Beiträge von Quittengelee

    Es geht nicht darum Kritik zu unterbinden. Die WM ist kein Politikum, sonst hätten viele WMs aus unterschiedlichen Gründe nicht stattfinden dürfen.

    Ich sehe es so, dass die WM in Katar nicht hätte stattfinden dürfen. Die Zustände auf den Baustellen waren öffentlich bekannt.

    ...Wer entscheidet es denn, dass die jeweilige Nationalmannschaft aus politischen Gründen nicht dran teilnehmen darf? Es geht nicht um die Unterstützung der Politik eines Landes, sondern um ein Fußballtunier (und in dem Zusammenhang auch um relativ viel Geld)...

    Keime Ahnung, ich finde auch nicht, dass es den Sportlern gegenüber fair ist. Jedenfalls ist es aber hochpolitisch, Sportler*innen bestimmter Nationen auszuschließen, das wirst du wohl kaum abstreiten?

    Alleine 2026 wird es etwa 50-60 Weltmeisterschaften in diversen Sportarten und verschiedensten Nationen geben. Warum nun gerade die Fußball-WM so politisch aufgeladen wird, ist mir ein Rätsel.

    Das war doch schon immer so. Wahrscheinlich geht es bei der Fußball-WM um unfassbar viel Geld.

    Weil es eine der wenigen Weltmeisterschaften ist, die medial Beachtung finden. Also wird daraus ein Politikum gemacht. Während man dabei sein Apple IPhone in den Händen hält und auf Amazon nach dem nächsten Schnäppchen sucht.

    ...

    Mit dem Argument kann man alle Kritik an jeglichen Zuständen unterbinden. ICE führt sich auf wie die SS? Egal, an meinem Smartphone klebt Blut. Wie praktisch, der Rest der Welt kann mir also egal sein, weil ich nicht als Selbstversorger im Wald lebe.

    Besten Dank!
    Ich hätte nicht gedacht, dass trotz des Einsatzes im Ersatzschuldienst auf die Bezüge des Landes zurückgegriffen wird – interessant.

    Das stimmt so pauschal auch nicht. Die Bezahlung im Ersatzschuldienst (Privatschulen in freier Trägerschaft) orientiert sich zwar an den Gehältern des öffentlichen Dienstes, muss jedoch nur bei mindestens 80% des Grundgehalts vergleichbarer, also angestellter Lehrkräfte liegen.

    Was in der Schule m.E. noch belastend ist, ist die Arbeit mit den Eltern. Man muss sich sicher fühlen, um gut durch Konflikte zu kommen. Nicht alle natürlich, es gibt aber immer wieder Eltern, die die Lehrkraft und ihre Arbeit infrage stellen und dann kritische Fragen stellen oder auch frontal angreifen. Da hilft es dann, ruhig bleiben zu können, weil man die Kritik schnell von der Person trennen kann. Das ist für viele Kolleg*innen schwer, wenn es einem schlaflose Nächte und innere Zerrissenheit beschert, muss man aber damit leben und fit und fröhlich sein am nächsten Tag.

    Ich verstehe deinen Wunsch nach Normalität und Gesundheit. Allein ob mit harter Arbeit alles erreicht werden kann, bin ich persönlich skeptisch. Auf der anderen Seite sind Ziele im Leben gut und geben Kraft. Wie groß ist dieser Wunsch, ist er über die Zweifel erhaben? Du alleine lebst mit der Entscheidung, egal was wir hier erzählen.

    Wie wäre die Vorstellung, mit Kindern einzeln zu arbeiten, zum Beispiel in Logo- oder Ergotherapie?

    Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, was man da raten kann. Die Frage ist, denke ich, welcher Art deine Erkrankung ist, wie die Prognose und welche Belastungen das Problem verschlimmern könnten. Dabei halte ich die Angst vor Druck im Referendariat für passgenauer als die diffuse Angst vor den "Kindern von heute", Kinder sind immer und überall Kinder und werden es immer sein.

    Grundsätzlich halte ich es für eine gute Idee, gesund in den Beruf zu starten, krank werden genug Leute auch noch später. Auf der anderen Seite hast du vielleicht durch deine Erfahrungen und Behandlung eine realistischere Einschätzung als jemand, der mit 19 nach der Schule blauäugiger da reintappt.

    Was bringt dich denn zum Berufswunsch?

    Die Ausschreibung ist in der Tat arg wortkarg, trotzdem ist der Kreis der infrage-Kommenden doch sowieso recht gering.

    Hier geht's immer nur darum zu betonen, wie wenig man woanders verdient und dass sich das doch niemand für dieses Gehalt antut etc., der erste Beitrag ist ja bereits ausgelacht worden. Hätte ich als Arbeitgeber wohl auch keine Lust zu. Diese Schulen haben oft Vereine als Träger, da kann das Gehalt nicht fürstlich sein.

