Beiträge von Caro07

    Ich fand den Distanzunterricht schon anstrengend, weil man

    - in Online- Konferenzen die Schüler aus der Reserve locken musste

    - über die Wochenenden gezwungen war, die Pläne zu machen und ständig am Wochenende viel Arbeit hatte

    - die Kontrollmöglichkeiten der Grundschüler eingeschränkt waren

    - man viel Energie aufbringen musste die Grundschüler zu kontrollieren

    - die Vorbereitung ganz neu und aufwändig war

    .... und man später im Präsenzunterricht alles aufarbeiten bzw. die Schüler wieder ins Gleis bringen musste.


    Ich fand den Wechselunterricht anstrengend, aber weniger anstrengend als den Distanzunterricht

    - weil die Vorbereitung wieder die Wochenende schluckte

    - man vorausschauend organisatorisch topfit sein musste, damit man nichts verwechselt und gezwungen war, beide Gruppen auf dem gleichen Niveau zu halten und dann öfter in Zugzwang geriet

    - einen langweiligen Unterricht mit viel Aufarbeiten der Homeschoolaufgaben machen musste

    - aber gut war, dass die Gruppe jeden 2. Tag präsent war und man eine bessere Kontrolle über das Lernen hatte


    Ich finde den Präsenzunterricht am wenigstens anstrengend,

    - weil ich hier klar die Lerneffekte sehe und sofort sehe, wie ich darauf eingehen kann, was die Schüler brauchen und was nicht

    - vieles halbwegs normal läuft und er meiner Vorstellung als Lehrkraft am ehesten entgegenkommt (wenngleich auch vieles coronabedingt nicht möglich war)

    - der Lernerfolg und die Arbeit, die man reinsteckt, doch sichtbar wird


    Ich bin reine Klassenlehrkraft, das ist vielleicht auch etwas anderes, weil ich starken Einfluss auf meine Klasse habe. Wer im Präsenzunterricht viel Energie im Einfordern von Unterrichtsdisziplin verbraucht, für den ist vielleicht der Distanzunterricht unter dem Aspekt weniger anstrengend. Außerdem sollten ältere Schüler kapiert haben, dass sie für sich selbst verantwortlich sind, wohin die Grundschüler erstmal kommen müssen.

    Rein lerntechnisch wäre eine nochmalige Schulschließung für Grundschüler eine Katastrophe. Man kann nur hoffen, dass sich die Deltavariante als nicht gefährlich und behandelbar herausstellt (bisher gibt es wenige Hospitalisierungen), die Impfungen bei den gefährdeten Personengruppen wirken und die Vorsichtsmaßnahmen wie die regelmäßige Testung ausreichend sind.

    Jetzt konnte man die Defizite gerade nochmals einigermaßen auffangen (es fehlen allerdings Teile, die ich noch nächstes Schuljahr mit der Klasse aufarbeiten muss), aber nochmals so ein Schuljahr, dann kann man so langsam von einer verlorenen Generation sprechen.

    Bayern hatte die strengsten Maßnahmen und dennoch hatten wir bei weitem nicht die besten Inzidenzwerte.

    Das Bild in den Beiträgen 68 und 74 ist das (Fürstenbischöfliche) Schloss in Münster.


    (Da waren wir einmal auf dem Campingplatz und viiieel Radfahren in der Umgebung inklusive Autotouren z.B. zu dem Freilichtmuseum in Kalkriese bezügl. der Varusschlacht.)

    Zu dieser Thematik fällt mir der Spruch ein: "Nicht für die Schule, sondern fürs Leben lernen wir." Ist es nicht so, dass man schon als Eltern aus Eigeninteresse, das Beste für sein Kind zu wollen, es, so weit man kann, im Lernen unterstützt?

    Während Distanzunterricht/Wechselunterricht war es für alle Seiten eine größere Herausforderung, der Grundgedanke ist aber geblieben. Man lernt nicht für die Schule oder den Lehrer, sondern für sich selbst und seine Zukunft.

    Ich dachte mir, bevor ich anfange, die Verlage anzuschreiben, versuche ich es mal hier.

