Beiträge von Finnegans Wake

    Ich kenne den Stellenkegel meiner Schule nicht genau. Eine Sache möchte ich vorab sagen: In RLP gibt es die A14 ohne Aufgaben. Das ist ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis (vor allem dann, wenn man danach sein Engagement runterfährt).

    Es gibt aber doch recht viele KuK, die mit A13 in Pension gehen werden. Da gibt es viele Gründe für:

    Es gibt einfach zu wenige Stellen für die Schule, so dass es rechnerisch eben nicht für alle reichen kann. Dann kommt noch dazu, dass man gerade nicht wegen der eigenen Blödheit (vulgo: "keine Ambitionen") sondern aufgrund der Umstände nicht befördert wird. Also selbst, wenn man von seiner Arbeit und seinem Engagement her in Frage käme, kommen dann bspw. folgende Punkte dazu:

    • manchmal gibt es Animositäten zwischen SL und Lehrkraft
    • man wechselt nach Jahren guter Arbeit die Schule und kommt in der neuen frisch an und muss sich da sein Standing wieder ganz neu aufbauen
    • die SL wechselt und plötzlich ist ein Kriterium für die Beförderung nicht mehr das langjährige Engagement (das man gezeigt hat) sondern vor allem die aktuelle Show-Performance. Dann gerät die große Leistung, die man lange gebracht hat, aus der Sicht und manche, die, die aktuell Wind machen, überholen einen.

    Man kann also eben einfach doppeltes Pech haben: Systemisch zu wenige Stellen und individuell maximales Pech.

    Sage ich ja: entweder alle duzen oder alle siezen innerhalb einer Lerngruppe. Eine Mischung wäre einfach schräg.

    Ich empfinde das Siezen bei mir besonders auch in schwierigen Klassen als Erleichterung, weil es eine bestimmte Form des Umgangs definiert: Respektvoll aber klar. (wobei das mein Ding ist und wenn andere es anders machen, ist es deren Sache und definiert keine Respektlosigkeit)

    Für meine Schüler bspw. in der Berufsfachschule oder Höheren Berufsfachschule ist das zunächst mal eine irritierende Ansprache. Als Junglehrer hatte ich früher darüber abstimmen lassen, wie sie angesprochen werden wollen. Zwei Gründe, warum ich das gelassen habe:

    1. Ich fühle mich mit dem Sie wohler.

    2. Bei uneinheitlichem Stimmungsbild hatte ich keinen Bock drauf, dass viele Schüler mit dem Resultat der Abstimmung unzufrieden waren.

    Auch möchte ich da nicht auf Einzelfallbasis agieren, einer meiner wichtigsten Grundsätze, was so etwas angeht war bisher immer 'Do for one-do for all'. Meine persönliche Befindlichkeit in dem Thema ist, daß der Schüler sich meiner Meinung nach dafür nicht erwachsen genug verhält und sich hier ein Ventil sucht, um seine Unsicherheiten/Probleme zu Hause zu kompensieren, indem er hier ein Stück weit 'Kontrolle' ausübt.

    Wie sieht die versammelte Schwarmintelligenz das bzw. habt ihr sowas schon erlebt und wie seid ihr damit umgegangen ?

    Ach Gott, wenn er gesiezt werden will, dann wird er gesiezt. Ob du ihn für erwachsen genug hältst und er das aus deiner Sicht verdient, spielt keine Rolle.

    Und das Siezen dann verbunden mit einer überhöflichen Ansprache (über die du innerlich schallend lachen darfst). Sehr geehrter Herr Müller, ich möchte Sie darum ersuchen, Ihre Hausaufgabe an der Tafel vorzustellen. Und dann zu anderen: Michi, geh mal nach vorn und stell die Hausaufgaben vor. Er hat eine formelle Ansprache gewünscht. Die bekommt er. Das darf aber nicht ironisch rüberkommen.

    Wenn dann andere das "Sie" fordern - aber nur dann - dann führst du es für alle ein.

    Wenn jemand nach dem Warum fragt: Ich sieze jede(n), der/die das möchte. Du sagst aber nicht vor der Klasse: "Der Herr Müller möchte unbedingt gesiezt werden."

