Beiträge von Quittengelee

    Liebe alle, ich brauche mal wieder eine selbstverordnete Internetpause.

    Ich wünsche euch alles Gute, beste Kollegien, bemühte Schulleitungen, rebellische SuS. Man kann sich als Gesellschaft ja nichts Besseres wünschen, Jugend ohne Rebellion erwartet nichts mehr und das wäre fatal. Aber anstrengend ist das, wer, wenn nicht wir im zwingenden Gewerbe könnte das wissen.

    Bleibt gesund oder haltet durch, wenn die Gesundheit bröckelt. Im letzten Fall kann ich nur Mitmenschen wünschen, die es schaffen, wohlwollend zu bleiben. Überhaupt: Wohlwollen miteinander. Wir haben einen enorm anstrengenden Beruf und Missgunst gibt's da draußen genug.

    Bis dahin

    :wink2:

    Vor ein paar Wochen hat jemand ein Referat über demografischen Wandel gehalten, auch da steckt wenig Hochkomplexes drin. In Englisch sollten Schüler eine Marketingkampagne für ein Produkt entwerfen. Das kann die KI von der Zielgruppenanalyse über den Werbeslogan bis zum Werbevideo inkl. Erläuterung der darin verwendeten cinematischen Gestaltungselemente alles sehr vorzüglich alleine generieren, man muss es lediglich souverän vortragen und mir fehlt die Phantasie, was genau sich da jetzt noch groß fachlich vertiefen ließe.

    Bist du denn selbst Lehrerin oder unterrichtest du im Quereinstieg? Du weißt nicht, was du vermitteln sollst, du weißt nicht, was du bewerten kannst und deine Äußerung, dass SuS vor allem zuhören, reden und lesen können sollten machst du hier auch schon wieder zunichte, wenn du schreibst, dass die KI die Lese- und Schreibarbeit erledige und freies Sprechen keine Kunst sei.

    Man kann doch nicht Klassen 5-10 unterrichten und fest davon ausgehen, dass es dort nichts zu Vermitteln gibt.

    ... Die Schulleitung hat mich auch schon paarmal gefragt, wie es bei uns läuft. Ich traue mich nicht vor der Schulleitung die Wahrheit zu sagen, weil ich ja niemanden vor der SL schlechtreden will...

    Macht aber m.E. trotzdem Sinn, mal grundsätzlich in Austausch zu gehen.

    Erstens beschreibst du den Konflikt nur aus deiner Sicht, sie hat möglicherweise andere Aspekte vorzubringen. Und zum Zweiten findest du selbst keine Lösung, dann bleibt nur Hilfe zu holen. Oder damit leben, wie es ist.

    ...

    Zum Verständnis: Hast du ein ESGRAF-Ergebnis und willst daraus Förderung ableiten? Oder willst du einzelne Aspekte oder Teile des ESGRAF selbst "nachbauen"?

    Letzteres, ich suche nach Diagnose-Instrumenten, die mir als Fachfremder konkrete Hinweise zur Beobachtung geben.

    Den Satzverstehenstest habe ich zum Download gefunden, werde mal in den Herbstferien einen Blick hineinwerfen...

    ...

    Das "Kontextoptimierung-im-Unterricht"-Buch von Berg hat nach kurzer theoretischer Einführung einen größeren verhältnismäßigen Praxisanteil und bezieht sich explizit auf die Umsetzung in Lerngruppen.

    ...

    Danke, ich hab sie inzwischen in der nächstgelegenen Bibliothek gefunden, wohl dem, der nicht am Gesäß der Welt wohnt:schnelltipp:

    Wenn du was zum "TROG-D" erzählen magst: Fühl dich frei, ich lese interessiert mit...

    Na zum Glück sehen den dramatischen Verfall der Jugend nur immer dieselben 3 Kolleg*innen. Alle anderen unterrichten ganz normal und ihre ehemaligen SuS gehen -inzwischen selbst erwachsen- ganz normalen Berufen nach. Es ist heilsam, mal mit jungen Erwachsenen außerhalb von Schule zu reden, um die Realität nicht ganz aus den Augen zu verlieren im Klassenzimmer.

    Mich stört beim Fokus auf Kompetenzen wie Präsentationen, Filme etc., dass Schüler zwar zunehmend hübsche Verpackungen herstellen können, das inhaltliche Fachwissen aber immer miserabler wird. Mir erschließt sich der Wert nicht.

    Die Idee dahinter war wohl mal, dass Lehrkräfte nicht nur Filme drehen lassen, sondern der Film als kreatives Medium dazukommt und den Kindern vorher vermittelt wird, was dort hineinkommen soll. Solange derlei Aufgaben nach Hause ausgelagert werden à la "macht mal nen Film" haben vor allem die Eltern was gelernt. An anderer Stelle schreibst du selbst, dass Gesellschaftswissenschaften so schwammig seien und du nicht wüsstest, wie man das bewerten solle- das wäre dann in der Tat ein Problem. Wer kriteriengeleitete Bewertungsraster erstellt, weiß aber doch eigentlich, was er vermitteln will.

    ...Die Lateinlehrerin fühlt ihren Mikrokosmos vermutlich bereichert durch Basisfähigkeiten wie sinnerfassendes Lesen, verständliches Schreiben, die Fähigkeit zuzuhören und erfolgreich zu denken, kultiviertes Miteinander - ich persönlich finde das alles universell nach wie vor sehr brauchbar. Gerade in einer sich wandelnden Berufswelt, die flexible Reaktion auf inhaltliche Veränderungen erfordert.

    Ich würde sagen: jein. Klar, lesen und schreiben zu können wäre in der 10. Klasse wünschenswert. Aber davon ausgehend sollten Studierwillige schon auch noch auf weitere Eventualitäten vorbereitet werden. Allerdings sehe ich diese Kompetenzlehrpläne auch als gescheitert an, Lehrkräfte müssen inhaltlich detailliert wissen, was bis wann zu erwarten sein muss, damit sie ihre Erwartungen nicht runterschrauben und von Eltern nicht so leicht unter Druck gesetzt werden können.

    Aber sie zu präsentieren (ist irgendwas zu präsentieren) bleibt doch weiter wichtig...

    Es geht doch bei der ppp nicht um die ppp an sich (den Inhalt griffig zusammenzufassen, ja, das übernimmt wohl die ki), sich aber hinzustellen und in flüssigen Sätzen das vortragen, was da steht, das bleibt.

    Und das soll ja auch damit geübt werden.

    Flüssig in ganzen Sätzen zu sprechen wird hoffentlich auch ohne ppt und schon früher gelernt.

    Und ich hatte bislang schon gedacht, dass es bei einer Präsentation darum geht, etwas zu präsentieren, worüber man sich vorher informiert und das man strukturiert aufgearbeitet hat.

    Powerpoint ist doch bloß ein Medium wie ein Plakat. Es zu bedienen ist auch so simpel wie ein Plakat zu bekleben. Vorher sollte man aber Quellen lesen, das Thema gliedern, Veranschaulichen, Grafiken anpassen oder passende einfügen, zitieren usw., wenn man das eine KI machen lässt hat man a) nichts gelernt und kann b) überhaupt nicht beurteilen, was da steht.

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