Beiträge von KreideSpuren

    Ich weiß aber aus eigener Erfahrung in vielen Jahren, a) welchen Unterschied bei der eigenen Zufriedenheit die eigene Haltung macht und b) dass man diese Haltung auch ein stückweit beeinflussen kann. Man ist ihr nicht völlig ausgeliefert. Darum geht es mir: Manche äußeren Umstände können wir nicht beeinflussen. Wir können uns dann entweder mit ihnen arrangieren und trotzdem möglichst zufrieden und glücklich leben oder wir erzählen uns selbst immer wieder, wie ungerecht alles ist und wieviel besser unser Leben wäre mit 500 € mehr im Monat (?).

    Ich möchte dir ausdrücklich zustimmen, dass man mit Umständen, die man erst einmal nicht beeinflussen kann, umgehen muss / sollte.

    Gleichwohl habe ich hier extra die fehlende Verbeamtung aufgenommen, da sie mich negativ beeinflusst. Mit 500 € mehr könnte ich mir eine Wohnung mit 3 Zimmern anmieten und hätte zum Beispiel ein abgetrenntes Arbeitszimmer. Jetzt habe ich ein offenes Wohnzimmer mit Küche und Arbeitszimmer.

    Aus finanziellen Gründen ist eine Vergrößerung momentan aber nicht möglich.

    Meine Gedanken sind so negativ, weil ich zu engagiert bin und keine Grenzen setzen kann. Und dafür deutlich weniger Geld bekomme als andere KuK.

    Bei der letzten Mandelentzündung habe ich mit Fieber eine Klassenarbeit erstellt, damit die SuS diese noch vor den Ferien schreiben können.

    Das war sicherlich keine gute Entscheidung, aber meine. Und jetzt geht das alles einfach nicht mehr. Auch heute saß ich pünktlich um 8 Uhr am Schreibtisch. Nicht eine KA ist fertig.

    Abschalten kann ich so gut wie gar nicht. Wenn ich in der Therme bin, und die Zeit nehme ich mir, denke ich an Schule. Ich finde keine Ruhe.

    Anstatt mich über die 2 Wochen Ferien zu freuen, weine ich vor Wut, weil ich mich darüber aufrege, dass meine Mail an die Fachschaft weitergeleitet worden ist. Anstatt das einfach abzuhaken.

    Daran muss ich definitiv arbeiten.

    Wenn du angestellt bist, dann darfst du eigentlich nicht mehr als 10 Stunden am Stück arbeiten. Wenn du also morgens um 7.30 Uhr deinen Dienst antrittst, dann kann dein Dienst nicht um 20 Uhr enden.

    Guten Morgen,

    ich habe zwischen Unterricht und Prüfbeginn ca. eine Stunde Mittagspause.

    Zudem wird argumentiert, dass man dem ersten Prüfling die Aufgabenstellung gibt und dann auch noch einmal 30 Minuten Pause hat.

    Guten Morgen, liebe Kolleginnen und Kollegen,

    vielen Dank für die zahlreichen Nachrichten.

    Ich möchte klarstellen, dass ich nicht vor einem Burnout oder Ähnlichem stehe.

    Es ist einfach in den letzten 2 Jahren alles zu viel geworden. Ich bin aber optimistisch, dass ich mich wieder entspannen kann, wenn ich etwas Luft zum Atmen bekomme. Daher hoffe ich, dass ich ab heute die 9er zügig korrigieren kann und in den restlichen Ferien mal abschalten kann. Eine Korrektur in den Ferien ist übrigens die absolute Seltenheit für mich. Also weiß ich das zu schätzen.

    Der Oberstufenkoordination habe ich eine E-Mail geschrieben, in der ich darum gebeten habe, mich vom 2. Prüfungstag (mdl. Abitur) zu entbinden. Begründet habe ich dies mit der Korrekturbelastung und ich habe auch ganz offen in die E-Mail geschrieben, dass ich mich bereits jetzt am Rande meiner Leistungsgrenze befinde.

    Diese Nachricht wurde an die gesamte Fachschaft weitergeleitet mit dem Hinweis, dass alle ihre Dienstverpflichtungen wahrnehmen müssen. Die Fachschaft soll entscheiden, ob jemand für mich bei den Abiturprüfungen einspringt. Ansonsten habe ich keine Chance.

    Und dieses Vorgehen ärgert mich doch sehr: Die ganze Fachschaft weiß jetzt, dass es mir nicht gut geht. Gleichzeitig wird sich niemand melden und für mich einspringen. Dafür habe ich übrigens auch in einem gewissen Ausmaß Verständnis. Es wissen aber auch alle, dass ich sofort eingesprungen wäre, wenn ich nicht die zahlreichen ZP10 Hefte Ende Mai bekommen würde.

