Beiträge von Quittengelee

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    Eine Erwartung ist was völlig anders als ein Recht auf etwas. Respekt kann ich nicht erzwingen... es liegt nur mittelbar in meiner Macht respektiert zu werden.

    Gut, dann eben so: respektvolles Verhalten wird überall in der Gesellschaft erwartet. Wer dieses nicht zeigen will, muss mit den Konsequenzen leben, da muss sich das Gegenüber nichts verdienen.

    Klinger schrieb doch:

    ...Meistens schmeiße ich die Person bei fortgeführter Unterrichtsstörung raus und/oder schicke sie in den Betrieb, wenn es sich um eineN BerufsschülerIn handelt. Beim nächsten Mal klappt es dann oft besser.

    Einen Schüler rauszuschicken oder in den Betrieb ist doch nicht respektlos sondern konsequent. Respektlos wäre dann umgekehrt den Schüler anzumaulen und nicht mehr zu grüßen oder sowas.

    Ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendwer hier sich "respektlos" behandeln lässt. Wie gesagt, vielleicht verstehen wir darunter auch etwas Unterschiedliches. Für mich würde das bedeuten Unfreundlichkeit, mit überhöhten Ansprüchen, Füße auf dem Tisch. Also das Verweigern von Grundregeln des Zusammenlebens.

    Dieses Recht gibt es nicht.

    Hast du keine Erwartungen an den Umgang von anderen mit dir? Auch nicht an das Verhalten deiner Kinder gegenüber dir, der Oma, der Lehrkraft oder dem Schaffner? "Recht" muss ja kein "Anrecht" im Sinne eines Paragraphen sein. Aber jeder, der erzieht, muss sich für irgend eine Art von Umgangsformen entscheiden.

    Ach naja, vielleicht stelle ich es mir auch dramatischer vor als es ist oder man legt die Abizeitung nach 20 Dienstjahren sowieso nur ungelesen beiseite. Kritik ist es für mich trotzdem nicht, die ist m.E. kriterienbezogen, sondern nachträgliches Abrechnen und schade ist es schon, wenn das Verhältnis offenbar so verkorkst ist.

    Zwischen ernst nehmen und mitlästern besteht schon ein erheblicher Unterschied, nicht wahr?

    Absolut, dann noch mal in der Reihenfolge:

    Saruman schrieb, wenn SuS lästern, hörten sie mal seine Meinung dazu. Darauf Valerianus: oha, wenn sich Schüler zurecht beschweren, dann...

    Und dazu schrieb ich, was "zurecht" meint, kommt doch auf den Kontext an. Sich als Klasse bei einem Lehrer über den anderen zu beschweren halte ich jedenfalls selten für gerechtfertigt, es gibt Beschwerdewege und die sollten transparent sein und eingefordert werden. Wenn einzelne kommen und ein Problem haben, ist das ja kein lästern.

    Wenn Schüler sich zurecht über Kollegen beschweren kriegen sie eine Salve deiner Meinungsfreiheit? Erklärt einiges...

    Aus Erfahrung als Vertrauenslehrer 20% der Beschwerden sind Blödsinn, 60% sind ein Kommunikationsproblem und die anderen 20% hat der Kollege richtig Mist gebaut und dann darf man überlegen wie man das gerade bekommt ohne die Schulleitung zu involvieren, falls das möglich ist..

    Und wer entscheidet darüber was Rechtens ist? Als Vertrauenslehrer kommen die SuS wohl mit konkreten Problemen zu dir. Im Englischunterricht und mit der Beschwerde à la "Frau Meier ist immer so unpünktlich" wirst du wohl kaum sagen "oh, ja, das ist ja unmöglich. Hab ich auch schon wahrgenommen. Erzählt mal, was macht sie noch alles falsch, ist sie auch unfair?"

    Was interessiert Schüler, was dich interessiert? Die finden es eben witzig, sich zur Kleidung ihter Lehrer zu äußern. Viele Kollegen finden es auch witzig, sich zur Kleidung von Kollegen zu äußern. Wo genau ist das Problem?

    Ich glaube euch ehrlich gesagt nicht, dass ihr das so wegstecken würdet. Da gibt es ein beklopptes Ranking aber eben nicht "wer hat den knackigsten Hintern" sondern sachliche Kriterien, die niemand überprüfen kann (Pünktlichkeit) und globale Bewertungen (taugt als Lehrer). Und ein Kollege, stelle dir vor, es wärst du, bekommt in allen Kategorien die schlechteste "Wertung". Ja, klar, Kindergarten. Sie sind zwar volljährig und wollen studieren aber gut, sie müssen sich abreagieren nach 12 Jahren Martyrium.

    Nur: es wird nicht mit der Schule abgerechnet sondern mit dir als Mensch. Die anderen Kollegen sind lustig, bringen viel bei und sind insgesamt ganz coole Typen. Aber Herr Schmidt ist unfähig, unpünktlich, unsozial. Niemand hat etwas gelernt bei ihm. Er ist unsympathisch und hat Mundgeruch. Sein Unterricht war langweilig. Wieso hat er nicht schon längst gekündigt?