    Dafür ist man an einer kleinen Schule, taucht im Land richtig ein... Wer's mag wird schon anrufen, denke ich.

    Schon, aber die Schule hat eine Homepage, wer Interesse an einem Jahr Italien hat, wird in der Lage sein, zu googeln.

    Was ich gerne wissen würde: Ich war mal im Praktikum an einer Deutschen Schule und die SuS mit anderer Erstsprache hassten Deutsch. Fand ich schade. Ob das überall so ist?

    Die Frage ist ja auch immer so ein bisschen, was man in den Fokus nimmt und was man interessant findet:

    Unterrichtsstoff, Interaktion mit der Gruppe, Didaktik für die jeweilige Lerngruppe, Methodik für die jeweilige Lerngruppe, Classroommanagement,... Es gibt so viele Dinge.

    Nicht jeden Aspekt wird man in jeder Lerngruppe und jeder Schulform interessant finden. Aber irgendwas davon doch eigentlich immer, wenn man dann sein eigenes Interesse passend umswitchen kann.

    Oder man wechselt den Beruf, wenn einem nichts daran gefällt, muss man das weder sich noch den Kindern antun.

    Kannst nur den Personalrat vorsprechen lassen oder es selbst tun.

    Bedenke dabei, dass es keine 'Doppelbesetzungspflicht' gibt, im Zweifel fängst du dir eine Rüge und ewig schlechte Laune der angefressenen Schulleitung. Ich würde mich lieber damit abfinden, dass die Person nicht anwesend ist. Abfinden hilft gegen Ärger und in diesem Falle ist es vielleicht sogar besser, wenn du dein Ding machen kannst.

    Der Punkt bei der ganzen Fragerei ist doch aufzuzeigen, dass Inklusion und gesellschaftliches Miteinander abseits von zwangsverordneten Kontexten meist nichtmals von denjenigen gelebt werden, die sie befürworten. Im echten Leben findet das alles kaum statt.

    Man könnte ja auch mal fragen, warum wir keine Kollegen mit Down Syndrom oder geistigen Behinderungen oder unterdurchschnittlichem IQ in den Schulen haben - wäre als Alltagshelfer oder Klassenassistenz oder pädagogische Unterstützung oder dergleichen doch durchaus vorstellbar und es würde das ganze Inklusionsunterfangen deutlich glaubwürdiger machen, wenn wenigstens ein staatlicher Arbeitgeber auch Anschlussperspektiven sichtbar vorleben würde. Passiert aber nicht, ebenso wenig wie (abseits von speziell bezuschussten Projekten) in der freien Wirtschaft. Also wo genau ist diese vielbeschworene gesellschaftliche Teilhabe denn außerhalb des Bildungswesens zu finden?

    Na dann setz dich doch dafür ein.

    Ich auch.

    Ich habe dir auf die zweite Frage geantwortet.

    Zu den Eltern meiner Schüler: nein, mit denen bin ich nicht befreundet. Wäre auch unprofessionell, ich freunde mich auch nicht mit den Lehrern meiner Kinder an.

    Nun zu meiner Frage: dürfen deiner Ansicht nach nur Menschen an der Gesellschaft teilhaben, die mit dir befreundet sind? Und müssen alle Kinder segregiert werden, die möglicherweise später keine Freundschaften mit ihren Klassenkameraden im Erwachsenenalter fortführen?

    Ich weiß schon, warum du nicht antwortest. Du hast im Laufe der Jahrzehnte hier im Forum gelernt, dein rechtes Gedankengut in toxische Freundlichkeit zu kleiden.

    Das freut mich :) . Darf ich die Folgefrage stellen, was die Gründe waren, dass diese Freundschaften bislang noch nicht realisiert werden konnten?

    Weil sie nicht mehr leben. Gegenfrage: Dürfen nur Menschen an Gesellschaft teilhaben, mit denen du befreundet bist?

    Oder präziser: müssen Schüler*innen deiner Ansicht nach selektiert werden, mit denen ihre Mitschüler später keine Freundschaften pflegen?

    Und wenn die Frage "Druck ausübt", dann sollte man vielleicht mal einen VHS-Kurs zum Selbstbewusstsein stärken belegen. Es sind hier immer noch alles Erwachsene, irgendwo muss man auch mal telefonieren können. Übrigens ist in weiten Teilen der auch hier so hochgelobten freien Wirtschaft ein Telefonanruf zur Krankmeldung gängig.

    Und wieso fühlst du dich verantwortlich für die Elterngespräche von jedem Kollegen? Es sind alles Erwachsene, sie können sich selbst um ihre Termine kümmern, so wie in der freien Wirtschaft etc.pp. Elfriede sagt dann schon, wenn sie Hilfe beim Terminabsagen braucht.

