Beiträge von Caro07

    Allerdings sehe ich natürlich auch die Vorteile des Berufs (selbständig kreativ arbeiten, Sicherheit, Gesellschaftsrelevanz, Ferien, Gehalt,…) und hatte mich ja auch irgendwann mal dafür entschieden.

    Die meisten Kriterien, die du nennst, inklusive Durchhaltevermögen haben bei mir nie eine Rolle gespielt. Mir hat das Studium schlicht und einfach Spaß gemacht, es hat genau meine Interessen getroffen. Ich war da auch viel besser als in der Schule. Natürlich gab es mal Bereiche, die erst schwer waren, zu verstehen, aber ich habe mich da nie durchquälen müssen, sondern ich habe mich reinvertieft, weil es mir eben Spaß gemacht hat. Unterm Strich: Ich war voll motiviert.

    Deswegen denke ich, dass du dir überlegen solltest, ob du vielleicht einen anderen Berufsweg einschlagen könntest, wo du mehr motiviert bist.

    Ja, ist im Prinzip nichts Neues. Eigentlich alter Wein in neuen Schläuchen, sprich neuen Begriffen. Die Beispiele im Infotext (z.B. "Könnerheft") sind mir sehr bekannt aus der Grundschule. Manche bei uns haben es "Ich- Heft" genannt. Letztendlich ist es der kompetenzorientierte Lehrplan, wo der Schwerpunkt auf dem "Weg" liegt. Die Fehlerkultur (Fehler als Chance) ist z.B. in den bayerischen Lehrplänen als Prinzip angesprochen. Wir machen Lernentwicklungsgespräche, wo es um eigene Ziele geht, um die Reflexionen und um Wege. Offene Aufgaben gehören auch in diesen Bereich.

    Mein Kontingent an Therapie ist nach wiederholtem Mobbing ausgeschöpft.

    Meinst du von dem her, was du bezahlt bekommst oder dass du denkst, du bekommst keine neuen Impulse mehr?

    Wenn Zweiteres gelten sollte: Es gibt Therapeuten mit unterschiedlichen Ansätzen. Du könntest noch jemanden anderen mit einem anderen Ansatz probieren, der dich wieder einen Schritt weiterbringt im Umgang mit Mobbing in dem Sinn, wie es Schmidt erläutert hat.

    Kann natürlich auch einfach mal an einem Jahrgang liegen. Wir hatten dieses Jahr unglaublich viele SuS mit 1,0.

    Diesen Schnitt schaffen in allen Fächern nicht einmal die Schüler der Grundschule, (hatte noch nie jemanden in allen Fächern mit 1) wenn sie von Klasse 4 abgehen. Wie kann so etwas sein? Oder zählen nur noch bestimmte Fächer? Kann jemand in Sport, Musik, Kunst, Deutsch, Mathe, Physik usw. überall eine Eins haben?

    Wenn die Schulleitung das so toleriert, kannst du nichts machen. Ich kam meistens an Schulen, wo es eine klare Ansage der Schulleitung gab in welcher Form man zusammenarbeiten sollte oder es gab gewisse Traditionen.

    Das einzige, was zum Schutz wirklich abgesprochen werden soll, ist das Niveau der Arbeiten. In Bayern muss die Schulleitung in der Grundschule so oder so die Proben auf das Niveau überprüfen.

    Zu enge Zusammenarbeit ist oft auch ein Korsett, da wird man dann der eigenen Klasse nicht gerecht. An meiner letzten Schule, die 6 Parallelklassen hatte, hat es sich zuletzt so ergeben, dass immer zwei Kolleginnen enger zusammenarbeiteten. Es konnte auch sein, dass innerhalb einer Jahrgangsstufe unterschiedliche Arbeitshefte benutzt wurden, denn - es gibt ja unterschiedliche Konzepte, unterschiedliche Klassenzusammensetzungen und viele Wege führen nach Rom. Wir hatten aber auch schon eine Schulleitung, die wollte, dass alle 6 Parallelklassen zusammenarbeiteten. Das war in Bezug auf die Besprechungen, das Unterrichtstempo und die Proben (Arbeiten) extrem schwierig. Ich habe auch schon allein gearbeitet, als die Zusammenarbeit zu mühsam war bzw. ich keinen gefunden habe, der ähnlich wie ich arbeitete.

    Bei Ausflügen usw. hat man sich jemanden gesucht bzw. dem angeschlossen, schon alleine wegen der Busbestellung. Unterrichtsgänge waren besser, wenn man sie alleine machte. In Schullandheim war ich entweder mit Kolleginnen, wo es sich ergeben hat oder auch alleine in einem Schullandheim, wo man so oder so nur als einzige Klasse hingehen konnte.

    Eine Klassenfeier hat niemand mit den Kollegen abgesprochen, eine offizielle Entlassung der Vierklässler war bei eine größere Schulfeier, ist aber auch sinnvoll bei so vielen Parallelklassen.

