Beiträge von Quittengelee

    Ich verstehe den Grundgedanken schon. Inklusion führt Menschen mit Unterschieden zusammen. Im Bereich GE liegen diese Unterschiede in den kognitiven Fähigkeiten, im Bereich ESE im Verhalten, im Bereich LE (jedenfalls so beobachtet an meiner Schule damals) und auch bei Verhaltensauffälligkeiten ohne Förderbedarf ggf. im Herkunftsmilieu. Man kann Schüler in der Schule aus ideologischen Gründen zwangsvergesellschaften, dass daraus aber auch private Kontakte entstehen, ist doch eher selten. Bei unseren GE/LE Schülern gab es in Klasse 5 noch Verabredungen und Einladungen zum Geburtstag, das endete aber schnell und war damals auch Anlass für Elterngespräche (weil Eltern von I-Kindern das als Ausschluss und Mobbing werteten).

    Neben der sozialen Teilhabe, muss man sich aber vor allem auch beim Blick aufs Berufsleben ehrlich machen - spätestens an der Schwelle zum 1. Arbeitsmarkt ist oft Endstation und bisher ist nicht feststellbar, dass inklusive Beschulung dazu führt, spürbar mehr Schüler mit Förderbedarfen in den 1. Arbeitsmarkt zu überführen.

    Daher muss die Frage erlaubt sein, ob dem hohen Preis der Inklusion (und auch dem Mitziehen von unerzogenen oder schwererziehbaren Schülern) überhaupt ein nennenswerter Nutzen gegenüber steht, der die Verschlechterung der Lernbedingungen für alle anderen rechtfertigt. Ich bezweifel das.


    Und zur Sicherheit nochmal: das betrifft explizit nicht den zielgleich beschulten Autisten, der vom Verhalten her tragbar ist, sondern all jene, die masive Störungen verursachen oder zieldifferent mitgezogen werden.

    Um deine Vereinfachung aufzugreifen: Der Schwererziehbare stört an der Oberschule genauso und der schlaue, stille Autist braucht am Gymnasium ebenso Unterstützung, um soziale Probleme in den Griff zu kriegen. Behinderung schränkt die Teilhabe an dem Leben ein, das Nichtbehinderte als normal gestalten, das hat nichts mit Schularten zu tun. Du kannst dir nicht deine Lieblingsklasse backen, wenn das deine Vorstellung von Schule ist, bist du da falsch. Und ich kann mich nicht erinnern, dass ich das schonmal zu jemandem hier gesagt hätte. Ableismus ist wie Rassismus und Sexismus falsch in der Erziehung.

    Ich finde sonderbar, Gymshark , wie du aus Migration und Sozioökonomischem Status und Freundschaft und Behinderung und gesellschaftlicher Teilhabe eine Kausalkette knüpfst.

    Und was folgt für dich daraus, dass Schule sowieso keine Heterogenität herstellen kann und daher gleich selektiert werden muss? Und gibt es dann weiße, katholische Mittelstandsschulen und Reicheninternate, sowie Armenschulen je für arme Ausländer und Weiße? Und wo kommen die Behinderten dann hin, arme Behinderte in die Armenschule und reiche Behinderte ins Internat oder alle Behinderungsarten in eine?

    Ich hatte eigentlich gehofft, dass das Gegenteil der Fall ist und Grundschullehrkräfte ihre Empfehlungen nach Leistungsvermögen aussprechen. Dabei immer im Bewusstsein, dass es Risikofaktoren gibt, sein Potential auszuschöpfen und Schule dem keinen Vorschub leistet, etwa die Hausaufgaben nicht vom Vorhandensein elterlicher Hilfe abhängig zu machen.

    Der wichtigste Vorteil für mich ist aber: Am Telefon habe ich die Möglichkeit Rückfragen zu stellen - das ist per E-Mail, zwar auch möglich, aber nur zeitverzögert. Mir geht es nicht um Rückfragen nach Art der Krankheit oder nach irgendwelchem Vertretungsmaterial, sondern um organisatorische Sachen wie "Alles klar, du kannst an der Exkursion nicht teilnehmen. Weiß deine Co-Klassenlehrerin Bescheid, dass sie einspringen sollte oder sollen wir das regeln?" oder auch "Wie lange meldet du dich krank?" etc pp.

    In die Mail schreibt man, bis wann man voraussichtlich fehlt. Alles andere regelt die Schule.

