Beiträge von Caro07

    Wenn ich so recht überlege, mich beeinflussen diese Erlebnisse und Erzählungen schon in meiner Einstellung. Nämlich: Ich denke, bei uns wird zur Zeit die Nazivergangenheit als Mahnung und Schuld der Deutschen hochgehalten und muss auch für einiges herhalten.

    (Nebenbei: musste ich neulich erleben in einem Statement zur Inklusion, wo man behauptete, dass unsere Nazivergangenheit die Sonderpädagogik in ihrem Seperationsgedanken geprägt hat)


    Dabei wird immer ausgeblendet bzw. rückt nicht genug ins Bewusstsein, dass die Naziherrschaft, der Krieg und die Folgen für die gesamte Bevölkerung unermessliches Leid brachte. Es gab nämlich mehr Opfer als die, von denen man immer liest. Gegen einen Einzugbefehl konnte man sich nicht wehren, sonst wurde man als Deserteur erschossen.

    Am liebsten möchte ich da gar nicht mehr daran erinnert werden - an die ganzen leidvollen Erzählungen. Ich bin genug geprägt dadurch. Man sieht, dass die Erzählungen so nachhaltig prägend waren, dass es nur einen kleinen Impuls braucht um sich genau daran zu erinnern. Das sehe ich auch bei den Mitschreibern.

    Warum kann man nicht einfach in Frieden zusammenleben und aktuelle Probleme am Thema lösen und nicht immer mit der Vergangenheit in Verbindung bringen?

    Kein Entsetzen, keine Resignation... eher so eine völlig unpassende Sachlichkeit.

    Meine Oma erzählte auch so etwas, aber eher, dass sie persönlich (also meine Großmutter und ihre Tochter) Glück hatten und sie "nur" ihren Ehering hergeben musste und irgendwelche Tiere, die sie zur Selbstversorgung hielt, abgeben sollte als französische Soldaten vor der Tür standen. Bei anderen möglichen Sachen wie bei drohenden Vergewaltigungen wäre der Offizier eingeschritten. Vor bestimmten Besatzungsmächten hatte man besondere Angst, "Amerikanern" stand man am positivsten gegenüber.

    Was kostet den Schulträger Teams denn? Wir haben die A1-Lizenz von Office 365. Die kostet nichts, Daten liegen auf EU-Servern und Teams ist natürlich enthalten.

    Das weiß ich leider nicht. TEAMS läuft, glaube ich, auch über das Kumi Bayern, irgendwie zahlen die etwas dafür. Bei uns läuft TEAMS über den Schulträger. Das ist aber nur ein Teil. Wir haben ein Dienstkonto über den Schulträger und das ist, so weit ich das verstanden habe, ein MS- Konto im Zusammenhang mit Office 365, zumindest melde ich mich darüber über MS an.

    Sich aus den doch auch beengenden Abhängigkeiten der Eltern zu lösen wäre mir ohne die politische wie kulturelle Avantgarde der 60er und 70er Jahre nicht möglich gewesen.

    Ich glaube, das ging uns allen so, die in der "weiteren" Nachkriegszeit geboren sind und deren Eltern von den Erlebnissen und Entbehrungen des Krieges geprägt waren.


    Unsere Eltern wollten uns Sicherheit geben, weil sie keine erfahren hatten und sehr angstbesetzt aufgewachsen sind. Zuerst war es Hitlerdeutschland, dann der Krieg. Meine Großeltern beiderseits wollten mit Hitler, Nazi und Co nichts zu tun haben, zumal sie traditionell kirchlich engagiert waren und einige Einschränkungen hinnehmen mussten. Es wurde erzählt, dass man niemandem mehr trauen konnte und einige wie umgewandelt waren. Meine Eltern erzählten manchmal, immer mit dem leichten Unterton, dass man von der Verwandlung überrascht war: "Das war ein ganz Fanatischer." Einige Geschwister meiner Großeltern sind im Krieg "gefallen" oder "nicht mehr heimgekommen", wie man das umschrieb. Davon haben sie öfter geredet.


