Beiträge von McGonagall

    Ich habe nicht an der Umfrage teilgenommen. Ich war nur verwundert über den Titel der Arbeit (oder der Umfrage?) - Leistungsvergabe? Oder lieber Notenvergabe? Oder Leistungsbemessung?

    Mag ja sein dass die Begriffe unterschiedlich sind je nach Bundesland, aber für mich klingt der Begriff völlig falsch. Leistungsvergabe? Vergebe ich Leistung? Die SuS erbringen die Leistung doch selbst, oder auch nicht, aber Rich vergebe doch keine Leistung?

    Ich habe länger überlegt, ob ich antworte, weil ich ehrlich zwiegespalten bin. Auf der einen Seite stelle ich von Jahr zu Jahr mehr fest, dass die Vorläuferfertigkeiten zunehmend mangelhaft sind bei einem großen Teil der Kinder, die in die Schule kommen, und dann würde ich mir schon wünschen, dass sie zu Hause üben: Stifthaltung, schneiden, Kneten, viel malen etc. Auf der anderen Seite gibt es auch Kinder - meinen Sohn eingeschlossen - die schon mit 4 das Bedürfnis hatten, sich schriftlich mitzuteilen. Es gibt Kinder, die aktuell in die Schule kommen, die noch nie einen Stift in der Hand hatten, und es gibt die, die schon viele Buchstaben geschrieben haben - entweder formgerecht oder eben einfach irgendwie. Gewöhnlich sind die Kinder, die Interesse an Buchstaben haben, diejenigen, die es auch irgendwie nebenbei noch richtig lernen, so dass die Handschrift vernünftig wird. Problematisch sind ja eher die, die bis zur Schule noch nie mit Buchstaben und Stiften in Kontakt gekommen sind. Viele Kinder, die vor der Schule schon geschrieben haben, behalten ihre persönliche Schreibweise der Buchstaben bei, verfügen aber über über genügend Schreibkompetenz und feinmotorische Fähigkeiten, um das zu kompensieren.

    Also kurz zusammen gefasst: Ein Kind, das mit 4 Jahren hochmotiviert beginnt zu schreiben dann noch mit formgetreuer Schreibweise zu belästigen - ist das vielleicht kontraproduktiv? Oder lieber gleich eingreifen, bevor sich falsche Schreibungen einschleifen? Ich hab das übrigens bei meinem Sohn nicht gemacht, wobei bei ihm auch der Fokus auf dem Lesen lag. Heute hat er eine vernünftige Handschrift und hatte nie Probleme beim (Um-)lernen der richtigen Schreibung. Ich erlebe es aber bei aktuellen Erstklässlern auch anders, wenn Eltern die Buchstaben „Irgendwie“ zeigen und die Kinder dann irritiert sind und keinen guten Weg für sich finden, weil sie eigentlich keinen Bezug zum Buchstaben haben und keine Phonem-Graphem-Korrespondenz besteht. Also was ist da besser?

    Zauberwald: ich glaube, ich bin ein paar Jahre jünger, aber nicht viel,,,?

    SH ist ja ein Flächenland. Ich hatte zwar Zeitverträge angeboten bekommen, aber in Entfernungen, die zu mir als junge Mutter nicht gepasst haben - vor allem nicht vor dem Hintergrund der totalen Frustration, die ich aufgrund meiner Prüfung damals verspürt hatte. Erst einige Jahre später hab ich den Mut gefasst, mich erneut in den Schuldienst zu stürzen. Nach einem sehr bereicherndem Jahr an einer großartigen Schule mit einer fantastischen SL hatte ich wieder Spaß am Unterrichten und am System Schule - aber ich konnte dort nicht bleiben und habe auch dann nur Angebote für (teilweise nur auf wenige Wochen ausgelegte!) Zeitverträge für Schulen in Entfernungen von ca. 40-50 km bekommen. Das habe ich dann frustriert abgelehnt, habe mir einen Job in der freien Wirtschaft und als Honorarkraft gesucht und bin erst 2008 zurück in die Schule - das ging dann plötzlich unerwartet schnell innerhalb weniger Wochen. Insofern denke ich auch: die Bedingungen heute sind so traumhaft: wer wirklich will und bereit ist, weiter zu lernen, der wird zügig die Chance bekommen, sich im Schuldienst zu beweisen 🙂

    Ja, die Note macht eventuell einen kleinen, feinen Unterschied- aber alles hat seinen Sinn (sagt meine Tochter immer). Dieser kleine Unterschied kann vielleicht auch dazu führen, dass du statt Schule A „nur“ an Schule B landest - und das aber dann deine Traumschule wird?

