Beiträge von Caro07

    Mir fiel es gerade auch am Anfang schwer, mich als Berufsanfänger von einigen Kollegen abzugrenzen, welche mir immer mehr Zusatzaufgaben zugeschoben haben, gerade auch in der Corona-Zeit. Ich verstehe, dass Konflikte an sich normal sind.

    Ich denke, es ist immer leichter, den Neuen etwas zuzuschustern, weil diese schlecht Nein sagen können. Das kommt in vielen Schulen vor. Als ich neu an eine Schule kam, habe ich in der Regel erst einmal die Klasse bekommen, die keiner haben wollte. Das hat sich irgendwann verändert. An meiner letzten Schule wollte man bestimmte schwierige Klassen keinem Neuling mehr zumuten. Die bekamen dann die erfahrenen Lehrkräfte.

    Außerdem scheinen gerade im Grundschulbereich einige Zuständigkeiten nicht klar definiert zu sein bzw. Kompetenzüberschreitungen sind leichter möglich.

    Interessant, so habe ich das nie empfunden. Normalerweise sollte das ein Miteinander sein. Man sitzt doch im gleichen Boot und gemeinsam lassen sich die schulischen Probleme besser lösen.

    Zum Nein-Sagen: Ich habe gerne einmal die Zusatzaufgaben übernommen, die mich interessiert haben und mir Spaß gemacht haben. Waren es allerdings für mich Aufgaben, die ich nicht machen wollte, habe ich das schon geäußert.

    Wenn es jetzt etwas Notwendiges war, habe ich auch mal sinngemaß gesagt: "Ich mache es nur, weil es unbedingt sein muss. Gerne mache ich es nicht." Da ich so oder so schon vieles Zusätzliches gemacht habe, bin ich um die für mich nicht so attraktiven Sachen meisten herumgekommen.

    Supervision heißt, es kommt alle Jubeljahre mal ein Mediator vorbei, wo dann alle wie im Kindergarten im Kreis sitzen und nacheinander ihre Probleme vortragen und man gemeinsam überlegt, wie man vorgehen kann. Das kann funktionieren. In den wenigstens Fällen tut es das dann aber, weil Job eben Job ist und deine Arbeitskollegen nicht deine Freunde. Ich selbst halte es für einen großen Trugschluss zu glauben, dass man mit Supervision automatisch ein erstklassiges Kollegenklima hat. Im Gegenteil. Ich habe früher schon Supervisionen erlebt, bei denen man den Raum wechseln musste, weil sich einige Teilnehmer fast an die Gurgel gegangen sind.

    Bezüglich Supervision im Schulbereich habe ich die gegenteilige Erfahrung gemacht:

    Ich war in unterschiedlichen Supervivionsgruppen: einmal auf Schulamtsebene und einmal auf Schulebene, habe mit drei unterschiedlichen Supervisoren Erfahrungen. Die Teilnahme war immer freiwillig, teilweise mit Kosten verbunden.

    Zum einen kommt es auf den Supervisor an: Am hilfreichsten war der Supervisor bzw. die Supervisorin, der unterschiedliche Lösungsstrategienmethoden aufweisen konnte und auch lösungsorientiert ausgebildet war.

    Von den Gruppen her war tatsächlich die schulamtsbezogene Gruppe am sinnvollsten. Bei der schulischen Gruppe hatten wir ähnliche Probleme, die besprochenen Probleme wiederholten sich und man drehte sich mit der Zeit im Kreis. Dennoch hatten diejenigen, die an der schulischen Gruppe teilgenommen haben, untereinander ein besseres Verständnis und somit hat sich das positiv auf das Verhältnis ausgewirkt.

    Ich selbst habe sehr viel von den Supervisionsgruppen profitiert - das war eine ständige Fortbildung - und es hat mir im Lauf der Jahre eine gewisse Gelassenheit gegenüber auftretenden Problemen gegeben.

    Edit: Habe aufgrund von chillis Einwand den Begriff geändert.

    Ein kleiner Tipp: Lass' die Finger von Mathe. Ich habe zwei Kollegen gekannt, die als Fachlehrer ein GHS-Studium durchlaufen haben und dort am Ende an Mathematik gescheitert sind.

