Bewirtung bei Nachbesprechungen

  • Wir sind aber nicht in der freien Wirtschaft und auch dort ist es fraglich, ob es erwartet werden darf das jemand der seinen Job zu machen hat, extra verköstigt werden muss.

    Viele Schulträger stellen kein Budget für Versorgung bereit, warum auch.

    Wenn ich als Politiker verköstigt werde wenn ich irgendwo zu Gast bin ohne das ich was zahle, finde ich das ebenfalls äußerst fragwürdig weil ich mich damit in ein mögliches Abhängigkeitsverhältnis bringe (Leistung = Gegenleistung).


    Man muss auch niemanden sagen das er seine Brötchen selber schmieren soll. Das ist selbstverständlich und gehört sich so. Zu erwarten das jemand anderes mich verköstigt ist dreist.

    Wenn euer Hausmeister nicht für die Müllentsorgung zuständig ist (was steht in der Jobbeschreibung?), dann ist es so. Das Zeug würde ich dann aber auch nicht selbst entsorgen (weil evtl. schwer oder gefahrenstoffbelalstet und dementsprechend nicht in meiner Tätigkeit versichert).


    Die letzten Schulleitung-Schulaufsichtsbehörde-Zusammenkünfte bei denen ich unsere Schule vertreten durfte waren im Übrigen so organisiert, dass die Schülerfirmen/Schülercafeteria im Vorfeld eine speisenauswahl rumgeschickt hat und dann die Anwesenden bei Nutzung des Angebots ihr Essen auch selbst bezahlt haben. Die nicht genutzten Speisen wurden dann sehr günstig für die Lehrkräfte und Klassen zur Verfügung gestellt. Hat bei unserer schulaufsicht auch erst einmal für Unmut gesorgt weil man erwartet hat, dass man alles geschenkt bekommt…mittlerweile wird das aber explizit gewünscht da es den Schulen zu Gute kommt.


    Bist du mittlerweile keine Lehrerin mehr oder warum schreibst du „weil ihr im Lehrerberuf“?

    • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
    • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
    • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-
  • Bekommen bei euch auch andere Besucher, Lesepaten usw. auch keinen Kaffee? So ein Buffet mit unterschiedlichen Angeboten finde ich immer übertrieben, aber irgendeine kleine Stärkung von Gästen ist doch pure Höflichkeit. Das hat m.E. nichts mit der Bestechung von Prüfern zu tun. Kommt jemand vom Schulamt: Kaffee und Butterbrezeln, helfen die Eltern beim Weihnachtsbasteln: Kaffee und Butterbrezeln, kommen Prüfer: Kaffee und Butterbrezeln.

    Nur bei den Kirchen gibt es nach dem Gottesdienst Kaffee und Hefezopf.

  • Doch, aber das zahlt die Schule und es kümmert sich ganz sicher niemand drum, der noch in Ausbildung ist. Sowas fällt allenfalls in meinen Zuständigkeitsbereich als Fachvorsteherin.

  • ...aber irgendeine kleine Stärkung von Gästen ist doch pure Höflichkeit. Das hat m.E. nichts mit der Bestechung von Prüfern zu tun.

    Ist bei uns ähnlich, wobei die Verkehrspolizisten bei der Fahrradprüfung von der Leberkässemmel schwärmen. ;) Im Lehrerzimmer steht oft Nervennahrung, von jemandem gespendet. An Fasching spendiert die Schulleitung Krapfen, in der Weihnachtszeit befinden sich traditionell Erdnüsse und Mandarinen im LZ, die sind relativ schnell in den Pausen weggeknabbert, dass wir immer wieder nachkaufen. :essen:

  • Doch, aber das zahlt die Schule und es kümmert sich ganz sicher niemand drum, der noch in Ausbildung ist. Sowas fällt allenfalls in meinen Zuständigkeitsbereich als Fachvorsteherin.

    Bist du sicher, dass das die Prüflinge zahlen? Es gibt doch für solche Ausgaben eine "Handkasse", zumindest bei uns. Verwaltet von der Sekretärin, bzw. hat die Schule bei 2 Läden tatsächlich eine "Bezahlkarte."

  • Bist du sicher, dass das die Prüflinge zahlen? Es gibt doch für solche Ausgaben eine "Handkasse", zumindest bei uns. Verwaltet von der Sekretärin, bzw. hat die Schule bei 2 Läden tatsächlich eine "Bezahlkarte."

    Vom Zahlen schrieb ich gar nicht, das wäre ja noch schöner. Auszubildende kümmern sich schon gar nicht erst um sowas. Wenn wir in der Chemie einen Servicetechniker zu Besuch haben, kommt es schon mal vor, dass ich selber den Kaffee ausgebe, wenn's nen Moment länger geht. Bei offiziellen Anlässen, die die ganze Schule betreffen, geht man ins Sekretariat und die kümmern sich dann um die Verpflegung. Bei Anlässen, die nur eine einzelne Fachschaft betreffen, geht man ins Sekretariat, spricht den Rahmen ab und kümmert sich dann als Fachvorstand um die Sache. Das Geld kommt so und so *immer* von der Schule.


