Vorige Klassenleitung lässt nicht los

  • Hallo Forum,

    ich bin seit Sommer an einer neuen Schule, habe eine 4. Klasse übernommen. Erstmal wurde natürlich gefremdelt, die Klasse hatte ein gutes Verhältnis zur vorigen Klassenleitung. Mit der Zeit merkte ich, dass sich über die Jahre ziemlich heftige Mobbingstrukturen gebildet haben (unter den Mädchen), da bin ich also aktiv geworden. Es ist tatsächlich auch schon entspannter, die Kinder öffnen sich mir - immer wieder merke ich aber, wie sich die Stimmung gegen mich dreht. Zum Beispiel im Klassenrat, wo ich nach zwei furchtbaren Tribunalen darauf bestanden habe, erstmal die Kommunikation zu klären, also gfK. Viel Widerstand, bei Frau X haben wir das nicht gemacht, es liegt nur an Ihnen, dass wir uns so streiten... Ich bin leider nur 8 Stunden pro Woche in der Klasse, da ich im berufsbegleitenden Ref bin und meine Fächer unterrichten muss. Wäre ich mehr drin, wären wir wohl schon weiter in unserer Beziehung.

    Langsam komme ich aber auch dahinter, dass die Kollegin die Klasse offenbar nicht freiwillig abgegeben hat, sie musste aber einschulen. Bei jeder Gelegenheit sucht sie den Kontakt zu den Kindern, z.B. bei Schulfesten, Sportfesten usw. Es wirkt auf mich manchmal etwas sektenmäßig. Zwei Drittel der Klasse kreischt "Frau X!" Sie fällt ihnen in die Arme, großes Gruppenkuscheln. Das klingt jetzt etwas zynisch, aber ich finde es schon sehr unprofessionell und mir gegenüber unsolidarisch. Ich hänge mich wirklich rein, mein Unterricht kommt bei den Kindern gut an und ich frage mich manchmal etwas wehleidig, ob sie nicht merken, was sie an mir haben. Ganz schlimm war es die Woche, nachdem sie eine Vertretungsstunde in meiner Klasse hatte.

    Ach so, dazu kommt, dass die Kollegin mir wirklich von Anfang sehr pampig begegnet ist. Mir laut Dinge erklärt, die ich durchaus weiß (ich habe jetzt 5 Jahre Berufserfahrung) und in meiner Gegenwart immer wieder betont, dass sie ja "grundständig studierte Lehrkraft" sei. Ich mag das deshalb nicht mit ihr besprechen, sie hat für mich etwas zutiefst Verschlagenes und ich traue ihr zu, dass sie dann zu den Kindern sowas sagt wie "Frau Y möchte ja nicht, dass ich mit euch rede".

    Meine Strategie bisher war freundliches Abwarten, nie schlecht über Frau X reden, aber abgrenzen (Gut, sie hat das so gemacht, ich möchte es aber so aus den und den Gründen) und ihr gegenüber stoische Freundlichkeit. Ich wäre dankbar über Tipps oder ähnliche Stories mit Happy end... Zum Glück habe ich im Kollegium sonst sehr empathische KollegInnen, ich konnte das Thema auch schon hier und da loswerden. Aber jetzt auch nicht so ausführlich, wie ich mich hier auskotzen kann ;)

  • Zitat

    Ich bin seit Sommer an einer neuen Schule, habe eine 4. Klasse übernommen. Erstmal wurde natürlich gefremdelt, die Klasse hatte ein gutes Verhältnis zur vorigen Klassenleitung. Mit der Zeit merkte ich, dass sich über die Jahre ziemlich heftige Mobbingstrukturen gebildet haben (unter den Mädchen), da bin ich also aktiv geworden. Es ist tatsächlich auch schon entspannter, die Kinder öffnen sich mir - immer wieder merke ich aber, wie sich die Stimmung gegen mich dreht. Zum Beispiel im Klassenrat, wo ich nach zwei furchtbaren Tribunalen darauf bestanden habe, erstmal die Kommunikation zu klären, also gfK. Viel Widerstand, bei Frau X haben wir das nicht gemacht, es liegt nur an Ihnen, dass wir uns so streiten... Ich bin leider nur 8 Stunden pro Woche in der Klasse, da ich im berufsbegleitenden Ref bin und meine Fächer unterrichten muss. Wäre ich mehr drin, wären wir wohl schon weiter in unserer Beziehung.