    Im Sprachschatz meiner Eltern fand sich zu dem Begriff "in der schlechten Zeit" auch "nach dem Zusammenbruch". Ich glaube, es fiel ihnen schwer unsere von den 68igern geprägte Revolte zu verstehen, weil sie sich gegen das etablierte, unseren Eltern Sicherheit gebende Gefüge aus Moral, Sparsamkeit, Arbeitsfleiß und "Rechtschaffenheit" wandte. Wir nannten das "Spießbürgertum". Ich muss gestehen, dass ich erst sehr spät verstanden habe, warum meine Eltern auf diese Sicherheit für sich und am liebsten für ihre Kinder bestanden. Ich hatte nicht im Fokus, dass sie kriegsgeprägt waren.


    P.S.: @ Gruenfink

    Da hast du etwas angeleiert. Da kommen wieder ganz viele Erinnerungen hoch. ; - )

    Das Essen und nichts Wegwerfen war auch bei meiner Mutter ein großes Thema. Die Predigt meiner Mutter war: "In der schlechten Zeit hatten wir auch nichts."

    Zudem wurde alles aufbewahrt, was man noch irgendwie hätte brauchen können, denn in Kriegszeiten bekommt man so etwas nicht mehr. Das hat sich bei mir ein Stück weit eingepägt.


    Das Essen nicht wegwerfen ist zwar bei mir nicht so extrem, aber noch da. Außerdem bewahre ich auch Dinge länger als nötig auf, man könnte sie ja noch brauchen.


    Und ich stimme pepe zu. Der "Luxus", der mich umgibt, ist für mich nicht unbedingt selbstverständlich und ich kann ihn vielleicht auch deswegen schätzen, weil meine Eltern in meiner Kindheit auf vieles (oft auch zwangsläufig) verzichteten und sparten.

    Meine Eltern waren am Ende des Krieges Jugendliche. Als Kind wurde ich bei Verwandtentreffen oft mit dem Krieg konfrontiert, weil hier durch Erzählungen "aus der schlechten Zeit" aufgearbeitet wurde. Und da waren schon harte Sachen dabei, vor allem wurde von den ständigen Luftangriffen geredet, von Angst und Tod. Ich selbst wollte davon auch hören, da ich als Kind noch einige Kriegshinterlassenschaften gesehen habe - z.B. Bombenlöcher, zerbombte Häuser.

    Anscheinend habe ich als Kind da ein bisschen ein Trauma mitbekommen - ich hatte panische Angst vor einem erneuten Krieg und träumte öfter davon, vor allem von Feuerbränden. Außerdem erinnerten mich die wöchentlichen Probealarme (gab's damals noch im kalten Krieg) an einen möglichen Krieg. Wenn im Radio von einem Krieg in der Welt geredet wurde, fragte ich meine Eltern panisch, ob dieser Krieg zu uns käme?!


    Als ich als älteres Kind und durch den Geschichtsunterricht am Gymnasium das alles besser verstand, hat sich das gelegt. Geblieben ist mir in dieser Beziehung nichts. Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich irgendwelche irrationalen Ängste hätte. Deswegen kann ich ohne Belastungsgefühl davon schreiben.

    Dieser Mann lügt wie gedruckt, von wegen: "Die meisten Schulen arbeiten doch nicht ausschließlich mit Mebis, die weichen doch auch auf Tools wie "MS Teams" aus..." Das stimmt doch gar nicht! Wir durften doch gar nicht mit Teams arbeiten, weil wegen Datenschutzverordnung und bla und blubb... Server steht in Amerika... kostet außerdem...

    Hm, bei uns wurde schon im ersten Lockdown von allen Schulen der Umgebung mit MS TEAMS gearbeitet, die weiterführenden Schule fingen damit an, die Lehrer erhielten Schnellschulungen. Wir haben es nun an der Grundschule auch - für Lehrerkonferenzen und neuerdings für Klassenmeetings, bei uns zahlt es der Schulträger.

    Notbetreuung an den Grundschulen in Bayern:


    Wie ist das bei euch schulintern geregelt?


    Bei uns muss jeder Lehrer die Kinder seiner eigenen Klasse während der Zeit, wo er normalerweise Unterricht gehabt hätte, betreuen.

    Manche hat es ganz schlecht getroffen: Sie sind bis zum 22.12. immer in der Schule mit wenigen Kindern. Andere hat es besser getroffen: Sie haben nur zeitweise die Notbetreuung in ihren Klassen, da wenig Bedarf.

    Von der Warte her finde ich es entspannter, dass im Augen kein verpflichtender Distanzunterricht ist.


