Beiträge von Sina2020

    Was ChatGPT dazu sagt:

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    Liebe Kollegin,

    ach Mensch, das klingt nach einem richtig schweren Tag. Dass du dich zurückziehen und sogar weinen musstest, sagt eigentlich nur, wie sehr dir dein Unterricht und die Klasse am Herzen liegen – nicht, dass du etwas falsch machst. Solche Tage treffen einen einfach voll, vor allem wenn man sowieso schon emotional dünnhäutiger ist.

    Und ganz ehrlich: Dass sie beim Direktor ruhig waren und am nächsten Tag wieder völlig drüber – das kennen so viele. Das ist leider kein Maßstab für „du kannst es nicht“, sondern eher ein Zeichen dafür, dass sie sehr genau wissen, wann sie sich zusammenreißen können.

    Was du beschreibst, klingt weniger nach einer „bösen“ Klasse, sondern nach einer mit extrem niedriger Selbststeuerung als Gruppe. Viele einzelne Unruheherde summieren sich – und man kommt gar nicht mehr hinterher. Das ist unglaublich zermürbend.

    Ein paar Dinge, die dir vielleicht helfen könnten (such dir nur raus, was zu dir passt):

    🔹 Klare Gesprächs-Rituale einführen (immer gleich)
    Zum Beispiel ein fixes Signal, wenn du Ruhe brauchst: Hand heben + runterzählen von 5. Aber: erst weitersprechen, wenn wirklich alle still sind – auch wenn es am Anfang ewig dauert. Die Konsequenz ist hier wichtiger als Lautstärke.

    🔹 Lautstärke sichtbar machen
    Eine einfache „Lautstärke-Skala“ an der Tafel (0 = still, 1 = Flüstern, 2 = Gruppenstimme). Immer wieder ruhig darauf zeigen statt ständig ermahnen. Das nimmt dir Stimme und Nerven.

    🔹 Positive Schüler bewusst verstärken
    Die Braven leiden gerade am meisten. Vielleicht gezielt loben: „Danke, dass hier vorne schon alle bereit sind.“ Nicht ironisch, sondern ehrlich. Oft ziehen einzelne dann nach.

    🔹 Sitzordnung als pädagogisches Werkzeug
    Wenn viele durcheinander reden, hilft manchmal nur strategisches Auseinandersetzen der „Hotspots“. Ist mühsam, wirkt aber oft Wunder.

    🔹 Störenfriede einzeln rausnehmen – nicht nur sanktionieren
    Nicht im Ärger, sondern ruhig irgendwann sagen:
    „Ich hab das Gefühl, du rutschst gerade in eine Rolle, die dir selbst schadet. Ich brauch dich auf meiner Seite.“
    Viele reagieren überraschend gut, wenn sie merken, dass es nicht nur Strafe ist.

    🔹 Mit der Klasse offen reden
    Vielleicht eine Stunde investieren und thematisieren:
    „So wie es gerade läuft, können manche nicht lernen. Ich auch nicht gut unterrichten. Wie kriegen wir das gemeinsam besser hin?“
    Manchmal entstehen daraus Klassenregeln, die mehr tragen als unsere.

    Und ganz wichtig:
    Ein einzelner Tag, an dem man laut werden muss oder nur noch „schreiben schreiben schreiben“ macht, macht dich nicht zu einer schlechten Lehrerin. Das ist Überlebensmodus – und völlig okay.

    Dass du sie magst, ist übrigens eine riesige Ressource. Beziehung ist langfristig stärker als Strenge – sie braucht nur manchmal ein klareres Gerüst außen herum.

    Fühl dich gedrückt. Wirklich. 💛
    Das war ein harter Tag, aber keiner, der definiert, was für eine Lehrerin du bist.

    Liebe Grüße

    +++

    Keine Sorge, ich poste jetzt nicht dauernd ChatGPT-Antworten. Aber ich nutze das Tool mehr und mehr selber, um mich beraten zu lassen. Ist nicht perfekt und ersetzt keinen menschlichen Ratgeber, hat aber oft erstaunlich gute Ansatzpunkte. Ob das aus deiner Sicht jetzt hier der Fall ist, kannst nur du selbst entscheiden. Viel Glück.

    Für Niedersachsen gilt, dass die "dienstlichen Aufgaben", die einem der Schulleiter überträgt, nicht an einen Ort gebunden sind. Also ist eine Tätigkeit im Home Office verbunden mit einer konkreten Aufgabe (z. B. Fortschreibung des schuleigenen Arbeitsplans oder des Beratungskonzepts) an Tagen wie letzten Freitag möglich und aus meiner Sicht auch sinnvoll. Wenn man als SL misstrauisch ist, kann man sich die Ergebnisse ja am Ende des Tages schicken lassen.