    Dass eine Klasse am Anfang sich an eine neue Klassenleitung gewöhnen muss, ist vollkommen normal. Auch dass es dabei zunächst mehr Streit, Konflikte usw. geben kann. Schließlich werden einige nun die Möglichkeit spüren, ihren Platz im Klassengefüge und ggü. der neuen Lehrkraft neu auszuloten. Dass du nur acht Stunden als Klassenlehrerin in der Klasse bist, geht meiner Meinung nach gar nicht. Das ist für die Grundschule viel zu wenig, vor allem für das erste und letzte gemeinsame Jahr (Bundesland?). Du musst doch sicherlich auch berufsbegleitend mind. auf 14 Stunden kommen. Warum kannst du die nicht in deiner Klasse halten, mit zumindest zwölf Stunden oder so?

    Zitat

    Langsam komme ich aber auch dahinter, dass die Kollegin die Klasse offenbar nicht freiwillig abgegeben hat, sie musste aber einschulen. Bei jeder Gelegenheit sucht sie den Kontakt zu den Kindern, z.B. bei Schulfesten, Sportfesten usw. Es wirkt auf mich manchmal etwas sektenmäßig. Zwei Drittel der Klasse kreischt "Frau X!" Sie fällt ihnen in die Arme, großes Gruppenkuscheln. Das klingt jetzt etwas zynisch, aber ich finde es schon sehr unprofessionell und mir gegenüber unsolidarisch. Ich hänge mich wirklich rein, mein Unterricht kommt bei den Kindern gut an und ich frage mich manchmal etwas wehleidig, ob sie nicht merken, was sie an mir haben. Ganz schlimm war es die Woche, nachdem sie eine Vertretungsstunde in meiner Klasse hatte.

    Na ja, dass eine Kollegin eine Klasse, die sie offensichtlich mit viel Herzblut geführt hat, in der sie funktionierende Strukturen aufgebaut hat, gezwungen wird, diese abzugeben, ist sicher sehr unschön. Offensichtlich hängen ja auch die Kinder noch sehr an ihr. Gerade wenn es jetzt in der Klasse offensichtlich brodelt und noch nicht ganz rund läuft (ob es jetzt daran liegt, dass du nicht vollständig ausgebildet bist oder nicht, ist mMn erstmal nebensächlich), ist es doch kein Wunder, dass sie ihre KL vermissen. Ich erkenne hier nicht, dass sie dir bewusst in den Rücken fällt oder schlecht über dich spricht.

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    Ach so, dazu kommt, dass die Kollegin mir wirklich von Anfang sehr pampig begegnet ist. Mir laut Dinge erklärt, die ich durchaus weiß (ich habe jetzt 5 Jahre Berufserfahrung) und in meiner Gegenwart immer wieder betont, dass sie ja "grundständig studierte Lehrkraft" sei. Ich mag das deshalb nicht mit ihr besprechen, sie hat für mich etwas zutiefst Verschlagenes und ich traue ihr zu, dass sie dann zu den Kindern sowas sagt wie "Frau Y möchte ja nicht, dass ich mit euch rede".

    Meine Strategie bisher war freundliches Abwarten, nie schlecht über Frau X reden, aber abgrenzen (Gut, sie hat das so gemacht, ich möchte es aber so aus den und den Gründen) und ihr gegenüber stoische Freundlichkeit. Ich wäre dankbar über Tipps oder ähnliche Stories mit Happy end... Zum Glück habe ich im Kollegium sonst sehr empathische KollegInnen, ich konnte das Thema auch schon hier und da loswerden. Aber jetzt auch nicht so ausführlich, wie ich mich hier auskotzen kann ;)

    Das klingt schon so, als ob euer Verhältnis nicht sonderlich gut ist. Ich habe aber das Gefühl, dass du einen sehr überzeichneten negativen Eindruck hast. Ich kann mir schon vorstellen, dass sie vielleicht nicht angemessen mit dir gesprochen hat, mal genervt war, wenn sie was erklären musste, aber offensichtlich ist ja auch nichts Besonderes vorgefallen. Wahrscheinlich ist sie einfach noch frustriert, dass sie eine eigene Klasse ohne Not abgeben musste... Auch wenn sie das nicht anfangs an dir hätte auslassen sollen...

    Gegenüber den Kindern immer zu sagen, dass sie das vielleicht anders gemacht hast und dir jetzt aber andere Dinge wichtig sind, ist völlig ok. Vielleicht müsst ihr im Lehrerzimmer mal abseits von Schule ins Gespräch kommen (gemeinsame Hobbys o.Ä.)? Denn im Moment bist du für sie ja anscheinend nur der "böse Quereinsteiger, der ihr die Klasse klaut" und sie "die ältere, erfahrene Kollegin, die dich kritisch beäugt und an ihrer Klasse klammert"....