    Allerdings muss der Rest der Lehrer, die nicht so in der Notbetreuung eingespannt ist, irgendwelche dienstverpflichtenden Aufgaben erledigen, wir haben einiges, was beackert werden muss.

    Ausstattung von Musiksälen:

    Das kommt immer darauf an, wie Lehrer sich dafür einsetzen. Ich hatte bisher immer Glück und war in der Regel an einer ordentlich ausgestatteten Schule, wenn sie groß genug war. Da ich an meinen vergangenen Schulen oft in der Fachschaft Musik mit drin war, habe ich mich immer mit dafür eingesetzt, dass wir entsprechende Austattungen bekommen. Auch an meiner aktuellen Schule bin ich mit in dem Team. Das Problem an meiner Schule ist, dass der Musikraum von verschiedenen Instrumentalgruppen in den letzten Unterrichtsstunden und am Nachmittag "besetzt" wird. Entsprechend vollgestellt ist es da drin, obwohl wir solche "Trommeleimer" als Sitzgelegenheiten haben. Musiker sind nicht gerade ordentlich und deshalb herrscht ein Chaos, weil unser Musikraum nur die Größe eines normalen Klassenzimmers hat (ohne angegliederten Abstellraum, das haben wir nicht). Also dort zu tanzen ist sehr schwer. Das Schlagzeug, das drin steht, gehört leider dem Musikverein und das darf nur die Bläsergruppe nutzen. Ansonsten haben wir ausreichend Orff, Boomwhackers, Djembres und Co, Cajons, Ukulele und unkonventionelle Instrumente. Jedes Klassenzimmer hat zudem einen Satz Rhythmusinstrumente, weil der Musikraum leider nicht regelmäßig genutzt werden kann bzw. wir viele Klassen haben, die sich absprechen müssen.

    Der Lockdown wird doch hauptsächlich deswegen gemacht, weil unser Gesundheitssystem nicht mehr hinterherkommt. Jetzt rächt sich, dass jahrelang Krankenhäuser und Arztpraxen in rentable Betriebe umfunktioniert wurden und das Personal im Gesundheitsbereich schlecht bezahlt und Ärzte unter Bedingungen in Krankenhäusern arbeiten müssen, wo sie ständig überarbeitet sind. Die Schichten finde ich unmöglich! Ich spüre diese Einsparung in unserem kleinen Krankenhaus ganz deutlich, immer mehr werden Stationen und die Versorgung abgebaut.


    Wenn ich mir die Infiziertenzahlen im Kleinen anschaue: Absolut sind die bei uns überschaubar, obwohl wir im LkR über 200 liegen. In der Kleinstadt, wo ich unterrichte, gibt es 50 Infizierte, meistens in Wohnheimen. In dem größeren Dorf, in dem ich wohne, haben wir knapp 10. Die Zahlen sind rückläufig. Also von einer unkontrollierten Ausbreitung kann da keine Rede sein.

    Von außen betrachtet spricht vieles dafür, dass etwas zwischen dem Schulleiter und der Mutter vorgefallen ist, woraus der Schulleiter die Konsequenzen gezogen hat.

    Hier wäre es generell angebracht, wenn der Schulleiter das den Lehrern gegenüber offen kommuniziert, ansonsten basiert alles auf Mutmaßungen.


    Na ja, schlecht reden - da könnte ich aus der Grundschule von einigen Eltern berichten, denen es um gute Noten geht und die darauf viel Energie verschwenden - das wäre nicht einmal schlecht geredet. Das würde ich nicht so eng sehen.


    Auch die Mutter kann unglaubwürdig sein, (Schutz)behauptungen von Eltern gibt es immer wieder.

    In wie weit bist du denn hier Betroffener? Geht es um Mails der Mutter an dich? Oder sind die unterrichtenden KollegInnen auf der Suche nach einer gemeinsamen Strategie?

    Ein offenes Gespräch mit dem Schulleiter fände ich am besten, wenn ihr die Mails selbst beantworten wollt. Ansonsten kann man die Weiterleitung der Mails umgehen, indem man die Mutter zur Sprechstunde einbestellt oder sie anruft.

    Puuh... ich bin froh, dass es die Grundschulen (noch) nicht betrifft mit dem Wechselunterricht.


    Apropos freiwilliger Wiederholung:

    Einige Eltern meiner Klasse haben sich wohl nach dem ersten Lockdown überlegt, ob sie die freiwillige Wiederholung beantragen sollen.

