Beiträge von Hannes

    Zitat

    Original von Nananele
    Wenig sinnvoller Beitrag, aber meine Eltern haben das vor 10 Jahren ganz einfach gelöst... Ich durfte nicht mit, Ende aus :D Kein Geld kein (damals sehr in) Ibiza :tongue:


    Wenn sich die Eltern diesbezüglich einig wären..., Thema durch und gut :D. Gespräche mit anderen Eltern vor der Ankunft unserer "Erwachsenen" haben denn auch eine gewisse Hilflosigkeit gezeitigt, so nach dem Motto: Was sollen wir denn machen? Wir können es ihm/ihr doch nicht versagen... Das ist doch die letzte Reise, die sie zusammen machen... usw. usf.
    Über die im Spiegel zitierte "Eskalation" haben sich nicht alle Gedanken gemacht - ich auch nicht.
    Was ich jetzt tun werde? Ich könnte mich mit der Elternvertretung der Schule in Verbindung setzen. Darüber werde ich nachdenken.
    Eine Anfrage an die Schule kann ich mir wohl schenken; die wird sich nicht zuständig fühlen.


    Nele
    Mit der von Dir angesprochenen pädagogischen Hybris hab' ich nix am Hut, genauso wenig wie ich Bildungspolitiker werden will. Ich möchte allerdings zur Diskussion stellen, was die Aufgabe von Schule ist, auch und gerade in diesem Zusammenhang.
    Die Schülerinnen und Schüler sind eine unglaublich lange Zeit in der Schule, sie ist Bildungseinrichtung und soziale Spielwiese, neben der Familie das lebensgestaltende Moment (wobei Moment kein wirklich guter Ausdruck ist...) und dennoch (oder deswegen?): Viele SuS gehen nicht gerne dorthin, grenzen sich sehr deutlich von ihr ab (es gibt ein Leben nach der Schule...) und sind heilfroh, wenn endlich Schluss ist.
    Ist vielleicht ein bisschen zu schwarz, aber da steckt schon auch Wahrheit drin und vielleicht auch des Pudels Kern was die Einflussmöglichkeiten betrifft.

    Herr Rau, danke für den Beitrag.
    Ja, es hätte etwas genützt, wenn die Schule sich zu dieser Reise über einen Brief an die Eltern positioniert hätte.


    @Eliah
    Wir haben diese Reise fraglos zu wenig mit unserem Sohn kommuniziert. Ich werfe mir das auch vor.
    Nighthawk
    Du sprichst die Einflussmöglichkeiten von Schule an. Offenbar ist es damit nicht mehr weit her, aber das ist wieder ein neues Thema...


    Nele
    Dein Beitrag hat sich mit meinem überschnitten...

    Ich werfe das Handtuch...
    Nele, die Schule kann jetzt konkret gegen solche Reisen nix machen, schon allein deswegen nicht, weil sie, wie ich nun weiß, privat sind.


    Irgendwie geisterte in meinem Kopf der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schulen herum und die Frage, ob die Schule nicht im Vorfeld solcher Vorgänge Einfluss nehmen kann. Das Gymnasium hat die SuS 8 bzw. 7 Jahre in seiner Obhut.
    Ist das eine berechtigte Frage oder das idealistische Gewäsch eines in die Jahre gekommen Lehrers?

    Es lohnt sich sicher, mal den Blick in den Spiegel Nr. 29/13.07.2009 zu werfen - da kann es einen nur noch gruseln, aber: es scheint völlig normal zu sein, was da abgeht.
    Zitat aus dem o. a. Spiegel: "Ein Abiturient stolpert aus dem Tropics und kotzt auf den Asphalt, die Leute applaudieren. Er hat das Reiseziel erreicht, die anderen eskalieren weiter."
    Wenn ich mir dann die Ansprachen im Rahmen der offiziellen Abiturfeier meines Sohnes ins Gedächtnis zurückrufe, dann kann ich mir ein leichtes Grinsen nicht verkneifen.
    Für mich das Ende vom Lied:


    1. Die Schule hat mit diesen Exzessen nichts zu tun, wir haben es mit privaten Vergnügungen zu tun.
    2. Wenn überhaupt, ist es die Sache der Eltern, Einfluss zu nehmen.
    3. Als Schulleiter einer HS war mir die Haltung der Gymnasialkolleginnen und -kollegen zu dieser Frage zunächst fremd.
    4. Als Vater eines "betroffenen" Sohnes kann ich solche Reisen nach wie vor nicht gutheißen, halte aber fürderhin lieber meinen Mund, hab' ja sozusagen mit den Wölfen geheult.