    1. Zuerst müssen wir dein Bundesland wissen, wie schon einige erwähnten.

    2. Der Weg ist richtig, dass du hier fragst, denn es gibt bestimmte Standardwerke.

    Mich wundert, dass diese deine Kolleginnen nicht kennen, normalerweise wird man in der Schule überschüttet von Prospekten und - wenn es neu herauskommt - von Ansichtsexemplaren, da bekommt normalerweise einen guten Überblick.

    3. Die Verlage haben Internetseiten, wo die einzelnen Schulbuchvarianten vorgestellt werden.

    und weiß die Schülerin sitzt letzte Reihe links, hatte in der letzten Schulaufgabe ne 3, verdreht manchmal die Lösungen, obwohl sie es eigentlich verstanden hat, hat nen Hund und war letzte Woche krank. Nur der Name fällt mir nicht ein.

    Ähnlich ergeht es mir, wenn ich ehemalige Schüler nach Jahren wiedertreffe. Ich weiß, wie sie als Grundschüler ausgesehen haben, wo sie gesesssen sind, einige Ereignisse mit ihnen, kann mich noch an ihre Art/Leistung erinnern, ihre Eltern, ihre Freunde - aber oft erinnere ich mich partout nicht mehr an den Namen. Wenn sie mir dann ihren Namen sagen, sind mir diese Begleitumstände sofort präsent.

    zu 1: Bei uns gibt es zwar Ordner mit Kopiervorlagen, die verwaisen aber, weil jeder seine ABs mit dem Computer erstellt, austauscht, manchmal sogar direkt vom Stick kopiert. Mich wundert, dass es noch Kollegien gibt, die hauptsächlich aus Ordnern kopieren. Das ist gefühlsmäßig ein Relikt aus alter Zeit. Normalerweise hat man doch die Sachen alle digital.

    zu 2: Ich gestehe: Ich gehöre auch zu der Fraktion, wo Schüler Abs in Musik- und HSU- Hefte einkleben. Der Grund ist, dass sie noch nicht in der Lage sind, alles abzuschreiben und ich möchte das Thema in einem Heft zusammenhaben, u.a. auch, damit sie aus einem Material lernen. Außerdem fällt es ihnen dadurch leichter, ein solches Heft im Gesamten zu gestalten. Ich lasse die Blätter immer erst einkleben, bevor sie bearbeitet werden.

    In Musik habe ich es auch schon mit einem Schnellhefter versucht, fand ich aber nicht so prickelnd, vor allem die Einträge auf losen Blättern. Ich denke, das soll jeder machen, wie er will. Manche längere Themen in HSU mache ich als "Mappe". Da werden alle Blätter durchnummeriert, das Ganze mit Inhaltsverzeichnis versehen und zusammengeheftet.

    zu 3: Wir haben einen Kaffeevollautomaten mit Kaffeedienst.

    Ja, ohne Hilfe können sie das gerne machen. Wir haben eine heterogene Grundschule von schwach Begabten bis Hochbegabten. Die Unterschiede sind frappierend, wenn man sie einfach machen lässt, auch in der Vollständigkeit der Hausaufgaben.

    Was wollen wir denn? Wollen wir den Stoff so anpassen, dass jeder ihn richtig und ordentlich bearbeitet? Das ist so oder so eine Illusion, weil die Kinder unterschiedlich sind, wenn man sie alleine machen lässt. Jedem sein eigenes Süppchen kochen ist auch nicht die optimale Lösung und ist von einer Lehrkraft mit über 25 Schülern in der Klasse nicht leistbar. Dann werden wir einen Bildungsnotstand haben.

    Du hast wahrscheinlich noch kein Grundschulheft von einem Schüler gesehen, der keine Lust zum Arbeiten hat. Wenn wir so weit kommen, dann werde ich keine Hausaufgabe mehr anschauen, denn dann arbeite ich mich statt 2 Stunden täglich 4 Stunden auf und kann sie noch zum Nachsitzen einbestellen, wo ich mich dafür selbst bestrafe.

    Definitiv können wir in Sachkunde keinen Stoff einüben. Dazu kann man vielleicht mal eine Wiederholungsstunde machen. Auch eure großen Schüler werden zuhause den Stoff wiederholen, wenn er abgefragt wird.