    Die Co-Klassenleitung informierst also in jedem Falle du, es sei denn, der Erkrankte schreibt dazu, dass das alles abgesprochen ist. Kann man ja auch einmal kommunizieren, dass es hilft, diese Dinge kurz zu erwähnen, wenn möglich.

    Die Frage "oder sollen wir das regeln?" erzeugt denselben Druck, wie "hast du Vertretungsmaterial, oder soll ich dem Vertretenden sagen, dass er das selbst regeln soll?"

    Die beschriebene Situation ereignete sich vor circa 50 Jahren. Das finde ich weniger "unfassbar" als den Umstand, dass heute, im Jahr 2026, Identitätskategorien wie ethnischer Hintergrund, ökonomischer Status, sexuelle Präferenz sowie politische und religiöse Ansichten immer noch primäre Faktoren sind, nach denen Mitglieder unserer Gesellschaft entscheiden, ob sie Freundschaften eingehen oder nicht.

    Den Zusammenhang verstehe ich nicht. Kindern zu verbieten mit anderen Kindern zu spielen ist verständlich, dass Menschen mit Rassismuserfahrungen verletzt werden von Bekannten, die diese Erfahrungen nicht nur nicht am eigenen Leib erfahren, sondern auch noch negieren oder gar befeuern?

    ...

    Bei allen Überlegungen rund um das Thema "Schulentwicklung und Gestaltung von Bildungsprozessen" sollten wir stets im Hinterkopf behalten, dass Schule nie isoliert betrachtet werden kann, sondern immer auch mit Bezug auf die Zeit danach.

    Auch hier müsste ich arg spekulieren, wer wir ist und was du damit sagen willst im Kontext von Menschen mit Behinderungen.

    ...

    Hier ist es so, dass die Systemsprenger oder gerade schwierige Kinder auf Privatschulen wechseln, wenn es in der Regelschule massive Probleme gibt, also genau andersherum.

    Kommt etwas drauf an, Schulen, die eine ausreichend hohe Nachfrage haben, sieben bei uns zumindest durchaus. Man muss ja nur "Geschwisterkinder" als Kriterium nehmen, um das Klientel auf einem stabilen Level zu halten.

    Sächsisches SchulG:

    5) Die Schüler sollen insbesondere lernen,

    1..selbstständig, eigenverantwortlich und in sozialer Gemeinschaft zu handeln/ 2. für sich und gemeinsam mit anderen zu lernen und Leistungen zu erbringen,/ 3. eigene Meinungen zu entwickeln und Entscheidungen zu treffen, diese zu vertreten und den Meinungen und Entscheidungen anderer Verständnis und Achtung entgegenzubringen,

    4. allen Menschen vorurteilsfrei zu begegnen, unabhängig von ihrer ethnischen und kulturellen Herkunft, äußeren Erscheinung, ihren religiösen und weltanschaulichen Ansichten und ihrer sexuellen Orientierung sowie für ein diskriminierungsfreies Miteinander einzutreten,

    5. Freude an der Bewegung und am gemeinsamen Sport und Spiel zu entwickeln, sich verantwortungsvoll im Straßenverkehr zu verhalten, sich gesund zu ernähren und gesund zu leben,

    6. die eigene Wahrnehmungs-, Empfindungs- und Ausdrucksfähigkeit zu entfalten, kommunikative Kompetenz und Konfliktfähigkeit zu erwerben, musisch-künstlerische Fähigkeiten zu entwickeln,

    7. angemessen, selbstbestimmt, kompetent und sozial verantwortlich in einer durch Medien geprägten Welt zu handeln sowie Medien entsprechend für Kommunikation und Information einzusetzen, zu gestalten, für das kreative Lösen von Problemen und das selbstbestimmte Lernen zu nutzen sowie sich mit Medien kritisch auseinander zu setzen und

    8. Ursachen und Gefahren der Ideologie des Nationalsozialismus sowie anderer totalitärer und autoritärer Regime zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.

    (6) Die Schule ermutigt die Schüler, sich mit Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens, mit Politik, Wirtschaft, Umwelt und Kultur auseinanderzusetzen, befähigt sie zu zukunftsfähigem Denken und weckt ihre Bereitschaft zu sozialem und nachhaltigem Handeln.

    (7) 1Die Schule fördert die vorurteilsfreie Begegnung von Menschen mit und ohne Behinderungen. 2Inklusion ist ein Bestandteil der Schulentwicklung aller Schulen.

