In den Beiträgen wurden schon viele gute Lösungsvorschläge gemacht. Das kann ich noch dazu ergänzen:
Es werden einem immer wieder Dinge begegnen, wo man eine Lösung finden muss. Mir selbst haben erst einmal zwei Gedanken geholfen um entsprechend reagieren zu können:
- Eltern sind der Anwalt ihres Kindes, sie wollen das Beste, haben aber oft einen Tunnelblick und sehen nicht die soziale Gemeinschaft Klasse.
- Manchmal muss man auch Erwachsenen Grenzen aufzeigen, wenn Kompetenzüberschreitungen da sind. Das wird von denjenigen oft nicht gemerkt, dass sie das gerade machen oder es geschieht sogar mit Absicht um eine möglichst große Einflussnahme zu erreichen, dass es so läuft, wie sie sich das in der Ferne und nach Schülererzählungen vorstellen. Dabei dachte ich oft: Ich misch mich doch auch nicht in die berufliche Kompetenz anderer ein, von dem ich wenig Ahnung habe.
Im Lauf des Lehrerlebens verhindert man schon vorher durch klare Ansagen, wie man was handhabt. Da habe ich immer wieder dazu gelernt.
Auf Maildiskussionen habe ich mich nicht groß eingelassen, vielleicht einmal ganz sachlich nach einem gewissen Zeitabstand etwas Klärendes zurückgeschrieben. Wenn das Problem heftig war, habe ich das in einem persönlichen Gespräch geklärt.
Zur Sitzordnung: Bei solchen Elternwünschen muss man als Lehrkraft immer die ganze Klasse im Auge behalten und das ist vielen Eltern nicht bewusst. Es geht um eine möglichst angenehme Lernsituation, die man durchaus durch die Sitzordnung beeinflussen kann. Ich habe immer nach Ferienabschnitten umgesetzt. Fand ich persönlich auch gut, denn so hatte man immer jemanden anders, mit dem man sich auseinandersetzen musste. Und zwar so, dass immer welche neben jemandem anderen sitzen mussten. In den letzten Jahren habe ich die Sitzordnung vorher ausgetüftelt und mir auch Gedanken darüber gemacht. Wenn etwas nicht gut ging, habe ich mittendrin einmal umgesetzt. Den Eltern war es übrigens auch recht, dass ihr Kind nicht immer neben dem gleichen Kind, das man nicht mochte, sitzen musste und die Zeit endlich war.
Fazit: Der Umgang mit Eltern ist leider ein Feld, wo man sich professionalisieren bzw. professionell damit beschäftigen muss. Lehrerin2007 hat hier schon etwas angedeutet. Ich habe dazu Fortbildungen gemacht und das war immer wieder Thema in Lehrercoachings und Supervisionen. Das hat mir viel geholfen, denn die Handlungskompetenz hat sich ausgeweitet und die Belastungen sind viel geringer geworden.