Beiträge von CandyAndy

    Das sehe ich grundsätzlich auch so, ist aber manchmal einfacher gesagt als getan. Ein Studium ist realistisch nicht mit einer Vollzeitbeschäftigung vereinbar, Kredite zur Deckung der Lebenshaltungskosten gibt es mit hoher Sicherheit nicht.

    Das stimmt so pauschal nicht. Viele Privatschulen zahlen zumindest analog zum TVL und nicht nur in Anlehnung an diesen, was einer normalen Bezahlung als nicht verbeamtete Lehrkraft entspräche. Was ich bis vor kurzem nicht auf dem Schirm hatte, ist dass diese teilweise auch weitere Benefits leisten, die sich nicht in der regulären Bezahlung niederschlagen aber steuerwerte Vorteile sind. Das betrifft zum Beispiel das Stellen kostengünstiger oder gar kostenfreier Dienstwohnungen, vergünstigte oder kostenfreie Schulplätze an der Schule für eigene Kinder, das Stellen von Mahlzeiten u.ä. Gerade als Lehrkraft mit absoluten Mangelfächern kann hier ggf. ein Verhandlungsspielraum bestehen.

    Naja, Kredite gibt es per se immer. Hat halt ein gewisses Risiko, wenn es nicht gerade bei der Bank ist.


    Fände das Ganze ohne 1. Staatsexamen schon hochriskant, wenn man es jetzt noch ändern kann.

    Aber du hast natürlich recht, es gibt schon seltene Ausnahmen.

    Das stimmt, große Überraschungen gibts im Grunde nicht. Wer zumindest in den Monaten davor Leistungen im Mittelfeld gebracht hat, wird auch nicht durchfallen. Stimmt, durch richtiges Reflektieren, kann man viel rausreißen.

    Was eigentlich auch traurig ist und nicht gerade für das System spricht...

    Befriedigend ist eine 3 und wäre sehr gut,

    normal ist ne 4 oder oft auch gerne mal ne 5.

    Auch bei der 5 gibt es keine negativen Konsequenzen.

    Die Formulierungen hingegen sind völlig wurscht.

    Kommt doch extrem auf den Wohnort an, das gilt für weite Teile Deutschlands nicht. Es gibt immernoch Gegenden, in denen dir Immos nachgeschmissen werden und es werden gefühlt sogar mehr. Es ist die Ballung und es sind die Ansprüche oder Optionen, die unsereins da vor Probleme stellt. Zieh nach Zwickau, da holst dir ne Villa mit Pool.


    Meine Frage wäre nun: Wie sind meine Aussichten bzw. was würdet ihr machen?
    Am einfachsten wäre es natürlich, wenn ich das 1. Staatsexamen nachmache. Aktuell sehe ich das allerdings als problematisch. Ich arbeite zur Zeit (aufgrund einer anderen Tätigkeit als Selbstständiger im Bildungsbereich) während der Schulzeit teilweise 10/11 Stunden am Tag und kann es mir auch finanziell nicht leisten Zeit fürs Studium zu schaffen bzw. weiß ich auch nicht, ob ich noch einmal zum klassischen Pauken in der Lage wäre. Ich könnte sehr gut mit einer unbefristeten Stelle an einer privaten Realschule leben. Die Frage ist halt nur, ob das überhaupt realistisch ist. Ich denke die Zeit ist da auf meiner Seite, der Lehrermangel, gerade in Physik, wird ja von Jahr zu Jahr schlimmer.

    Kann mir jemand da eine fundierte Einschätzung/Perspektive oder einen Ratschlag geben? Ich wäre für alles dankbar. Kann ich mit meiner Vita vllt. wo anders Fuß fassen? Ich würde eigentlich schon gerne an der Schule bleiben, denn die Arbeit macht mir sehr viel Spaß und ich denke auch, dass ich sehr zufriedenstellend arbeite. Aber wenn es nicht anders geht, bin ich auch offen für andere Wege.

    Unbedingt die beiden Examen nachmachen, dann bist du sogar noch verbeamtet. Sehe hier gar keinen Grund, vor allem nicht finanziell. Es gibt für so etwas immer Möglichkeiten der Geldbeschaffung in Form von Krediten.


    Keine Lust zu haben, wäre natürlich ein schlagendes Gegenargument.


    Aber die Bezahlung auch noch befristet an Privatschulen ... brrrrr....