    (8) 1Die Schule fördert Schüler, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, durch zusätzliche Angebote zum Erwerb der deutschen Sprache. 2Sie sollen gemeinsam mit allen anderen Schülern unterrichtet werden und aktiv am gemeinsamen Schulalltag teilnehmen.

    (9) Bei der Gestaltung der Lernprozesse werden die unterschiedliche Lern- und Leistungsfähigkeit der Schüler inhaltlich und didaktisch-methodisch berücksichtigt sowie geschlechterspezifische Unterschiede beachtet.

    (10) In Erfüllung des Erziehungs- und Bildungsauftrags pflegt die Schule eine gute Zusammenarbeit mit anderen öffentlichen Institutionen und gesellschaftlichen Partnern.2"


    Was der kleine Frosch für NRW schreibt, gilt offenbar auch für Sachsen.

    Möchtest du nicht mal langsam anfangen, deine Behauptungen zu belegen, PaPo ? Wenn wir uns schon die Mühe machen, auf deine Strohmännchen einzugehen wäre das nur höflich.

    Und lies doch als Kollege, der sich für was Besseres hält ab und an deine Texte auf Rechtschreibfehler durch. Zur lächerlich hohen Fremdwortdichte kommen nämlich unfassbar viele Schludrigkeitsfehler, wirkt gar nicht so gebildet, wie du dachtest.

    P.S.: Guck bitte mal nach, was ein Strohmann ist, bevor du anderen "[d]en Vorwurf des [...] Strohmannbauens [...] zurück[gibst]..., ergibt nämlich null Sinn, so wie du ihn benutzt. "Den Vorwurf des Sachlichen" nehme ich aber gerne an...

    Du kommst mit den Aufgaben eines Gymnasiums, während es um den Begriff der Selektion von Menschen mit Behinderung geht. Das nennt man im Internetjargon "Strohmann".

    Ich weiß nicht, was du durch deine Provokation erreichen möchtest, vielleicht stresst es dich auch nur, dass ich deine Beiträge meist ignoriere. Wenn du dir wirklich Antworten wünschst, dann solltest du freundlich nachfragen.

    Edit: OT ist das beileibe nicht, denn das Selektionsargument kam zur Verteidigung kirchlicher Institutionen.

    Ich wiederhole gerne die Fragen:

    Was sind Sinn und Zweck von Schule?

    Was sind angesichts dessen spezifischer Sinn und Zweck von Gymnasien?

    Währe zudem schön, bei den tatsächlichen Inhalten der Kommentare hier zu bleiben, statt bei Strohmännern und darauf basierendem Kopfkino... dann versteht man evtl. auch, warum state_of_Trance diese Frage stellt (und eure Antworten daran komplett vorbeigehen). Danke.

    Ich finde es ja fast rührend, dass du meine Kommentare so ernst nimmst, dass du sie nicht nur mehrfach wiederholst sondern auch noch in deine Signatur setzt.

    Den Vorwurf des Sachlichen und des Strohmannbauens gebe ich hiermit gerne zurück: Anderen vorzuwerfen, sie könnten nicht lesen und jeden zweiten Beitrag mit Lachsmiley versehen ist persönlich, nicht sachlich.

    Und den Zweck von Gymnasien kann man nachlesen, ändert nichts am Thema, dass Dr. Rakete angesprochen hat.

    Du arbeitest selber an einer dezidierten Förderschule, richtig?

    Ja, wieso fragst du? Weil ich daher besonders gut beurteilen kann, dass störendes Verhalten auch Kinder stört, die Lernbehinderungen haben? Oder weil ich schon Gutachten erstellt habe, die einen Förderbedarf festgestellt und einen Förderort empfohlen haben?

    Letzteres ist dann der Fall, wenn zu erwarten ist, dass es dem Kind an einer Regelschule nicht gut gehen wird, weil seine Bedürfnisse nicht ausreichend berücksichtigt werden können. Es bleibt aber natürlich eine Einschätzung, die auf die konkreten Bedingungen achtet und bei der ich auch falsch liegen kann. Jedenfalls würde ich nicht sagen, dass das Kind aussortiert werden muss.

    Warum sollten lernbehinderte Kinder am Gymnasium beschult werden? Der Schulform, von der, wenn man sie ernst nehmen würde, auch ein großer Teil nicht-lernbehinderter Kinder abgeschult werden sollte.