    Zauberwald : Solche Cafés wie das von dir angesprochene finde ich eine schöne Idee, um Menschen mit Einschränkungen eine berufliche Perspektive auf dem 1. Arbeitsmarkt bieten und Begegnung von Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen ermöglichen zu können.

    Eine Frage hätte ich noch: Du hast ja gestern die rührende Geschichte mit dem Nachbarsjungen Rainer erzählt. Es ist eine Sache, in einem inklusiven Setting zu arbeiten oder ehrenamtlich Menschen mit Einschränkungen zu helfen, aber könntest du dir auch konkret eine gleichberechtigte Freundschaft mit einer Person mit Down-Syndrom vorstellen? Hattest du in den letzten 20 Jahren eine Freundschaft mit einer Person mit (vergleichbaren) Einschränkungen? Es geht mir dabei nicht darum, dich hier in irgendeiner Form zu verurteilen, sondern vielmehr darum, ein ganzheitliches Bild zu erhalten.

    Ich kenne einige nette, witzige und super warmherzige Menschen mit Down-Syndrom und natürlich würde ich deren Freundschaft immer einem Menschen vorziehen, der zynisch von rührenden Geschichten spricht oder white pride Schulen fordert.

    ...Den Autisten brauchst du nicht nochmal erwähnen, nachdem ich mehrfach (!!!!) geschrieben habe, dass der nicht das Problem ist, solange sein Verhalten händelbar ist. Ich hatte selbst Autisten, die komplett unproblematisch waren (mit und ohne Schulbegleitung). Ich hatte aber auch eine Autistin, die eine glatte Zumutung für ihre Klasse war und die trotzdem erduldet werden musste. Hier muss es doch möglich sein, zu differenzieren und auch mal Interessen der 25 anderen Personen im Raum zu berücksichtigen.

    Doch, den erwähne ich, es gibt nunmal Autisten mit anstrengendem Verhalten. Wenn ein Schüler still am Platz sitzt und seine Diagnose weder für ihn selbst noch für andere ein Problem ist, ist es keine Behinderung. Die Behinderung ist eine Einschränkung im Alltag für die es Ausgleich braucht, um am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können.

    Ich verstehe den Grundgedanken schon. Inklusion führt Menschen mit Unterschieden zusammen. Im Bereich GE liegen diese Unterschiede in den kognitiven Fähigkeiten, im Bereich ESE im Verhalten, im Bereich LE (jedenfalls so beobachtet an meiner Schule damals) und auch bei Verhaltensauffälligkeiten ohne Förderbedarf ggf. im Herkunftsmilieu. Man kann Schüler in der Schule aus ideologischen Gründen zwangsvergesellschaften, dass daraus aber auch private Kontakte entstehen, ist doch eher selten. Bei unseren GE/LE Schülern gab es in Klasse 5 noch Verabredungen und Einladungen zum Geburtstag, das endete aber schnell und war damals auch Anlass für Elterngespräche (weil Eltern von I-Kindern das als Ausschluss und Mobbing werteten).

    Neben der sozialen Teilhabe, muss man sich aber vor allem auch beim Blick aufs Berufsleben ehrlich machen - spätestens an der Schwelle zum 1. Arbeitsmarkt ist oft Endstation und bisher ist nicht feststellbar, dass inklusive Beschulung dazu führt, spürbar mehr Schüler mit Förderbedarfen in den 1. Arbeitsmarkt zu überführen.

    Daher muss die Frage erlaubt sein, ob dem hohen Preis der Inklusion (und auch dem Mitziehen von unerzogenen oder schwererziehbaren Schülern) überhaupt ein nennenswerter Nutzen gegenüber steht, der die Verschlechterung der Lernbedingungen für alle anderen rechtfertigt. Ich bezweifel das.


    Und zur Sicherheit nochmal: das betrifft explizit nicht den zielgleich beschulten Autisten, der vom Verhalten her tragbar ist, sondern all jene, die masive Störungen verursachen oder zieldifferent mitgezogen werden.

    Um deine Vereinfachung aufzugreifen: Der Schwererziehbare stört an der Oberschule genauso und der schlaue, stille Autist braucht am Gymnasium ebenso Unterstützung, um soziale Probleme in den Griff zu kriegen. Behinderung schränkt die Teilhabe an dem Leben ein, das Nichtbehinderte als normal gestalten, das hat nichts mit Schularten zu tun. Du kannst dir nicht deine Lieblingsklasse backen, wenn das deine Vorstellung von Schule ist, bist du da falsch. Und ich kann mich nicht erinnern, dass ich das schonmal zu jemandem hier gesagt hätte. Ableismus ist wie Rassismus und Sexismus falsch in der Erziehung.

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