Beiträge von BlackandGold

    chemikus08

    Ich mußte halt an meine Knochenmarkspende vor einigen Jahren zurückdenken. Da habe ich mich als Spender eigentlich nur noch als Fußabtreter gefühlt. „Halten sie sich für die Spende für die nächsten 6-9 Monate bereit… Näheres dürfen wir ihnen aufgrund des Datenschutzes nicht sagen.“


    Damals habe ich am Ende auch auf dieses „Bereithalten“ gesch****, schließlich habe ich auch noch ein eigenes Leben, und dann war ich halt in Neuseeland, als es ernst wurde.

    Habe ich arge Schwierigkeiten mit. Ein Freund von mir ist im ersten Coronajahr an Leukämie verstorben, nachdem Spender Nr. 2 und 3 beide aus verschiedenen Gründen nicht mehr verfügbar waren (Spender Nr. 1 wurde abgestoßen).
    Ich verstehe, dass das Bereithalten doof ist, aber leider ist das manchmal so ungenau.

    plattyplus

    Keep calm! Auch bei Gericht arbeiten Menschen. Einen Urlaub kann man voranmelden, so dass man für einen evtl.neuen Prozess ausgeplant wird. Lediglich bei laufenden Verfahren ist das komplizierter und im ungünstigsten Fall entstehen dann diese Kosten, das kratzt aber bei Gericht genauso wenig, als wenn Zeugen aus Timbuktu eingeflogen werden. Wenn es der Wahrheitsfindung entstehen hält diese Kosten🤷

    BTW, ich habe bereits Fahrtkosten von 100€ in Rechnung gestellt, weil ich auf einer Veranstaltung war und man mich während dieser als Schöffe lud.

    Ich möchte übrigens anmerken, dass Unterrichtsstunden in Vertretung bei uns bezahlt werden. Zumindestens bekam ich eine überraschende Info für 5 U-Stunden, die ich über mein Deputat haben sollte, die für lockere gut 30 € mir versilbert wurden.


    Und solange ich die wirklich lächerlichen AUs mancher SuS akzeptieren soll, sind mir die Kolleg:innen egal. Die SuS sind nämlich so "klug", dass sie mir manchmal die Diagnosen mitgeben und man kann anhand der Diagnose sehr gut feststellen, ob da ein/e Mediziner:in nur Geld von der Krankenkasse wollte.

    Oh je, das tut mir leid für dich.. Ich finde ehrlich gesagt die Kommunikationspraxis der Gerichte auch etwas unglücklich, so etwas nicht schon bei der Ladung für den 1. Tag des Prozesses mitzuteilen, sondern damit so um die Ecke zu kommen..

    Sofern der Prozess geplant wird vom Vorsitzenden, sollte man das eigentlich mit der Einladung bekommen. Ich habe das bisher fast immer korrekt bekommen.

    Das eine Mal nur 12 von 18 Tagen, die übrigen ergaben sich dann in der Verhandlung, die sich aber eh über ein halbes Jahr hinstreckte.

    Das zweite Mal aktuell, weil der Verteidiger das verlangt/erfordert mit seiner Art der Verteidigungsführung.

    Ich hatte im Referendariat einen Kollegen, der an seiner alten Schule war. Der hat den Rollenwechsel nie so richtig hinbekommen und war dort wohl mehr aus Angst vor neuen Dingen. Ob sein nicht erlangtes 2. Staatsexamen damit zusammen hängt, ist mir jedoch unbekannt, es lässt mich nur vorsichtig an die Sache herangehen.


    Grundsätzlich ist der Rollenwechsel sowieso nicht ganz einfach, daher sei vorsichtig.


    Auf der anderen Seite würde ich mich freuen, wenn der Abiturient, den ich jetzt entlasse, tatsächlich erfolgreich mein Fach studiert und in ein paar Jahren als potentieller Kollege da stände. Das habe ich ihm auch gesagt. Aber es ist halt was Anderes, denn ich habe ihn erst mit 18/19 zu Beginn des Berufsgymnasiums bei uns kennengelernt.

    Ob ich bei einem Kollegen wissen möchte, welche Kapriolen der in der 8. Klasse gemacht hat? Eher nein.

    Ich fühle mich seit mehren Monaten schikaniert, ausgegrenzt, zeitlich massiv eingeschränkt.


    Ich bin es leid mich den Vorschriften weiter beugen zu müssen.

    Bin ich die Einzige, die so denkt?

    Das Merkmal einer freien Gesellschaft ist nicht, dass jede Entscheidung abgefedert wird, sondern dass du trotz deiner Haltung weiter deinen Beruf ausüben kannst, nur halt mit kleineren Einschränkungen.

    Wenn dich das schon so stört, dass dich die Vorschriften so sehr einschränken, dann denke mal darüber nach, wie sehr du durch dein bloßes unterrichtliches Handeln deine dir anvertrauten Schüler:innen einschränkst.