    Wenn man das allen Studienanfängern rät, haben wir bald keine Mathematiklehrer mehr. Das muss doch jeder selbst wissen, für was er geeignet ist bzw. eine Begabung hat. Außerdem merkt man das im Studium selbst, ob man den Anforderungen gerecht wird.

    Anderes Bundesland:

    Bei uns war die OGS - Leitung an Konferenzen und Dienstbesprechungen dabei, musste eine Schweigepflichtserklärung unterschreiben und hatte kein Abstimmungsrecht. Sie hat sich nur zu Dingen geäußert, was die OGS anging.

    Also: Sie hat sich nicht zu Noten geäußert und durfte auch keinen Vertretungsunterricht machen.

    Wenn in den Klassenräumen Mittagsbetreuung stattfindet, dann wird hier nichts von der OGS "gestaltet". Normalerweise haben diese ihre eigene Räume, Klassenräume werden nur im Notfall benutzt.

    Da die OGS selbst ihren Bereich hat, also ihre Räume, ist ein Platz im Lehrerzimmer nicht nötig. Aber sie kann jederzeit - wie auch der Sozialarbeiter und andere im multiprofessionellen Team - ins Lehrerzimmer kommen und sich einen Kaffee holen.

    Ich selbst hatte manchmal ein bisschen meine Not mit der OGS - Leitung (ausgebildete Erzieherin), so lange sie noch die Hausaufgabenbetreuung machte. Ich dachte oft, dass sie sich in manchen Kompetenzen zu unrealitisch sah und sich überschätzte. Sie meinte durch die Beobachtung in der Hausaufgabenbetreuung einen Schüler komplett schulisch einschätzen zu können. Das ging oft mit dem, wie ich den Schüler sah, nicht konform. Bei einer anderen Hausaufgabenbetreuung in der OGS klappte die Zusammenarbeit viel besser und die Beobachtungen deckten sich.

    Gedanken würde ich mir wirklich nur bei dem Punkt " leicht zu spicken" machen, da würde ich in Zukunft wie ein Schießhund aufpassen.

    Beim Threadersteller hat der Punkt Unpünktlichkeit wohl deswegen geschmerzt, weil das auch schon von der SL kam und diese sich bestätigt fühlen wird. Aber auch das kann man ändern.

    Darüber hinaus sollte man den Rest mit Humor nehmen.

    So hätte ich es auch gemacht. Falls die Unpünktlichkeit tatsächlich mein Problem wäre, würde ich das spätestens jetzt als Anlass nehmen, da etwas zu ändern. Beim "Spicken" würde ich mir überlegen, ob ich etwas zu nachlässig bin und Konsequenzen daraus ziehen. Bezüglich des Spickens habe ich in der Grundschule schon oft meine Strategien geändert, weil selbst den Kleinen immer mal wieder etwas Neues eingefallen ist abzugucken. Als ich Schülerin war, wurde bei uns auch gespickt; ich war zwar nicht die Schlimmste, aber auch kein Engel. Manchmal haben es die besten Lehrer nicht gemerkt. Man darf in diesem Bezug auch den nettesten Schülern nicht vertrauen. ;)

    Die anderen Bemerkungen kann man vergessen. Man kann davon ausgehen, dass es über Lehrer immer unterschiedliche Meinungen gibt. Das kommt in allen Schularten vor. (In der Grundschule haben wir da weniger mit Schülern, eher mit Eltern bezüglich der Rückmeldungen zu tun.) Bezüglich der Abiturzeitung weiß man nicht, wie schon vorher erwähnt wurde, welche Schülergruppe und wie viele Schüler überhaupt befragt wurden.

    Ist das bei einer Berufsschule im Gegensatz zu anderen Schularten nicht so, dass, wenn die Schüler ein paar Wochen da sind und ein paar Wochen nicht, man zwar einen unregelmäßigen Stundenplan hat, aber am Ende des Schuljahrs in der Summe auf sein offiziell genehmigtes Deputat kommt?

    Es wäre schon komisch, wenn die Planer trotz Kenntnis der Deputatsstunden der Lehrkraft einen so schwerwiegenden Fehler machen würden. Ich kann mir deswegen höchstens vorstellen, dass den Planern das 3/4 Deputat nicht bekannt war. Aber das kann man ja regeln.

    Bezüglich des Stundenanfangs kenne ich es so, dass solche Wünsche nur dann berücksichtigt werden können, wenn es machbar ist und keine Nachteile für die Klasse oder andere entstehen. Als Planer muss man das gesamte Gefüge im Blick haben.