    Es grüßt, irgendwie doch desillusioniert,
    Hannes

    So sehr lange gibt es diese Art zu reisen wohl nicht. Als ich von meinem Sohn über diese Art "all inclusive" zu hören bekam, war ich überrascht.
    Ballermann und Co. als Abschlussreise für Abiturienten - na ja, da kann man wohl nix machen.
    Muss sich die Schule Gedanken machen über ihren Einfluss bei jungen Leuten? Weiter oben wurde von Bildung gesprochen - Herr im Himmel, da gehört doch mehr dazu als ein Abitur!

    Zitat

    diese anschuldigung halte ich so für nicht ok, rein formal ist die schule auch nicht mehr zuständig. man könnte auch fragen, ob die eltern mit 18. geburtstag aus der verantwortung entlassen sind und sie dann bequem den lehrern in die schuhe schieben dürfen.


    Als Anschuldigung war das nicht gemeint, eher als Zeichen von Unverständnis und auch Unkenntnis der Dinge, die auch von Rechts wegen nach den KLausuren laufen und von den Schulen nicht mehr beeinflusst werden können. Gut finde ich es trotzdem nicht.

    Das ist widersprüchlich, ich weiß. Wir wollten keine Spielverderber sein, es bleibt für mich trotzdem die Frage, ob es so sein muss, wie es ist.
    Mikael, ich will nicht in die Bildungspolitik, lass mal die Polemik ein bisschen raus und behandele die von mir angesprochene Problematik als echte Frage.


    Ich habe registriert:


    Die Kids sind erwachsen, die Schule hat keine Einflussmöglichkeiten mehr.
    Es gibt ab den schrifltichen Klausuren keine Präsenzpflicht.
    Die Schule hat in dieser Stufe keine Betreuungsaufgaben mehr.
    Wenn, dann sollen die Eltern ran.
    Es gibt nicht wirklich Handlungsbedarf.


    Ich komme aus einer anderen pädagogischen Ecke und mache mir vielleicht deswegen einen Kopf, wenn ich mitkriege, dass sich junge Leute auf den Weg machen, sich eine Woche lang den Kopf zuzuziehen. Vielleicht bin ich auch nur zu alt und damit zu altmodisch und befinde mich nicht auf dem Zug der Zeit.

    Mikael
    1. Ich kann nachvollziehen, was Du zu den Korrekturzeiten für Abiklausuren schreibst.
    2. Die SuS sind formell erwachsen, faktisch mehr oder weniger, manchmal habe ich das Gefühl, weniger. Die Entscheidung für eine dieser Sauftouren ohne Sinn und Verstand bei hohem finanziellen Aufwand (jaja, wir haben das auch bezahlt...) zeugt ja auch nicht unbedingt von Reife...
    3. Sich von schulischer Seite mit dieser Frage auseinander zu setzen, hat nix mit "Betreuung" zu tun.
    4. Verstehe ich Dich richtig? Für die Schule ist das kein Thema?

    Bei uns werden diese Reisen vor der offiziellen Entlassung vorgenommen.
    Es geht mir nicht darum, SuS zu "zwingen" in die Schule zu gehen, wenn die Klausuren durch sind.
    Aber die Frage muss erlaubt sein, ob die Schule bis zum Zeitpunkt der Entlassung nicht doch noch eine gewisse Verantwortung für die Dinge hat, die SuS im Zusammenhang mit Schule unternehmen.
    Ich will auch kein Spielverderber sein - die pädagogischen Einflussmöglichkeiten sind in dieser Altersstufe fraglos begrenzt. Vielleicht ist es aber auch eine Frage von Phantasie, wie man diese Zeit sinnvoll gestalten kann.
    Vielleicht fällt uns ja was ein.