    Kenne ich genauso. Es wurde sogar in der Lehrerkonferenz beschlossen, dass jede/r einen bestimmten Messenger installieren muss und sein Smartphone während es Unterrichts auf laut stellen muss und eingehende Nachrichten checken muss. Wie steht ihr dazu? Was sagen die Lehrratsmitglieder dazu?

    Ich weiß nicht, wie konfrontativ du so etwas angehen willst, aber:

    Bitte doch darum, dass dir ein Dienstgerät zur Verfügung gestellt wird, auf dem du die offensichtlich unheimlich wichtige dienstliche Software installieren sollst. Ansonsten bittest du um schriftliche Anweisung, dass du diese auf deinem Privatgerät zu installieren hast.

    Mit der schriftlichen Weisung fragst du an höherer Stelle nach, wie du damit weiter zu verfahren hast.

    Die weniger konfrontative Variante wäre: "Sorry, irgendwie hatte ich Probleme bei der Installation auf meinem Privathandy. Das hat nicht funktioniert." "Aber alle anderen haben das auch geschafft." "Bei meinem Handy funktioniert es halt nicht. Installation bricht ab." Und wenn dann Hilfe angeboten wird, verweist du darauf, dass du es mehrfach probiert hast und es nicht klappt. Du würdest es aber gerne mit einem Diensthandy noch einmal probieren.

    PS: Ich nutze mein privates Gerät auch für dienstliche Zwecke (bspw. Untis), mache aber gleichzeitig klar, dass kein Anspruch besteht, dass darüber von mir geantwortet oder reagiert werden muss. Reaktionen von mir gibt es dann, wenn mein Dienst-IPad im Schul-WLAN hängt. Wenn das nicht der Fall ist, dann gelte ich erst einmal als nicht erreichbar (über schulische Kommunikationssysteme).

    "Schmutziger"? Das hast Du Dir doch ausgedacht. Genauso wie "Fastnachtsferien". Was soll das überhaupt sein?

    Ja, Fastnachtsferien... Was wäre das für ein Traum. Wir haben nur Montag und Dienstag bewegliche Ferientage. Dabei wären gerade Weiberfastnacht und Fastnachtsfreitag als weitere freie Tage gut. Viele SuS sind da eh nicht da, weil sie feiern (Donnerstag) oder sich vom Feiern erholen (Freitag) und dann noch Energie für ein langes Wochenende sammeln.

    Ich sehe wegen der ausgeblendeten Beiträge nur eure Kommentare, aber nicht mehr die, auf die ihr euch bezieht, aber: Respekt, dass ihr immer wieder und immer noch so hilfreich, hilfsbereit und weitestgehend sachlich antwortet. Ich hatte schon vor längerer Zeit aufgegeben, helfen zu wollen. Für Hilfe lasse ich mich nicht auf diese Weise anpöbeln. Das *plonk* ist schon länger her und was ich hier rudimentär erkennen kann, zeigt mir, dass es sinnvoll war.

    Wer freiwillig den Weg übers Berufskolleg geht, statt das Fachabitur an Gymnasium, Gesamtschule oder auch WBK nebenbei geschenkt mitzunehmen, macht es sich unnötig schwer.

    Nicht unbedingt. Ich berichte mal bei uns aus RLP: Hier gibt es die zweijährige Höhere Berufsfachschule, an der neben einer schulischen Ausbildung als Assistent(in) (bspw. Sozialassistenz) auch der schulische Teil der FH-Reife erworben werden kann. Der Vorteil dabei ist, dass die "komplette" FH-Reife dann mit einem 1/2-jährigen Praktikum erworben werden kann. In dieses halbe Jahr zählen auch schon die schulischen Praktika der HBF hinein. Auf diese Weise kann man 4 Monate nach dem "Fachabi" (schulisch) mit dem "Fachabi" (komplett) fertig sein.

    Nach der 12. Klasse bspw. am Gymi ist dagegen ein einjähriges Praktikum nötig. Ergo: Fachabi in der HBF bedeutet >1/2 Jahr Zeit gewonnen.