    Das können die Kleinen noch nicht selbst. Ihr überschätzt die Selbstständigkeit der Kleinen. Das müssen sie in der Grundschule erst lernen. Vielleicht haben sie es dann mal im 4. Schuljahr kapiert. Die meinen, wenn sie die Einträge einmal lesen, können sie alles. Selbst wenn man ihnen Hilfen gibt, wie sie lernen können - Grundschüler müssen erst das Lernen lernen und das geht besser in Zusammenarbeit mit dem Elternhaus.

    Alternative: gebundene Ganztagesklasse.

    Man muss einen Lernstoff schon zuhause wiederholen und lernen, damit man ihn abrufen kann. Vielleicht hattest du als Grundschüler ein so gutes Gedächtnis, dass das nicht nötig war. Bei vielen ist das aber notwendig.

    Einschränkend muss man sagen, dass der "ideale" zukünftige Gymnasiast in der Grundschule wenig zusätzlich zuhause lernen muss um gute Ergebnisse zu erzielen.

    Normalerweise kann man den Unterrichtsstoff in Lernfächern in der Schule nicht so oft üben, so viel Zeit haben wir gar nicht.

    Etwas anderes ist Deutsch und Mathe. Da sollten bei einem normal begabten Kind die Hausaufgaben reichen. Dazu sind sie nämlich da - in der GS haben wir nicht endlos Übungszeit. Es gibt doch den einen oder anderen Schüler, der zuhause neben den Hausaufgaben zusätzlich lesen und auch mal rechtschreiben üben sollte und vielleicht mal das 1x1 wiederholen sollte.

    Dazu gehört auch, dass BY-Gym-Eltern gewohnt sind, mit den Kindern für die Schule zu ackern, um den geforderten Schnitt zu erreichen.

    Man meint das gerne von Bayern, aber ich glaube nicht, dass man das verallgemeinern kann. Meine langjährige Erfahrung ist, dass bei einer Übertrittsquote von 30 - 50 Prozent ans Gymnasium in meinen Klassen höchstens 1-2 Eltern einen größeren Druck machen, wenn überhaupt. Nur die Realschule sollte es für viele sein, die Mittelschule wird von wenigen positiv akzeptiert.


    Oft fahren Eltern folgende Strategie: Sie warten erstmal ab, welche Noten geschrieben werden. Die Noten sind für viele ein Gradmesser, in wie weit sie sich selbst mit einbringen müssen. Was mich oft ärgert, weil ich mich dumm und dämlich korrigiere bei den Hausaufgaben. Ich bin dann sogar so nett, dass ich die Schüler ihre Fehler, wenn es nicht so viele sind, in der Morgenarbeit verbessern lasse - raubt mir sehr viel Kontrollzeit, ist natürlich für die oberflächlichen und schwächeren Schüler ein Vorteil, der sich u.U. in besseren Noten auswirkt ohne dass die Eltern sich einbringen müssen. Da werden einige sagen, selber schuld - aber irgendwie kann ich meine Schüler nicht sehenden Auges untergehen lassen, denn die Unterstützung von zuhause aus ist nicht kontinuierlich vorhanden.


    Wenn es um das Lernen eines Stoffes geht, haben die meisten Eltern im 4. Schuljahr dann schon kapiert, dass ihre Kinder (da brauchen fast alle Unterstützung beim Lernen) unterstützt werden müssen. Na ja, bei manchen scheint die Unterstützung eher so zu sein, dass verbaler Druck gemacht wird, aber reell nicht unterstützt, z.B. mal der Stoff zur Vorbereitung abgefragt wird. Damit ist dem Kind natürlich nicht geholfen.

    Was man oft auch nicht rausbekommt, ist die oberflächliche Arbeitsweise von mittelmäßig bis gut begabten Kindern, wenn hier das Elternhaus nicht mitarbeitet und jede noch so hingeschmierte fehlerhafte Hausaufgabe, die eigentlich zum Üben da sein sollte, durchgehen lässt. Das finde ich für diese Kinder sehr schade, weil sie an ihr richtiges Potential nicht herankommen. Ich rede mit den Kindern, streiche auch einmal etwas durch, aber ohne Rückhalt vom Elternhaus ist das nicht unbedingt nachhaltig und der gleiche Schlendrian greift nach einer Weile wieder um sich.