    Nach längerer forumlicher Untätigkeit:
    Eigentlich sollte ich das als Vater eines jetzt mit den Weihen des Abitur versehenen Sohnes schreiben, aber mich interessiert dieses Thema auch aus der Sicht des Fachmannes. (Schulleiter einer HS)
    Die Fakten:
    Nach den schriftlichen Abiklausuren machen sich landauf landab angehende (sicher ist da ja noch nix...) Abiturienten auf den Weg nach Goldstrand, Malle etc., haben ein all-inclusive Programm gebucht, das neben allerlei "normalen" Angeboten auch die Bereitstellung von Alkoholika in jeder Form einschließt. Unterm Strich - so die Kurserfahrungen des Filius' - wurde speziell letzteres sehr gerne in Anspruch genommen, ich könnte auch sagen, die haben z. T. gesoffen, da ist das Ende von wech. (Der Spaß kostet ja denn auch nicht wenig..., so mal eben zwischen 400 und 500 €)
    Nun stellen sich mir folgende Fragen:
    1. Zwar endet mit den schriftlichen Klausuren das Schuljahr für die Abiturientinnen und Abiturienten (bei uns Ende März) - sprich, sie haben keinen Unterricht mehr, ist das aber gleichbedeutend mit einer Entlassung (im juristischen Sinne), so dass die Schule für diese Dinge keine Verantwortung mehr trägt?
    2. Ist diese Praxis gang und gäbe an Gymnasien? Wird sowas problematisiert? Mir ist klar, es handelt sich um erwachsene junge Menschen, die letztlich tun können, was sie wollen - kann die Schule zu diesem Zeitpunkt überhaupt nichts mehr beeinflussen?
    3. Was machen die Lehrkräfte, die keinen Unterricht mehr in den Kursen haben? Ist ja ein nicht unerheblicher Zeitraum....


    Es lässt sich unschwer herauslesen, dass ich diese Praxis recht problematisch finde. Alkoholkonsum bei Jugendlichen/Heranwachsenden - mit bedenklichen Zuwachsraten, und die Schule nimmt diese Saufreisen in Kauf - ohne mit der Wimper zu zucken. Lässt sich für die Zeit zwischen den schriftlichen Klausuren und der faktischen Schulentlassung nix mehr einfallen. Ich kann's nicht nachvollziehen, und möchte mich gerne mal nach eurer Meinung bzw. Praxis in der eigenen Schule erkundigen.


    Viele Grüße von
    Hannes

    Zitat

    Original von Referendarin
    Ob man das muss, weiß ich nicht, aber ich weiß, dass bei uns darüber abgestimmt wird. Komischerweise haben wir aber jede Menge Entlastungsstunden an der Schule. Ich habe aber bisher noch keine bekommen, da ich wegen der Korrekturen immer nur eine 5/7 bzw. später eine 6/7-Stelle hatte und wegen Förderunterricht etc. somit "nur" 4 Korrekturen (was ja für meine Fächerkombi relativ wenig ist). Ich glaube, ab 6 oder 7 Korrekturen plus Klassenleitung gab es eine Entlastungsstunde.
    Ich weiß, dass das von Schule zu Schule verschieden ist, wollte aber mal eine Rückmeldung geben, wie das an anderen Schulen gehandhabt wird.


    Wir sind nur eine kleine Schule mit 9 Klassen, multipliziert mit dem Faktor 0,7, und unter Berücksichtigung einer "halben" Schulassistentin kommen wir nur auf 3 (in Worten: drei) Stunden, die ich zu verteilen habe...
    Der Faktor bei RS ist 0,5, bei Gymnasien (Sek I) ebenfalls, Sek II 2,0. Just for info.

    ...über die Vergabe der "Topfstunden" (in NDS). Er/Sie tut gut daran, das offenzulegen - auch die Entscheidungskriterien. Gut ist es, die Entscheidung zusammen mit dem Kollegium vorzubereiten. Dann gibt's weniger böses Blut.
    Transparenz ist nicht nur in diesem Zusammenhang wichtig und notwendig...

    Timm
    meinetwegen habe ich einige Unklarheiten in Bezug auf Beamtenrecht etc. Ich weiß nicht warum es so schwer ist:
    1. ich weiß um den rechtlichen Status von Schulen.
    2. Vorsatz - grob fahrlässig, auch klar
    3. ich wollte doch nur wissen, ob es vielleicht einen Sonderstatus für SL gibt in solchen Fragen, mehr nicht, und wenn, ob es eine diesbezügliche Diensthaftpflichtversicherung gibt oder erforderlich ist.