    Mein Ergebnis im 2. Staatsexamen war vor über 20 Jahren auch nicht wirklich gut. Das war damals übrigens noch zu Zeiten von Lehrerüberschuss. Und mein Ergebnis im Staatsexamen hat dazu geführt, dass ich etwa 5 Jahre (und 2 Kinder😅) gebraucht habe, um mir selbst zu verzeihen, dass ich nicht „gut genug“ abgeschnitten hatte, dass ich meine eigenen Erwartungen nicht erfüllt hatte. Ich hatte durchaus auch Überlegungen, alles hinzuschmeißen und nie wieder in die Schule zurückzukehren. Heute sage ich: wie gut, dass ich doch zurück in die Schule gegangen bin. Ich habe dann nämlich die ein oder andere tolle Schule kennengelernt, auch zügig meine Planstelle bekommen, habe am Ende die Umstände, die zu meinem („schlechtem“) Staasexamensergebnis führten erkennen und benennen können und meinen eigenen Anteil daran erkennen können und daran arbeiten können. Und ich gehe heute (fast) jeden Tag mit Freude in die Schule - mittlerweile als Schulleiterin.

    Also: es ist dieser eine Moment, und entscheidend ist nicht, dass dieser Prüfungstag bzw. das Ergebnis dazu nicht zu 100% deinen Erwartungen entsprochen hat, sondern dass du dich als Lernende im System Schule verstehst, dass du nach vorne schaust und dich auf das fokussierst, was dich ursprünglich am Lehrerberuf begeistert hat. Herzlichen Glückwunsch zum bestandenen Examen!

    Schade Marmelade: eine Frage stellen und dann abtauchen. Hier sind viele Menschen, die Tipps geben wollen, dazu Fragen stellen, um herauszubekommen, wo du ansetzen könntest - und da kommt keine Antwort mehr…

    Anderes Bundesland, aber ich würde sagen: die Logik gebietet, dass man nicht einfach ablehnen kann, eine bestimmte Klasse zu unterrichten. Denn das ist eben unser Job bzw das Beiwerk dazu: wenn es Probleme gibt, gilt es, diese zu lösen (und nicht aufzugeben. Leider ist das gesellschaftlich heute mehr und mehr der einfachste Weg, den junge Menschen und Kinder gehen: ich kann das nicht! Weiterscrollen ist in der Schule im Umgang mit Menschen aber nicht die Lösung…).

    Also: Du solltest über deine Probleme in der Klasse mit der Klassenleitung sprechen und mit anderen Fachlehrkräften/ mit der Schulsozialarbeiterin etc. . Gemeinsam sollten Wege gefunden werden, wie mit der Klasse umzugehen ist. Wenn das nicht ergiebig ist: mit der Schulleitung sprechen. In jedem Bundesland /in jedem Kreis / in jeder Schule gibt es unterschiedlichen Wege, wie mit Problemen in der Klasse umgegangen werden kann/ soll. Die müsstest du herausfinden, in jedem Fall sollte die SL helfen können, wenn andere keine Ressourcen dafür haben. Viel Glück dabei!

    Hm, gehst du dann davon aus, dass die Methode vielleicht bei älteren Schülerinnen und Schülern eine angemessene Methode sei, um unerwünschtes Verhalten zu verändern?

    Wäre es denn für dich eine angemessene Maßnahme, dein Verhalten zu ändern? Also wenn du mit deinem/r Partner/in abends so nach Feierabend zusammensitzt, praktiziert ihr das so, dass dein Gegenüber dir sagt, was du alles falsch machst? Und dann führt das dazu, dass du dir das wortlos anhörst, reflektierst, in dich gehst und dir überlegst, wie du dich vielleicht anders verhalten kannst? Hilfreicher ist vielleicht noch, wenn alle deine Familienmitglieder dir gegenüber sitzen. Und deine Freunde, wenn schon, denn schon... Dann können sich alle gegenseitig übertrumpfen im Spürsinn, was du alles so falsch machst in deinem Leben.

    Man spiele diese Situation mal in Gedanken durch…

    Absurde Situation, oder?

    Ich habe diese Diskussion in den letzten Tagen immer mal gespannt verfolgt. Ich glaube, dass wir in der Frage, wie man mit Gleichberechtigung bei unterschiedlichen Geschlechtern umgehen sollten, noch in der Findungsphase sind. Was für eine rasante Entwicklung eigentlich, wenn man bedenkt, wie jahrhundertelang Rollenerwartungen formuliert wurden!

