Beiträge von Caro07

    In den Einführungsveranstaltungen zu dem damals neuen kompetenzorientierten Lehrplan hat man uns gesagt, dass jetzt nicht nur die Ziele eine Rolle spielen, sondern der Weg dorthin. Stichwort: Methodenkompetenz. Für mich sind das verschiedene Schienen. Es kann auch einmal Absicht sein, gewisse Kompetenzen zu trainieren und dafür den Inhalt auszuwählen.

    Man muss jetzt schauen, dass nicht nur die fachbezogenen Inhalte bzw. Lernziele verfolgt werden, sondern auch darauf, ob man am Ende (eines Schuljahres bzw. von zwei Schuljahren bei uns) die geforderten Kompetenzen abgedeckt hat. Und das finde ich auch gut, damit wird der Unterricht nicht zu einseitig.

    Allerdings kommt rein praktisch zuerst das Thema und dann überlegt man sich bzw. steht das bei uns oft im Lehrplan, welche Kompetenzen dazu trainiert/angesprochen werden können.

    Wenn wir ehrlich sind: Der alte Weg nach operationalisierbaren Grob- und Feinzielen zu unterrichten - das hat man doch nie mit allen Schülern so erreicht. Das war eine Illusion.

    Mich stört, dass die Veränderung NDS zugeschoben wird, aber in den Bildungsstandards, die bundesweit gelten, von 2022 stehen, also für alle Grundschulen bundesweit gelten.

    Das Problem ist, dass die Bildungsstandards erst in die Lehrpläne der Länder eingearbeitet werden müssen. Eine Grundschule in Bayern z.B. muss sich zuerst an den gültigen Lehrplan halten.

    Zitat

    Damit Bildungsstandards ihre angestrebte Wirksamkeit entfalten können, müssen diese von den verschiedenen Akteuren im Bildungssystem aufgegriffen und umgesetzt werden. Dies betrifft die Bildungspolitik, die Bildungsadministration, die Lehrkräfteaus- und Lehrkräfteweiterbildung sowie die Schulpraxis. Die Länder werden daher Strategien entwickeln und umsetzen, die darauf abzielen, die Erreichung der vereinbarten Zielvorgaben zu gewährleisten. Das Erreichen der Bildungsstandards für den Primarbereich wird länderübergreifend erstmals im Rahmen des IQB-Bildungstrends 2027 überprüft werden. Die Studien dienen dazu, den Ländern Rückmeldung darüber zu geben, inwieweit die angestrebten Kompetenzen entwickelt werden konnten.

    Quelle: https://www.kmk.org/fileadmin/Date…reich-Mathe.pdf

    Die schriftliche Division fällt langfristig tatsächlich aus den Lehrplänen/Bildungsplänen der Grundschulen der Bundesländer heraus, wenn die Bundesländer die Bildungsstandards so umsetzen, wie sie drinstehen.

    eines der unsinnigsten Beispiele. Warum bleiben drei übrig? Vll isst ein Schüler mehr als5, vll einer weniger und der dritte hat Zöliakie.
    Wenn schon Beispiele aus dem Leben, dann bitte sinnvolle :fluester:

    Eines der unsinnigsten Beispiele? Wenn man Lebensmittel nimmt, dann kann man immer etwas finden, warum das nicht geht. Mir ist das spontan jetzt eingefallen, weil wir in der Adventszeit sind. Man kann auch andere Sachen nehmen. Wenn man Murmeln nimmt, kann man argumentieren, dass manche Kinder nicht mit Murmeln spielen oder wenn man Sammelobjekte nimmt, dass manche Kinder das nicht sammeln etc. Man kann immer etwas finden, was gegen ein Beispiel spricht.

    In der Grundschulmathematik hat man früher bei der Division immer Ratenzahlungsaufgaben gerechnet. Die sind jetzt nahezu verschwunden, weil sie eben nicht der Lebenwirklichkeit der Kinder entsprechen.

