Mit unseren Studien wollen wir herausfinden, ob Lehrkräfte eventuell von Weiterbildung profitieren könnten, die sie auf den aktuellen Stand der ADHS-Forschung bringen, oder ob sie auch ohne solche Hilfe in der Lage sind, auch unbekanntere Symptome des Störungsbildes zu erkennen. Außerdem wollen wir herausfinden, ob je nach Bundesland eventuell Unterschiede bestehen. Was ist eure Meinung dazu?
Natürlich gibt es Unterschiede, Lehrkräfte aus Schleswig-Holstein sind am qualifiziertesten, ADHS und andere Störungen zu diagnostizieren 😉.
Aber mal im Ernst: welchen Vorteil bringt es Lehrkräften, genau zu wissen, welche Symptome im Detail auf eine ADHS hindeuten? Wenn ich sehe, dass ein Kind nicht gut lernen kann, rege ich die Eltern an, entsprechend Diagnosen abzuchecken. Hören, AVWS, Sehen, ADHS, Autismus, kognitive Schwierigkeiten, Entwicklungsverzögerungen, Traumata, Unerkannte Linkshändigkeit, LRS, frühkindliche Reflexe usw - Ich muss als Lehrkraft so viele Dinge können, die ich nie studiert habe, - medizinische und psychotherapeutische Diagnostiken gehören nicht dazu. Ich kann anregen, aufgrund von wahrgenommenen Schwierigkeiten eine Diagnostik in eine bestimmte Richtung zu betreiben, ich kann auch einfach die Symptome schildern und die Eltern damit zu Fachleuten schicken, die sich wirklich damit auskennen. Alles andere ist Spekulation…
Und in der Praxis muss ich mit den Schwierigkeiten so oder so umgehen, es macht kaum noch einen Unterschied, ob eine Diagnose vorliegt oder nicht.
Das ist es, was mich ärgert: Manchmal habe ich eine Vermutung, die sich später dann vielleicht bestätigt, was die Ursache für Lernschwierigkeiten ist, und wenn dann die Diagnose vorliegt, gibt es zwar einen Namen für die Probleme, aber in den meisten Fällen gibt es Null Unterstützung, um diese Probleme zu bearbeiten 🤬.