    Ich glaube auch, dass ein großer Unterschied in den Köpfen vorwiegend (aber nicht nur) unterschiedlicher Altersgruppen herrscht; jede Generation wird eben unterschiedlich sozialisiert, auch jede Kultur. Und wie ist es eigentlich mit der über Jahrtausende geprägten Sozialisation? Jäger und Sammler und so?

    Vielleicht müssen wir ein gutes Mittelmaß dessen, was gesellschaftlich akzeptabel, biologisch möglich, sozial verträglich ist, erst finden. Jungen dürfen doch rosa toll finden; ich kenne übrigens viele Jungen, die inzwischen selbstverständlich rosa als Lieblingsfarbe benennen. Ich kenne auch eine Schule, an der die Mädchen sehr erfolgreich im Fußball sind. Andererseits, wenn es um biologische Fakten geht, lassen sich viele Dinge einfach nicht durch Sozialisation oder gesellschaftlichen Konsens “gleichberechtigten“. Männer sind meistens größer und kräftiger in ihrer körperlichen Statur. Frauen leben statistisch betrachtet länger. Nur so als Beispiel - es gibt doch so viele statistische Fakten, die sich nicht durch Sozialisation erklären lassen, oder?

    Im Laufe der nächsten Generationen wird sich bestimmt vieles noch angleichen, was gesellschaftliche Akzeptanz usw betrifft, aber noch sind wir da nicht; und in einigen Bereichen ist einfach durch das biologische Geschlecht ein gewisser „Rahmen der Möglichkeiten“ vorgegeben, an dem auch gesellschaftliche Entwicklungen nichts verändern werden.

    Und bei allem theoretischen Wollen - ich erlebe einfach, dass Jungen und Mädchen ihre Kräfte unterschiedlich messen, dass sie unterschiedlich an Probleme herangehen usw - und unabhängig davon, ob das eine Frage der Sozialisation ist oder nicht, für uns ist es zumindest mal der Alltag, mit dem wir umgehen müssen. Und ja: Lehrerinnen gehen damit anders um als Lehrer. Und deshalb macht es in meinen Augen eben doch einen Unterschied, ob eine Grundschule überwiegend von Lehrerinnen geprägt ist oder von Lehrern…

    Ich habe den Artikel nicht gelesen, aber da Jungen in einem Bildungssystem, in dem bis zum Alter von 10 Jahren, also bis die Basics in Bildung gelegt sind, vorwiegend von Frauen erst betreut und dann unterrichtet werden, ist es doch eigentlich recht logisch, dass sie sehr häufig in dem System nicht andocken können. Während Mädchen sich an den Erzieherinnen und Lehrerinnen in Kita und Grundschule orientieren können, haben Jungen allzu häufig keine entsprechendes Vorbild. Das muss sich doch schon in Grundschule auf weitere Chancen auswirken…

    In SH haben wir seit 10 Jahren oder so die Gemeinschaftsschule. Gibt sicher Vorteile und Nachteile, aber unter den Gesichtspunkten, dass das Land nur einen bestimmten Beitrag für Bildung ausgeben möchte, wir aber über Teilhabe, gerechte (oder gleich(un-)gerechte) Bildungschancen, die Rolle des Kindes in unserer Gesellschaft, Elternwille usw in unserem Land diskutieren müssen, dann ist die Gemeinschaftsschule eine folgerichtige Konsequenz daraus.

    Kommt ja auf die Art der Behinderung an, warum sitzt sie im Rollstuhl, was geht und was geht nicht? Irgendwer wird ja auch zuständig sein für den Bereich körperlich-motorische Entwicklung, so zumindest heißt das bei uns, der beraten kann. Mit der Schülerin selbst sprechen wäre auch noch eine Möglichkeit: welche Herausforderungen kann sie da für sich wählen? Ich würde es so weit wie möglich an den normalen ausgereicht anpassen, wenn die Arme z.B. mobil sind, lassen sich da doch bestimmt Übungen finden, die sie auch lösen kann. Nur Bewerten, das würde ich nicht machen,

    Ist sicher mit wesentlich weniger Verantwortung verbunden und mit weniger Stress - wenn man denn abschalten kann. In dem Moment, wo man in der Klasse ist, ist der Stress genauso groß, behaupte ich mal: gleicher Lärmpegel, die gleichen herausfordernden Kinder, die in der Klasse sind, usw. Aber klar, keine Unterrichtsvorbereitung am Nachmittag, am Wochenende, keine Korrekturen - und es gibt wesentlich weniger Geld. Unsere Schulbegleitungen würden Vollzeit wohl so 2500€ verdienen - brutto.

