Beiträge von BlackandGold

    Genau das ist das Problem. Und das ist auch der Grund, warum anderen Usern hier heftiger Gegenwind widerfährt, wenn sie in eben diesem Stil "es war ja nicht alles schlecht bei den Nazis" argumentieren. Mal abgesehen davon, dass die Autobahnen bereits früher begonnen worden waren und das Gros der Autobahnen in den 60er und 70er Jahren entstanden ist.

    Ich weiß, deswegen habe ich die ja genau genommen. :)

    Welche Begriffe möchtest du definiert haben jetzt?

    Naja man kann interpretieren, man kann aber auch über-interpretieren (ist das ein Wort?).

    jeder interpretiert halt aus seiner Bubble raus. Wer Gauland nicht magt, wird niemals was anständiges aus seinen Reden raushören. Umgekehrt ja genauso.

    Und ganz ehrlich: Nicht selten wird irgendwo was reingedichtet, wo nichtmal derjenige selbst dran gedacht hat.

    Ach bitte. Ich kann durchaus honorieren, wenn ein AfD-Typ bei ner Bundestagsrede mal was Intelligentes sagt oder sinnige Oppositionsarbeit macht, indem er den Finger in eine Wunde legt. Aber dann kommt die nächste AfD-Type und erzählt was von alimentierten Messer-Mädchen oder lässt sich auf inhaltlicher Ebene von einem Amthor belehren.

    Das ist ungefähr so, als wenn man die Autobahnen loben würde.


    Und der Gauland ist genau eigentlich der Schlimmste: Kein krasser Ideologe, sondern einfach nur ein schmieriger Opportunist, der um der Macht willen mit allem paktiert, was paktieren will. Solche Leute waren mal Steigbügelhalter für den Kerl mit den Autobahnen.

    Ich kenne weder den Lehrer noch den Spruch um ehrlich zu sein. Ich kenne mich auch nicht in der Wikinger Szene aus, auf die sich der Beschuldigte bezieht.

    In meinem larpenden Umfeld wird die Wikingerszene immer etwas im Auge behalten. Denn ebenjener Spruch taucht da häufiger auf, immer von entsprechend gesinnten Menschen.


    Und in meiner Partei, die ja angeblich zu links ist und deswegen die AfD verschuldet hat (lies: CDU) würde man mit dem Spruch hier auf der kommunalen Ebene jedes Mandat verlieren. Aber hier ist man ja auch entsetzt über Maaßen.

    Manche betroffene sprechen sogar selbst darüber. Dieter Nuhr hat ja auf Phönix ein tolles Interview zu geben. Wenn du dich jetzt hinstellst und sagst, dass es alles Quatsch ist, finde ich das ehrlich gesagt etwas lächerlich. Und was gecancelt wurde? Einige Jobs, Auftritte, Vorlesungen, Veranstaltungen, Konzerte. Sogar Austragungsveranstalter wurden unter Druck gesetzt.

    Wow. Jemand kann ein tolles Interview geben. Der ist aber krass gecancelt. Man könnte fast meinen, der ist in die Arbeitslosigkeit getrieben worden. Vielleicht lebt er gar von ALG2?


    Oder eben nicht. Und ist einfach nur weinerlich, weil man seinen Unfug nicht mehr hören mag. Ich cancele Dieter Nuhr übrigens seit vielen Jahren, weil ich ihn schon immer unerträglich fand.

    Nur mal als Einwurf: Im orthodoxen Christentum gibt es auch Landeskirchen, die Kleider für Frauen vorschreiben, bis hin zum Kopftuch (looking at you, Russland) oder zu Rock statt Hose. Zumindestens in der Kirche. Es gibt durchaus eine gewisse Korrelation damit, wie man in den jeweiligen Landeskirchen zu anderen Aspekten weiblicher Mitbestimmung steht. Kleidervorschriften für Frauen scheinen doch eine gewisse Symptomatik zu sein.

    Zumindest in Baden-Württemberg gilt für den Schuldienst die Vorgabe, dass das Kopftuch keinen Ausschlussgrund für den Schuldienst darstellt (analog einer Kippa oder auch einem Habit), solange dadurch der Schulfrieden nicht gestört ist/wird (missionarische Tätigkeiten würden beispielsweise eine Störung des Schulfriedens darstellen oder auch ein Niqab/eine Burka). Ich halte diesen Ansatz für richtig und sehe nicht, warum er nicht analog für das Rechtswesen zur Anwendung kommen sollte.

