Beiträge von Conni

    Conni , was hättest du gerne studiert?

    Die genaue Suche war noch nicht abgeschlossen, als die Wende kam. Biotechnologie und Informatik standen in der etwas engeren Auswahl. Wobei mir für letzteres der ausreichende Colakonsum fehlte. :prost:

    Nach der Wende war ich dann selbst irritiert, weil das Argument meiner Eltern nachvollziehbar war. Aber ich hatte dann ja noch etwas Zeit und war mit der Entscheidung, Lehrerin zu werden, letztlich anfangs zufrieden und später glücklich.



    Mich zerreißt es regelmäßig das Herz, wenn sehr gute Abiturient*innen mit Migrationshintergrund, die mir seit Jahren erzählen, dass sie Jura, Mathe, BWL oder was auch immer studieren wollen, zum Finanzamt gehen und dann auch sagen "Papa möchte es lieber so", "Meine Eltern sind dann glücklich, sicher ist sicher".
    Meine Eltern haben keinen Respekt vor meinem Job, es war aber deren Wunschvorstellung, weil eben DER Aufstieg. Alle anderen (darüber hinausgehenden) Ambitionen haben sie schön ins Keim erstickt. Das konnte ich erst Jahre später reflektieren und sehen, was sie alles bewusst/unbewusst "sabottiert" haben, Lehrerin sein war gut genug für mich, da wollte man kein Risiko nehmen.
    Drei Cousins (aus über 30...) sind auch Lehrer geworden, genau aus dem selben Grund. Zwei davon haben es aber nach ein paar Jahre quittiert. Der einzige, der es noch ist, ist Berufsschullehrer, nach einer guten, braven Ausbildung.

    Auch diese Einstellung kenne ich von meinen Eltern. (Das war zu einem Zeitpunkt, zu dem mein Vater die Pläne für meine Hochbegabtenmusikerkarriere aufgegeben hatte.) Ich bin ja in Wendezeiten großgeworden. Ich war vor der Wende an einer naturwissenschaftlichen Eliteschule und hätte vermutlich etwas in diesem Bereich studiert und hätte auch in diesem Beruf einen Job bekommen.

    Dann kam aber die Wende dazwischen und ich bekam zu hören: "Du wirst erst eine Ausbildung machen, danach kannst du immer noch studieren, aber nichts Naturwissenschaftliches, da hast du als Frau keine Chance."

    Eine Bankkauffraulehre war für mich vorgesehen und danach ggf. ein wirtschaftswissenschaftliches Studium. Ich fand beides inakzeptabel und habe meine Eltern dann damit konfrontiert, dass ich - wenn sie nicht davon abweichen - mich an der Logopädiefachschule bewerben und Logopädin werden würde. Zum Glück war dann noch etwas Zeit bis zum Abi, bis dahin hatten sie sich wieder beruhigt und haben mir ein "sinnvolles" Studium mit "Berufsaussichten" ermöglicht.

    Meine Schüler haben die Englischen Untertitel entdeckt. Ich gehe davon aus, dass heute kein vernünftiger Onlineunterricht mehr möglich ist.


    Kostprobe?

    "Wir hören dich nicht."

    "Many of you run Disney."


    "Oh Gott!"

    "I'm talking to my doctor, but..."


    Außerdem wunderte ich mich am Anfang, ob ich falsche Daten habe, da ständig zum Geburtstag gratuliert wird. Liegt einfach daran, dass etwa jeder 20. Satz mit "Happy birthday" übersetzt wird.

    Nur schade, dass dein Vater deine Karriere als Grundschullehrerin nicht akzeptiert hat :-( .

    Danke. Tja, das ist halt dieses "Meine Kinder sollen was besseres machen als ich.", was hier im Thread schon erwähnt wurde. Grundschullehrerin war in seiner Kindheit sicherlich kein hochrangiger Beruf. Eigentlich hätte ich eine weltberühmte Musikerin werden sollen. Mir haben ein Hauch Interesse daran, Talent, Fleiß und Freude am Üben gefehlt. Minimal nur. :rotfl:

    Ich habe das Problem, dass die Funktion, mit der man die Hand hebt, nicht mehr zuverlässig klappt, nachdem Gruppenräume benutzt wurden.

    Hat jemand damit Erfahrung und eine Lösung? Die Besprechung zu verlassen und wieder zu betreten, hilft nicht immer.

    "Tote Händchen" gibt es bei mir auch hin und wieder. Habe noch keine Lösung gefunden. Genau genommen habe ich noch keine gesucht, weil ich davon ausgegangen bin, dass die Kinder einfach den Button nicht gefunden haben. Aber wenn du das jetzt auch schreibst, muss ich mal genauer drauf achten.

    Dann haben die Schüler wahrscheinlich nicht die aktuelleste Version. In den alten Versionen funktionieren die Räume nicht, da es sie noch nicht gab. Ein Update der App der Schüler sollte das beheben.

    Danke, dann wird es das auch bei meinen Schülern sein.


    Ich habe exakt die gleichen Probleme wie die TE: Kinder kommen gar nicht in den Breakoutraum (war heute nur noch bei 1 bis 2 Kindern) oder fliegen dort raus zurück in den Hauptraum und ich kann sie dann nicht mehr in den Breakoutraum schieben ("aufrufen" ist nicht auswählbar), weil Teams gar nicht gemerkt hat, dass sie dort nicht mehr sind.

