Beiträge von Caro07

    Wenn die Schulleitung das so toleriert, kannst du nichts machen. Ich kam meistens an Schulen, wo es eine klare Ansage der Schulleitung gab in welcher Form man zusammenarbeiten sollte oder es gab gewisse Traditionen.

    Das einzige, was zum Schutz wirklich abgesprochen werden soll, ist das Niveau der Arbeiten. In Bayern muss die Schulleitung in der Grundschule so oder so die Proben auf das Niveau überprüfen.

    Zu enge Zusammenarbeit ist oft auch ein Korsett, da wird man dann der eigenen Klasse nicht gerecht. An meiner letzten Schule, die 6 Parallelklassen hatte, hat es sich zuletzt so ergeben, dass immer zwei Kolleginnen enger zusammenarbeiteten. Es konnte auch sein, dass innerhalb einer Jahrgangsstufe unterschiedliche Arbeitshefte benutzt wurden, denn - es gibt ja unterschiedliche Konzepte, unterschiedliche Klassenzusammensetzungen und viele Wege führen nach Rom. Wir hatten aber auch schon eine Schulleitung, die wollte, dass alle 6 Parallelklassen zusammenarbeiteten. Das war in Bezug auf die Besprechungen, das Unterrichtstempo und die Proben (Arbeiten) extrem schwierig. Ich habe auch schon allein gearbeitet, als die Zusammenarbeit zu mühsam war bzw. ich keinen gefunden habe, der ähnlich wie ich arbeitete.

    Bei Ausflügen usw. hat man sich jemanden gesucht bzw. dem angeschlossen, schon alleine wegen der Busbestellung. Unterrichtsgänge waren besser, wenn man sie alleine machte. In Schullandheim war ich entweder mit Kolleginnen, wo es sich ergeben hat oder auch alleine in einem Schullandheim, wo man so oder so nur als einzige Klasse hingehen konnte.

    Eine Klassenfeier hat niemand mit den Kollegen abgesprochen, eine offizielle Entlassung der Vierklässler war bei eine größere Schulfeier, ist aber auch sinnvoll bei so vielen Parallelklassen.

    Ich hatte mehr Berufserfahrung und habe eben Dinge angewendet, die ich an den Schulen zuvor gelernt habe. Was dort bekämpft wurde, wie sonst was. Erst recht, wenn es gut ankam --> siehe Konkurrenz, Rang ablaufen, Macht sichern etc.

    Schade. Kann aber auch anders laufen und läuft meistens anders. An fast allen Schulen, an denen ich war, hat man sich gegenseitig ergänzt, voneinander profitiert. Jeder sollte eigentlich ein Interesse daran haben, sich weiterzuentwickeln. Bewährtes kann man beibehalten, Neues, wenn es einem sinnvoll erscheint, ausprobieren. Deswegen geht man ja auch auf Fortbildungen.

    Die pragmatischste Lösung wäre die Version ganz unten, hier habe ich aber etwas die "Sorge" dass das für die älteren Kinder zu sehr nach Anfängerschrift und ggf. Stigmatisierung rüber kommt. Im Sinne von "Ich bekomme das Baby-Zeug. Das mache ich nicht".

    Kann pepe bestätigen. Bei mir hat sich in Klasse 3/4 noch nie ein Schüler in dieser Richtung geäußert.

    Ich würde auch eine Schrift nehmen, die den Schülern bekannt ist.

    In Bayern herrscht Lehrermangel in dem Pendant "Mittelschule". Ist es in Ba-Wü nicht so, dass man auch letztendlich fachfremd in diesem Schultyp unterrichtet?

    Meine Einschätzung: Ich hätte jetzt keine Angst bezüglich der Einstellung. Eher würde ich mir überlegen, wie sich Geschichte und Ethik später gestalten. In Ethik wirst du evtl. einige zusammengefwürfelte Klassen in den Randstunden haben und das ist disziplinmäßig nicht so einfach. In Deutsch hast du mehr Stunden in einer Klasse und bist auch Klassenlehrkraft. Allerdings nimmt man mit Deutsch auch in Kauf, dass der Korrekturaufwand hoch ist und man Aufsätze korrigieren muss. Ich selbst hatte in der Grundschule lieber den Korrekturstress als dass ich mit unterschiedlichen Klassen ständig mit der Disziplin zu kämpfen hatte.

    Fachfremd kann man sich nach meiner Einschätzung eher in Ethik einarbeiten als in Deutsch. Ich habe auch schon in meiner Zeit als Krankheitsvertreterin Ethik in der Hauptschule vertreten.

