Ich würde zusätzlich versuchen, die Sichtweise auf die Kollegin zu ändern. Hat sie für dich überhaupt nichts Positives? Denn wenn du nur den Fokus auf allem Negativen hast, dann wird es für dich immer schwerer, gelassen zu sein.
Zum Beispiel ist es menschlich und mir auch schon passiert: Wenn Kolleginnen, mit denen ich gut kann und mit denen ich befreundet bin in einem Schrank während meines Unterrichts rumkrusteln würde es mich so gut wie nicht stören, wenn sie leise sind und es kein Ablenkungsfaktor ist.
Wenn es aber eine Kollegin ist, mit der ich nicht kann und die ich als schwierig empfinde, dann würde es mich massiv stören, wenn sie sich während meines Unterrichts im Klassenzimmer befände. Ich würde mich beobachtet fühlen.
Mir ist das einmal so ergangen, dass ich meine Sprechstunde im Nebenzimmer des Sekretariats abhalten musste. Mich hat es massiv gestört, dass die Sekretärin immer mal wieder hereingekommen ist und etwas im Schrank gesucht hat. Ich fühlte mich beobachtet und belauscht, denn diese Sekretärin war zwar nett, aber sie hat sich oft zu sehr in Dinge eingemischt, die außerhalb ihrer Kompetenzen waren. Ich glaube nach Jahren Abstand nicht, dass sie sich etwas dabei gedacht hat. Damals habe ich ihr gegenüber ganz neutral geäußert, dass es mich stört und konnte auch das Argument anbringen, dass das, was ich mit den Eltern bespreche nur für die am Gespräch beteiligten Personen gedacht ist. Das hat sie dann auch akzeptiert, sie hat aber erstmal sparsam geschaut.