    Dein letzter Satz macht alles klar. Danke.

    Antworten gibt's ?(...
    Ich hatte nach einer "speziellen" Haftpflicht von SL gefragt.
    Bei dem zitierten PDF geht es nicht speziell um Schulleitung, sondern um "Haftungsansprüche gegenüber Lehrern".
    Nun bin ich als SL auch Lehrer, aber ich treffe u. U. Entscheidungen oder werde mit Folgen von Entscheidungen konfrontiert, die diese Frage m. E. rechtfertigt.

    Ach ja, ich vergaß: ich bin auch noch Klassenlehrer einer 9. Klasse...


    Arbeitszeit: Beginn 07.00 Uhr, Ende i. d. R. zwischen 16.00 und 18.00 Uhr. Am Freitag schaffe ich es manchmal etwas früher. Auch das WE ist zu einem Teil mit SL-Aufgaben besetzt...
    Vielen meiner Kolleginnen und Kollegen, die ich im Rahmen der SLQ-FB kennengelernt habe, geht es genau so.
    Ich weiß allerdings auch von SL, die lassen nach der 6. Stunde die Schule hinter sich. Ich habe keine Ahnung, wie das dann mit der Leitung einer Schule vereinbar ist.
    Lamentieren ist mir fremd, mein Beruf macht mir Spaß, ich gehe an jedem Morgen gerne in "meine" Schule, aber ich weiß auch, dass das System auf die Selbstausbeutung von "Überzeugungstätern" spekuliert.

    Ich habe keine Lust wegen einer Versicherung in der GEW zu sein. Ich bin nach 30 Jahren ausgetreten, die GEW ist für mich irgendwie nur noch der Geist gewesen, der stets verneint.
    Ich werde mich mal beim SLVN erkundigen. ;)


    Dini
    ich kann mir so eine Situation vorstellen. Die Schule hat für sowas keinen Etat, den Belegungsvertrag hat der SL unterschrieben, der muss dafür gradestehen, erwachsene Kollegin hin oder her.
    Wer zahlt? Das Land? Der Schulleiter, der keine Haftpflicht hat?

    Es ist ratsam für SL, über die Unterrichtsverpflichtung Rechenschaft abzulegen. Ich halte es (nicht nur in diesem Falle) mit Transparenz. Ich leite eine relativ kleine HS, meine Pflichtstundenzahl beträgt
    27,5, davon gehen
    1 Stunde Altersermäßigung runter,
    8 Stunden für die SL-Tätigkeit,
    1, weil ich keinen Konrektor habe und noch
    1 wg. der eigenverantwortlichen Schule,
    1 wg. Systembetreuung
    Bleiben 15,5 Stunden übrig. Ich bin mit 15 Stunden gesteckt, bleiben 0,5 übrig, die als Minusstunden zu Buche schlagen, allerdings: Vertretungsunterricht lässt grüßen.
    Ich hoffe, ich habe mich jetzt nicht verrechnet.
    Außerdem betone ich ausdrücklich, dass diese hohe Unterrichtsverpflichtung ein Unding ist.

    Gibt's die? Ich sag' mal ein Beispiel: Kollegin X fährt auf Klassenfahrt, SL hat den Belegungsvertrag für die Jugendherberge unterschrieben und die Klassenfahrt genehmigt. Zeitpunkt Februar.
    Der Termin der KLassenfahrt naht - es ist April. Die Klassenlehrkraft will nicht mehr fahren, weil sich einige Schülerinnen und Schüler in den letzten Wochen sehr negativ entwickelt haben und das Klassenklima stark gelitten hat.
    "Mit denen fahre ich nicht!" Die Klassenlehrkraft lässt sich nicht umstimmen...
    Die Rücktrittsversicherung greift nicht - die tritt in der Regel nur bei attestierten Krankheitsfällen ein. Die Jugendherberge besteht auf Erfüllung des Vertrages, ebenso die Bundesbahn.
    Bleibt das Land jetzt auf den Kosten sitzen? Wird der SL in Regress genommen? Der gesamte Vorgang hat ja nix mit grober Fahrlässigkeit zu tun...
    Gibt es eine spezielle Haftpflichtversicherung für SL, die sowas abdeckt?

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