    Allmählich verstehe ich aber ein weiteres Steinchen im aus unserer Sicht "merkwürdigen" Verhalten unseres Kollegen aus Deutschland. Der fragte mich vor seiner Probelektion (es ging um die Festanstellung, das 2. Staatsexamen hat er ja) allen Ernstes, was er denn "auftischen" könne. Ähm ... gar nichts?! Bist du jeck?? Wenn du das machst, brauchst du die Probelektion gar nicht erst zu halten.

  • Also hier käme es umgekehrt schlecht an, wenn man jemanden (der eigentlich damit rechnet) auf dem Trockenen sitzen lässt. Aber vllt. ist es auch so ein "Grundschulding", denn wir helfen dem Prüfling gerne, sind ja auch kein 80köpfiges anonymes Kollegium, sondern nicht einmal ein Fünftel davon und geht es eher familiär zu und jede leidet mit.

  • Also hier käme es umgekehrt schlecht an, wenn man jemanden (der eigentlich damit rechnet) auf dem Trockenen sitzen lässt.

    Noch mal von vorne: Darum geht es überhaupt nicht. Wir haben für die mündlichen Abschlussprüfungen externe Expertinnen und Experten im Haus, die zum Teil auch Anfahrtswege von um die 100 km haben, wenn da jemand aus hinter Zürich kommt. Für die ist ein Zimmer reserviert, in dem es jederzeit Kaffee, Wasser, Saft, Gipfeli und Obst gibt. Darum kümmert sich das Sekretariat. Weder ist das meine Zuständigkeit als Lehrperson, die selbst Prüfungen abnimmt und die Maturand*innen geht das schon gar nichts an.


    Genau das gleiche gilt, wenn Lehramtsstudierende ihre Diplomlektion haben. Das ist bei uns sowieso nicht so ein grosser Aufriss wie bei euch, aber es kommt halt auch jemand aus der Fachdidaktik und den Erziehungswissenschaften um zusammen mit der Praxislehrperson die Lektion zu bewerten. Die Aufgabe der Studierenden ist es, die Diplomlektion vorzubereiten und nichts weiter als das. *Ich* als betreuende Praxislehrperson gehe ins Sekretariat runter und frage allenfalls, ob ich eine Flasche Wasser aus dem Keller holen kann. Die Kaffeemaschine im Lehrerzimmer steht da einfach, die Tasse drunter stellen und den Knopf drücken bekommen alle Beteiligten selber hin.


    Finden Probelektionen für Festanstellungen statt, sind dies üblicherweise mehrere in verschiedenen Fächern am gleichen Tag, damit der Schulrat eben nur einmal ausrücken muss. Für das ganze Prozedere ist die Schulleitung zuständig (ja, auch die Mitglieder des Schulrates bekommen Kaffee und Gipfeli). Würde da eine Bewerberin oder ein Bewerber selbst aktiv werden, würde man das ganz klar als versuchte Einflussnahme werten.

  • Solche Anlässe kommen nicht von jetzt auf gleich vom Himmel gefallen. Man organisiert sich halt rechtzeitig. Und nochmal: Ganz sicher organisiert jemand in Ausbildung an dieser Stelle gar nichts.


    Ein Kollege von mir nimmt ab und an als Beisitzer noch Prüfungen von Lehramtsstudierenden an der FHNW ab. Da hat es mal eine Studentin gebracht ihm vorgängig Avancen zu machen in der Hoffnung auf eine bessere Prüfung. Komisch, dass da wohl jedem klar sein dürfte, dass das pfui ist. Aber Gipfeli hinlegen soll sie dann schon?!

    • Offizieller Beitrag

    Darum kümmert sich das Sekretariat

    Wie soll das an einer Grundschule in Deutschland generell (also an jedem Tag) möglich sein?


    Und ein "Man organisiert sich dann rechtzeitig" hilft auch nicht, wenn die Sekretärin an dem Tag nicht da ist.


    Aber wie Zauberwald schon schrieb: es hilft einfach jeder jedem. Und alle sind glücklich.

  • Wie soll das an einer Grundschule in Deutschland generell (also an jedem Tag) möglich sein?