    Unter diesem Link Grundlagen der Unterrichtsplanung finde ich die Abstufung der Begriffe ganz gut erklärt.

    Bei einer Unterrichtssequenz kann es ja einmal sein, dass ein Thema mehr als eine Stunde dauert und man es die nächste Stunde weitermacht. Eine Unterrichtseinheit besteht aus mehreren "Unterthemen". Z.B. wenn ich in Sachkunde die Unterrichtseinheit "Wald" mache, gibt es mehrere Unterthemen dazu, die ich behandeln muss. Eine Unterrichtsreihe habe ich in der Grundschule weniger, denn bei einem Spiralcurriculum glaube ich nicht, dass man sich ca. ein halbes Jahr mit einem Gebiet beschäftigt. Ich kann es mir aber gut für eine weiterführende Schule vorstellen.

    Der Stoffverteilungsplan bzw. die Jahresplanung steht über allem. Wir nehmen den Lehrplan und verteilen die Inhalte grob (sind meistens Unterrichtseinheiten) auf die Monate (in Bayern). In Bayern machen wir dann Woche für Woche noch eine Feinplanung. In Ba-Wü werden die Inhalte im Rahmen des Stoffverteilungsplans schon im Voraus genauer auf die Wochen verteilt.

    Du hattest doch einen guten Plan.

    So wie die Schulleitung reagiert hat, geht sie wohl davon aus, dass du öfter fehlen wirst bzw. nicht alles so machen kannst wie erwartet. Anders kann ich mir die Bemerkungen nicht erklären. Ist der Schulleitung eigentlich klar, dass dein Partner die Elternzeit nimmt und du somit deine Aufgaben wahrscheinlich ganz normal erfüllen kannst? Wenn sich das Stillen eingespielt hat, kannst du auch auf Vorrat abpumpen und das Kind muss nicht immer zum Stillen gebracht werden.

    Eine Stelle zur Verbeamtung würde ich bei Stellenknappheit nicht leichtfertig aufgeben, gerade wenn das Problem der Kinderbetreuung so gut gelöst ist. Die Schuljahre sind überschaubar, bis man verbeamtet ist. Dann kann man weitersehen.

    Wenn es Probleme gäbe, erhält man oft kompetente Hilfe von einem Lehrerverband, allerdings muss man dort Mitglied sein.

    Der Personalrat erklärt dem Lehrer in den Folgetagen, dass unfreundliche Behandlung durch die aktuelle Vorgesetzte auch schon gegenüber anderen Kolleginnen und Kollegen für Spannungen gesorgt habe und dass sich die Konrektorin erfahrungsgemäß lieber die Zunge abbeißt, als eigene Fehler zuzugeben.

    Sooo vorgesetzt ist ein Konrektor dir gegenüber nicht. Ich finde, dass Fehler zugeben gar nicht so wichtig ist. Wichtiger ist, dass die Sachen, die vielleicht nicht so laufen, ihr rückgemeldet werden und sie daraus Konsequenzen zieht. Etwas zugeben ist für viele ein Zeichen der Schwäche.

    Sachlich hast du die beiden Vorfälle geklärt.

    Na ja, wenn eine Konrektorin meiner Schule so mit mir gesprochen hätte, hätte mich das auch extrem gestört. Denn so gehen üblicherweise Konrektoren nicht mit dem Kollegium an Grund- und Mittelschulen um. Sie sollen das Bindeglied zwischen Kollegium und Schulleitung sein. Wenn die Konrektorin öfter mit mir so umgegangen wäre, hätte es mir irgendwann gereicht und ich hätte den Umgangston ihr gegenüber selbst angesprochen.

    Wenn es aber ein allgemeines Problem ist, dann wird das auch vom Kollegium zunehmend bemerkt und da wird sich dann schon im Kollegium etwas tun. Nachtrag: Hast du jetzt ausgeführt.

    Konrektor an Grund- und Mittelschulen zu sein - das muss man schon wollen. Das ist ein zeitintensiver Job mit zu wenig Bezahlung. Stress kommt da schnell auf.