    Unterrichtsvorbereitung empfinde ich übrigens nicht als stressig, allenfalls als zeitraubend. Aber mir zumindest macht es auch Spaß.

    Ich habe übrigens in den letzten Jahren viele Livs gesehen, die besser nicht in den Schuldienst sollten. Sie hätten sich genau die Frage stellen sollen, die du dir gerade stellst. Ja, es gibt Lehrermangel; aber bevor jemand unterrichten möchte, der keine Lust darauf hat, auch keine Lust, Unterricht vorzubereiten oder seine Zeit auch mal am Abend und/oder am Wochenende zum Arbeiten zu verwenden, würde ich eher raten: such dir eine Alternative; vielleicht hat der Link von W.A. Passendes im Angebot?

    Ich kann alle Bedingungen, die Tom aufzählt, nachvollziehen und genau so unterschreiben, ich habe jahrelang an einer großen Grundschule unter ähnlichen Bedingungen den Stundenplan gehäkelt. Es gab immer Situationen, die unangenehm waren; ich habe immer darauf geachtet, dass nicht jedesmal die gleichen Leute Kröten schlucken mussten. Ich habe immer wieder transparent die Bedingungen kommuniziert, mir größte Mühe gegeben - und deshalb hatte das Kollegium gewöhnlich Verständnis, wenn es mal ungünstige Lösungen gab, denn sie kannten die Gründe, sie kannten auch die Bedürfnisse der jungen Mütter, der pflegenden Lehrkräfte, der an mehreren Schulen eingesetzten Lehrkräfte, der Teilzeitkräfte, Der Vollzeitkräfte usw.

    Ich habe aber auch nie jemandem Zusagen gemacht und diese dann nicht gehalten. Weil ich in der Regel grob wusste, was machbar ist, bevor ich den Plan geklöppelt habe. Hätte ich bei der Planung festgestellt, dass ich etwas gesagt habe, was nicht funktioniert, wäre ich mit der entsprechenden Lehrkraft ins Gespräch gegangen. Ich weiß nicht, was daran so schwer ist. Insofern finde ich immer noch, der Ball liegt im Feld der SL.

    Und sag bitte mal, was nun daraus geworden ist…?

    Wobei man für 10 min auch kein "geheimes Kind" bräuchte, zu sagen "ich bin gespannt, ob ihr es schafft, so leise wie gestern.../wer es besonders leise schafft..." reicht als Wettbewerb aus, würde ich mal behaupten.

    Dabei fällt mir gerade auf, wie anstrengend unser Vormittag ist. Wie macht man das eigentlich bis 65? Würde ich echt gerne wissen.

    Bräuchte man nicht, das ist richtig. Ich lobe gewöhnlich einfach die Kinder, die es toll machen (was auch immer gerade die Ansage ist) und alle nicht gestörten Kinder finden das toll, wollen auch gelobt werden und machen das nach.Die Kinder, die es aufgrund größerer sozial-emotionaler Probleme nicht können, fallen sowieso raus. Beim „geheimen Kind“ war es, wie gesagt, so, dass eine LiV das anschleppte, ich das ausprobieren wollte und die Kinder das dann eingefordert haben. Deshalb die Variante mit ganz kurzen Sequenzen, um möglichst allen die Chance zu geben.

    65? Ich würde meinen ich muss bis 67…

    Hat es von euch jemand ausprobiert und Erfahrungen gesammelt? Wird die Methode in der Ausbildung im Referendariat angepriesen? Kümmert sich überhaupt noch irgendeine nennenswerte Gruppierung von Forschenden der pädagogischen Psychologie um Verhaltensregulierung im Kontext Schule?

    Vor einigen Jahren hat es eine Liv aus dem Seminar (als Empfehlung!) mitgebracht. Es hat gut geklappt, ich habe es auch ausprobiert. Die Klasse hat es als Teamspiel gesehen. Natürlich muss man gucken, von welchem Zeitraum man spricht; ich habe es oft nur für den geordneten Weg in die Pause oder für eine 5 oder 10-min- Arbeitsphase gemacht. Eine ganze Stunde oder gar einen ganzen Tag kann das ja niemand durchhalten, es sollte ja so sein, dass es zu schaffen ist….

    Bei uns auch, nicht nur befristete Vertretungsstellen, sondern auch unbefristete Planstellen. Natürlich nach Auswahlverfahren nach festgelegten Bedingungen und Beteiligungen der entsprechenden Gremien und vorbehaltlich der Genehmigung der Schulaufsicht. Lediglich die Besetzung von Funktionsstellen liegt nicht in der Hand der Schulleitungen.

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