Am Anfang ist es wirklich anstrengend. Für mich war es wirklich erst mal total hart.
Ich kannte kein einziges Kind (normal) und stand vor mehreren völlig fremden Klassen, ohne eine Ahnung von ihrer Dynamik etc. Dazu noch ohne Erfahrung. Dann setzte der eigene Hang zur Perfektion ein, ich stand dauernd selbst neben mir und kritisierte mich tot...ich konnte nicht alle Kinder in den Fokus nehmen, war nicht in der Lage, alle Kinder zu erfassen, habe es aber versucht...und war nach einem Arbeitstag so erledigt, dass ich zu Hause heulend an die Wand starrte.
So war mein Anfang ohne Erfahrung.
Das gibt sich aber.
Meine Wahrnehmung und Erfahrung: die erste Stunde keinen Unterricht machen, sondern die Kinder zusammen holen und erzählen lassen, kann spontanen Menschen helfen. Von sich, von den Ferien, verbunden mit ihren Namen. Sie auch dichbezüglich fragen lassen und humorvoll und ehrlich antworten. Das schafft Bindung und man kann den Fokus etwas beruhigen. So war es jedenfalls bei mir in den darauffolgenden Jahren.
Wichtig ist, von Anfang an im folgenden Unterrichtsgeschehen eine freundliche Konsequenz zu zeigen und eine klare Sprache zu nutzen. Das hat mir geholfen, recht schnell mit den Kindern warm zu werden. Zusätzlich lerne ich immer die Namen an selben Tag des ersten Unterrichts, indem ich ihnen eine Aufgabe gebe (zB einen kleinen Ferien-Steckbrief, wenn sie gerade aus den Ferien kommen, was ja beim Lehrerwechsel am ehesten die Norm ist oder einen kleinen Kennenlern-Steckbrief über sich selbst), bei der sie am Platz arbeiten müssen. Vorher lasse ich Namenskärtchen basteln und aufstellen und dann lerne ich. Die Kinder wissen, wenn ich sie gerade "anstarre", lerne ich gerade ihren Namen. Danach dürfen sie die Namenskärtchen wegtun und mich "prüfen". Macht ihnen einen Heidenspaß und ich kann gleich noch erklären, dass ich als Lehrkraft NICHT fehlerbefreit bin. In der nächsten Stunde stellen sie die Kärtchen nochmals kurz hin, ich schaue nochmals drauf, dann weg, eine Runde Namen sagen von meiner Seite. Habe ich alles richtig, dürfen die Kinder den Platz tauschen. Große Gaudi, großes Gelächter, wenn ich falsch liege (was dann nur noch selten passiert) und dann wird gearbeitet und die Kinder wissen: "Mist...ich kann keinen Blödsinn machen, sie weiß schon, wie ich heiße" 
Diese Menge an Kindern kann am Anfang etwas einschüchtern. Und das darf es auch. Zur Not kann man es den Kindern sogar mitteilen, dass man freudig aufgeregt ist, weil das der erste Tag ist (bei Achtklässern wäre ich damit dann allerdings etwas vorsichtiger, die Oberstufe hat damit dann schon wieder kein Problem).
Und wichtig: wirklich, es gibt sich. Also keine Angst. =)