    Finde ich toll, dass du so etwas weißt! Ich habe leider niemanden mehr, den ich zur Familiengeschichte befragen kann und weiß daher gerade mal, was meine Großeltern von Beruf waren (bei deren Geschwistern wird's schon weniger mit den Infos) :-( .


    Ich finde das total interessant.

    Mein Opa mütterlicherseits hatte geduldig geforscht und eine wirklich lange Ahnenlinie bis ins 18. Jh. zurückverfolgen können. Seine Vorfahren kamen aus dem heutigen Litauen bzw. Polen, waren Tagelöhner, Söldner und Feldarbeiter. Seine Mutter und ihre Schwestern wurden im frühen Teenageralter über Beziehungen als Hausmädchen nach Berlin geschickt. Sein Vater kam als Handwerkergeselle nach Berlin. Mein Opa war schwer krank und ihm wurden nur wenige Lebensjahre zugeprochen, sodass er bei seiner Tante aufwachsen durfte, die einen Händler geheiratet und daher eine halbwegs warm-trockene Wohnung und genug zu essen hatte, aber keine Kinder bekommen konnte. Dadurch konnte er letztlich auch Abi machen und als erster in seiner Familie studieren (und nebenbei weit über 70 werden). Kontakt zu seinen Geschwistern bestand aber nicht, mit denen hatte er ja seit dem frühen Schulalter nicht mehr zusammengelebt.


    Meine Oma stammte aus einem verarmten Seitenzweig eines bekannten, im Ursprung niederländischen Kaufmannsgeschlechts. (Sie hatte sich nach der Wende ein Wappen malen lassen und es an die Wand gehängt.) Vater Fabrikarbeiter. Ihre Eltern hatten nur ein Kind und wollten, dass dieses "die Schicht wechselt". Also Gymnasium und Tennisclub aus dem schmalen Lohn finanziert. Meine Oma hat sich dann in den Abkömmling eines Großindustriellen verliebt (und umgekehrt) und das führte aufgrund weitreichenden Einflusses und großen Zornes der Großindustriellenfamilie letztlich zum Abbruch des Abiturs, Versetzung und Verstoßenwerden ihres Familienteils. Nach dem Krieg wurden in der sowjetischen Besatzungszone sozialistisch überzeugte Arbeiterkinder gesucht, um die neue Elite des Landes aufzubauen. Meine Oma konnte ihr Abi nachholen und studieren. Zum Rest der Familie bestand kein Kontakt mehr.

    Meine Mutter konnte dadurch, dass beide Großeltern "linientreu" waren, Abi machen und nach einer Lehre studieren.


    Mein Vater hatte als Bewohner des 3. Reiches ein Ahnenbuch, er hat mir das mal gezeigt, als ich Kind war. Es existiert aber nicht mehr.

    Seine Vorfahren lebten - soweit ich mich an dieses Buch erinnere - im schönen Friesland und wohnten in Armenhäusern oder waren Straßenmusikanten, sein Vater hatte eine Kaufmannslehre beendet, bevor er Soldat wurde. Seine Eltern machten einen eigenen Laden auf. Für ihre Kinder wollten sie natürlich auch das Abitur und bezahlten das Gymnasium. Mein Vater durfte als Teenager dann neben der Schule das Geld für die Familie verdienen (sie waren 33 aus dem Laden geflogen, vermutlich wurde ein entfernter Verwandter 33 von den Nazis getötet und das war die Folge) und später anfangen, Musik zu studieren. Das Studium konnte er aber nicht abschließen - Ostfront. Er hat dann nach dem Krieg als Musiker gearbeitet. Kontakte zu den zahlreichen Geschwistern seiner Eltern gab es nicht.

    Seine Kinder aus erster Ehe durften wegen Kirchenzugehörigkeit und Nicht-Linientreue ihrer Eltern kein Abi machen. Ich weiß nicht genau, was sie gelernt haben, es gab nur merkwürdige Kontakte.



    Ich bin die einzige Lehrerin in meiner Familie.

    Mein Vater wollte übrigens nicht, dass ich Lehrerin werde. Nach einer Weile hatte er sich dann mit "Studienrätin" abgefunden. Dass ich dann auch noch vom SekI/II-Studium auf Grundschule gewechselt bin, hat ihn fertig gemacht, ich war für ihn der soziale Abstieg in Person und die völlige Versagerin. (Von seinen anderen Kindern hatte er sich mental eh schon losgesagt, weil irgendwas nicht so funktionierte, wie er sich das vorgestellt hatte. Ich war bin die einzige, die Abi machen konnte und studiert hat und seine ganze Hoffnung auf einen "anständigen Beruf" lag in mir. )

    In meiner Familie waren bis vor 3 (oder 4?) Generationen alle im Armenhaus, Straßenmusiker, Tagelöhner oder Hausmädchen.

    "Richtige Berufe" haben erst die letzten 2 bis 3 Generationen.

    "Meine Uroma ist gestern gestorben."

    "Mach dir nichts draus, meine Echse ist auch vor ein paar Monaten gestorben."

    "Fische werfen wir immer ins Clo, wenn sie tot sind."


    Läuft hier, der Onlineunterricht.

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