    Ihr habt in Bayern Schulen, die der Stadt unterstehen wie Privatschulen und nicht dem Land? Spannend. Warum machen Städte das? Also welchen Vorteil bietet das für die Kommunen.

    Keine Ahnung warum, ich kenne jemand, der an einer städtischen Berufsschule gearbeitet hat. Im Grund- und Mittelschulbereich sind mir, bis auf ein paar anerkannte Privatschulen, nur die staatlichen Schulen geläufig. Wenn man ein bisschen googelt, hat man den Eindruck, dass es meistens um spezielle Berufsschulen geht. Aber da kenne ich mich zu wenig aus.

    Beispiel Nürnberg:

    https://www.nuernberg.de/internet/arbei…ehrkraefte.html

    anni_d27 Bei den UBs bekommst du hoffentlich Tipps, was du verbessern könntest.

    In meinem Referendariat (GS und HS - also Klasse 1-9) sind vor vielen Jahren die Schüler sinnbildlich über Tische und Bänke gegangen. Schwierigkeiten hatte ich wenig entgegenzusetzen. Ich sah mit nicht einmal Mitte 20 noch extrem jung aus und das war in Bezug auf die Lehrerrolle eher ein Nachteil. Außerdem hatte ich, gerade aus einer kameradschaftlich orientierten Jugendarbeit kommend, an das Gute im Menschen und Gespräche auf Augenhöhe glaubend, Probleme mich mit der autoritäreren Lehrerrolle anzufreunden. Ich war an einer Schule mit schwierigem Einzugsgebiet.

    Fachlich war ich, glaube ich, gar nicht so schlecht, aber den Dreh für ein sinnvolles Classroommangement hatte ich nicht raus. Die Kollegen an der Schule trösteten mich und sagte, ihnen sei es im Ref genauso gegangen. Im Lauf der Jahre habe ich immer mehr dazugelernt, mich auch mit dem Thema befasst. 8 Jahre später hatte ich noch einmal eine sehr auffällige Klasse, die ich kaum bändigen konnte. Das war aber auch meine Unerfahrenheit, weil ich zum ersten Mal in dieser Jahrgangsstufe war. Nach 20 Jahren Lehrerdasein hätte man mir nicht geglaubt, dass ich als Referendarin so gut wie keinen Plan hatte, wie ich mit nicht erwarteten Situationen im Klassenzimmer umgehen soll.

    Was ich sagen will: Man lernt immer wieder dazu, wenn man versucht sich zu überlegen, wie man das nächste Mal auf eine Situation besser reagieren kann. Also muss man sich mit der Sache beschäftigen und sich seiner Lehrerrolle immer bewusster werden. Es geht darum, im Bereich Schule ein Standing zu haben, das für alle Seiten gut ist. Den eigenen Umgang mit Schülern bekommt man mit der Zeit raus. Man muss allerdings einiges ausprobieren und auch mit KollegInnen Gespräche führen, evtl. Fortbildungen machen, denn das, was man diesbezüglich im Studium lernt, ist zu wenig.

    Wenn diese Tür gerade zu ist, suchst du dir eine andere, also einen anderen Weg. Du musst jetzt nur abchecken, welcher Weg für dich am besten ist. Durchkämpfen, innerlich auf Distanz gehen oder gehen?

    Du bist angestellt und könntest dir eine neue Arbeitsstelle suchen. Das hast du ja schon angedeutet. Mir fällt in diesem Zusammenhang auch noch eine Privatschule ein oder auch eine städtische Schule (gibt es bei uns, die städtischen Berufsschulen).

    Ich habe der Person, die als Erstes "anfing", gesagt, dass ich das so nicht möchte. Genützt hat es nichts, die Dynamik lief weiter bis zur kompletten Eskalation.

    Ja, es gibt Leute, die einfach nicht aufhören. Denen kann man es x-mal sagen. In dem Fall müsste man dann jemanden mit einbeziehen, der eine gewisse Autorität der Person gegenüber hat.

    Das hast du ja jetzt gut zusammengefasst und jetzt ziehst du deine Konsequenzen daraus.

