Beiträge von Quittengelee

    Worüber genau reden wir hier? Ich kann nachvollziehen, dass viele Migranten sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden. Ich kann aber ganz sicher kein "Verständnis" dafür aufbringen, wenn sich das in (verbaler oder physischer) Gewalt, religiösem Extremismus oder sonstigen nicht akzeptablen Verhaltensweisen niederschlägt.

    Ich weiß nicht, in welcher Realität ihr alle so lebt, aber in meiner ist das nunnal ein Thema. Ich hatte letztes Jahr 2 Schülerinnen, die massiv von ihren Ehemännern bedroht, eingesperrt, geschlagen wurden, dieses Jahr eine bedrohte Kollegin, durch Syrer bedrohte und attackierte türkische Schüler, vor ein paar Wochen einen Schüler, der nach dem Besuch der lokalen Kirmes mit 3 Messerstichen in der Seite im Krankenhaus gelandet ist. Letzteres ist schon gar keine Nachricht mehr wert, weil ja schon quasi an der Tagesordnung. Die Nachbarn lassen ihre Töchter nicht mehr ins Freibad, nachdem es zuletzt gehäuft Meldungen über sexuelle Belästigung junger Mädels gab. Phänomene wie Scharia-Polizei an Schulen lassen sich auch nicht mehr unter den Teppich kehren - in der gemäßigteren Variante muss man wohl damit leben, dass Schüler sich offen dazu bekennen, ihre Religion über unsere Gesetze stellen und sich offen feindlich gegenüber Gruppierungen äußern, die nicht ihrem Weltbild entsprechen.

    Nein, ich habe kein Verständnis.

    Und wäre es möglich, ganz ohne Verständnis bei Straftaten Anzeige zu erstatten? Wieso kriegen die Typen im Schwimmbad kein Hausverbot?

    Und anzukreiden, "sich offen feindlich über Gruppierungen zu äußern" ist halt schon ein bisschen bigott aus deinem Mund. Du trennst ja gerade nicht Kriminalität von Religion und Herkunft.

    Rassistische Beleidigungen sind natürlich auch Beleidigungen.

    Im Falle des migrantisch aussehenden Menschen ist es rassistisch, weil man ja gerade das migrantische Aussehen anspricht. Im Falle des Blonden mag man anders beleidigen, er würde aber de facto in Deutschland nicht aufgrund seiner Haut- oder Haarfarbe beleidigt werden. (Und jetzt möge bitte keiner mit Blondinenwitzen kommen...)

    Es ist in Deutschland leider immer noch so, dass man Meschen, die nicht den Erwartungen an deutsches Aussehen entsprechen, mittelbar das Deutschsein abspricht. Ich habe das regelmäßig erlebt - mittlerweile ist es aber in der Tat seltener geworden.

    PS: Für jemanden, der sonst gerne die Position der Schwächeren oder der Opfer versteht und verteidigt, bin ich doch etwas befremdet, dass Du hier den Eindruck erweckst, Beleidigungen aufgrund von Haarfarbe (oder Hautfarbe - das korreliert dann ja doch öfter) mit Gedankenlosigkeit zu relativieren.

    Da habe ich mich vielleicht missverständlich ausgedrückt oder ich verstehe nicht richtig, was du meinst. Natürlich ist die Hautfarbe ausschlaggebend für die rassistische Beleidigung, Haarfarbe habe ich als Synonym für oberflächliche Einteilungskategorien genommen. Deswegen finde ich es traurig, dass du das Bedürfnis hast, von den deutschen Vorfahren zu schreiben, als ob die Genetik eine Rolle spielte, wer der deutschere Deutsche ist.

    Dass Kinder die Hautfarbe als Merkmal rauspicken, um sich eine Beleidigung auszusuchen, zeigt doch gerade, dass sie nur Dünnes nachplappern. Dadurch wird nicht der dahinterstehende Rassismus harmloser, sondern den derart beleidigten Kindern sollte man vermitteln, wie hohl und undurchdacht das Dahergesagte ist.

    Oder anders: Wenn mich einer als Hurensohn beleidigt, erkläre ich ihm nicht entäuscht, dass meine Mutter nicht als Prostituierte gearbeitet hat und ich kein Sohn bin, sondern ich höre den Ärger dahinter. Dass ich das nur kann, weil mich das Schimpfwort null verletzt ist mir klar und ich denke, genau diese Haltung sollten Kinder vermittelt bekommen, die solche ekelhaften Sätze ihrer Mitschüler aus rückständigen Haushalten zu hören bekommen.