    Wobei ich mich erinnern kann, irgendwann mal gelesen zu haben, dass dadurch die Verantwortung für diese Sache nur auf die lokale Schulleitung abgeschoben wurde, was wiederum eigene Probleme mit sich bringt. Ne schlaue Lösung habe ich aber auch nicht.

    Wenn ich durch Sprache meinen winzigen Beitrag leisten kann, damit meine Tochter mit weniger Vorurteilen durchs Leben gehen kann als meine Mutter, finde ich die Mühe in Ordnung. Da verwende ich auch mal nen Doppelpunkt oder trainiere mir die winzige Sprechpause an. Für alle, die glauben, dass es sowas nicht im Deutschen gibt, empfehle ich das Wort Spiegelei. Einmal als Spiegel-Ei und einmal als Spiegelei im Sinne der Reflektion. Oder die gerne auf der Weide oder im Gartencenter gesehene/n Blumentopferde.

    BlackandGold: In dem Fall handeltest du ja durchaus angemessen, indem du das Gespräch mit ihr suchtest und deinen Unmut kundtatst. Für mich klingt es jetzt aber nicht danach, dass du weitreichende, schwerwiegende soziale oder wirtschaftliche Konsequenzen für sie befürwortet hättest, oder?

    Grundsätzlich würde ich das von der Situation abhängig machen. Wer mit solchen Entgleisungen Geld verdient oder das aus Publicity-Gründen macht, dem würde ich das wünschen, einer Frau im Bus, die dummen Unfug labert, nicht unbedingt.

    Bin ich auch nicht, aber ich meine mal als ganz groben Unterschied gelesen zu haben, dass Meinungsäußerungen sehr weitreichende Freiheit genießen, Tatsachenbehauptungen aber nicht. Beispiel:


    Du bist ein Betrüger und Dieb -> Tatsachenbehauptung

    Ich finde, dass du ein Betrüger und Dieb bist -> Meinung

    Ich habe das jetzt nochmal nachgeschaut.


    Meinungen sind maximal eine Beleidigung, gegenüber Dritten können sie ein Werturteil bilden und sind dann wohl regelmäßig Bestandteil von richterlichen Abwägungen.


    Tatsachenbehauptungen, die ehrverletztend sind, sind tatsächlich immer strafbar, so sie unwahr sind. Dabei gilt, dass der Aussprechende sie als wahr kennen muss, Klatsch&Tratsch fallen also, so es ehrverletztende Dinge sind, unter den Tatbestand der Üblen Nachrede. Weiß er, dass es unwahr ist, ist es sogar Verleumdung.


    Inwiefern jetzt Spitzfindigkeiten der Formulierung ("du bist" vs. "ich finde") einen Unterschied machen, dazu gibt es mWn lange und ausführliche Gerichtsprozesse. :D



    Was das Gespräch am Nachbartisch angeht, so lasse ich das eigentlich immer unkommentiert, sofern man nicht über meine Familie oder mich spricht. Da hält sich meine Geltungs- oder Erziehungssucht in Grenzen.

    Ich hatte zuletzt im Bus die Situation, dass eine ältere Dame mit ihrem Sitznachbar über die "schmarotzenden Schwarzen" sprach. Gemeint war die junge Mutter, die 3 Meter entfernt mit Kinderwagen stand (das sagte zumindest der Zeigefinger). Da fühlte ich mich tatsächlich genötigt, einzuschreiten. (Leider nicht als Erster, wenige Sekunden vorher hatte eine andere junge Frau ebenfalls die Faxen dicke.)

    Was ich im Nachgang bemerkenswert fand: Sofern sie keine AfD-Wählerin ist, aber bei der Kommunalwahl vergangenes Jahr wählen gegangen ist, hat sie sehr wahrscheinlich das Kreuz bei mir gemacht. Gibt einem zu bedenken.

    Zum allgemeinen Thema: Genauso wie man sich auf die Meinungsfreiheit berufen möchte, muss man akzeptieren, dass andere Menschen eine Meinung wahlweise entweder scheisse finden oder ihre eigene Freiheit dazu nuten, einem nicht mehr zuzuhören. "Cancele" ich dann? Ja. Interessiert es mich, ob der Andere dann weint? Nein.


    Um es konkret zu machen: Wer rassistische oder sexistische Äußerungen verbreitet, der hat bei mir persönlich Pech gehabt. Und wer sowas unterstützt, der auch. Da ist mir egal ob man "Rowling" heißt oder "Liefers".

    Einzige Ausnahme: Wenn ich glaube, dass der andere die Tragweite seiner Aussage nicht überblicken kann.