    Muss gar nicht sein, das ist auch nicht das Thema gewesen.

    Genauso wenig wie störendes Verhalten automatisch in einen bestimmten Förderschultyp gehört, oder glaubt irgendwer, dass es Förderschulen für Kinder mit Autismus gibt? SuS, die Verhalten zeigen, das für andere anstrengend ist, ist für alle gleichermaßen anstrengend.

    Es soll hier gerade die x. Diskussion über Inklusion angeleiert werden, das könnt ihr gerne machen. Das ändert alles nichts an Beiträgen, die suggerieren, Menschen mit Behinderungen müsste man aussortieren.

    Es geht doch um kognitiv-intellektuelle Leistingsföhigkeit, -bereitschaft und -demonstrstion - dein "Autis[t] mit Schwerbehindertenausweis [...], der den Kompass 4 Test zu 99% besteht.", ist doch ggf. gar nicht gemeint.

    Nein, es geht nicht um Leistingsföhigkeit, sondern um die Selektion von Menschen mit Behinderung.

    Kinder und Jugendliche die andere beim Lernen stören mögen anstrengend sein, das trifft auch für das Lernen an Förderschulen zu. Trotzdem ist deine Vorstellung von "Selektion von Autisten" menschenverachtend.

    ...Autisten, die andere beim Lernen stören, halte ich aber wiederum für sehr problematisch und hier ist aufgezwungene Inklusion eine Belastung für alle anderen Beteiligten inkl. Mitschüler.

    Du hast Recht, der Begriff Lernbehinderte fiel überhaupt nicht. Du schriebst aber zur Bekräftigung deiner vorher getätigten Aussage:

    Warum? Er ist zutreffend. Die kirchlichen Schulen, an denen ich gearbeitet habe, mussten keine Kinder ohne Gymnasialempfehlung aufnehmen und haben auch keine zieldifferente Inklusion betrieben. Und wer dort nicht in der Spur lief, musste irgendwann auch gehen. Das ist Selektion.

    Was nur auf Kinder mit Lernbehinderung und Geistiger Behinderung zutrifft.

    Und die Funktion von Gymnasien ist nicht, Behinderte auszusortieren, diese Begrifflichkeiten sind falsch und offenbaren ein bestimmtes Menschenbild, ja.

    Das mag alles sein, trotzdem hat Schule die Pflicht, im Sinne des Kindeswohls etwas zu unternehmen.

    Wenn ich ein Gutachten erstellen müsste und bekäme das Kind nicht ein einziges Mal zu Gesicht, würde ich unbedingt mit der Schulleitung sprechen, was zu tun ist.

    Ganz unabhängig von der Entscheidung zum Förderbedarf, stell dir vor, es passiert dem Kind etwas und die Polizei ruft dich an, um zu wissen, welchen Eindruck das Kind auf dich gemacht hat und du musst sagen, dass das Jugendamt eh nichts unternommen hätte und deswegen die Akte einfach zugeschlagen hast. Niemand wird dir dann beispringen. Der Regelschulschulleiter wird irgendwas dokumentiert haben und deine Schulleitung würde tatsächlich von nichts wissen.

    Es ging auch nicht um Zensur, er schrieb:

    Maylin85 Vielleicht muss man diesen Gedanken, sofern man ihn überhaupt für formulierungswürdig erachtet, sprachlich um einige Stufen bedachter ausdrücken?

    Und das ist eine legitime Bitte. Hättest du nicht den Begriff "Lernbehinderte" sondern "Schwachsinnige" verwendet, wäre es deutlich. Natürlich haben Begriffe eine umfassende Bedeutung. Und Menschen mit Behinderungen zu selektieren ist etwas anderes als die Selektion nach Schulleistung.

    Es steht auf den Lebensmitteln, wieviel Zucker enthalten ist. Wie soll man nicht merken, wieviel Zucker in den Lebensmitteln ist, die man kauft? Wenn man nicht weiß, wieviel Zucker man zu sich nimmt, dann will man es nicht wissen (oder man nimmt fast ausschließlich Fast Food zu sich/geht essen).

    Wir ernähren uns übrigens normal und kommen nicht ansatzweise an die empfohlene Höchstmenge Zucker (die so oder so schon sehr hoch ist).

    Was bedeutet, dass du selbst sowohl die Angaben zum Zuckergehalt studierst als auch die empfohlene Höchstmenge kennst. Wird doch keine beginnende Essstörung sein? 8o

Werbung