  • Bundesland?

    Du hast jetzt maximal noch 8 Wochen in dieser Klasse. Dann sind Sommerferien und die Klasse teilt sich auf die verschiedenen Schulen auf.

    In diesem Fall macht es jetzt eher weniger Sinn sich noch voll rein zu hängen und eine super Klassengemeinschaft erzwingen zu wollen. Mach deine Arbeit so gut wie möglich aber versuche nicht das Unmögliche.

    Nächstes Jahr bekommst du mit Glück eine 1. oder 3. Klasse mit der du dann von Beginn an eine Beziehung aufbauen kannst.

    Viele Grüße aus dem Süden :wink_1:

  • Hallo Forum,

    ich bin seit Sommer an einer neuen Schule, habe eine 4. Klasse übernommen. Erstmal wurde natürlich gefremdelt, die Klasse hatte ein gutes Verhältnis zur vorigen Klassenleitung. Mit der Zeit merkte ich, dass sich über die Jahre ziemlich heftige Mobbingstrukturen gebildet haben (unter den Mädchen), da bin ich also aktiv geworden. Es ist tatsächlich auch schon entspannter, die Kinder öffnen sich mir - immer wieder merke ich aber, wie sich die Stimmung gegen mich dreht. Zum Beispiel im Klassenrat, wo ich nach zwei furchtbaren Tribunalen darauf bestanden habe, erstmal die Kommunikation zu klären, also gfK. Viel Widerstand, bei Frau X haben wir das nicht gemacht, es liegt nur an Ihnen, dass wir uns so streiten... Ich bin leider nur 8 Stunden pro Woche in der Klasse, da ich im berufsbegleitenden Ref bin und meine Fächer unterrichten muss. Wäre ich mehr drin, wären wir wohl schon weiter in unserer Beziehung.

    Langsam komme ich aber auch dahinter, dass die Kollegin die Klasse offenbar nicht freiwillig abgegeben hat, sie musste aber einschulen. Bei jeder Gelegenheit sucht sie den Kontakt zu den Kindern, z.B. bei Schulfesten, Sportfesten usw. Es wirkt auf mich manchmal etwas sektenmäßig. Zwei Drittel der Klasse kreischt "Frau X!" Sie fällt ihnen in die Arme, großes Gruppenkuscheln. Das klingt jetzt etwas zynisch, aber ich finde es schon sehr unprofessionell und mir gegenüber unsolidarisch. Ich hänge mich wirklich rein, mein Unterricht kommt bei den Kindern gut an und ich frage mich manchmal etwas wehleidig, ob sie nicht merken, was sie an mir haben. Ganz schlimm war es die Woche, nachdem sie eine Vertretungsstunde in meiner Klasse hatte.

    Ach so, dazu kommt, dass die Kollegin mir wirklich von Anfang sehr pampig begegnet ist. Mir laut Dinge erklärt, die ich durchaus weiß (ich habe jetzt 5 Jahre Berufserfahrung) und in meiner Gegenwart immer wieder betont, dass sie ja "grundständig studierte Lehrkraft" sei. Ich mag das deshalb nicht mit ihr besprechen, sie hat für mich etwas zutiefst Verschlagenes und ich traue ihr zu, dass sie dann zu den Kindern sowas sagt wie "Frau Y möchte ja nicht, dass ich mit euch rede".

    Meine Strategie bisher war freundliches Abwarten, nie schlecht über Frau X reden, aber abgrenzen (Gut, sie hat das so gemacht, ich möchte es aber so aus den und den Gründen) und ihr gegenüber stoische Freundlichkeit. Ich wäre dankbar über Tipps oder ähnliche Stories mit Happy end... Zum Glück habe ich im Kollegium sonst sehr empathische KollegInnen, ich konnte das Thema auch schon hier und da loswerden. Aber jetzt auch nicht so ausführlich, wie ich mich hier auskotzen kann ;)

    Edit

    Bzgl der Kollegin würde ich erst mal abwarten.

    Dass sie ihre Klasse vermisst und begrüßt, kann ich verstehen und nicht als Angriff auf dich sehen. Gerade, wenn sie die Klasse nur ungern abgegeben hat.

    Wenn möglich ihr erst mal aus dem Weg gehen und abwarten, wie sich die Sache entwickelt.

