Beiträge von nomoreworries

    Danke für die vielen Einordnungen. Ich bin in Brandenburg, sonst hättet ihr natürlich Recht, dass ich mir keinen großen Kopf mehr machen sollte. Ich behalte die Klasse auch. Ich muss in meinen Ausbildungsfächern je 8 Stunden unterrichten und das in verschiedenen Klassenstufen. Insofern ist es momentan schon schwierig. Aber nächstes Jahr bekomme ich etwas mehr Stunden in der Klasse, dafür habe ich mich eingesetzt.

    Und da das Thema aufkam: Es ist tatsächlich nicht so, dass sie mir etwas erklären müsste. Ich habe vor längerer Zeit auf Lehramt studiert, nur kurz vor dem (damals Diplom) abgebrochen, private Gründe. Ich habe inzwischen eine Montessori-Ausbildung gemacht und einen kompletten Studiengang nachgeholt. Vielleicht triggert mich deshalb Ihre Besserwisserei.

    Dass die Kinder noch an ihrer alten Klassenlehrerin hängen, die leider die Ablösung von ihr den Kinder nicht leicht macht - hier denke ich, ist es das Beste, es zu tolerieren. Das ist eine Dynamik, die nichts mit dir zu tun hat. Du hast deinen eigenen Stil und das vertrittst du gegenüber den Kindern und vergleichst dich auch nicht mit Kollegin X. Gegenüber der Kollegin zeigst du einen guten, deeskalierenden Ansatz.

    Diese Perspektive finde ich sehr hilfreich, danke.

    Hallo Forum,

    ich bin seit Sommer an einer neuen Schule, habe eine 4. Klasse übernommen. Erstmal wurde natürlich gefremdelt, die Klasse hatte ein gutes Verhältnis zur vorigen Klassenleitung. Mit der Zeit merkte ich, dass sich über die Jahre ziemlich heftige Mobbingstrukturen gebildet haben (unter den Mädchen), da bin ich also aktiv geworden. Es ist tatsächlich auch schon entspannter, die Kinder öffnen sich mir - immer wieder merke ich aber, wie sich die Stimmung gegen mich dreht. Zum Beispiel im Klassenrat, wo ich nach zwei furchtbaren Tribunalen darauf bestanden habe, erstmal die Kommunikation zu klären, also gfK. Viel Widerstand, bei Frau X haben wir das nicht gemacht, es liegt nur an Ihnen, dass wir uns so streiten... Ich bin leider nur 8 Stunden pro Woche in der Klasse, da ich im berufsbegleitenden Ref bin und meine Fächer unterrichten muss. Wäre ich mehr drin, wären wir wohl schon weiter in unserer Beziehung.

    Langsam komme ich aber auch dahinter, dass die Kollegin die Klasse offenbar nicht freiwillig abgegeben hat, sie musste aber einschulen. Bei jeder Gelegenheit sucht sie den Kontakt zu den Kindern, z.B. bei Schulfesten, Sportfesten usw. Es wirkt auf mich manchmal etwas sektenmäßig. Zwei Drittel der Klasse kreischt "Frau X!" Sie fällt ihnen in die Arme, großes Gruppenkuscheln. Das klingt jetzt etwas zynisch, aber ich finde es schon sehr unprofessionell und mir gegenüber unsolidarisch. Ich hänge mich wirklich rein, mein Unterricht kommt bei den Kindern gut an und ich frage mich manchmal etwas wehleidig, ob sie nicht merken, was sie an mir haben. Ganz schlimm war es die Woche, nachdem sie eine Vertretungsstunde in meiner Klasse hatte.

    Ach so, dazu kommt, dass die Kollegin mir wirklich von Anfang sehr pampig begegnet ist. Mir laut Dinge erklärt, die ich durchaus weiß (ich habe jetzt 5 Jahre Berufserfahrung) und in meiner Gegenwart immer wieder betont, dass sie ja "grundständig studierte Lehrkraft" sei. Ich mag das deshalb nicht mit ihr besprechen, sie hat für mich etwas zutiefst Verschlagenes und ich traue ihr zu, dass sie dann zu den Kindern sowas sagt wie "Frau Y möchte ja nicht, dass ich mit euch rede".

    Meine Strategie bisher war freundliches Abwarten, nie schlecht über Frau X reden, aber abgrenzen (Gut, sie hat das so gemacht, ich möchte es aber so aus den und den Gründen) und ihr gegenüber stoische Freundlichkeit. Ich wäre dankbar über Tipps oder ähnliche Stories mit Happy end... Zum Glück habe ich im Kollegium sonst sehr empathische KollegInnen, ich konnte das Thema auch schon hier und da loswerden. Aber jetzt auch nicht so ausführlich, wie ich mich hier auskotzen kann ;)

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