Was mich interessieren würde: was hat es mit den Tagesplänen auf sich, was hast du da genau gemacht?
Zum Organisatorischen: An der Grundschule in Bayern hat man die sogenannte Vorviertelstunde, wo die Schüler ins Klassenzimmer kommen. Da konnte man mit dem Tagesplan anfangen. Wer fertig war, machte Freie Arbeit. Meistens hatte man dafür 30 min - 45 min oder sogar 60 min Zeit, je nach Umfang der Aufgaben. So ähnlich war es auch im Wochenplan. Der Aufgaben waren so gestellt, dass die Schüler diese ohne Unterstützung bearbeiten konnten. Die Unterrichtsformen waren verschieden: Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit. Das ging natürlich nicht von heute auf nachher, sondern das musste ich schrittweise einführen, wenn ich eine neue Klasse übernahm. Es gab zudem immer bestimmte Kinder, denen es schwerfiel, alleine kontinuierlich zu arbeiten. Da musste man auch ein Auge darauf haben.
Der Vorteil für mich: Ich hatte den Rücken frei mit einzelnen Schülern individuelle Schwierigkeiten, die mir z.B. vorher bei Hausaufgaben oder anderen Arbeiten aufgefallen waren, zu besprechen. Oft holte ich sie in Gruppen zu mir, wenn sie dieselben Probleme hatten. Der Vorteil beim Tagesplan oder Zweitagesplan war, dass diese Aufgaben in einem kürzeren Zeitraum fertigzustellen waren und ich diese sehr zeitnah (nach)kontrollieren konnte. Allerdings schaute ich immer nach Möglichkeit, dass es eine Selbstkontrollmöglichkeit gab. In den seltesten Fällen musste einmal etwas als Hausaufgabe fertig gemacht werden, weil ich den Puffer der Freien Arbeit hatte.
Die Aufgaben: Da ich fast alle Fächer in der Klasse hatte, nahm ich solche Aufgaben aus dem aktuellen Programm heraus, die gerade passten. Das konnten Übungen in M, D oder E sein. In welcher Reihenfolge die Schüler die Aufgaben bearbeiteten war wie beim Wochenplan in der Regel frei, es waren in der Regel 1-3 Aufgaben. Der Nachteil zum Wochenplan: Wenn es Lernspiele waren, musste ich mehrere davon herstellen.
Ich habe bei den Aufgaben in der Regel auf Aufwechslung und motivierende Aufgaben geachtet, es konnten aber auch einmal sture Verbesserungen oder Einträge dabei gewesen sein. Die Aufgaben standen an der Tafel und später als Datei an der digitalen Tafel. Als ich noch Wochenplanarbeit gemacht habe, hat jeder Schüler einen ausgedruckten Wochenplan mit allen Schikanen erhalten. Zeitweise habe ich dort sogar individuelle Aufgaben eingebaut, aber das war, als die Klassen immer größer wurden, irgendwann auch nicht mehr vorzubereiten.