    Viele Grüße aus dem Süden :wink_1:

  • Ich würde es aussitzen und das Beste aus der Situation machen, aber nicht mehr ein stressiges Riesenengagement da reinlegen. Einfach versuchen, die Konflikte einigermaßen zu managen und möglichst im Vorfeld vermeiden. Falls du in Bayern ist, kann ich die Dynamik mit den Kindern sogar verstehen. Der Übertritt ist rum, die Kinder lassen sich gehen, die Luft ist raus. Dazu kommt immer mehr altersgemäß die Pubertät. Das passiert sogar in Klassen, wo man länger drin ist, dass sie plötzlich ungewohnt grenzüberschreitend werden und man dagegen halten muss.

    Wenn die Kinder sagen, bei Kollegin X war das so - so etwas wird gern gesagt um etwas zu erreichen oder um sogar zu verunsichern. Ich war da meistens ganz klar: Jetzt seid ihr aber bei mir und da machen wir es so.

    Dass die Kinder noch an ihrer alten Klassenlehrerin hängen, die leider die Ablösung von ihr den Kinder nicht leicht macht - hier denke ich, ist es das Beste, es zu tolerieren. Das ist eine Dynamik, die nichts mit dir zu tun hat. Du hast deinen eigenen Stil und das vertrittst du gegenüber den Kindern und vergleichst dich auch nicht mit Kollegin X. Gegenüber der Kollegin zeigst du einen guten, deeskalierenden Ansatz. Den würde ich beibehalten, denn die Klasse ist bald weg und damit auch ein eventueller Konfliktpunkt.

    Und fürs nächste Schuljahr gilt: Neue Klasse, neue Chance. Das wird bei jedem Mal besser, Dinge, die sich nicht bewährt haben, macht man meistens nicht mehr.

  • Und für den Fall, dass du in Brandenburg/Berlin unterrichtest:

    Die Kinder werden älter und je mehr Zeit vergeht, desto mehr lösen sie sich von der ehemaligen Klassenleiterin. Das kann durchaus ein Schuljahr dauern. Bei Erwachsenen setzt die Psychologie auch ein Jahr zur Gewöhnung an die neue Situation an nach einer gravierenden Änderung (Arbeitsplatzwechsel, Trennung etc.).

    Es wirkt auf mich manchmal etwas sektenmäßig. Zwei Drittel der Klasse kreischt "Frau X!" Sie fällt ihnen in die Arme, großes Gruppenkuscheln. Das klingt jetzt etwas zynisch, aber ich finde es schon sehr unprofessionell und mir gegenüber unsolidarisch. Ich hänge mich wirklich rein, mein Unterricht kommt bei den Kindern gut an und ich frage mich manchmal etwas wehleidig, ob sie nicht merken, was sie an mir haben.

    Ich finde deine Ansprüche an die Kinder hier unrealistisch. Das Verhalten der Kinder empfinde ich als relativ normal - 3 Jahre sind eine lange Zeit und es war (vermutlich) ihre erste Lehrerin, die bleibt für immer etwas Besonderes und legt die Erwartungen der Kinder an die nächste Lehrerin fest. Da kannst du nur schief in die Fußstapfen treten.

    Zu deiner Frage: Nein, sie merken nicht, was sie an dir haben. Die Kinder sind nicht deine Vorgesetzten, die nach Kriterien eine dienstliche Beurteilung verfassen - es sind Kinder und sie können die Qualität deiner Arbeit und das Engagement, das dahinter steht, noch nicht überblicken. Sie lösen sich emotional von ihrer bisherigen Lehrerin, gewöhnen sich an dich und kommen gleichzeitig in die Vorpubertät. Damit haben sie genug zu tun. Falls du übrigens in Berlin und nicht an einer Gemeinschaftsschule bist, wird sich das Klassengefüge im neuen Jahr noch mal ändern, wenn Kinder aufs grundständige Gymnasium gehen und ggf. neue dazukommen.

    Zitat

    Zum Beispiel im Klassenrat, wo ich nach zwei furchtbaren Tribunalen darauf bestanden habe, erstmal die Kommunikation zu klären, also gfK. Viel Widerstand, bei Frau X haben wir das nicht gemacht, es liegt nur an Ihnen, dass wir uns so streiten...

    Hier würde ich Grenzen setzen. Wenn Kinder von mir erwarten, dass ich ihr Verhalten verantworte und kontrolliere, weise ich das zurück und sage ihnen, dass sie es selbst ändern können und selbst dafür verantwortlich sind. Es dauert, bis das ankommt und bei manchen kommt es nie an, bis man sie abgibt. Das ist ein Teil unserer Arbeit.

