Ich verstehe den Grundgedanken schon. Inklusion führt Menschen mit Unterschieden zusammen. Im Bereich GE liegen diese Unterschiede in den kognitiven Fähigkeiten, im Bereich ESE im Verhalten, im Bereich LE (jedenfalls so beobachtet an meiner Schule damals) und auch bei Verhaltensauffälligkeiten ohne Förderbedarf ggf. im Herkunftsmilieu. Man kann Schüler in der Schule aus ideologischen Gründen zwangsvergesellschaften, dass daraus aber auch private Kontakte entstehen, ist doch eher selten. Bei unseren GE/LE Schülern gab es in Klasse 5 noch Verabredungen und Einladungen zum Geburtstag, das endete aber schnell und war damals auch Anlass für Elterngespräche (weil Eltern von I-Kindern das als Ausschluss und Mobbing werteten).
Neben der sozialen Teilhabe, muss man sich aber vor allem auch beim Blick aufs Berufsleben ehrlich machen - spätestens an der Schwelle zum 1. Arbeitsmarkt ist oft Endstation und bisher ist nicht feststellbar, dass inklusive Beschulung dazu führt, spürbar mehr Schüler mit Förderbedarfen in den 1. Arbeitsmarkt zu überführen.
Daher muss die Frage erlaubt sein, ob dem hohen Preis der Inklusion (und auch dem Mitziehen von unerzogenen oder schwererziehbaren Schülern) überhaupt ein nennenswerter Nutzen gegenüber steht, der die Verschlechterung der Lernbedingungen für alle anderen rechtfertigt. Ich bezweifel das.
Und zur Sicherheit nochmal: das betrifft explizit nicht den zielgleich beschulten Autisten, der vom Verhalten her tragbar ist, sondern all jene, die masive Störungen verursachen oder zieldifferent mitgezogen werden.