    Ist zwar jetzt nicht Gymnasium, aber mir ist beim Wechsel von Ba-Wü nach Bayern in der GS aufgefallen:

    Lehrstoff derselbe, in Bayern methodisch teilweise näher am Kind, aber die Benotung bei den Klassenarbeiten war in Bayern wesentlich strenger und die Anforderungen höher. Ein Thema z.B. in Sachkunde wurde viel intensiver und weitschweifender behandelt als ich es von Ba-Wü gewohnt war. Das hatte auch die Ursache darin, dass man eine anspruchsvolle Probe schreiben wollte. Das hat man in Ba-Wü (zu meiner Zeit) leichter genommen. An meiner ersten Schule in Bayern wurde mir schnell von der Schulleitung vorgeworfen, ich würde zu leichte Proben schreiben, so würden zu viele aufs Gymnasium gehen. Ich hatte so angefangen, wie ich es in Ba-Wü gewohnt war.

    Die Note wurde damals in Bayern in der Grundschule fast ausschließlich aus schriftlichen Leistungen ermittelt, während wir in Ba- Wü schon so weit waren, dass sogar die mündlichen Noten - Eindrucksnoten, Mitarbeitsnoten, Leistungnoten... ein bunter Mix - mehr zählten.


    Jetzt haben wir vergleichweise in der Grundschule schon strenge Noten gemacht, als dann eines meiner Kinder aufs bayerische Gymnasium kam, war ich selbst überrascht - denn da wurde noch strenger bewertet als wir es schon an der bayerischen Grundschule taten. Was bei mir in der Grundschule noch eine 3 war, war am Gymi eine 4 oder 5. Außerdem hatte ich ein grundsätzliches Problem mit dem Bewertungssystem z.B. in Englisch: Man hatte ein Punktekontigent pro Aufgabe, die gar nicht den erforderlichen Antworten entsprach und bekam entsprechend Minuspunkte. So konnte es sein, dass man noch Teile der Aufgabe richtig hatte, aber null Punkte hatte.

    Trauma: glaube ich jetzt nicht. Die Mutter ist insgesamt bildungsinteressiert für ihre ganze Familie, spricht inzwischen wirklich gut deutsch, will auch deutsch lernen, hat aber ihre deutlichen Prinzipien, was die Religion betrifft. Ich war bei diesem Gespräch eher an Gespräche erinnert, wie ich sie mit Zeugen Jehowas und anderen christlichen Religionen (bestimmte Freikirchenanhänger, ich weiß nicht mehr den Namen) geführt habe. Sie war im Gespräch mit mir selbstbewusst im positiven Sinn. Wir haben einen Kompromis geschlossen, aber ich meine eben auch, dass sich erst die Erziehung diesbezüglich zuhause ändern muss, bevor sich das Mädchen in einer Sammelumkleide nicht unwohl fühlt. Und da kam ich nicht weiter. Ich finde es für das Mädchen zu schwierig, das in der Schule dann zu tun, wenn sie sich nicht mal mit ihren Schwestern umzieht.

    Ich hatte jetzt ein Gespräch mit der Mutter. Ich finde es interessant, was ihr alles vermutet habt und ich kann jetzt mit einer dritten Geschichte "aufwarten" - für mich eine neue Variante in dem Themenbereich Muslime.

    Die Familie kommt aus dem islamischen Pakistan und gehört einer muslimischen Minderheit der Ahmadis an, die dort anscheinend verfolgt wird. Die Mutter sagte mir, dass sie deswegen nach Deutschland gekommen sind, um ihre Religion frei ausüben zu können.

