Ich glaube, dass dort so ziemlich alles schief gelaufen ist, was in dem fall schief laufen konnte (wenn ich es richtig durchschaue):
Vorab:
- - es wurde nicht in den Unterlagen zur Klasse nachgeschaut, was die Kinder für Krankheiten hatten
- vielleicht stand da auch gar nichts
- - es wurde nicht schriftlich vor der Fahrt abgefragt, was für Krankheiten (wie Diabetis) die Kinder haben
- wie der WDR heute sagte: die Regelung dazu ist schwammig, aber nach 20 Jahren Erfahrung als Begleiter im Ferienlager ist mir der entsprechende "Seuchenzettel" bei der Elterninfo eine Routinebfrage
- Es wirkt fast so, als ob die Klasse mit Lehrpersonen unterwegs war, die sie nicht kennen. (Gab es dazu Infos?) Als Klassenlehrerin oder vertraute Lehrerin dürfte Diabetes bei einer Schülerin wohl bekannt sein.
- Die ELTERN haben die Lehrer scheinbar auch nicht schriftlich informiert.
- Bei allem Respekt vor den trauernden Eltern, aber wenn ich ein Kind mit Diabetes hätte, würde da mein nicht vorhandenes Helikopter-Eltern-Gen einsetzen und ICH hätte den Lehrern eine schriftliche Info inkl. Telefonnummer etc. mitgegeben.
Auf der Fahrt:
- Das man auf einer Klassenfahrt (wie auch in der Schule) Bauchschmerzen auch erst einmal weniger beachtet, ist fast normal. Vielleicht nciht gut, aber normal. Aber wenn das Kind schon länger Bauchschmerzen hat, müsste man reagieren.
- Man lässt ein Kind aber nicht "tagelang" mit Bauchschmerzen kämpfen und reagiert nicht. Auch unabhängig von der Vorerkrankung müssten da die Alarmglocken schrillen.
- Der zitierte Anruf der Eltern - oberste Prämisse für die Eltern sollte sein: wenn sie während der Fahrt irgendwas von der Fahrt hören und das klären wollen, melden sie sich bei den Lehrern. Entweder direkt (wenn eine Nummer bekannt ist ... Erreichbarkeit der Lehrperson sollte bei einer Klassenfahrt zwingend gegeben sein) oder in der oben von K_19 geschilderten Telefon-Situation: Anruf bei der Tochter, Frage: sind die Lehrer in der Nähe, holt sie mir mal ans Telefon, damit ein Erwachsener vor Ort ist. Danke.
- Die Reaktion der Lehrer aufgrund des Anrufs: der erste "man hat mir auf die Füße getreten"- Impuls des Lehrpersonals ist schon denkbar. Aber dafür ist man Profi, nimmt das Telefon, meldet sich, sagt "Bin vor Ort bei Ihrer Tochter, gibt es irgendwas, was ich wissen muss". ... So sollte es sein, dass das im Stress einer Klassenfahrt mal nicht so ist, ist nachvollziehbar aber nicht richtig.
Quintessenz für mich: es ist definitv richtig, dass die Lehrer die rechtliche Verantwortung haben. Sie haben (im Stress) eine Menge falsch gemacht.
Aber wenn ich höre, dass der Vater sinngemäß der Presse sagt "viel kann ich nicht tun, aber evtl. ändert sich in Zukunft was, damit das nicht wieder passiert" ... fände ich ein wenig Einsicht in das eigene Fehlverhalten sinnvoll. Denn auch wenn der Hauptfehler bei den Lehrern liegt, man hätte den Tod des Mädchens an vielen Stellen durch einen besseren Informationsaustausch und Kommunikation verhindern können. Nicht nur als anwesender Lehrer.
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P.S.: im WDR 2 sagten sie übrigens heute morgen im Radio, dass "der Fall in vielen Lehrerforen in Deutschland diskutiert würde." Hallo, WDR 2.