    Gymshark Von den Plätzchen bleiben schon ganze Plätzchen (Murmeln) übrig, nur kann man die nicht mehr gerecht unter den Kindern verteilen. Die Betrachtungsweise ist von der Gesamtmenge (Gesamtzahl) her, die es zu verteilen gibt. Wichtig ist, dass man hier im kleinen Einmaleins fit ist. Alles andere führt in der Grundschule zu weit und verwirrt vom Abstraktionsniveau her nur.

    Ich glaube auch nicht, dass das schadet. Wenn ich von mir ausgehe - ich habe stur die Division in der Grundschule gelernt ohne Denkaufgaben zu den Rechenvorgängen, wie man es heute macht, sogar auch durch zweistellige Zahlen dividiert. Es war rein mechanisches Üben. Trotzdem habe ich im Gymnasium dann die Weiterführung verstanden.

    Deinen Beispielsachbezug verstehe ich, mit Perspektive auf Übergänge innerhalb der Schulkarriere könnte das dann aber zu Fehlvorstellungen bei der Erweiterung zu den rationalen Zahlen führen. Korrekt wäre es nur, wenn man analog zu einem Kinderriegel die Restplätzchen in je 7 gleichgroße Teile teilt und jedes Kind drei Teile bekommt, um zu unterstreichen, dass jedes Kind nicht nur die 5 Plätzchen bekommt, sondern noch "ein bisschen" (denn auch wichtig: Es sind dann nicht 8 Plätzchen, sondern 5 + "ein bisschen".) dazu. Die 3 Plätzchen fallen nicht unter den Tisch und gehören in Teilen noch zum Ergebnis dazu.

    Ja, stimmt. Rein praktisch könnte man aber sagen, dass der Rest die Lehrerin bekommt. ;)

    Was macht man aber dann mit festen Gegenständen, wie Murmeln z.B. ? Den Rest kann man nicht nochmal aufteilen, sondern muss den vielleicht jemandem anderen geben bzw. verbleiben rein praktisch in der Klasse. In der Grundschule sucht man immer wieder den kindgerechten Alltagsbezug zur Mathematik.

    Rein aus fachmathematischer Sicht ist man bei der Restangabe "+ 3 : 7" (bei der Beispielaufgabe vorhin) näher dran am eigentlichen Ergebnis als wenn man nur "Rest 3" schreibt, da dann auch deutlich wird, dass nicht 3 Ganze übrig bleiben, sondern ein Wert irgendwo zwischen 0 und 1, der auch essentieller Bestandteil des Ergebnisses ist.

    Fachmathematisch leuchtet es mir ein, aber nicht bei den Aufgaben, die wir damit verbinden. Bei 38:7 könnte man z.B. die Aufgabe stellen, dass 38 Plätzchen an sieben Kinder verteilt werden sollen. Dann bekommt jeder 5 Plätzchen und 3 ganze Plätzchen bleiben übrig.

    Zum Teilen mit Rest haben wir übrigens interessante Aufgaben im Buch, wo nicht nur stur gerechnet wird. Es geht z.B. darum, bei welchem Divisor welche Reste übrig bleiben können.

    Ich sortiere ab und an Noten aus. Früher habe ich diese in ein Portal zum Verkauf von gebrauchten Musiknoten eingestellt, das es inzwischen nicht mehr gibt. Jetzt habe ich es über Booklooker und Kleinanzeigen probiert, doch das funktioniert nicht.

    Hat jemand Erfahrung mit einem Portal, das sich darauf spezialisiert hat? Über die Suchmaschine kommt z.B. gebrauchtnotenboerse.de hoch. Kennt jemand das Portal? Irgendwie sollte das dann schon etwas Solides sein, wenn ich mich neu registrieren muss.

    Stattdessen solle der Fokus in der Grundschule darauf liegen, dass Kinder Division als Aufteilen und Verteilen verstehen und den Zusammenhang zur Multiplikation begreifen.

    Hmm.... diesen Zusammenhang erforscht man in der Grundschule schon, wenn im (2.) 3. Schuljahr die Division (Stichwort: kleines Einmaleins) eingeführt wird. Das ist schon lange selbstverständlich. Vermutlich gehen die Autoren davon aus, dass man jetzt für diese Sache länger Zeit braucht.