    Supervision: Also bei mir waren die Supervisionssitzungen anders. Hier wurden Probleme eines einzelnen aus dem schulischen Kontext (aus dem Bereich Schüler, Eltern, Lehrer, Schulleitung usw.) besprochen. Die Probleme beinhalteten keine Konflikte der Teilnehmer untereinander. Zuerst wurde gefragt, welche Probleme die einzelnen Leute besprechen wollten. Dann wurde über eine Reihenfolge abgestimmt, denn alle Probleme konnte man nicht besprechen. Das Problem wurde vorgestellt und es wurden Lösungsvorschläge erarbeitet. Übrigens galten bei uns die Teilnahme an Supervisionssitzungen als Fortbildungen, weil man auch von Problemen von anderen und deren Lösungen etwas für sich mitnehmen konnte.

    Mediation: Das habe ich einmal erlebt, als es in einer Schule einen Konflikt zwischen Schulleitung und Kollegium gab. Aber das war etwas gänzlich anderes. Da wurden die Konflikte untereinander mit Hilfe eines Mediators versucht zu lösen, was nur kläglich gelang.

    Marie_September Das Bundesland ist Bayern.

    Nordlicht_33 Ich finde den Wikipedia-Artikel zum Thema Mobbing differenziert ausgearbeitet.

    Wenn ich so auf mein Lehrerleben zurückblicke, wurde ich auch schon von Kollegen "geärgert" oder sie versuchten mich zu ärgern. Auf mir hat sogar einmal eine Kollegin richtig rumgehackt und rumgespöttelt, weil ich ja sooo engagiert wäre. Die hat mich dermaßen weich geklopft, dass ich das Gespöttele nur mit Hilfe abstellen konnte.

    Gott sei Dank waren die ärgernden Kollegen nur wenige und die Guten überwogen. Mit der Zeit habe ich mir überlegt, welche Schwachstelle sie bei mir getroffen haben, dass die Äußerungen mich verletzen.

    In einer kleinen Schule hatte ich andere Ansichten als viele der alteingesessenen Kollegen- und Kolleginnen, habe es leider zu deutlich geäußert, das schließlich in Mobbing endete. Ich war dort kein Einzelfall, das lag an der Zusammensetzung des Kollegiums. Wer nicht dazupasste und sich entsprechend äußerte, der wurde rausgemobbt. Der glückliche Zufall wollte es, dass ich versetzt wurde. Der Anlass war, dass jemand Krankheitsvertreter machen musste und die Wahl fiel auf mich. Mobil zu gehen ist übrigens ein guter Grund, anschließend an eine andere Schule zu kommen.

    Ich war aber auch an netten Schulen, wo es dieses Phänomen nicht gab. In meiner letzten Schule hat man miteinander geredet und das angesprochen, wenn man Konflikte hatte. Da hätte man sich nie zusammengerottet um jemanden systematisch zu mobben.

    chilipaprika Habe nur den Begriff falsch benutzt. Die Supervisioren waren Schulpsychologen mit Zusatzausbildung in der lösungsorientierten Beratung. Einer hatte sogar ein Zertifikat.

    Ein anderer war ein freier Psychologe, den hatten wir (schulisch) vom Lehrerverband vermittelt bekommen und dafür etwas bezahlt, der hat das Ganze tiefenpsychologisch erklärt, was gut war, aber dieser war leider in der Gesprächsführung ungeschickt.

    Mir fiel es gerade auch am Anfang schwer, mich als Berufsanfänger von einigen Kollegen abzugrenzen, welche mir immer mehr Zusatzaufgaben zugeschoben haben, gerade auch in der Corona-Zeit. Ich verstehe, dass Konflikte an sich normal sind.

    Ich denke, es ist immer leichter, den Neuen etwas zuzuschustern, weil diese schlecht Nein sagen können. Das kommt in vielen Schulen vor. Als ich neu an eine Schule kam, habe ich in der Regel erst einmal die Klasse bekommen, die keiner haben wollte. Das hat sich irgendwann verändert. An meiner letzten Schule wollte man bestimmte schwierige Klassen keinem Neuling mehr zumuten. Die bekamen dann die erfahrenen Lehrkräfte.

    Außerdem scheinen gerade im Grundschulbereich einige Zuständigkeiten nicht klar definiert zu sein bzw. Kompetenzüberschreitungen sind leichter möglich.

    Interessant, so habe ich das nie empfunden. Normalerweise sollte das ein Miteinander sein. Man sitzt doch im gleichen Boot und gemeinsam lassen sich die schulischen Probleme besser lösen.

    Zum Nein-Sagen: Ich habe gerne einmal die Zusatzaufgaben übernommen, die mich interessiert haben und mir Spaß gemacht haben. Waren es allerdings für mich Aufgaben, die ich nicht machen wollte, habe ich das schon geäußert.

