Ich denke, jeder von uns war/ist unsicher. Ich bin schon ziemlich lange im Dienst, habe aber immer noch Zeiten, in denen ich viele Fragezeichen im Kopf habe. Auch die Erfahrung, dass mir Kollegen nicht weiterhelfen können, habe ich. Ich glaube mittlerweile, dass ganz viele von uns am Limit gehen und dass man von daher dazu neigt, Probleme, die einem anderen Umfeld entsprechen als dem eigenen eher zu verdrängen. Vielleicht hast du die Möglichkeit, dich mit Leuten aus dem Ref, die auch Berufsananfänger sind, zu vernetzten. Mir hat das am Anfang sehr geholfen, ich hatte eine Kollegin, die ähnlich engagiert war wie ich und wir haben uns wöchentlich, bei Bedarf auch mehrfach getroffen. Das war noch zu Zeiten, in denen es kein Internet gab, heute ist das über Skype ja auch virtuell möglich. Vielleicht hilft ein Aufruf im Lehrerforen, um jemanden zu finden, der auch einen Austausch sucht.
Nun zu deinem Problem mit der Schülerin. Vielleicht findest du die Möglichkeit einer Lernbegleitung. In NRW bekommt man HIlfe, wenn der Anspruch auf das Teilhabepaket besteht. Wenn nicht, findest du evt. eine Lernbegleitung durch den Kinderschutzbund, die Caritas oder ähnliches. Es klingt ja so, dass die Schülerin viel durchmachen muss und so glaube ich, dass du das gar nicht alleine stemmen kannst. So viel Aufholung kannst du gar nicht alleine stemmen. Vielleicht findest du auch eine pensionierte Lehrerin, die helfen würde.....
Was du tun könntest, ist evt. mit einem PC Programm z.B. Schreiblabor von Medienacker das Kind trainieren zu lassen . Auch wenn es hier zu Diskussionen führen wird, ich gewinne z.B. Zeit für individuelle Förderung dadurch, dass ich in Kunststunden, wenn alle beschäftigt sind, 10 Minuten für einen solchen "Bedarfsfall" zu nutzen, um individuell zu üben. Ich nehme die Frühstückspausen und das Kind frühstückt später. Nicht optimal, aber so gewinne ich ZEiten. Manchmal lasse ich Kinder auch zum Ende des Unterrichtes 5 Minuten länger da, um z. Bl die Anlauttabelle und das Abhören von Lauten alleine zu üben...., in einem ganz extremen Fall habe ich selber geholfen, weil ich niemanden fand.flip