    Hast du eine Idee, wie die Kommaschreibweise bei Notendurchschnitten umgangen werden kann? Das ist das erste Beispiel, das mir einfiel, bei dem Grundschulkinder mit "Kommazahlen" im Rahmen des Notenspiegels nach Rückgabe einer Klassenarbeit Berührungspunkte haben.

    Ich kann jetzt nur von eigener Erfahrung schreiben. Die Schüler können im 4. Schuljahr schon "Schnitte" einschätzen. Das ist auch dem geschuldet, dass in Bayern Noten für den Übertritt wichtig sind und man sich deswegen mehr mit ihnen beschäftigt. Sie wissen, dass 3,2 z.B. besser ist als 3,5. Man kann es ihnen erklären, wie man auf die Schnittberechnung kommt. Sie müssen sie ja nicht selbst rechnen.

    Man kommt um Kommadarstellungen bei Themen wie Längen- oder Masseangaben herum, wenn z.B. statt "3,2 m" "3 m 2 dm" geschrieben wird.

    Rechnen mit Geld (Kommaschreibweise) und synonym die Kommaschreibweise bei Meter (die man nicht so häufig braucht), läuft eigentlich ganz gut in der Grundschule. Allerdings fällt ihnen bei m schwer, die Null wegzulassen bzw. das zu verstehen. Dezimeter ist bei uns schon ganz herausgefallen.

    Sehr schwer fällt den Schülern, wenn es um die Kommaschreibweisen geht, wo es 3 Stellen nach dem Komma sind. Das betrifft vor allem kg und km. Da sind die Anforderungen von Lehrplan zu Lehrplan zurückgegangen. Man hat so oder so nicht allzu viel Zeit um diese Sachen zu üben. Bei den Hohlmaßen ist man dazu übergegangen, die wichtigsten Angaben in den 3 Schreibweisen auswendig lernen zu lassen bzw. erstmal so zu üben. Da geht es aber erstmal um andere Kompetenzen, z.B. zu begreifen, welche Mengen hinter diesen Zahlen stecken.

    Ursprünglich heißt die Methode "Lesen durch Schreiben", soll also das Lesen fördern.

    Habe ich vor über 30 Jahren mit der Fibel "Habakuk" in Ba-Wü gemacht. Da war die Devise, die Wörter in Druckschrift am besten nach Gehör schreiben zu lassen, damit man sie durch das Schreiben besser analytisch lesen lernt, was bedeutet, dass man sich die Buchstabenfolge so wie man sie schreibt klarmachen muss. Durch das verlangsamte Schreibtempo musste man sich zwangsläufig mit jedem einzelnen Buchstaben beschäftigen. Man hat auch die Wörter "nach Gehör "gesteckt". Allerdings waren das einfache Wörter meistens ohne Rechtschreibbesonderheiten und Fehler waren nicht zugelassen.

    Der andere Ansatz war die Ganzheitsmethode, wo man ganze Wörter rein vom Wortbild her auf einen Schlag lesen lernte. Diese Methode als einzige Leselernmethode hatte so langsam ausgedient.

    In Niedersachsen soll jetzt die schriftliche Division abgeschafft werden. Nicht die Grundrechenart Division!

    Dafür wird die halbschriftliche Division bevorzugt. Wir haben beides drin. Bei der halbschriftlichen Division scheiden sich bei uns die Geister - manche machen sie ausführlich, einige machen sie reduziert, andere lassen sie weg, weil so oder so die schriftliche Division kommt. Meine Kolleginnen und ich haben sie reduziert gemacht, soweit sie fürs Kopfrechnen etwas gebracht hat. Die schriftlichen Division wegzulassen und schwierige Rechnungen durch eine halbschriftliche Division zu ersetzen finde ich fast noch schwerer, sofern es schwere Rechnungen sind. In Bayern rechnet man bei der schriftlichen Division nur noch mit Divisoren bis 10. Ich finde es gut, wenn in der Grundschule schon einmal die Abläufe bei der schriftlichen Division eingeübt worden sind. Dann kann man in der Sekundarstufe mit schwierigeren Divisoren darauf aufbauen.

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