    Als ich meinen Antrag im Ländertauschverfahren gestellt habe, wurde mir gesagt auf A13 wären die Chancen noch gut, dass es im jeweiligen Durchgang überhaupt Tauschpartner gäbe, mit A14 sind es schon weniger und mit A15 wäre es doch sehr unwahrscheinlich, dass es klappt. 🤷‍♀️

    Falls es eine Stelle auf eine Art Schulleitung oder anderweitige Funktionsstelle wäre, darf es sogar kaum verweigert werden.

    Die Vermittelbarkeit ist gar kein Thema, denn die Beamten waren und sind schon immer besser gestellt.

    - Wie gut sind OnlineRessourcen für den UnterrichtsALLTAG (nicht die UBs!) geeignet? Könnt ihr mir gute Quellen nennen (gerne auch kostenpflichtig, wichtig ist nur, dass die Quellen was taugen).


    --> Reicht easy, einfach etwas abändern.

    Uns wurde schon in den Praktika immer wieder nahegelegt, dass wir später lernen müssen ökonomisch zu unterrichten. Man kann nicht dauernd ein didaktisches Feuerwerk abfackeln. Ich arbeite je nach Qualität des Lehrbuchs auch gern mit dem Lehrbuch, aber weil die Qualität eben schwankt muss man auch mal aus anderer Quelle seinen Unterricht aufziehen. Mir ist es wichtig, dass ich insbesondere in den Praxissemestern 2 und 3 viele Unterrichtseinheiten "aus der Konserve" ziehen kann. Man muss sich ja trotzdem noch in die Stunde einarbeiten, aber schneller gehts trotzdem.


    - Welche Distanzen zum Heimatort musstet ihr insbesondere bei der Praxisschule so hinnehmen? Hab erfahren, dass die Seminarschule oft noch recht wohnortnah gelegen sein kann, die Praxisschule wiederum gern mal weiter weg ist.


    --> Es kann auch genau anders rum sein, oft ist aber gerade die Seminarschule enorm weit weg. Ob bewusst? Keine Ahnung.

    - In welchen Semestern ist die Arbeitsbelastung in der Regel am höchsten, oder sind alle gleichmäßig anstrengend? Im ersten Semester ist glaube ich zumindest was Unterrichtspraxis angeht noch nicht so viel los, da hospitiert man viel, ist jedenfalls noch meine Info von damals.


    --> Arbeitsbelastung ab letztes Drittel im ersten Halbjahr sehr stark bis zum Ende, denn da sind die mündlichen Prüfungen nach den LPs.

    - Gäbs eigentlich ne Möglichkeit im Ref NICHT als Beamter arbeiten zu müssen? xD Ich hab da eigentlich keine Lust drauf, anschließend muss ich eh wieder raus ausm System und hab dann keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, ausserdem zahl ich nicht in die Rente ein während dem Ref usw.. Ich mein das ist jetzt wirklich eher nebensächlich. Aber falls wer was dazu weiß oder mich zu Infoseiten weiterleiten kann, wär ich dankbar!


    --> Ja, gibt es angeblich. Einfach nachfragen.

    Du meinst es vermutlich / hoffentlich nicht so, aber ganz ernsthaft: wir haben Ärztemangel, und trotzdem warte ich lieber ein paar Tage mehr auf einen Termin (und ja, ich weiß, dass Verzögerungen auch lebensentscheidend sein können), als nicht zu wissen, dass mein Hausarzt viele grobe Fehler macht.
    Denn: einmal drin ist es für die Klient*innen (Patient*innen oder Schüler*innen / Eltern) leider nicht durchsichtig, wie gut / schlecht die Person ist.

    Das spielt ja marktspezifisch keine Rolle, ob das Ganze sinnvoll ist. Es ist jedenfalls ein Kriterium.

    75 % der weiblichen Beamte in BW sind Lehrkräfte.
    40 % der männlichen Beamte in BW sind Lehrkräfte.


    Stand vor 15 Jahren.

    Yap, das kann so ca. hinkommen und zeigt, dass der Einfluss schon gegeben ist.

    Also Bayern geht grundsätzlich mit seinen Beamten (außer bei der Ortsgebung) sehr gut und respektvoll um.

    Kenne fast niemanden, der sich da beschwert. Auch bisher beim Gehalt alles in Ordnung.

    Zitat

    Ohne Hintergrundwissen, Dinge anzuzweifeln finde ich mehr als fragwürdig.

    Sie ist sogar noch stolz auf diese Art und viele feiern sie dafür. Wahrhaft pädagogisch.


    Ansonsten ist das natürlich was anderes, sorry.

Werbung