    Ich hoffe, das war verständlicher:weissnicht:

    Du hast dich m.E. innerlich schon entschieden. Dich kotzt das Studium an und die Perspektive aufs Unterrichten ebenso, ich würde das dritte Semester nicht mehr absolvieren.

    Die Frage ist, wie du einen neuen Weg finden kannst. Warst du mal bei der Studienberatung? Beim Arbeitsamt? (Manchmal hat man dort Glück und trifft auf fähige Mitarbeiter*innen). Oder hast du ganz von vorne angefangen zu suchen z.B. bei "Planet Beruf", nach Stärken, Interessen und passenden Branchen? Man muss übrigens nicht studieren, es gibt auch ganz famose Ausbildungsberufe.

    Wir kennen dich nicht. Aus dem wenigen, was du schreibst, halte ich dich für jemanden, der in einer Großstadt was erleben will, kreativ und selbständig arbeiten möchte. Vielleicht kannst du in der Region, in die es dich zieht, gezielter nach Ausbildungsplätzen und Studiengängen Ausschau halten.

    Zumindest für die besseren MigrantInnen. Meinem Sohn wurde schon von einem solchen Mitschüler nahegelegt, er möge doch bitte remigrieren und mich mitnehmen... Drei der Großeltern meiner Kinder sind Urdeutsche. Kannste Dir nicht ausdenken...

    Die Herkunft der Großeltern zu benennen scheint mir einem tragischen Rechtfertigungsdruck zu entspringen.

    "Geh in dein Land zurück", heißt es bei uns derzeit häufiger, sobald einer schwarze Haare hat und jemand sich über ihn geärgert hat. Es geht darum, maximal zu verletzen, gedacht haben sie sich überhaupt nichts dabei. Nur dass man damit aneckt und eine Grenze überschreitet, das merken sie sofort. M.a.W.: für einen blonden Mitschüler suchen sie sich andere Beleidigungen, die ihnen möglichst verletzend erscheinen.

    Mir wurde mehrfach erklärt, ich sei keine richtige deutsche Frau, weil ich amerikanische Männerkleidung trage (Jeans), nicht verheiratet sei und berufstätig.

    Eine MAGA-Außsteigerin meinte kürzlich in einem Interview, ihr Mann sei "progressiv" aufgewachsen, weil seine Eltern beide berufstätig waren.

    Religiöse Spinner sind überall auf der Welt religiöse Spinner, Hautfarbe, Herkunftsland und Religion egal.

    Kris24 Ich möchte bitte kein Verständnis haben müssen für Männer, die sich unangemessen oder kriminell verhalten,

    Punkt.

    Da waren wir nämlich auch schon öfter, Gewalt und Kriminalität gehen zu 80-95% von Männern aus. Ich möchte deswegen trotzdem nicht an einer Mädchenschule unterrichten und auch in Vietnam wird gemordet.

    Die Migrationsgründe hängen aber stark mit dem Herkunftsland zusammen. Wer zum Beispiel aus Norwegen nach Deutschland kommt, tut das meist wegen einer sehr gut bezahlten Arbeitsstelle in einem internationalen Unternehmen, oder weil er mit so jemandem verheiratet ist,, wer aus Syrien oder Afghanistan kommt, kommt wegen Verfolgung, Armut, fehlender Ausbildung oder Perspektivlosigkeit im eigenen Land, oder wegen allem zusammen.

    Naja eben, sage ich doch?

    LadyBlondi1989 : Die Vermittlung von Wertschätzung und Dankbarkeit ist in erster Linie die Aufgabe der Eltern, nicht unsere. Unser Fokus liegt auf der Vermittlung fachlicher Kompetenzen. Wenn das erreicht ist, können wir immer noch darüber nachdenken, an welcher Stelle wir ggf. Eltern bei ihrem Erziehungsauftrag unterstützen können.

    Das ist falsch, denn die Schule hat einen Erziehungsauftrag.

    Es trifft aber wieder nicht den Kern der Debatte, der da wäre, was versteht "man" eigentlich unter Wertschätzung, wie vermittelt man sie und woran ist sie zu erkennen.

    Dankbarkeit ist noch schwieriger. Ganz schlimm: sei dankbar. "Gell, man ist dankbar für die kleinen Dinge im Leben" sagt der gesunde Mensch zum Krebskranken. Krieg ich wieder das große Brechen.