    Dasselbe gilt für Einkäufe und Quarantäne. Viele Bekannte sind trotz Corona zum Supermarkt gefahren, einige haben sich sogar noch nicht einmal nach einem positiven Selbsttest öffentlich testen lassen. Nur, um nicht in Quarantäne zu gelangen.


    Für die allermeisten Bekannten war das ein leichter Schnupfen, nur wenige haben mit Fieber 2 Tage im Bett gelegen.

    Deine Bekannten gehören bestraft.

    Der Krieg Russlands ist ein Krieg gegen die westlichen Werte. Dafür muss man keine ausführlichen Kommentare in deutschen Tageszeitungen lesen, sondern man kann einfach mal zuhören, wenn Putin redet.


    Oder, wenn man es ungefilterter und direkter haben will, schaut man sich an, was der oberste Kirchenmann in Moskau verkündet. Habe gerade die Primärquelle nicht in übersetzter Version gefunden, aber hier eine (seriöse) Sekundärquelle dazu: https://www.vaticannews.va/de/…rieg-ukraine-politik.html


    In meinen religiösen Netzwerken ist selbst bei den sonst so Konservativen das Entsetzen groß. Bis auf einen kleinen Teil von Menschen, die Gleichberechtigung u.ä. eh ablehnen, die feiern die Russen aber eh.

    Naja, man darf durchaus zu Recht fragen, welche Werte wieviele Leben wert sind. Ich habe diese Frage für mich bisher nicht beantwortet. Aber daher bin auch ein Freund von "Speak softly and carry a big stick", denn die Länder mit großem Stock werden selten angegriffen.

    Reine Neugier als Teil-Maulwurf: Was haben Augen-OPs mit der Steuererklärung zu tun?

    Die Kosten für eine Laser-OP (oder wie bei mir, einer ICL-OP, weil Laser nicht ausreichte) kann man als außergewöhnliche Belastung angeben. Bei mir wären es gut 1500€, die vertretbar sind, die darüber hinausgehenden Kosten sind "außergewöhnlich" und reduzieren das Einkommen. Eine ICL-OP wie bei mir kostet knapp 6000€, das lohnt sich also.


    Siehe auch hier: https://www.augen-lasern-vergl…enlasern-steuer-absetzen/

    Auch die Kritik des Schülers, dass wir eine Doppelmoral hätten bezüglich Flüchtlinge aus dem Mittelmeer und der Ukraine, ist nicht differenziert. Bei der Ukraine handelt es sich um echte Kriegsflüchtlinge aus Europa

    Wir vielleicht nicht, andere schon. Es sei denn man nimmt an, dass ein Bürgerkrieg in Syrien weniger schlimm ist als ein Invasionskrieg in der Ukraine. Dann kann man natürlich in "echte" und "unechte" Kriegsflüchtlinge unterscheiden. Das verachte ich allerdings zutiefst.

    Das mag für Thüringen mit seinen vergleichsweise kleinen Gymnasien gelten. In einem typischen Gymnasium in NDS sprechend wir eher von um die 2 LKs und 4-6 GKs pro Jahrgang in Mathe und noch einmal 1-2 LKs und 2-3 GKs in Physik. Dazu kommen je nach Zügigkeit noch einmal 4-6 Klassen der E-Phase hinzu. Wie das im angefragten Bundesland NRW aussieht, weiß ich leider nicht genau.


    Aber es stimmt schon: Auch wenn die Schule auf Einsatzwünsche eingeht, ist ein reiner Sek II- Einsatz eher nicht zu erwarten. Typisch sind eher Quoten um 1/3 der Deputatsstunden in der Sek II - auf Wunsch teils auch mehr.

    Krass. Hier sinds eher maximal ein LK und 1-2 GKs. Außer an richtig, richtig großen Gymnasien vielleicht.


    Dem zweiten Absatz ist absolut zuzustimmen. Ein reiner Sek2-Einsatz ist am Gymnasium fast unmöglich. Dafür muss man schon an ein Berufskolleg (da kann mit Mathe zwar auch in der Grundbildung landen, aber die sind eher so 15-18) oder an ein Weiterbildungskolleg (extrem knappe Stellen).

    Es ist realitätsfern, zu glauben, dass das vorher irgendwie anders war. Wenn der russische Patriarch jetzt Predigten gegen die "Schwulenparaden" hält, die "der Westen" verlangt, damit man die "Welt des Konsums" erlangt, dann ist das nicht erst mit Beginn des Kriegs ein Problem.

    Ich bin bereit zuzugestehen, dass ich durch die kirchliche Brille (als mediterran orthodoxer Christ) Russland nicht in seiner Gänze betrachte, aber die russische Kirche ist nicht ganz unrelevant dort. Und was da erzählt wird, ist seit über einem Jahrzehnt ein stetes Dauerfeuer gegen die Werte unseres Landes bzw. unseres Grundgesetzes, welches sich die ultrakonservativen Katholiken hier erträumen würden.