    Ich glaube nicht, dass irgendwer so in die Ferien starten will. Aber wenn ihr das unter Kritik und Meinungsfreiheit und "mir ist völlig egal, was andere denken" verbuchen würdet: chapeau.

    Mich ärgert das auch. Da stand, dass ich 86% des Fragebogens ausgefüllt hätte und beim nächsten Klick war er abgeschickt.

    Ich bin oft erschöpfter als früher, weil ich eine extreme Lebenssituation habe und nicht, weil meine SuS Migrationshintergrund haben! Ich verbitte mir Schlussfolgerungen zu konstruieren aus schlampig zusammengeschusterten Daten für die ich nun herhalten muss. Schreibt endlich wieder Masterarbeiten, die ihren Namen verdient haben.

    Sag es mir ins Gesicht, schreib es als Kommentar auf Reddit, mach ein Tiktok, dass ich besser nicht als Lehrer arbeiten sollte. Mir doch egal. Ich trete dafür ein, dass Schüler sowas sagen können. Meinungsfreiheit ist so ein wichtiges Gut und gerade um die da Oben zu kritisieren unerlässlich. Und für die Schüler sind wir nun mal die da oben.

    Es geht mir nicht darum, dass Schüler nichts Negaives sagen dürfen. Es geht darum, was sie auf welchem Weg sagen. Mit Klarnamen ist es eine Meinung, mit Kriterien ist es Kritik. Angeblich im Namen aller nur Fiesheiten von sich zu geben ist eben das, fies.

    Erinnert mich an die Google-Bewertungen mancher Leute. "Der Arzt ist schlecht, weil man keinen Parkplatz findet." Das ist immerhin noch ein Kriterium, wenn auch ein Unpassendes. Jedoch "Der Arzt sollte besser nicht praktizieren", ohne einen Hinweis auf irgendwas weckt üble Assoziationen und ist nichts als Rache von einem wütenden Typen.

    WTF.

    Also, meine Schüler dürfen alle meine Arbeit kritisieren.

    Unpünktlichkeit kann man ja einfach feststellen, Unfähigkeit und wie viel man labert statt zu unterrichten ist schwieriger festzustellen. Aber ja, zu sagen, jemand sollte besser nicht als Lehrer arbeitet ist doch vollkommen okay?

    Wenn man ihm das ins Gesicht sagt, ist es erwachsen und hat auch was mit Kritik zu tun, weil derjenige in Austausch gehen kann. Wenn man es anonym auf einen Zettel schreibt ist es nutzlos und derjenige kann es in den Papierkorb werfen. Wenn es anonym in einer Zeitung mit Auflage von 1000 Stück erscheint, ist es ein Hasskommentar. In Zeitungen werden nicht mal Leserbriefe anonym veröffentlicht, Kinder von heute kennen nur noch anonymes Kommentieren...

    Allenfalls: wenn "Hans" drunter steht und Hans für sich spricht und nicht im Namen des Jahrgangs ist es noch mal anders, dann sagt es vor allem was über Hans aus. Kritik wird es dadurch trotzdem nicht.

    Ich würde euch um sinnvolle Ratschläge bitten, was Ihr in solch einer Situation tun würdet.

    Lernen.

    Gibt es weitere Anlaufstellen für solche Fälle (z.B. das Regierungspräsidium)?

    Nachhilfe.

    Im Ernst, dass 0 Punkte zu erreichen selbsverständlich möglich ist, wurde schon geschrieben. Und natürlich kann jeder nachvollziehen, wie enttäuscht die Schülerin ist. Aber es ergibt keinen Sinn, jetzt Energie in Beschwerden zu stecken, die aussichtslos sind. Sucht schleunigst eine Person, die es schafft, die wesentlichen Punkte mit ihr durchzugehen und auch Sätze in Fachsprache einzuüben, damit sie sich sicherer fühlt und freier im Sprechen wird.

    Ich habe eine KI gebeten, ähnlich KI-generierten Bildern, bei denen Leute 6 Finger haben, Text mit Quatschwörtern zu erstellen. Thema: "Lehrer haben immer Recht." Es ist zwar nicht möglich, dass sie dieselben Fehler auf Kommando produziert, die sie gelegentlich tatsächlich automatisch macht, aber trotzdem amüsant, was rauskam...

    Das ist das Resultat;

    Hier ist ein Text zum Thema „Lehrer haben immer recht“, der diese typischen, halluzinierten KI-Wörter enthält:


    Die Pädagogoskopie beweist zweifelsfrei: Lehrkräfte verfügen über ein Omnilemma, das jede Diskussion im Keim erstickt. Ein Didaktomobil sorgt dafür, dass die Weisheit der Lehrkraft direkt in die Gehirne der Wissensrezipienten strömt. Zweifelt ein Schüler an dieser Wissensherrschaft, begeht er ein Wahrheits-Paradoxon. Die Lehrkraft ist schließlich der Fakten-Monolith, an dem Schulbarkeits-Defizite einfach abprallen. Daher ist die Aussage, der Lehrer habe recht, kein Meinungskonstrukt, sondern ein unumstößliches Wissensoxymoron.

    In diesem Sinne: möge das Didaktomobil euer Wissen in die Gehirne eurer SuS transportieren :lach:

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