    Wenn es jetzt etwas Notwendiges war, habe ich auch mal sinngemaß gesagt: "Ich mache es nur, weil es unbedingt sein muss. Gerne mache ich es nicht." Da ich so oder so schon vieles Zusätzliches gemacht habe, bin ich um die für mich nicht so attraktiven Sachen meisten herumgekommen.

    Supervision heißt, es kommt alle Jubeljahre mal ein Mediator vorbei, wo dann alle wie im Kindergarten im Kreis sitzen und nacheinander ihre Probleme vortragen und man gemeinsam überlegt, wie man vorgehen kann. Das kann funktionieren. In den wenigstens Fällen tut es das dann aber, weil Job eben Job ist und deine Arbeitskollegen nicht deine Freunde. Ich selbst halte es für einen großen Trugschluss zu glauben, dass man mit Supervision automatisch ein erstklassiges Kollegenklima hat. Im Gegenteil. Ich habe früher schon Supervisionen erlebt, bei denen man den Raum wechseln musste, weil sich einige Teilnehmer fast an die Gurgel gegangen sind.

    Bezüglich Supervision im Schulbereich habe ich die gegenteilige Erfahrung gemacht:

    Ich war in unterschiedlichen Supervivionsgruppen: einmal auf Schulamtsebene und einmal auf Schulebene, habe mit drei unterschiedlichen Supervisoren Erfahrungen. Die Teilnahme war immer freiwillig, teilweise mit Kosten verbunden.

    Zum einen kommt es auf den Supervisor an: Am hilfreichsten war der Supervisor bzw. die Supervisorin, der unterschiedliche Lösungsstrategienmethoden aufweisen konnte und auch lösungsorientiert ausgebildet war.

    Von den Gruppen her war tatsächlich die schulamtsbezogene Gruppe am sinnvollsten. Bei der schulischen Gruppe hatten wir ähnliche Probleme, die besprochenen Probleme wiederholten sich und man drehte sich mit der Zeit im Kreis. Dennoch hatten diejenigen, die an der schulischen Gruppe teilgenommen haben, untereinander ein besseres Verständnis und somit hat sich das positiv auf das Verhältnis ausgewirkt.

    Ich selbst habe sehr viel von den Supervisionsgruppen profitiert - das war eine ständige Fortbildung - und es hat mir im Lauf der Jahre eine gewisse Gelassenheit gegenüber auftretenden Problemen gegeben.

    Edit: Habe aufgrund von chillis Einwand den Begriff geändert.

    Ein kleiner Tipp: Lass' die Finger von Mathe. Ich habe zwei Kollegen gekannt, die als Fachlehrer ein GHS-Studium durchlaufen haben und dort am Ende an Mathematik gescheitert sind.

    Wenn man das allen Studienanfängern rät, haben wir bald keine Mathematiklehrer mehr. Das muss doch jeder selbst wissen, für was er geeignet ist bzw. eine Begabung hat. Außerdem merkt man das im Studium selbst, ob man den Anforderungen gerecht wird.

    Anderes Bundesland:

    Bei uns war die OGS - Leitung an Konferenzen und Dienstbesprechungen dabei, musste eine Schweigepflichtserklärung unterschreiben und hatte kein Abstimmungsrecht. Sie hat sich nur zu Dingen geäußert, was die OGS anging.

    Also: Sie hat sich nicht zu Noten geäußert und durfte auch keinen Vertretungsunterricht machen.

    Wenn in den Klassenräumen Mittagsbetreuung stattfindet, dann wird hier nichts von der OGS "gestaltet". Normalerweise haben diese ihre eigene Räume, Klassenräume werden nur im Notfall benutzt.

    Da die OGS selbst ihren Bereich hat, also ihre Räume, ist ein Platz im Lehrerzimmer nicht nötig. Aber sie kann jederzeit - wie auch der Sozialarbeiter und andere im multiprofessionellen Team - ins Lehrerzimmer kommen und sich einen Kaffee holen.

    Ich selbst hatte manchmal ein bisschen meine Not mit der OGS - Leitung (ausgebildete Erzieherin), so lange sie noch die Hausaufgabenbetreuung machte. Ich dachte oft, dass sie sich in manchen Kompetenzen zu unrealitisch sah und sich überschätzte. Sie meinte durch die Beobachtung in der Hausaufgabenbetreuung einen Schüler komplett schulisch einschätzen zu können. Das ging oft mit dem, wie ich den Schüler sah, nicht konform. Bei einer anderen Hausaufgabenbetreuung in der OGS klappte die Zusammenarbeit viel besser und die Beobachtungen deckten sich.

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