Ich kenne einen ähnlichen Fall, da hat der Schüler über die Anzeige eher gelacht als sich gärgert. Wegen der Kosten haben sich die Eltern hinter ihren Filius gestellt und damit gegen den hysterischen Kollegen. Eine Anzeige halte ich daher zunächst pädagogisch für wenig sinnvoll.
Ich würde lieber einen Screenshot von der Beleidigung machen und diesem Schüler eine Nachricht schicken, dass du diese Beleidigung gelesen hast und eine Kopie dieses Screenshots an den Schulleiter und seinen Tutor/Klassenlehrer weitergeleitet wird. Ganz nüchtern. Seine Antwort, falls eine kommt, würde ich nur lesen aber nicht weiter darauf reagieren. Mit dem SL wird dann vereinbart, wie es weiter geht, mindestens aber ein Gespräch mit dem Schüler und seinen Eltern im Beisein des SL, des Tutors und dir (das ist dem Schüler und den Eltern oft unangenehm genug, weil aufwendig), und ein Eintrag in die Schülerakte. Der SL und der Tutor wissen meist, ob der Schüler nicht schon mehr auf dem Kerbholz hat, das eine Anzeige nicht doch gerechtfertigt. Ansonsten geht es doch eher darum, dass Maßnahmen ergriffen werden, die den Schüler direkt betreffen und nicht die Eltern übernehmen können.
À+