    An meiner Schule gibt es viele Musik-AGs. Ich habe die reine Teilnahme dort nie in die Musiknoten einbezogen. Wenn jemand zwischen zwei Noten steht, kann man sich pädagogisch entscheiden. Und da kann, wenn man schon alle andere Kritierien herangezogen hat, durchaus einmal das Interesse eine Rolle spielen.

    ich stehe vor einem großen Dilemma. Ich habe mich trotz Schwangerschaft auf eine Planstelle beworben. Als ich die Schwangerschaft nach der Annahme der Stelle mitgeteilt habe, war die Schulleitung natürlich nicht erfreut, was ich auch verstehen kann. Was ich jedoch nicht verstehe ist, dass sie mich erst gar nicht einplanen wollen und direkt davon ausgehen, dass ich Elternzeit nehmen werde, obwohl ich dies verneinte. Wenn ich direkt an der Schule arbeiten wollte, müsste ein Stillraum organisiert werden, was wohl sehr schwierig für die Schule ist. Außerdem wurde mir mitgeteilt, dass ich jetzt in meinem Fall besonders gute Leistungen erbringen müsste, um ein gutes Schulleitergutachten zu erhalten. Es sind noch mehr Dinge gesagt worden, die mich daran zweifeln lassen, ob die Schule wirklich die Richtige für mich und ob ich mich dort auf Dauer wohlfühlen könnte.
    Da die Stellenlage gerade katastrophal ist frage ich mich, ob ich wirklich auf die Stelle verzichten sollte bzw. zurücktreten sollte. Ich könnte mir auch gut vorstellen, mich erstmal um das Kind zu kümmern und wollte auch gerne in den nächsten Jahren nochmal im Ausland arbeiten, was ich mit Antritt der Planstelle erstmal für die nächsten Jahre vergessen könnte. Andererseits würde mir aber auch die finanzielle Absicherung fehlen und ich hätte Angst, nie wieder die Chance auf eine Planstelle zu bekommen… Außerdem kann es ja sein, dass das zweite Kind schneller kommt als gedacht und man würde wieder im gleichen Dilemma stecken. Es kann ja auch nicht sein, dass man seine Karriere für mehrere Jahre ruhen lassen muss bzw. dass man arbeitslos ist, nur weil man Kinder bekommt?

    Ich lese heraus, dass du dich schon schwanger beworben hast. Da hattest du doch bestimmt eine Vorstellung, wie du die Stelle mit Kind bewerkstelligen wolltest. Nimmt dein Partner dann Elternzeit? Das machen ja auch Paare. Es kommt zwar selten vor, aber wir hatten das auch schon: Das Kind wurde vom Partner zum Stillen gebracht.

    Auf jeden Fall hat man eine Verantwortung für ein Kind. Und das muss man als Paar so organisieren, dass man dem Kind gerecht wird. Das ist zumindest meine Meinung.

    Was meinst du mit Planstelle? Ist das eine Planstelle zur Verbeamtung? Irgendwie bräuchte man noch nähere Infos. Bisher habe ich das in meiner Schulart immer so erlebt, dass man auch noch später etwas bekommen hat. Wenn Lehrermangel herrscht, ist die Chance natürlich noch besser.

    Dass Grenzen überschritten werden, habe ich auf einer Abiturfeier erlebt. Da wurden Lehrer und Lehrerinnen vom Schülersprecher bei einer Rede "beurteilt". Das war zum Fremdschämen. Meine Tochter wusste wie viele nichts im Vorab vom Inhalt und auch sie fand es nicht angebracht. Den Lehrer, der so gelobt wurde, kannte ich persönlich und er war "not amused". Das Ganze hatte noch ein Nachspiel. Die Schulleitung hat das nicht auf sich sitzen lassen.

    Freie Stellen für Referendare und Junglehrer ist eher ein schlechtes Zeichen. Gute Schulen halten ihr Kollegium zusammen.

    Stimme dir zu. An einigen Schulen, wo ich war, ließ sich die Fluktuationsrate an der gerade agierenden Schulleitung festmachen. An einer Schule hatte ich einmal eine solch beliebte Schulleitung, dass alle bleiben wollten und viele zu uns kommen wollten. Zu dieser Zeit war auch das Arbeitsklima an der Schule sehr gut und wir machten viele gemeinsame Projekte. Da arbeiteten einige freiwillig über den Durst, weil wir Spaß hatten und motiviert waren.