    Zum separaten Umziehen beim Sportunterricht: Sie hat drei Töchter. Diese Töchter ziehen sich auch zuhause nicht voreinander um. Sie werden so erzogen, dass jeder für sich alleine beim Umziehen ist. Die älteren Töchter machen das auch in den Schulen so, dass sie z.B. auf die Toilette gehen zum Umziehen. Den Grund nannte die Mutter mir, dass ihre Töchter dadurch "beschützt" sind. Das wolle sie so früh wie möglich, damit sie daran gewöhnt werden, wie einen Baum, den man zurechtstutzt. In ihrer Heimat hätte jeder eine "Kabine" zum Umziehen. Die Mädchen schauen auch nicht die anderen Mädchen an, wenn sie sich umziehen. Die Töchter sind alle in dem Alter, wo sie das so machen wollen wie ihre Mutter das ihnen gesagt hat. Ich denke, diese Kinder haben für unsere europäischen Augen ein extrem starkes Schamgefühl anerzogen bekommen.

    Das "Beschützt sein" betonte sie immer wieder. Unter diese Kategorie gehört wohl auch der Burkini, was meine Ausgangsfrage war. Es kann sich jeder vorstellen, wenn die Kinder das von zuhause aus gewohnt sind, sich so umzuziehen, dann kann man das vor Fremden nicht erwarten.

    Die Handlungen sind aus einer starken religiösen Motivation her zu sehen.

    @ samu

    Kann ich mir bei der Familie schwer vorstellen, ich habe ein bisschen Einblick in die Familie, hatte schon einmal ein Kind von der Familie, das ähnliche religiös motivierte Verhaltensweisen zeigte (als einziges Kind der Schule Kopftuch ab 4. Klasse z.B., beim Umziehen war es ein ähnliches Problem). Naheliegend ist das wohl alles religiös motiviert. Erstaunlich finde ich, dass die Mutter sich während der Pandemie online mir gegenüber ohne Kopftuch gezeigt hat.

    Ich denke, diese Familie hält strickt ihre religiösen Regeln ein. Die Mutter macht einen sehr bildungsinteressierten Eindruck in Gesprächen und Taten, wie sie ihre Kinder unterstützt. Vor 2 Jahren konnte ich mich mit der Mutter nur auf Englisch verständigen, inzwischen macht sie einen Deutschkurs. Ich werde demnächst der Mutter meine Beobachtungen mitteilen und nachfragen, was die Gründe sind. Es gibt ja unterschiedliche Richtungen im Islam. Vielleicht sind deren Regeln anders als ich sie kenne. Natürlich muss man deinen Aspekt mit evtl. vorhandenen blauen Flecken nicht aus den Augen lassen. Wenn man dieses Gespräch schildert, kommt jeder erstmal auf deine Gedanken.


    @ Zauberwald

    Den Burkini haben sie günstig erworben. Ich weiß sogar, was er gekostet hat. ;-) Ich finde es schade, dass sie schon einen Burkini trägt, aber ich toleriere das, auch die Schulleitung ist dieser Meinung.


    @ lalelona

    In dem Fall finde ich die Überschrift schon wichtig, weil es hier wirklich um eine religiöse Motivation geht. Allerdings habe ich diese Frage extra in den Grundschulthread gestellt um zu erfahren, wie andere Grundschullehrer damit umgehen bzw. was für Erfahrungen sie gemacht haben. Irgendwie kommt mir diese "Verhüllung" sehr früh vor.


    @ alle

    Danke für die interessante Diskussion. Ich denke, in Bezug auf meine Frage ist alles gesagt und es gibt keine neuen Aspekte.

    Jetzt mal unabhängig von meiner Frage:

    So lange man (als Frau) selbst bestimmen kann, welche Kleidung man, sofern sie nicht irgendwelchen Bestimmungen widersprechen, trägt, ist das kein Problem. Und es gibt vielerlei Gründe, weshalb Leute eine Kleidung tragen, die mehr Haut bedeckt. Das sind psychische, kosmetische, religiöse oder gesundheitliche Gründe.

    Aber über allem muss man die Überschrift schreiben: Es darf nicht erzwungen werden, es muss aufgrund einer freiheitlichen, eigenständigen Entscheidung sein. Und da sind Zweifel bei manchen religiös orientierten Bekleidungen angebracht, vor allem, wenn sie aus Frauen Menschen zweiter Klasse machen.