    Hinzu kommt, dass die Kinder, wenn sie jünger sind, eher "kuscheliger" sind und eher körperliche Nähe suchen. Bitte erwarte das nicht von ihnen. So werden sie dich vermutlich nicht umarmen, egal wie gut du mit ihnen umgehst - sie kommen in eine Lebensphase, in der sie sich von Erwachsenen ab- und der Peergroup zuwenden.


    Tribunale würde ich abbrechen. So lasse ich mit mir nicht umgehen.

    Ein Tipp noch: Wenn die Beschwerde kommt, dass es bei Frau X ganz anders war, könntest du in geeigneten Situationen (gfK wäre eine) nicht sagen: "Ich will es anders." sondern: "Ihr seid jetzt 'die Großen' und deshalb dürft ihr etwas Neues lernen. / etwas lernen, das für Kinder in der 3. Klasse noch zu schwierig ist." Trage das überzeugend vor, auch wenn du dabei schwindelst.

    🍦 Eis macht Spaß! 🍦
    Schoko, Vanille – ganz egal,
    Hauptsache lecker jedes Mal! 😋

    Ich lese und schreibe nach dem Paretoprinzip.

  • Lass sie gruppenkuscheln, ist doch schön, wenn Kinder ihre Lehrkräfte mögen. Selbst wenn es übertrieben wäre, würde es nur schlimmer und die Distanz womöglich größer, wenn du dich darüber aufregst.

    Beim Folgenden wäre ich allerdings sehr deutlich und würde den Kindern kommunizieren, dass sie ihr Verhalten selbst in den Griff kriegen müssen. Sie müssen lernen, dass nicht andere Schuld an ihren Konflikten und schon gar nicht an ihrem Mobbing sind.

    Also nein, Blödsinn, Frau X ist nicht hier und ich erwarte von euch, dass ihr fair miteinander umgeht. Eure Mama ist auch nicht hier und ihr seid trotzdem in der Lage, in eure Hefte zu schreiben oder nett zu euren Mitschülern zu sein.

    Nimms nicht so persönlich, bleibe klar, denn zum "gemocht werden" braucht's unbedingt auch das Durchsetzen, keinesfalls anbiedern.

    ..., bei Frau X haben wir das nicht gemacht, es liegt nur an Ihnen, dass wir uns so streiten...

  • Als Ex-Klassenleitung habe ich mich aus dem Geschehen in der der Klasse herauszuhalten. Alles andere ist unprofessionell.

    Aber dein Standing als Reffi ist natürlich schwierig.

    Meine Lösung: Du hast eine 4. Klasse übernommen. Wie lange sind die Schüler noch bei euch? Lohnt sich ein Konflikt im Kollegium, wegen Schülern, die noch wenige Wochen an der Schule sind? Nach dem Sommer kommen doch neue Schüler, oder?

  • Danke für die vielen Einordnungen. Ich bin in Brandenburg, sonst hättet ihr natürlich Recht, dass ich mir keinen großen Kopf mehr machen sollte. Ich behalte die Klasse auch. Ich muss in meinen Ausbildungsfächern je 8 Stunden unterrichten und das in verschiedenen Klassenstufen. Insofern ist es momentan schon schwierig. Aber nächstes Jahr bekomme ich etwas mehr Stunden in der Klasse, dafür habe ich mich eingesetzt.

    Und da das Thema aufkam: Es ist tatsächlich nicht so, dass sie mir etwas erklären müsste. Ich habe vor längerer Zeit auf Lehramt studiert, nur kurz vor dem (damals Diplom) abgebrochen, private Gründe. Ich habe inzwischen eine Montessori-Ausbildung gemacht und einen kompletten Studiengang nachgeholt. Vielleicht triggert mich deshalb Ihre Besserwisserei.

    Dass die Kinder noch an ihrer alten Klassenlehrerin hängen, die leider die Ablösung von ihr den Kinder nicht leicht macht - hier denke ich, ist es das Beste, es zu tolerieren. Das ist eine Dynamik, die nichts mit dir zu tun hat. Du hast deinen eigenen Stil und das vertrittst du gegenüber den Kindern und vergleichst dich auch nicht mit Kollegin X. Gegenüber der Kollegin zeigst du einen guten, deeskalierenden Ansatz.

    Diese Perspektive finde ich sehr hilfreich, danke.

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