    Deswegen habe ich überlegt, ob mir eine Überlastungsanzeige nicht helfen würde. Aber ich muss mir das sehr gut überlegen. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie gewisse Personen in der Schulleitung damit umgehen werden. Und ich möchte auch nicht als die schwache und unzuverlässige Kollegin gelten. Diesen Eindruck könnte man durchaus nach der Mail, die an die Fachschaft weitergeleitet worden ist, bekommen.

    Und das ist nicht meins.


    wieder_da: Du hast Recht, wenn du sagst, dass der Konsum meiner verbeamteten KuK nicht allein durch das eigene Gehalt finanziert werden kann.

    Seit meiner Scheidung, die ich wollte, lebe ich in einer sehr kleinen Mietwohnung und bin in dieser sehr unglücklich. Mit 500 € mehr hätte ich andere Spielräume bei sehr teuren Ortsmieten. Es belastet mich zum Beispiel sehr, dass ich kein eigenes Arbeitszimmer habe.


    Eine Kollegin einer anderen Schule hat gestern den Philologen geschrieben und um Einschätzung gebeten.

    Sie meint, dass die Prüfungstage des mündlichen Abiturs bei uns an der Schule nicht mit dem Arbeitsrecht vereinbar seinen:

    Viele KuK haben am ersten Prüfungstag erst Unterricht (ich z. B. den ganzen Vormittag), eine kurze Mittagspause und dann Prüfungen bis 19:15 Uhr plus die Anfertigungen der Notenbegründungen.

    Am nächsten Tag beginnen die Prüfungen um 7:40 Uhr und enden in meinem Fall um ca. 16:30 Uhr.

    Dieses Vorgehen ist bei uns keine Ausnahme, sondern Standard. Ich hatte auch schon 11 eigene Prüfungen an einem Tag.

    Ich scheue mich nicht vor der Arbeit, sondern vor den Konsequenzen. Nach jedem Prüfungsmarathon bekomme ich Migräne. Seitdem ich Lehrerin bin, ist das so.

    Wenn ich dann aber auch noch Migräne habe, kann ich die ZP 10 Klausuren nicht korrigieren.

    Es macht mich sehr traurig, dass die SL nicht wahrnimmt, dass es für mich echt (zu) viel momentan ist. Ich wünschte mir mehr Fürsorge.

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    ich habe in den letzten Wochen einige Zeit hier im Forum verbracht und viele interessante Fragen und Antworten lesen können. Da bei mir einiges zusammengekommen ist, möchte ich euch um Rat fragen:

    Seit etwas mehr als sieben Jahren bin ich Gymnasiallehrerin (Deutsch + Nebenfach), und ich liebe meine Arbeit eigentlich sehr. Ich habe für mich den richtigen Beruf gefunden. Leider geht es mir seit ca. zwei Jahren immer schlechter. Dies hat unterschiedliche Ursachen.

    Meine zwei Hauptprobleme sind die Arbeitsbelastung sowie meine fehlende Verbeamtung. Vor einem Jahr bin ich entfristet worden, eine Verbeamtung habe ich nicht beantragt (BMI liegt bei 47, früher bei 52). Jede Kleinigkeit, die ich für meine Schule mache – freiwillige Tätigkeiten wie AG Schulentwicklung, Schule ohne Rassismus, Chor und auch die Pflichtaufgaben wie Unterrichtsvorbereitung, Korrekturen – kostet mich mittlerweile sehr viel Kraft. Ich bekomme den Gedanken nicht aus dem Kopf, dass ich meine Tätigkeiten zu einem deutlich geringeren Gehalt durchführe als meine verbeamteten Kolleginnen und Kollegen. Hinzu kommen meine negativen Gedanken über Kolleginnen und Kollegen, die mit zwei Nebenfächern in der Sek I eingesetzt sind und sich – nach eigener Aussage – nach vier Jahren das erste Mal einen Rotstift gekauft haben.

    Nach der Trennung von meinem Mann, die mit einem deutlichen Wohlstandsverlust einherging, empfinde ich alles nur noch als unfair. Ganz schlimm wird es, wenn meine wirklich wunderbaren Kolleginnen und Kollegen von ihren Häusern, den tollen Wohnungen, neuen E-Autos, den drei bis vier Urlauben pro Jahr berichten. Ich habe nichts gegen diese Menschen, ich schätze sie sehr, bin mit einigen privat befreundet. Ich mag an mir mittlerweile selbst nicht, wie sich mein eigener Charakter verändert hat.

    Meine Pflichtaufgaben bearbeite ich stets engagiert. Selbst als ich an Corona erkrankt war, habe ich in den Osterferien (Herbstferien, nicht Osterferien) die Deutsch-GK der Q1, der Q2 sowie meine Siebtklässler korrigiert. In den Ferien habe ich jeden Tag geweint, weil ich so erschöpft war. Ich habe immer alles durchgezogen. In den letzten Jahren hatte ich mehrere Mandelentzündungen (AU i. d. R. 5–7 Arbeitstage) und mehrere Migräneattacken.