    Inzwischen habe ich festgestellt, dass sich das Mädchen beim Umziehen vom Sport von den anderen absondert und die integrierte Lehrerumkleide nutzt. Das ist mir bisher deswegen nicht aufgefallen, weil normalerweise immer die Schulbegleitung mit in der Mädchenkabine war und ich eher die Jungs im Blick hatte. Da diese nun fehlt, ist mir das aufgefallen. Ich habe sie daraufhin angesprochen und sagte: "Ich muss." Ich denke, da muss ich jetzt doch einmal mit der Mutter sprechen.

    Ich war in mehreren islamgeprägten nordafrikanischen Ländern und ich habe bezüglich der Religion immer mitbekommen, dass Frauen unter sich überhaupt kein Problem sind.


    Übrigens: Mancher wird sich wundern, wie vor allem junge Frauen unter Burka und Co gekleidet sind: sehr modebewusst und offen, top geschminkt. Diese Bedeckungen sollen die sexuellen Reize für andere Männer verdecken. Selbst sichtbare Haare gelten als sexueller Reiz.

    Das Mädchen kommt aus der indischen Ecke, der Burkini sitzt nicht wie angegossen, so wie man es auf Bildern sieht, sondern schlägt Falten und bedeckt Arme und Beine vollständig im Gegensatz zu dem oberen Omabild.

    Ich habe inzwischen gegoogelt, es gäbe durchaus Badeanzüge für Kinder mit islamischem Glauben, wo wenigstens ein Teil der Beine und die Arme frei wären.

    Es war mir fast klar, dass ich eine Diskussion auslöse. Mich hat interessiert, was andere Grundschulen in diesem Fall machen.

    Aber wie ich sehe, geht bei den Foristen der Trend dahin, dass man da gar nichts machen soll und die Grundschullehrer, die geantwortet haben, in der Regel auch nichts machen.

    Danke für den Aspekt, dass man froh sein kann, dass die Eltern ihre Kinder überhaupt mitschwimmen lassen. Das war neu für mich, dass es vermehrt Versuche gibt sich zu entziehen.

    Liebe KollegInnen,

    wir haben nun wieder Schwimmen. Das ist bei uns sehr selten und ich habe es so bisher nicht erlebt:

    Ein neunjähriges Mädchen meiner 3. Klasse (wird aber dieses Kalenderjahr noch 10) trug einen Ganzkörperbadeanzug mit vollständig bedeckten Armen (Flüchtlingsfamilie, ca. 3 Jahre in Deutschland) und Beinen. Die Haare hatte sie aber offen.

    Im Unterricht ist sie ganz normal gekleidet.

    Es gibt sonst keine islamischen Kinder in der Klasse und ich hatte das noch nie, dass Grundschulkinder hier schon diese Kleidervorschriften des Islam umsetzen.


    Irgendwie fällt sie auf und es ist ziemlich unpraktisch. Leider kann das Mädchen auch nicht schwimmen. Das Kind ist normalerweise angepasst, hilfsbereit, lernwillig und sehr zuverlässig. Einerseits verstehe ich die religiösen, traditionellen Ambitionen, andererseits soll sie irgendwie bei uns ankommen und sich nicht abgrenzen. Ich bin hin und her gerissen, wie ich mich verhalten soll.Was macht ihr in einem solchen Fall? Das ist ein Kind in der Grundschule und noch nicht in der Pubertät. Etwas vor dem anderen Geschlecht zu verbergen, was so der islamische Hintergrund ist, spielt da ja noch keine Rolle.

    Akzeptiert ihr das in der Grundschule?

    Im Kindergarten habe ich manche Texte/Wörter sinnbefreit mitgesungen, bis mir Jahre später aufgegangen ist, was die Wörter bedeuten.


    Z.B. war ein solches sinnbefreites Wort: dabesinnt (ich hatte keine Ahnung, was das bedeutet bzw. dass das eigentlich heißt: da besinnt...) von Hänschen klein


    Meine 1. Strophe lautete so:

    Hänschen klein, ging allein, in die weite Welt hinein (voll verstanden)

    Jetzt wurde es wirr:

    dabesinnt sich das Kind, fährt nach Haus geschwind.

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