    Das wird jetzt vielleicht schlimmer, aber das war schon vorher da. Muss man vermutlich hinnehmen.

    Zu 1: Ja! Meine Mit-Referendare sind z.T. direkt an der Schule behalten worden, ich persönlich hätte eine noch größere Auswahl gehabt, wenn ich Mathe statt Physik gehabt hätte. Meine Fachkollegen sind beide Mathematiker. Ich persönlich war der einzige Regelbewerber auf meine jetzige Stelle. Tatsächlich aber findest du im Moment weniger Stellen, die meisten Stellen werden zum 1.2. oder 1.8. ausgeschrieben, zu den Halbjahreswechseln.


    Zu 2: Wenn sie die Verbeamtung anbieten, sehe ich da keinen Unterschied. Wichtig: Ein Berufskolleg ist KEINE Ersatzschule, sondern eine Regelschule! Mit deinen Fächern wirst du in allen Bereichen eingesetzt werden, mit Ausnahme ganz spezieller Techniker-Ausbildungen oder Berufsschul-Ausbildungen.


    Zu 3: Als OBAS bist du in jedem Fall 5 Jahre an die Schule gebunden. Ansonsten sind Schulformwechsel immer schwierig, wenn nicht formal, dann zumindestens inhaltlich.


    Zu 4: Auch an Gymnasien kann das Sinn machen. Physik und Mathe ist eine durchaus gefragte Option.

    Berufsschule ist da aber zugegebenermaßen ein spezieller Fall, da man dort ja durchaus je nach Bildungsgang auch mal gerne Personen sitzen hat, die älter sind als man selbst. Ich hatte aber auch schon Seminarleitungen an der Uni, die kaum älter waren als ich, und wäre nie auf die Idee gekommen, diese zu duzen, außer es wurde ausdrücklich angeboten.

    Oh, da hatte ich tatsächlich ein unangenehmes Erlebnis an der Uni, was mir gerade einfällt.


    Ich habe als PostDoc an meiner neuen Uni prinzipiell jeden Studenten gesiezt. Ein Student lief da rum, der grundsätzlich alle Menschen duzte, bis auf die drei Professor:innen. Ich fand das etwas merkwürdig, da ich aber der einzige PostDoc war (der Rest Doktorand:innen, die oft auch selber noch die Studenten duzten) habe ich mich mal entschieden, zu hoffen, dass es ihm selber auffällt, dass ich ihn konsequent sieze.

    Dann kam es dazu, dass er von mir eine Befreiung für einen Versuch wollte, die Begründung war formal unzureichend. Er war sehr insistierend und nutzte genau die Vertrautheit des "Du" genau dafür aus. Irgendwann wurde es mir zu blöd und ich wies ihn (höflich, nicht freundlich) daraufhin, dass ich ihn konsequent sieze und ob er da vielleicht was gemerkt hätte. Antwort "Na klar, aber ich bin ja der Ältere, daher biete ich dir das an."

    Ich habe ihn dann hochkant aus meinem Büro geschmissen und ihn angewiesen, zum Versuch zu erscheinen. Zwei Stunden später hat er mich gesiezt. Warum? Nicht, weil ihm auffiel, dass es vielleicht unangemessen war, einfach weiterhin zu siezen, sondern weil er meinen Titel am Namensschild gesehen hatte. Gna.

    Spannend finde ich übrigens die Tochter meines Pfarrers bzw. der Patentante meiner Tochter. Familiäres Umfeld und so, sie hat mich geduzt. Jetzt ist sie seit einem halben Jahr in der 5. Klasse und es passiert ihr immer wieder, dass sie bei bestimmten Fragen mich siezt. Und zwar immer dann, wenn sie mich zu einer Sache anspricht, die nichts mit Familie zu tun hat, sondern mit Schule oder eine Wissensfrage ist.

    Sie findet das total peinlich, ich dagegen psychologisch völlig normal. Sie spricht mich dann halt nicht mehr in der Rolle als Familienmitglied sondern in der Rolle als Lehrer an.

    Und vor den SuS, die du (hoppla) duzt, also alle zwischen Klasse 5 und 10, hast du (oh) keinen Respekt?

    Da ist es Ausdruck eines Hierarchiegefälles zwischen Kindern/Jugendlichen und Erwachsenen.


    Und das ist jetzt tatsächlich nur eine Feststellung, ich bin mir selber nicht sicher, ob ich das gut finde oder nicht. Denn im Erwachsenenalter möchte ich schon noch unterscheiden zwischen Nah und Fern und das geht durch das Sie ganz gut. Im angelsächsischen Raum wird dann halt "Sir" oder "Titel" benutzt, hier mehr das "Sie".

Werbung