    Ich hatte mehr Berufserfahrung und habe eben Dinge angewendet, die ich an den Schulen zuvor gelernt habe. Was dort bekämpft wurde, wie sonst was. Erst recht, wenn es gut ankam --> siehe Konkurrenz, Rang ablaufen, Macht sichern etc.

    Schade. Kann aber auch anders laufen und läuft meistens anders. An fast allen Schulen, an denen ich war, hat man sich gegenseitig ergänzt, voneinander profitiert. Jeder sollte eigentlich ein Interesse daran haben, sich weiterzuentwickeln. Bewährtes kann man beibehalten, Neues, wenn es einem sinnvoll erscheint, ausprobieren. Deswegen geht man ja auch auf Fortbildungen.

    Die pragmatischste Lösung wäre die Version ganz unten, hier habe ich aber etwas die "Sorge" dass das für die älteren Kinder zu sehr nach Anfängerschrift und ggf. Stigmatisierung rüber kommt. Im Sinne von "Ich bekomme das Baby-Zeug. Das mache ich nicht".

    Kann pepe bestätigen. Bei mir hat sich in Klasse 3/4 noch nie ein Schüler in dieser Richtung geäußert.

    Ich würde auch eine Schrift nehmen, die den Schülern bekannt ist.

    In Bayern herrscht Lehrermangel in dem Pendant "Mittelschule". Ist es in Ba-Wü nicht so, dass man auch letztendlich fachfremd in diesem Schultyp unterrichtet?

    Meine Einschätzung: Ich hätte jetzt keine Angst bezüglich der Einstellung. Eher würde ich mir überlegen, wie sich Geschichte und Ethik später gestalten. In Ethik wirst du evtl. einige zusammengefwürfelte Klassen in den Randstunden haben und das ist disziplinmäßig nicht so einfach. In Deutsch hast du mehr Stunden in einer Klasse und bist auch Klassenlehrkraft. Allerdings nimmt man mit Deutsch auch in Kauf, dass der Korrekturaufwand hoch ist und man Aufsätze korrigieren muss. Ich selbst hatte in der Grundschule lieber den Korrekturstress als dass ich mit unterschiedlichen Klassen ständig mit der Disziplin zu kämpfen hatte.

    Fachfremd kann man sich nach meiner Einschätzung eher in Ethik einarbeiten als in Deutsch. Ich habe auch schon in meiner Zeit als Krankheitsvertreterin Ethik in der Hauptschule vertreten.

    Ihr habt in Bayern Schulen, die der Stadt unterstehen wie Privatschulen und nicht dem Land? Spannend. Warum machen Städte das? Also welchen Vorteil bietet das für die Kommunen.

    Keine Ahnung warum, ich kenne jemand, der an einer städtischen Berufsschule gearbeitet hat. Im Grund- und Mittelschulbereich sind mir, bis auf ein paar anerkannte Privatschulen, nur die staatlichen Schulen geläufig. Wenn man ein bisschen googelt, hat man den Eindruck, dass es meistens um spezielle Berufsschulen geht. Aber da kenne ich mich zu wenig aus.

    Beispiel Nürnberg:

    https://www.nuernberg.de/internet/arbei…ehrkraefte.html

    anni_d27 Bei den UBs bekommst du hoffentlich Tipps, was du verbessern könntest.

    In meinem Referendariat (GS und HS - also Klasse 1-9) sind vor vielen Jahren die Schüler sinnbildlich über Tische und Bänke gegangen. Schwierigkeiten hatte ich wenig entgegenzusetzen. Ich sah mit nicht einmal Mitte 20 noch extrem jung aus und das war in Bezug auf die Lehrerrolle eher ein Nachteil. Außerdem hatte ich, gerade aus einer kameradschaftlich orientierten Jugendarbeit kommend, an das Gute im Menschen und Gespräche auf Augenhöhe glaubend, Probleme mich mit der autoritäreren Lehrerrolle anzufreunden. Ich war an einer Schule mit schwierigem Einzugsgebiet.

    Fachlich war ich, glaube ich, gar nicht so schlecht, aber den Dreh für ein sinnvolles Classroommangement hatte ich nicht raus. Die Kollegen an der Schule trösteten mich und sagte, ihnen sei es im Ref genauso gegangen. Im Lauf der Jahre habe ich immer mehr dazugelernt, mich auch mit dem Thema befasst. 8 Jahre später hatte ich noch einmal eine sehr auffällige Klasse, die ich kaum bändigen konnte. Das war aber auch meine Unerfahrenheit, weil ich zum ersten Mal in dieser Jahrgangsstufe war. Nach 20 Jahren Lehrerdasein hätte man mir nicht geglaubt, dass ich als Referendarin so gut wie keinen Plan hatte, wie ich mit nicht erwarteten Situationen im Klassenzimmer umgehen soll.

