mehr. Wieso sollte ich sonst nach der jetzigen Lage Informatik-Lehramt studieren? Bietet doch keinen Vorteil.
Ich kann kaum verstehen, dass hier Rat gegeben und der Quer/Seiteneinstieg unterstützt wird. Ich würde das erst tun, nachdem es mir ebenso möglich wäre, einen Quereinstieg als Anwalt oder Richter mit meinem Lehramtsstudium zu vollziehen.
Diese Alternative besteht ja gerade nicht. Z-Kurse werden in Mangelfächern eingerichtet. Hätte man genug grundständig ausgebildete Lehrkräfte, gäbe es das Problem doch gar nicht erst.
Dieses System hat Ecken und Kanten und reagiert nur mit Verzögerungen. Als ich mein Ref Begann begrüßte uns der Kernseminarleiter mit: Der Ihnen vorangegangene Jahrgang bekam keine Stelle. Im Seminar konnte ich da die Quereinsteigerin begrüßen, die ihre Stelle schon sicher hatte. Ich würde lieber angehenden Lehrkräften Einstellungszusagen machen und ein paar Jahre mit Vertretungslehrkräften überbrücken.
Dass sich von Seiten der Lehrkräfte so wenig Widerstand gegen die Seiten- und Quereinsteiger regt, war mir schon immer ein Rätsel.
Es ist nichts weniger als die Abwertung unserer Profession und vor allen Dingen des Lehramtsstudiums.
Wie schon einmal erwähnt finden bei uns an der Schule sämtliche Konferenzen außer Notenkonferenzen und GLK auf Beschluss der GLK (und auf Antrag des Kollegiums hin) auch weiterhin digital statt, eh sei denn, das Thema erfordert aus Sicht des SL- Teams Präsenz (z.B. nach einer digitalen Gewaltdrohung gegen Lehrkräfte der Schule gab es natürlich erst einmal eine DB in Präsenz, aber auch weitere Informationen später digital). Es gilt dabei, dass wer digital teilnimmt eine Kamera einschalten muss, damit wir Gesichter sehen und nicht nur mit schwarzen Kacheln sprechen. Wer das nicht möchte kann immer auch in Präsenz teilnehmen und der Rest des Kollegiums wird in die Schule zugeschaltet.
Meine SL war auch nicht unbedingt Feuer und Flamme ob des Kollegiumsantrags, musste den aber genauso akzeptieren, wie das Ergebnis. Komplett das Rad zurückzudrehen zu wollen nach Corona wäre aber auch für meine SL absurd gewesen, dafür sind bestimmte Dinge zu entlastend, die sich seitdem etablieren konnten, wie eben die Möglichkeit digital zu konferieren.
Also welche Konferenzen sollen das denn sein? Fachkonferenzen?
Was ist die Alternative? Unterrichtsausfall? Zusammenstreichen des Kursangebots?
Wer belegt einen solchen Z-Kurs? (Das muss man wollen.)
Vor diesem Hintergrund muss man die "Missbrauchsgefahr" bzw. die Gefahr des Niveauverfalls gegenüber den anderen, viel direkteren Folgen abwägen.
Gleichsam ist das Problem der Schulaufsicht durchaus bekannt. Es gibt einen Grund für die Ergänzung zu § 26 Abs. 4 APO-GOSt in der dazugehörigen VV."26.4.2 Der geplante Einsatz von Lehrkräften mit unbefristeter Unterrichtserlaubnis in der Qualifikationsphase ist bis zum Ende der Einführungsphase, in anderen Fällen spätestens bei Festlegung der Fachprüfungsausschüsse der für die Fachaufsicht zuständigen oberen Schulaufsichtsbehörde anzuzeigen."
Die BR schaut sich da durchaus die entsprechenden Leute an, um dem befürchteten Niveauverfall entgegenzuwirken.
Die Alternative ist das Einstellen von Lehrerinnen und Lehrern mit Lehramtsausbildung. Dass SekII-Stellen leer laufen ist wohl eher eine Seltenheit.
Es ist dann aber wie mit den Quereinsteigern: Wenn die Tätigkeit nachher auch andere nach kurzer Zusatzquali machen können, wozu dann noch das langwierige Lehramtsstudium für das betreffende Fach angehen?
Damit irgendwann Quereinsteiger und Z-Kurs-Absolventen auf diesen Stellen sitzen, wenn man fertig ist?
Ich würde keinem Informatik-Abiturienten ein Lehramtsstudium in Informatik nahelegen, das ergibt einfach keinen Sinn. Lehrer werden kann man auch nach dem normalen Fachstudium, wozu sich vorher beschränken?
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