    Schmidt

    Früher hatte man auch eine falsche Vorstellung von der Form der Erde und da waren viele der gleichen Meinung. Das ist aber kein Garant dafür, dass etwas tatsächlich richtig ist. 😉

    Das ist ein ganz schlechtes Beispiel, weil es ja gerade um Wertvorstellungen geht, die keinen Anspruch auf Wahrheit und Überprüfbarkeit haben.

    Passend wäre hier folgende Analogie:

    Früher fanden es viele Menschen richtig, Kinder zum Aufessen zu zwingen. Sie waren 100% überzeugt davon, dass es gute Erziehung wäre und sie hätten überzeugend darlegen können, dass es gute Werte sind und dass man Kindern das vorleben muss.

    Oder aktueller: manche Moslems schütteln Frauen keine Hände. Finden sie respektvoll und lehren das Verhalten ihre Kinder Diese Männer können 100x sagen, dass sie es höflich finden, dadurch wird es aber nicht höflicher, es ist kein Wert an sich sondern Interpretation.

    Ich kann also auf Rundmails nie antworten und das normal finden und trotzdem dem Hausmeister was zu Weihnachten schenken oder beim Arzt bedanken oder bei einer Lehrkraft, deren besonderen Einsatz ich wahrnehme.

    Es gibt einfach kein "ist halt so" beim Thema Höflichkeit sondern nur ein "mir persönlich ist das wichtig, weil..."

    Steht neben den Mails? Ich kontrolliere das nicht, ich sehe das. Aber ja, krass, wie du mich jetzt als kontrollierend interpretierst. 😅.

    Du schriebst:

    Na, das würde ich pauschal nicht sagen. Es gibt sehr viele verschiedene Gründe dafür, weshalb sie nachts schreiben. Und das sind nicht ausschließlich Zeitgründe. 🙃

    Also denkst du über Gründe nach.

    Danke für den Tipp ☺️ wie gesagt, ich kenne meine Elternschaft und die oftmals auch die Hintergründe und habe dort meine Expertise. Ihr anderen seht das aufgrund einer anderen Konstellation natürlich anders. Das ist normal und ok.

    Du denkst über die Elternschaft und ihre Beweggründe und Hintergründe nach, für deren Expertin du dich hältst. Das habe ich also nicht interpretiert.

    Ich denke, ich weiß schon, was du sagen willst: du wünschst dir ein aufmerksames Miteinander, in dem man miteinander spricht und sich zuhört und Rückmeldungen gibt. Und ich denke: das funktioniert nur, wenn man sich im real life begegnet und miteinander spricht, auch über Erwartungen, wenn man denn welche hat. Oder einfach nur selbst anderen diese Aufmerksamkeit zuteil werden lassen, ohne aufgeregt 100 parfümierte Badezusätze verpacken zu müssen , weil man denkt, andere erwarten Geschenke und dann wiederum Dankbarkeit zu erwarten :sterne:

    Vielleicht habe ich keine mehr, weil "meine" Eltern nicht in der Lage sind zu arbeiten, Beziehungen aufrecht zu erhalten, ihre Kinder vernünftig zu versorgen und Konflikte zu klären.

    Erwartungen sind einfach schwierig, wenn sie enttäuscht werden. Weil jeder, der etwas erwartet natürlich davon ausgeht, dass er im Recht ist. Wenn man sich dann pikiert abwendet (oder frustriert zurückzieht, den Verfall der Gesellschaft wittert... was auch immer) macht man sich und anderen das Leben unnötig schwer.

    Ich wünsche euch in jedem Falle schöne Ferien und bedanke mich für das anregende Gespräch :geschenk:

    Na, das würde ich pauschal nicht sagen. Es gibt sehr viele verschiedene Gründe dafür, weshalb sie nachts schreiben. Und das sind nicht ausschließlich Zeitgründe. 🙃

    Krass, merkst du eigentlich selbst, wie viel und was du in das Verhalten anderer hineininterpretierst? Was kontrollierst du überhaupt die Uhrzeit, wann andere Menschen Mails verfassen?

    Nein, bei einer Erkrankung, die mit Hustensaft behandelbar ist, würde ich das nicht in diesem Ausmaß machen, wie du es gerade darstellst. Wenn es aber eine schwerwiegende Krankheit ist, der Arzt sich sehr gekümmert hat und mein Kind geheilt hat, was eventuell nicht vollständig absehbar war, dann würde ich mich bedanken.