    Was ich sagen will: Man lernt immer wieder dazu, wenn man versucht sich zu überlegen, wie man das nächste Mal auf eine Situation besser reagieren kann. Also muss man sich mit der Sache beschäftigen und sich seiner Lehrerrolle immer bewusster werden. Es geht darum, im Bereich Schule ein Standing zu haben, das für alle Seiten gut ist. Den eigenen Umgang mit Schülern bekommt man mit der Zeit raus. Man muss allerdings einiges ausprobieren und auch mit KollegInnen Gespräche führen, evtl. Fortbildungen machen, denn das, was man diesbezüglich im Studium lernt, ist zu wenig.

    Wenn diese Tür gerade zu ist, suchst du dir eine andere, also einen anderen Weg. Du musst jetzt nur abchecken, welcher Weg für dich am besten ist. Durchkämpfen, innerlich auf Distanz gehen oder gehen?

    Du bist angestellt und könntest dir eine neue Arbeitsstelle suchen. Das hast du ja schon angedeutet. Mir fällt in diesem Zusammenhang auch noch eine Privatschule ein oder auch eine städtische Schule (gibt es bei uns, die städtischen Berufsschulen).

    Ich habe der Person, die als Erstes "anfing", gesagt, dass ich das so nicht möchte. Genützt hat es nichts, die Dynamik lief weiter bis zur kompletten Eskalation.

    Ja, es gibt Leute, die einfach nicht aufhören. Denen kann man es x-mal sagen. In dem Fall müsste man dann jemanden mit einbeziehen, der eine gewisse Autorität der Person gegenüber hat.

    Das hast du ja jetzt gut zusammengefasst und jetzt ziehst du deine Konsequenzen daraus.

    Supervision: Also bei mir waren die Supervisionssitzungen anders. Hier wurden Probleme eines einzelnen aus dem schulischen Kontext (aus dem Bereich Schüler, Eltern, Lehrer, Schulleitung usw.) besprochen. Die Probleme beinhalteten keine Konflikte der Teilnehmer untereinander. Zuerst wurde gefragt, welche Probleme die einzelnen Leute besprechen wollten. Dann wurde über eine Reihenfolge abgestimmt, denn alle Probleme konnte man nicht besprechen. Das Problem wurde vorgestellt und es wurden Lösungsvorschläge erarbeitet. Übrigens galten bei uns die Teilnahme an Supervisionssitzungen als Fortbildungen, weil man auch von Problemen von anderen und deren Lösungen etwas für sich mitnehmen konnte.

    Mediation: Das habe ich einmal erlebt, als es in einer Schule einen Konflikt zwischen Schulleitung und Kollegium gab. Aber das war etwas gänzlich anderes. Da wurden die Konflikte untereinander mit Hilfe eines Mediators versucht zu lösen, was nur kläglich gelang.

    Marie_September Das Bundesland ist Bayern.

    Nordlicht_33 Ich finde den Wikipedia-Artikel zum Thema Mobbing differenziert ausgearbeitet.

    Wenn ich so auf mein Lehrerleben zurückblicke, wurde ich auch schon von Kollegen "geärgert" oder sie versuchten mich zu ärgern. Auf mir hat sogar einmal eine Kollegin richtig rumgehackt und rumgespöttelt, weil ich ja sooo engagiert wäre. Die hat mich dermaßen weich geklopft, dass ich das Gespöttele nur mit Hilfe abstellen konnte.

    Gott sei Dank waren die ärgernden Kollegen nur wenige und die Guten überwogen. Mit der Zeit habe ich mir überlegt, welche Schwachstelle sie bei mir getroffen haben, dass die Äußerungen mich verletzen.

    In einer kleinen Schule hatte ich andere Ansichten als viele der alteingesessenen Kollegen- und Kolleginnen, habe es leider zu deutlich geäußert, das schließlich in Mobbing endete. Ich war dort kein Einzelfall, das lag an der Zusammensetzung des Kollegiums. Wer nicht dazupasste und sich entsprechend äußerte, der wurde rausgemobbt. Der glückliche Zufall wollte es, dass ich versetzt wurde. Der Anlass war, dass jemand Krankheitsvertreter machen musste und die Wahl fiel auf mich. Mobil zu gehen ist übrigens ein guter Grund, anschließend an eine andere Schule zu kommen.

    Ich war aber auch an netten Schulen, wo es dieses Phänomen nicht gab. In meiner letzten Schule hat man miteinander geredet und das angesprochen, wenn man Konflikte hatte. Da hätte man sich nie zusammengerottet um jemanden systematisch zu mobben.

    chilipaprika Habe nur den Begriff falsch benutzt. Die Supervisioren waren Schulpsychologen mit Zusatzausbildung in der lösungsorientierten Beratung. Einer hatte sogar ein Zertifikat.

    Ein anderer war ein freier Psychologe, den hatten wir (schulisch) vom Lehrerverband vermittelt bekommen und dafür etwas bezahlt, der hat das Ganze tiefenpsychologisch erklärt, was gut war, aber dieser war leider in der Gesprächsführung ungeschickt.

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