    Unter anderen Schulleitungen, die etwas erzwingen wollten und dazu wenig Führungsqualitäten hatten, nahm das Engement ab und die Fluktuationsrate zu.

    Ein gutes Kollegium würde ich daran festmachen, wie die Bereitschaft zur Zusammenarbeit ist, wie man miteinander umgeht und dass man gewisse Sachen innerhalb eines soliden Verantwortungsspielraums toleriert. Bei Themen, die alle betreffen - und da gibt es an einer Schule einige - müssen alle am gemeinsamen Strang ziehen. Bei einem großen Kollegium kann man sich die Leute, mit denen es passt, eher aussuchen, bei einem kleinen Kollegium - z.B. an einer kleinen Grundschule - müssen die Leute viel eher zueinander passen.

    Wenn man neu an eine Schule kommt, muss man sich erst einmal anpassen und beobachten, wie es in der Schule läuft. Mit der Zeit kann man sich dann freischwimmen und seine eigenen Vorstellungen innerhalb des Kollegiums anbringen - so meine Erfahrung - ich war im Lauf meines Lehrerlebens an 6 Schulen (Krankheitsvertretungen einmal ausgeschlossen).

    Als ReferendarIn ist man so oder so in der Situation, dass man noch Lernender bzw. Lernende ist. Hier muss man einen Mix finden zwischen dem, was man im Studium und Seminar gelernt hat und den Ratschlägen bzw. den Erfahrungen der KollegInnen an der Schule.

    derzeit bereite ich einen Vortag zum Thema "Vorlesen & Lesen im GS-Unterricht" für einen Lehrkräfte-Fachtag vor. Ich möchte bereits im Vortrag möglichst alle Herausforderungen ansprechen (und Lösungsimpulse geben), die dabei auftreten können, also z. B. Störungen beim Vorlesen, Mangelende Motivation, heterogene Klassen, keine Zeit etc. Auf welche Probleme beim Thema "Vorlesen & Lesen im Unterricht einbinden" stoßt ihr und hemmen euch? Vielen Dank um Voraus dafür, eure Erfahrungen zu teilen.

    AlexWagner Welche Erfahrungen hast du denn selbst gemacht?

    In meinen Augen kann man das Lesen nur durch motivierende, regelmäßige Leseübungen verbessern. Dazu gibt es inzwischen viele methodische Vorschläge z.B. das Lautlesetandem. Das Auer Lesebuch und auch andere Grundschullesebücher haben viele motivierende Lesemethoden systematisch in ihren Büchern eingearbeitet. Um die Lesemotivation zu steigern, kann man auch im Bereich Kinderbücher lesen einiges machen.

    Ich würde es aussitzen und das Beste aus der Situation machen, aber nicht mehr ein stressiges Riesenengagement da reinlegen. Einfach versuchen, die Konflikte einigermaßen zu managen und möglichst im Vorfeld vermeiden. Falls du in Bayern ist, kann ich die Dynamik mit den Kindern sogar verstehen. Der Übertritt ist rum, die Kinder lassen sich gehen, die Luft ist raus. Dazu kommt immer mehr altersgemäß die Pubertät. Das passiert sogar in Klassen, wo man länger drin ist, dass sie plötzlich ungewohnt grenzüberschreitend werden und man dagegen halten muss.

    Wenn die Kinder sagen, bei Kollegin X war das so - so etwas wird gern gesagt um etwas zu erreichen oder um sogar zu verunsichern. Ich war da meistens ganz klar: Jetzt seid ihr aber bei mir und da machen wir es so.

    Dass die Kinder noch an ihrer alten Klassenlehrerin hängen, die leider die Ablösung von ihr den Kinder nicht leicht macht - hier denke ich, ist es das Beste, es zu tolerieren. Das ist eine Dynamik, die nichts mit dir zu tun hat. Du hast deinen eigenen Stil und das vertrittst du gegenüber den Kindern und vergleichst dich auch nicht mit Kollegin X. Gegenüber der Kollegin zeigst du einen guten, deeskalierenden Ansatz. Den würde ich beibehalten, denn die Klasse ist bald weg und damit auch ein eventueller Konfliktpunkt.

    Und fürs nächste Schuljahr gilt: Neue Klasse, neue Chance. Das wird bei jedem Mal besser, Dinge, die sich nicht bewährt haben, macht man meistens nicht mehr.

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