    Verlink die juristischen Ausführungen

    Ich kann leider nicht mit juristischen Ausführungen dienen, dafür aber mit folgendem Hinweis: Eine Beleidigung ist in erster Linie eine Ehrverletzung, die persönlich sein muss. Das deutsche Strafrecht tut sich mit dem Ehrbegriff durchaus schwer, insbesondere sind generalisierte "Ehrabschneidungen" im Sinne einer über das Invidiuum hinausgehenden Gruppenehre nicht in selbigem abgebildet. Zum Thema Ehre und Beleidigung empfehle ich die sehr lesenswerten Beiträge von Herrn Fischer: https://www.zeit.de/gesellscha…e-justiz-fischer-im-recht


    Insofern: Bei aller Ekligkeit solcher Aussagen sind sie nicht im Sinne des Strafrechts strafbar.

    Läuft's denn jetzt bei ihm?

    Vor dem aktuellen Distanzlernen super. Wir hatten ein kurzes Gespräch darüber, warum die Anwesenheit so miserabel war (langweilig, keine Herausforderung) und dann lief es. Leider jemand, bei dem Distanzlernen sehr schlecht funktioniert, zum Glück vor allem in meinem Fach.


    Von einem anderen Fall weiß ich, dass der/die echte Probleme hat, während die Person in dem Jahr Naturwissenschaft echt gut dabei war (nachdem wir einmal klargestellt haben, was ich von Antisemitismus halte).

    Zählen (1) "die Ausländer nehmen uns die Arbeit weg", (2) "die Regierung will, dass die Ausländer uns die Arbeit wegnehmen", und (3) das meiste, das den Begriff "Pharma-Lobby" enthält, auch dazu? Oder gehören (4) "gesundheitsschädliche Handystrahlen" oder (5) "gesundheitsschädliche Handystrahlen, die uns verschwiegen werden" zu Verschwörungsmythen?


    Ich würde (2), (3) und (5) auf jeden Fall dazu zählen. Die sind mir von Schüler:innen nie begegnet. Aber wie man an (1) und (4) merkt, ist der Schritt vom Aberglauben zur Verschwörung nicht weit. (3) begegnet einem spärlich im Kollegium (prä-Corona-Impfskepsis, unterdrückter Status der Homöopathie - auch hier ein Reizthema), (4) mitunter auch, eher bei Eltern. Bei Schüler:innen kaum.

    Hierzu fällt mir dann doch nochmal was ein: Ich habe kurz nach meiner Abschluss-Prüfung im Referendariat bei Kollegen noch ein wenig hospitiert. Da ich ein Übergangs-Angebot meiner Ref-Schule bekam, was eine Krankheitsvertretung beinhaltete, habe ich genau bei dem Kollegen im Unterricht gesessen, um zu wissen, was der gerade macht um nahtlos fortzuführen.

    Dann erzählte er leider von (5). Ich saß hinten und wusste echt nicht ob ich eskalieren soll. Dankenswerterweise versuchte er mich in den Unterricht zu involvieren und bat mich, diese seine Aussage zu bestätigen. Ich habe dann sehr höflich den SuS gegenüber klargestellt, was ich davon halte. Er wechselte das Thema. Es war übrigens mein alter Kurs, den ich im selbstständigen Unterricht gut getrimmt hatte.

    Susi Sonnenschein stimmt, gerade der Anfang ist manchmal echt kräftezehrend, v.a. in den einjährigen Bildungsgängen, bis die richtig in der Spur laufen. Das gegenteilige Phänomen beobachte ich aber auch jedes Jahr in manchen Klassen: Ein super entspannter und friedlicher Anfang, weil für die SuS alles noch neu ist und die sich untereinander noch nicht kennen und wenn die dann ihre Grüppchen gebildet haben, wird ordentlich auf die Kacke gehauen :autsch: Ich habe jedes Schuljahr beides dabei.
    Das mit den einjährigen Bildungsgängen hat Vor- und Nachteile. Nachteil ist natürlich, wenn es grade gut läuft, sind die schon fast wieder weg und manche liebgewonnenen Klassen vermisst man natürlich, wenn sie so schnell wieder weggehen. Vorteil ist natürlich, wenn wirklich mal eine ätzende Gruppe dabei ist, ist man die auch in naher Zukunft wieder los. Bei mir ist aber eigentlich in 9/10 Fällen ersteres der Fall.

    Also, die aus der Grundbildung gehen zu einigen Anteilen bei uns in die zweijährigen und dreijährigen Klassen weiter. Ich habe jemanden in meiner (also Klassenlehrer) Fachabitur-Klasse, der vorher in der einjährigen Ausbildungsvorbereitung konsequent meinen Unterricht geschwänzt hat.

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