    Und was die Schwierigkeit angeht: Anekdotisch -> Wie ich den fachlichen Anspruch in allgemeinbildenden Fächern am Gym und in der HBF sehe, ist es in der HBF definitiv nicht schwerer. Einziger Nachteil der HBF: Ich muss am Ende Prüfungen schreiben. 3x berufliches Fach und 3x allg.b. Fächer. Das ist wirklich mehr Arbeit. Am Ende mal.

    PS/edit:

    Wie man in s3g4 Beitrag sieht, ist das berufliche Schulwesen ein System, das für Spätstarter Chancen schafft. Es erlaubt an den verschiedensten Stellen im Schulleben/in der Ausbildungszeit Qualifikationen draufzusetzen und parallel/nebenher/anschließend zu erwerben. Konkrete Beispiele aus dem direkten beruflichen Umfeld: Vom Hauptschüler zum Lehrer. Über verschiedene Stationen im BBS-Bereich. Wir schaffen Durchlässigkeit :)

    Diese Tätigkeiten muss man ausüben wollen - mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben. Das macht man nicht des Geldes wegen.

    Als didaktische Leitung hat man auch die Aufgabe, die Entwicklung eines neues didaktischen Konzepts, die Entwicklung des Unterrichts, die Unterrichtsqualität, die Fort- und Weiterbildung des Kollegiums voranzubringen, Studientage mit zu begleiten in ihrer Ausrichtung, Referendare*innen zu begleiten (bspw. in RLP im Bereich Schulrecht auszubilden oder sie bei UBs zu besuchen) etc.

    Das muss man können und wollen. Dementsprechend sollte man dies als Ziel haben und aus der eigenen schulischen Arbeit heraus solche Erfahrungen mitbringen. Dies sollte dann auch im Bewerbungsverfahren deutlich und die entsprechenden Kompetenzen nachgewiesen werden.

    Ist denn ggf. durch die Kontaktaufnahme zur ausschreibenden Schule eine Tendenz zu erkennen, ob es eine/n Hauskandidaten*in gibt?

    Ja, klar. Die Summe der Ferientage bzw. der unterrichtsfreien Tage ist ja sowieso in allen BL gleich. (EDIT: Die der Feiertage nur leider nicht...)

    Das ist ja irgendwie auch doof! Weißt du, warum es nicht einheitlich geregelt ist, ob die Schulämter/Schulaufsicht oder die Schulen selbst darüber entscheiden dürfen?

    Bei uns ist es sogar innerhalb der Stadt unterschiedlich, wie freie Tage gelegt werden. Von Nachbarstädten müssen wir gar nicht reden :D

    Ja, aber die Arbeitszeit wurde doch erfasst. In mehreren Studien. In Sachsen wurde kürzlich wieder bestätigt, dass insbesondere Schulleitungen zu viel arbeiten. Wenn der Schulleiter eines Gymnasiums in Wanne-Eickel sich selbst gerne reden hört und die Zeit noch mehr in die Höhe treibt, wird irgendwer in den sauren Apfel beißen müssen um ihm zu sagen, dass er aller Beteiligten Zeit vergeudet.

    Und genau hier und bei ähnlichen Dingen kann dann Entlastung geschaffen werden. Und bei TZ-Kräften kann es dann endlich auch zu einer Entlastung bei nicht teilbaren Aufgaben kommen, die zur Zeit in der Regel nicht stattfindet.

    Oder ich verstehe nicht, was ihr meint. Soll an dieser einen Schule mit unnötigen Konferenzen alle eine Stunde weniger unterrichten müssen?

    Nee, aber die unnötigen Konferenzen, die übertriebene Dokumentation etc. werden dann hoffentlich reduziert werden.

    Ich glaube auch nicht, dass es dadurch mehr Geld gibt. Ich erhoffe mir aber, dass es für viele KuK zu einer Entlastung kommt, in der Form, dass an manchen Stellen abgespeckt wird. Also dass bspw. die klassenleitende TZ-GS-Lehrerin endlich mal Richtung ihres TZ-Anteils bei der Arbeitszeit kommt.

    Also: Teilnahme an DBs/Konfis reduzieren, Dauer dieser Veranstaltungen reduzieren, Dokumentationspflichten reduzieren etc.

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