    In Niedersachsen gibt es übrigens keine beweglichen Ferientage. Bin immer überrascht, wenn ich lese, dass das woanders selbstverständlich ist. Ansonsten bin ich bei Humblebee: Für mich kann es hier in Niedersachsen genau so bleiben.

    Ich war vorher in der freien Wirtschaft im kaufmännischen Bereich. Dann doch noch Lehramtsstudium. Ich hatte Lust auf einen sozialen Beruf, auf Menschen, insbesondere auf Kinder und Jugendliche. Ich kann gut kommunizieren und bin gerne unter vielen Menschen. Die Fächer, die ich studierte, haben mich wirklich interessiert. Hinzu kam, da bin ich ehrlich, die gute Bezahlung und die freie Zeiteinteilung am Nachmittag und in den vielen Ferienwochen. Ich wollte Familie und dachte, dass das für mich der perfekte Beruf dafür ist. Hat sich nach mehr als 25 Jahren auch bestätigt.

    An der Grundschule, an der ich bis vor kurzem war, hat die Schulleitung IMMER ihre Unterrichtsstunden wahrgenommen. Vertretung, obwohl sie im Hause war, gab es nicht. Auch war sie immer pünktlich im Unterricht. In einem Gespräch über das Thema äußerte sie mal, dass es selten unaufschiebbare Dinge gibt. Alles kann auch nach der Unterrichtsstunde erledigt werden. Selbst die Schulbehörde kann 45 min. auf einen Rückruf warten, weil man nun mal unterrichten. Am Ende ist das vielleicht eine Frage der Haltung. Gehe ich als SL leichtfertig mit meinem eigenen Unterricht um oder nehme ich ihn so ernst, dass er Priorität hat, wenn er ansteht?

    In Niedersachsen gibt es Stunden für "besondere Belastungen". Es gibt an Grundschulen pro Schulklasse 0,3 solcher Stunden. Eine dreizügige Grundschule hat also 3,6 (aufgerundet 4) solcher Stunden zu vergeben. Übrigens lächerlich wenig verglichen mit weiterführenden Schulen, an denen der Faktor bei 0,6-0,8 liegt. Habe nie verstanden, warum man Grundschulen vergleichsweise so kurz hält. Als gäbe es dort weniger "besondere Belastungen" als an weiterführenden Schulen. Aber das ist ein anderes Thema.

    Wofür diese Stunden vergeben werden, wer sie bekommt, wird zwischen Schulleitung und Kollegium ausgehandelt. Der Personalrat ist dabei anzuhören.

    Ich bin auch Ü50 und mir geht es nicht so. Das hilft dir jetzt nicht, aber soll zeigen, dass es nicht nur am Beruf liegt. Du musst ganzheitlich auf die Sache schauen. Nimm alle Bereiche deines Lebens in den Blick. Die Vergangenheit, die Gegenwart, deine privaten Bindungen und Beziehungen, dein berufliches Umfeld, deine Stärken und Schwächen, deine gemachten Erfahrungen im Beruf vom ersten Tag an, dein Freizeitverhalten, deine innere Zufriedenheit, deine Resilienz, dein Umgang mit Stress und den normalen Ups and Downs im Leben. Horch in dich hinein. Was ist dir wichtig? Was kannst du? Worunter leidest du? Wie kannst du negative Erlebnisse im beruflichen und privaten Bereich kompensieren? Hol dir unter Umständen Unterstützung durch einen Coach oder einen Psychotherapeuten. Die Sache ist oft komplexer als man denkt. Es lohnt sich, jeden Winkel auszuleuchten.

    Es wäre toll, wenn sich viele Schulleitungen zusammenschließen würden und gemeinsam den Mund aufmachen würden. Dann könnten sie sich besser und gemeinsam schützen und sicherlich viel erreichen.

    Im meinem Bundesland gibt es seit ein paar Jahren einen eigenen Grundschulleitungsverband, der die Interessen von Grundschulen und Grundschulleitungen vertritt. Von knapp 2000 Grundschulleitungen im Bundesland sind nicht mal 100 Mitglied. So viel zum Thema: Es wäre toll, wenn sich viele Schulleitungen zusammenschließen würden und gemeinsam den Mund aufmachen würden, um viel zu erreichen.

    In Niedersachsen gibt es kaum mehr Schulkindergärten, obwohl sie dringend notwendig wären. Aber sie kosten Geld und dieses Geld kann oder will man nicht in eine vorschulische Bildung investieren. Ich glaube auch nicht, dass sich dies ändern wird. Die Kitas in Niedersachsen sind personell schon am Limit. Falls man überhaupt in das Thema investiert, dann eher in Form von zusätzlichem Personal und Budget für die Kitas.

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