    Mittlerweile liege ich im Bett und bekomme keine Luft, wenn ich an meine Korrekturen denke, und fange regelmäßig an zu weinen. Ich schlafe schlecht, ich schleppe mich zur Arbeit. Teilweise werde ich von Kolleginnen und Kollegen gefragt, warum ich so traurig aussehe. Ich begründe dies damit, dass mich die Trennung noch sehr belastet – was auch stimmt. Sie ist aber nicht der Grund dafür, weshalb es mir momentan so schlecht geht und mich alles überfordert. An anderen Tagen bin ich sehr glücklich und dankbar für mein privilegiertes Leben.

    Am Montag hatte ich den letzten Nervenzusammenbruch. Ich bin in diesem Jahr für die ZP 10 eingesetzt (insgesamt 49 Korrekturen). Dazu kommen noch 31 Arbeiten aus der 9. Klasse und noch einmal 24 Arbeiten derselben Jahrgangsstufe.

    Da ich eine Q2 (Nebenfach, weder mündliche noch schriftliche Prüflinge) in dieser Woche abgegeben habe, wurde ich für das mündliche Abitur eingesetzt. Kein Problem. Ich habe erst sechs Stunden Unterricht, eine Stunde Mittagspause und prüfe dann bis abends durch – kein Problem. Jetzt soll ich aber auch noch an einem weiteren Tag acht Prüfungen abnehmen. Diese Zeit hätte ich eigentlich für die Korrekturen benötigt. Von der SL habe ich keine Unterstützung bekommen. Es wurde nur mit der Dienstpflicht argumentiert.

    Und jetzt weiß ich nicht mehr, was ich machen soll. Ich habe heute seit 14 Uhr Osterferien. Eigentlich wollte ich meine 24 Deutsch-Klassenarbeiten der 9. Klasse korrigieren. Ich sitze aber vor der Korrektur, und es geht nichts. Alles, was ich lese, ist verschwommen. Also habe ich erst einmal einen Nachmittagsschlaf gemacht – und ich bin mit Panik aufgewacht.

    Eine befreundete Kollegin empfahl mir bereits vor Wochen, eine Überlastungsanzeige zu schreiben. Diese habe ich vorgestern begonnen. Ich schreibe alles auf und denke mir gleichzeitig: „Ach, ist doch gar nicht so schlimm. Andere haben noch mehr Korrekturen.“

    Kolleginnen und Kollegen sagen mir regelmäßig, dass ich auf mich aufpassen muss. In diesem Schuljahr habe ich auch noch eine Klassenleitung mit sehr verhaltensauffälligen Schülern (mehrere Suspendierungen, alle drei bis vier Wochen Elterngespräche, in fast jeder Pause werde ich von anderen Kolleginnen und Kollegen auf das teils heftige Fehlverhalten der Schüler hingewiesen...). Die Klasse „liebt“ mich aber (Aussage der SuS, ich habe ein Lehrerzeugnis nur mit Einsen und Zweien bekommen), und ich bin dankbar für diese Klasse. Von den Eltern bekomme ich auch nur positives Feedback.

    Es könnte alles so schön sein – wenn ich mit meinen Problemen nicht wäre.

    Um mal auf den Punkt zu kommen:

    Welche Konsequenzen hat es, falls ich eine Überlastungsanzeige stellen würde? Würde das überhaupt etwas bei der von mir geschilderten Situation bringen? Ich kenne aus meinem Kollegium keine Person, die ich diesbezüglich befragen kann.

    Hat irgendwer Erfahrungen mit Verbeamtungen bei massivem Übergewicht? Da das Thema Gewicht bei mir jeden Tag präsent ist, muss ich mich mit ernsthaften Konsequenzen auseinandersetzen. Mir wurde mehrfach ein Magenband empfohlen. Ich habe stets abgelehnt – mit dem Gedanken, dass ich so niemals die Möglichkeit habe, verbeamtet zu werden (Aussage der Philologen, anekdotische Evidenz). Ich habe bereits nach der Scheidung 40 kg abgenommen, aber das Gewicht konnte ich nicht halten.

    Im Forum habe ich mehrfach gelesen, dass es eine Grenze bei einem BMI von 40 gebe, obwohl sich die Rechtsprechung geändert hat. Da ich noch andere Erkrankungen (u. a. Migräne, Schilddrüsenunterfunktion, Lipödeme) habe, werde ich auf normalem Wege die Verbeamtung sicherlich nicht erhalten. Mir wurde gesagt, dass ich einen Antrag auf Schwerbehinderung stellen könnte. So fühle ich mich aber nicht.


    Ich freue mich über Erfahrungswerte.



    Mit kollegialen Grüßen

    KreideSpuren

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