    Schrieb ich bereits: Man organisiert sich rechtzeitig weil man ja weiss, man das Sekretariat besetzt ist und wann nicht. Ist jetzt nicht so schwierig, oder? Ehrlich, es ist lächerlich da jetzt irgendwelche Szenarien zu konstruieren wo es ganz offensichtlich nur darum geht, dass Auszubildende mit alledem absolut gar nichts zu tun haben. Weil ein Abhängigkeitsverhältnis besteht und die mehrfach beschriebenen Situationen und offensichtliche Erwartungshaltung beteiligter Personen latent schmierig rüberkommen. Falls du jetzt noch mal das Bedürfnis auf ein "ja aber ..." hast, dann zitiere bitte, dass ich bereits mehrfach schrieb, dass ich selbst als Verantwortliche durchaus auch mal springe. Aber ganz sicher nicht meine Auszubildenden.

    • Offizieller Beitrag

    Schrieb ich bereits: Man organisiert sich rechtzeitig weil man ja weiss, man das Sekretariat besetzt ist und wann nicht. Ist jetzt nicht so schwierig, oder?

    Dazu schrieb ich auch, dass es schwierig sein kann.

    Und wenn sie nicht da ist (ich wiederhole mich gerne) macht es irgendjemand, der sich dazu bereiterklärt. Da ist es egal, wer.


    kl. gr. frosch


    Ach ja, könntest du die "Konstruiert-Unterstellung" bitte lassen. Danke.

  • Kannst du das aufgesetzte beleidigt sein bitte lassen? Danke. Du musst wirklich nicht aus jeder Diskussion, in der man nicht der gleichen Meinung ist, ein persönliches Fass machen.


    Sowohl deine als auch Zauberwald s Argumentation ist schlichtweg am eigentlichen Punkt vorbei. Es geht nicht darum, dass *du* irgendwas organisierst oder irgendeine andere Lehrperson an der Schule. Es geht um Personen in Ausbildung, die sich in einem Abhängigkeitsverhältnis befinden.

    • Offizieller Beitrag

    Du musst hier nicht in angreifender Weise irgendwas unterstellen, was nicht ist. Nur weil jemand nicht deiner Meinung ist, konsturiert er nicht automatisch was.

    Und wenn ich das anspreche, hat es nichts mit ""aufgesetzt beleidigt" zu tun.


    Die Argumentation ist auch nicht am eigentlcih Punkt vorbei: ich schreibe, dass irgendwer die Sachen bereitstellt, der möchte. Das kann auch (wie im Beispiel von Wolfgang) ein anderer Auszubildender sein ... solange klar ist, dass er es nicht zahlt.

    Wie gesagt, da ist gar nichts konstruiert, das ist nur realistisch.

  • Das kann auch (wie im Beispiel von Wolfgang) ein anderer Auszubildender sein

    Nein. Das mit den "wohlgesonnenen alten Hasen" war auch ein besonderes schönes Beispiel für besonders schmierig und unprofessionell. Kümmer du dich doch als gestandene Lehrperson um deine Auszubildenden.

    • Offizieller Beitrag

    Nein. Das mit den "wohlgesonnenen alten Hasen" war auch ein besonderes schönes Beispiel für besonders schmierig und unprofessionell. Kümmer du dich doch als gestandene Lehrperson um deine Auszubildenden.

    ?

    • Offizieller Beitrag

    Ah, jetzt weiß ich, was du meinst.


    Falls du mit "kümmer du dich doch*" mich meinst: Wir haben selten mehr als einen Referendaren an unserer Schule.

    Aber als das noch so war, haben sich die Referendare auch ausgetauscht. (Dafür war allerdings auch kein Brötchen schmieren nötig. Das haben sie so gemacht. Selbstverständlich. Genauso wie andere Lehrer auch selbstverständlich helfen.)



    -------------------

    *und wer sagt eigentlich, dass sich die anderen Lehrer an der Schule von Wolfgang (abseits der älteren Referendare) nicht auch um die neuen Referendare kümmern.

  • Nein. Das mit den "wohlgesonnenen alten Hasen" war auch ein besonderes schönes Beispiel für besonders schmierig und unprofessionell. Kümmer du dich doch als gestandene Lehrperson um deine Auszubildenden.

    Das empfand ich übrigens ebenfalls als hochgradig problematisch. Wir haben uns gegenseitig geholfen in der Prüfungsphase, aber unter den Referendar:innen nochmal eine zusätzliche Hierarchie aufzubauen ist... nicht schön.


    Ich bin inzwischen auch der Ansicht, dass gar keine Beteiligung der Auszubildenden stattfinden sollte. Der Gastgeber ist die Schulleitung oder die beauftragte Person für die Ausbildung, die können das organisieren. Nicht irgendein Auszubildender.


    Nota bene: Bei meiner Abschlussprüfung habe ich vorher in der Mensa Bescheid gesagt, die haben das vorbereitet und rübergetragen. Auf dem Tisch stand ein Becher, da hat dann jeder Prüfer nen 10er reingetan und damit war es keine Vorteilsnahme. Ich bin nur in Vorkasse getreten, das wars. Das war da in der Schule so üblich.

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