    Kommt es wieder zum Distanzunterricht in den Grundschulen, können wir uns vermutlich vor Anträgen auf freiwillige Wiederholungen nicht retten. Viele haben da Angst um den Übertritt.

    Ich würde auch schauen, dass ich nicht zwischen die Fronten gerate. Ich würde die Mails wie angewiesen weiterleiten und einmal bei der Schulleitung nachfragen, ob man wirklich nicht auf die harmlosen Mails antworten kann.

    Ansonsten könnte man die Antwort auch mündlich dem Schüler geben, wenn es eine harmlose Anfrage ist.

    Ist es eine Frage zum Inhalt des Unterrichts oder zu einer Lernkontrolle, dann sollte man das so oder so mit dem betroffenen Schüler selbst klären. Das mache ich sogar in der Grundschule schon so.

    Befeuert wird es z. B. dann, wenn Mappen oder Referate, die zu Hause erarbeitet werden, benotet werden: so kommen gerade Kinder dieser Eltern zu guten Noten.

    Der Segen, dass manche Eltern ihre Kinder bestmöglich unterstützen, ist manchmal dann ein Bumerang.

    Das ist ein generelles Problem, das du da ansprichst. Deswegen sind wir dazu übergegangen, dass benotete Referate nur noch in der Schule vorbereitet werden. Das Material dazu allerdings kann man von zuhause mitbringen.

    Es kommt immer auf die Art der Unterstützung der Eltern zuhause an. Es gibt Grundschüler mit der Einstellung, dass aufpassen nicht nötig ist, weil Eltern das so oder so nochmals einzeln erklären. Oder: Man muss die Aufgabenstellung nicht durchlesen, die Eltern erklären es mir so oder so. Das mit der Besprechung von Problematiken bei den Hausaufgaben erlebe ich auch so.

    Vielleicht wäre manchmal ein Austausch auf Augenhöhe einfach besser. Dafür dürfen aber Gymnasiallehrer*innen nicht meinen, sie seien besser als Grundschullehr*innen und Grundschulleher*innen dürfen nicht meinen, sie seien besser, als Gymnasiallehrer*innen.

    Genau, das ist der richtige Ansatz. Vor Jahren haben wir gegenseitig hospitiert, das das Verständnis für die unterschiedlichen Schularten gefördert hat. Wir haben auch gemeinsame Probleme und gemeinsame unterrichtliche Sichtweisen festgestellt.


    Dennoch glaube ich, dass einen die Schulart, in der man unterrichtet, zumindest beruflich prägt. Ich sehe das immer in Dillingen- dort ist die bayernweite Lehrerakademie, die immer wieder Fortbildungen anbietet. Selbst wenn wir nicht in derselben Fortbildung waren; GymnasiallehrerInnen erkennt man gut am Kleidungsstil. ;-) Wahrscheinlich viele GrundschullehrerInnen auch, also da habe ich auch meistens meine Treffer.


    Auch an der Art an der Sprache erkennt man viele. Die ist halt bei vielen Gymilehrern gewählter, bei manchen hört sich das sogar etwas gekünstet an (merke ich auch in unseren Kooperationstreffen) im Vergleich zu Lehrern anderer Schularten. Wahrscheinlich sind die Gymnasiallehrer noch ehesten ihrer Tradition verhaftet und das hat sich wohl unbewusst "weitervererbt".


    Vielleicht haben wir GrundschullehrerInnen dazu im Gegensatz die etwas emotionalere Sprache drauf, die uns beruflich im Umgang mit den Schülern prägt, denn wir sprechen ständig kleinere Kinder an.


    Doch sollte man das alles im privaten Bereich ablegen.

    Anekdote nebenbei: Als ich noch Schülerin in Ba-Wü war, hatten wir in der Oberstufe Unterricht in einer Behelfsbaracke mit einem Ölofen im "Klassenzimmer", auf dem wir ab und zu Glühwein (vielleicht auch mal in Abwechslung mit alkoholfreiem Punsch) während der Pause kochten. Der Ofen gab eine Bullenhitze her, sodass wir ständig die Fenster öffnen mussten. Das Klassenzimmer war so schmal, dass der Mathelehrer vor Benutzung des großen Rechenschiebers zum Demonstrieren das Fenster öffnen musste. :hitze:

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