    Eben, nichts anderes schrieb ich. Von besonders schwierigen Fällen war aber nicht die Rede, sondern von Erwartungen an "die Eltern" und was jeder einzelne (!) als höflich empfindet.

    Die meisten Menschen erwarten zum Beispiel nicht, dass Rundmails beantwortet werden. Der Kultusminister meldet sich auch 2x pro Jahr per Rundmail, er erwartet keine 40.000 Antwortbriefe, bin ich recht sicher.

    Mich stört das "so gehört sich das, sonst ist es ein objektiv beschriebener Sittenverfall".

    Diese Dankbarkeitserwartungen nehmen manchmal sehr unsoziale Ausmaße an, kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen. Leute, die irgendwas machen, ob darum gebeten oder nicht und dann Dankbarkeit erwarten. Und zwar bis ans Ende aller Tage hat man dann eine Rechnung offen und bei einem davon unabhängigen Konflikt 3 Jahre später wird die mangelnde Dankbarkeit rausgekramt. "Du hast uns so viel zu verdanken, wir sind ganz enttäuscht von dir" zum Brechen.

    Jedenfalls ist das Thema sehr interessant und facettenreich.

    Wenn dein Kind Bronchitis hat und der Kinderarzt verschreibt Hustensaft, dann gehst du nach einer Woche noch mal hin und bedankst dich? Oder beim nächsten Mal, wenn du 3 Monate später zum Impfen gehst, sagst du "Danke, dass Sie Hustensaft verschrieben haben, der hat gut geholfen."? Das kannst du sarkastisch oder ironisch nennen und trotzdem darüber nachdenken.

    Dankbarkeit von anderen zu erwarten und darauf, dass sie auf bestimmte Weise ausgedrückt wird, halte ich insgesamt für ungesund und übrigens auch für wenig wertschätzend.

    Wenn ein Arzt jemanden aus meiner Familie behandelt, ihn sogar heilt, bedanke ich mich für seine Arbeit. Wenn er es nicht schafft, bedanke ich mich für sein Bemühen. Ziemlich plastisch ausgedrückt jetzt.

    Echt? Wie oft machst du das? Und mit Geschenken oder nur mit Mails, in denen du ihm schönen Urlaub wünschst?

    Wenn ich mich bei einem Arzt herzlich bedanke, dann hat es auch einen besonderen Grund.

    Jetzt verlangst du auch noch, dass sich Eltern bei dir bedanken? Merkwürdige Einstellung. Bei mir muss sich niemand bedanken. Wenn Abschlusskurse das machen, ist es schön, aber weder von SuS noch von Eltern erwarte ich in dieser Hinsicht irgendetwas.

    Da sag ich doch gleich mal danke ^^

    Klar, nach 4 Jahren Grundschule schenkt man der Klassenlehrkraft in aller Regel was, weil sichs halt so gehört.

    Und dann als Leistungskurs wieder, insbesondere wenn man sich als Schüler*in dann wirklich selbst bedanken möchte, weil es eine schöne Zeit war.

    Quittengelee

    Jetzt, wo du fragst: bei der Anzahl an sinnfreien E-Mails, die ich tagtäglich bekomme, hätte ich tatsächlich gedacht, dass sich entsprechende Eltern mit "Danke, Ihnen auch" keinen Zacken aus der Krone brechen. Und bis vor einigen Jahren habe ich es auch so erlebt.

    Dann ja, sie finden offenbar das Hin- und Hergeschreibe normal, weil es bei euch üblich ist.

    Ich schreibe die Lehrer meiner Kinder äußerst selten an. Was ich umgekehrt erlebe, dass erzieherische Infos kommen der Art "da hat die Klasse dies und das gemacht, das hat mich sehr traurig gestimmt." Oder "bereiten Sie doch mal mit Ihrem Kind zusammen ein leckeres Abendessen zu" Auf die explizit nicht geantwortet werden darf. Da ist halt auch der Feriengruß nur eine Info zum Schuljahresabschluss.

    Es ist wirklich auch eine individuelle Frage, was man als höflich empfindet. Eine Massenmail ist für mich nicht Ausdruck tiefer Zuneigung sondern halt eine nett gemeinte Grußformel.

    Oder gehen Eltern grußlos an dir vorbei, wenn du sie persönlich ansprichst und fragst, wie es ihnen geht und ob sie in Urlaub fahren können? Das fänd ich dann unhöflich.

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