Ich finde es super, dass hier auch Lehrkräfte stark für das Doppelverdienermodell werben. Mehr Kinder, wo beide Eltern abends zu sehr von der eigenen Arbeit geschafft sind, als sich um das Kind zu kümmern und dieses dann lieber vor irgendwelchen Beschäftigungskisten zu parken, sind das, was dieses Land dringend braucht. Auch ist es wirklich toll, wenn beide Eltern arbeiten, weil dann das Kind endlich auch krank zur Schule geht, damit es dort seine Erreger verteilt. Es ist auch absolut richtig, dass beide Eltern arbeiten, denn dann können wir endlich nur noch Ganztagsschulen bauen und schaffen die ganzen Halbtagsschulen ab. Die Lehrkräfte von diesen Schulen können dann hervorragend und ohne Änderung der Arbeitsbedingungen an Ganztagsschulen arbeiten.
Der zynische Ausbruch ist akut frustbedingt und hat seine Ursache darin, dass niemand ausser der CSU gegen die 2,5% Mehrbeitrag in der GKV ist, die uns z.B. direkt betrifft, weil wir uns dem Kind zuliebe für ein Einzelverdienermodell und der Solidarität wegen für die GKV entschieden haben.
Ansonsten ist die Diskussion über den überbezahlten Lehrer wieder fuchtbar anekdotisch. Der Seiteneinsteiger mit Mathe/Physik erzählt von Gehaltseinbussen, der andere spricht von einer hervorragenden Bezahlung. Ich sags mal so: In Anbetracht des sozialen Friedens im Lehrerzimmer bin ich gegen angestellte Lehrkräfte, denn schnell werden Menschen mit meiner Fächerkombination das neue Neidobjekt, wenn die Schulleitung den Deutsch-/Geschichte-Kolleg:innen das Gehalt kürzt, um den einen Mathe- oder Physiklehrer auf dem Markt zu ködern.